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Kredit richtig beantragen: So werden Ihre Wünsche wahr

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 11.05.2021

Sie brauchen schnell Geld, sind aber gerade nicht flüssig? Dann muss wohl ein Kredit her, denn manche Dinge können einfach nicht warten. Trotzdem sollten Sie nicht schnurstracks zur nächsten Bank rennen und sich den fehlenden Betrag leihen. Denn bevor Sie einen Kredit beantragen, ist einiges zu beachten. Zum Beispiel, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, wie Sie Angebote richtig vergleichen und worauf es beim Kleingedruckten ankommt. Das und mehr erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Themen in diesem Artikel

Welche Voraussetzungen für einen Kredit müssen Sie erfüllen?

Einen Kredit beantragen und einen Kredit bekommen – das sind zwei Paar Schuhe. Denn bevor Ihnen eine Bank oder Sparkasse Geld zur Verfügung stellt, will sie sicher sein, dass sie es wiedersieht. Deshalb schaut jeder Kreditgeber genau hin, ob Sie die drei Minimalanforderungen für alle Antragsteller*innen erfüllen:

  • Sie sind volljährig und damit geschäftsfähig.
  • Sie haben Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland
  • Sie besitzen ein Konto bei einer Bank oder Sparkasse in Deutschland.

Trifft nur eine dieser Bedingungen nicht zu, werden Sie kaum einen Kredit bei einem seriösen Anbieter bekommen. Doch auch wenn Sie hinter jedem Punkt ruhigen Gewissens einen Haken machen – damit haben Sie nur die erste Hürde geschafft.

Denn ob Sie erfolgreich einen Kredit aufnehmen, hängt von weiteren, individuellen Faktoren ab. Das gilt sowohl für die Antragstellung in einer Filiale als auch für einen Online-Kredit. In beiden Fällen wollen die potenziellen Kreditgeber mehr über Ihre private Situation wissen. In erster Linie geht es dabei um Ihre Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt. Je besser die ist, desto eher bekommen Sie einen Kredit.

Wie es um Ihre Bonität bestellt ist, wollen die meisten Banken mit folgenden Fragen herausfinden, die sie Ihnen früher oder später stellen.

  • Beziehen Sie ein regelmäßiges Einkommen? Darunter fallen Lohn, Gehalt, Rente und Pensionen, Einkünfte aus Kapitalerträgen oder Mieten. Nicht dazu zählen öffentliche Mittel wie BAföG und Sozialhilfe.
  • Wie hoch ist dieses Einkommen?
  • Haben Sie die Probezeit in Ihrem Job überstanden?
  • Haben Sie negative Schufa-Einträge?
  • Wie ist Ihr Familienstand?
  • Müssen Sie Unterhalt für Kinder zahlen?
  • Wie viele Menschen leben in Ihrem Haushalt?
  • Wie hoch ist das Nettoeinkommen aller Personen in Ihrem Haushalt?
  • Haben Sie Verbindlichkeiten, also Schulden?
  • Wie viel Geld geben Sie für Ihre Lebenshaltung aus? Heißt: Wie hoch sind Ihre (monatlichen) Kosten z. B. für Miete, Nahrungsmittel, Reisen, Auto, Körperpflege, Bekleidung, Reisen und berufliche Bildung?

Diese und weitere Angaben zu Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen sind Teil der Selbstauskunft. Um die kommt niemand herum, der einen Kredit beantragen will. Immerhin: Viele Banken und Sparkassen machen Ihnen die Arbeit mit Formularen (auch im Internet) einfacher.

Was hat die Schufa mit Ihrem Kredit zu tun?

Was hat die Schufa mit Ihrem Kredit zu tun?

Wenn Sie einen Kredit anfragen beziehungsweise beantragen, erkundigt sich die Bank meist bei der Schufa nach Ihrer Zahlungsmoral. Die drückt sich im sogenannten Schufa-Score aus. Begleichen Sie Rechnungen stets pünktlich, steigt er an und verbessert sich damit. Wenn Sie nicht zuverlässig zahlen, sinkt er.

Je niedriger der Schufa-Score ist, desto schwieriger wird es, einen Kredit zu bekommen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie im Vorfeld Ihren eigenen Score checken. Dazu wenden Sie sich direkt an die Schufa. Dann können Sie eventuelle falsche negative Einträge in Ihrem Profil löschen lassen oder auf andere Weise Ihren Score verbessern.

Aus Ihren Angaben macht sich die Bank ein Bild von Ihrer finanziellen Lage und damit von Ihrer Bonität. Fällt der Kassensturz gut aus, dann können Sie aus Sicht der Bank sehr wahrscheinlich Ihre Kreditschulden bezahlen. Fällt er schlecht aus, dann gelingt Ihnen das womöglich nicht. In diesem Fall hätte die Bank ein höheres sogenanntes Ausfallrisiko. Das möchte sie natürlich vermeiden. Deshalb schwinden mit einer geringen Bonität die Chancen auf ein Darlehen. Auch möglich: Die Bank lässt sich ein höheres Ausfallrisiko mit höheren Kreditzinsen bezahlen. 

Ein weiterer Grund für den Wissensdurst der Banken: Sie wollen herausfinden, ob Sicherheiten vorhanden sind. Also Werte, die sie pfänden und damit zu barer Münze machen können, falls die Kreditnehmer*innen die Schulden nicht wie vereinbart begleichen sollten. Zu diesen Sicherheiten gehören zum Beispiel:

  • Einkommen
  • Immobilien
  • Lebensversicherungen
  • Wertpapiere
  • Sparguthaben

Auf Sicherheiten legt die Bank besonders bei langfristigen Krediten Wert. Denn wer weiß, ob eine Kreditnehmerin oder ein Kreditnehmer in ein paar Jahren immer noch die Raten zuverlässig abbezahlt. Sind für diesen Fall Sicherheiten vorhanden, kann das die erfolgreiche Aufnahme eines Darlehens begünstigen.

Wie viel Geld brauchen Sie?

Was müssen Sie noch beachten, wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen? Neben den grundlegenden Voraussetzungen spielt natürlich die Höhe des Darlehens eine entscheidende Rolle. Anders ausgedrückt: Wie viel Geld wollen Sie sich leihen? Das ist eine wichtige Frage, denn wenn Sie sich da verkalkulieren, kann das für Sie unangenehm werden.

  • Nehmen Sie zu wenig Geld auf, brauchen Sie möglicherweise einen weiteren Kredit. Das bedeutet für Sie zusätzliche Kosten.
  • Nehmen Sie zu viel auf und übernehmen sich finanziell, könnten Sie in die Schuldenfalle geraten. Die Folge können eine Pfändung, der Besuch eines Gerichtsvollziehers beziehungsweise einer Gerichtsvollzieherin oder sogar eine Privatinsolvenz sein.

Deshalb sollten Sie sich nur so viel leihen, wie Sie unbedingt brauchen. Dabei helfen Ihnen diese Tipps:

  • Haben Sie mehrere Wünsche, überlegen Sie, welche davon besonders wichtig sind und an erster Stelle stehen.
  • Weniger dringliche Anschaffungen verschieben Sie besser und nutzen die Zeit, um dafür etwas anzusparen. So fallen spätere Kredite günstiger aus oder sind gar nicht mehr nötig, weil Sie dann genug auf der hohen Kante haben.
  • Jetzt die teure Tasche, die schicken Schuhe, den neuen Fernseher – spontane Konsumgelüste mögen verführerisch sein. Doch bleiben Sie gegenüber plötzlichen Kaufimpulsen standhaft. Schlafen Sie besser eine Nacht darüber. Bei genauer und sachlicher Betrachtung am nächsten Tag ist das Bedürfnis vielleicht nicht mehr so groß.
  • Verfallen Sie nicht in einen Kaufrausch. Das kann leicht passieren, wenn man sich erstmal für einen Kredit entschieden hat. Dann ein paar Euro mehr oder weniger aufnehmen – ist doch egal? Mag sein. Aber nur, wenn Sie trotzdem brav Ihre Raten bezahlen können.
  • Zapfen Sie Ihre finanziellen Reserven an. Vielleicht schlummern irgendwo noch Mittel, mit denen Sie die Kreditsumme verringern können. Also Geld, das sich schnell flüssig machen lässt. Checken Sie deshalb, was Sie auf Ihrem Giro- und Tagesgeldkonto oder Sparbuch haben und nicht anderweitig brauchen.
Vor Umzugskartons umarmt eine junge Frau ihren Mann in ihrer neuen Wohnung
© istock/Ridofranz/2019  Ob große oder kleine Wünsche – die Kreditsumme muss zu den finanziellen Möglichkeiten passen.

Auch wichtig: Die Laufzeit eines Kredits sollte zur Nutzungsdauer der Ware oder der Dienstleistung passen, die Sie sich damit leisten wollen. So hat es zum Beispiel keinen Sinn, für einen vierwöchigen Urlaub ewig Raten abzustottern. Ähnliches gilt etwa für einen Laptop, der nach spätestens vier Jahren technisch überholt ist, aber weit darüber hinaus abbezahlt werden muss. Das sind zwei Beispiele für den klassischen Weg in die Schuldenfalle.

Wie viel Kredit können Sie sich leisten?

Sie haben die benötigte Kreditsumme berechnet? Gut. Dann sollten Sie sich jetzt die folgende Frage stellen und ehrlich beantworten. Wie viel Kredit können Sie aufnehmen? Denn vergessen Sie nicht: Ist der Kredit auch noch so klein – er wird zum großen Problem, wenn er nicht zurückgezahlt werden kann. Ob dieses Risiko für Sie besteht, finden Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer finanziellen Mittel heraus.

So ein persönlicher Kassensturz zeigt Ihnen, welche Kreditraten für Sie erschwinglich sind. Am besten holen Sie dafür Ihre Kontoauszüge der vergangenen Monate hervor und ziehen Ihre Ausgaben von Ihren Einkünften ab. Was übrig bleibt, ist das, was Sie zur freien Verfügung und damit für die Ratenzahlung haben. Jedenfalls theoretisch.

Denn wer weiß, wie das Leben so spielt? Möglicherweise brauchen Sie irgendwann mal mehr Geld als gedacht. Zum Beispiel, weil die Miete teuer wird, Nachwuchs kommt oder Sie arbeitslos werden. Führen unvorhergesehene Ereignisse in der Kreditlaufzeit zu Mehrausgaben, geht Ihre Raten-Rechnung eventuell nicht mehr auf.

Deshalb sollten Sie stets einen Puffer einplanen. Also monatlich mehr Geld übrig haben, als Sie für Ihr Darlehen brauchen. Wie viel das sein müsste, hängt von Ihren Lebensumständen ab. Je größer diese Reserve ist, desto besser. Ist sie eher knapp, sollten Sie mehr sparen, um Ihren Spielraum zu vergrößern. Dazu eine Faustregel: Ihre Fixkosten (Miete, Versicherungen u. ä.) sollten nicht mehr als 60 Prozent all Ihrer Ausgaben ausmachen. 

Kredit aufnehmen? Das sollte jeder dazu wissen!

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Welche Konditionen sollten Sie vergleichen?

Sie wissen nun, wie hoch die erforderliche Kreditsumme ist und wie viel Sie davon monatlich abbezahlen können. Jetzt fragt sich, was Sie das Darlehen kosten wird. Die Antwort liefert Ihnen eine Konditionsanfrage. Damit finden Sie heraus, unter welchen Bedingungen eine Bank Ihnen einen Kredit gewähren würde. Das sollten Sie bei mehreren Anbietern machen.

Warum? Weil jeder Kreditgeber Darlehen nach seinen eigenen Regeln vergibt. Das liegt grob gesagt an den Kosten, die er selbst hat. So macht es einen Unterschied, ob er ein eher teures Filialnetz betreibt oder vergleichsweise günstig nur online Kredite vergibt. Das kann sich unter anderem auf die Höhe der monatlichen Raten auswirken. Heißt: Bei der einen Bank bekommen Sie Ihren Kredit womöglich günstiger als bei der anderen. Deshalb sollten Sie die Konditionen mehrerer Anbieter miteinander vergleichen.

Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie stets dieselben Angaben in der Anfrage machen. In der Regel geht es mindestens um folgende Punkte.

  • Wer ist der*die Kreditnehmer*in?
  • Wie hoch ist der Kredit, den Sie beantragen wollen?
  • Was möchten Sie mit Geld machen?

Als Antwort auf Ihre Kreditanfrage schickt Ihnen jede Bank im Idealfall ein Kreditangebot. Vergleichen Sie die Konditionen. Die folgenden Begriffe sollten Sie dafür kennen.

  • Der Sollzins ist der Zins, den Ihre Bank allein für den Kreditbetrag von Ihnen fordert. Weitere Kosten sind nicht enthalten.
  • Der effektive Jahreszins zeigt in Prozent an, wie viel der Kredit Sie pro Jahr insgesamt kostet. Denn hier sind beispielsweise Verwaltungs- und Vermittlungsgebühren mit dazugerechnet, nicht aber mögliche Sonderposten. Das alles auf Basis der Summe, die Sie beantragen wollen.
  • Der Zwei-Drittel-Zins ist der Zins, den zwei Drittel aller Kreditnehmer von dem jeweiligen Anbieter bekommen. Daraus können Sie ablesen, wie viel Zinsen die Bank in den meisten Fällen verlangt.
  • Die Laufzeit gibt an, wie lange Sie den Kredit abbezahlen müssen, bis Sie schuldenfrei sind. Denken Sie daran: Je länger die Laufzeit ist, desto geringer sind die monatlichen Raten.
Eine junge Frau tippt vor ihrem Laptop Kreditkosten in einen Taschenrechner
© istock/urbazon/2018  Nach der Konditionsanfrage gilt es, die Angebote zu vergleichen.

Abgesehen von diesen Kernstücken können noch einige andere Faktoren ins Spiel kommen.

Restschuldversicherung

Die sogenannte Restschuldversicherung bezahlt Ihre Raten weiter, falls Sie das selbst nicht mehr können sollten. Möglich ist das bei Arbeitslosigkeit oder einer schweren Krankheit. Die Restschuldversicherung ist zwar oft kostspielig, ist in manchen Fällen aber durchaus sinnvoll. Mehr dazu finden Sie in diesem Ratgeber.

Wenn Sie eine Restschuldversicherung abschließen möchten, dann sollten Sie eine wählen, deren Beiträge von Jahr zu Jahr sinken. Denn schließlich wird die abzusichernde Kreditsumme durch Ihre Raten ebenfalls immer geringer. Achtung: Die Restschuldversicherung ist ein Sonderposten, der nicht im effektiven Jahreszins enthalten ist. Die Prämien dafür müssen Sie den Kreditkosten hinzuzählen.

Variable und feste Zinsbindung

Bevor Sie zum Beispiel einen langlaufenden Baukredit beantragen, sollten Sie sich mit der Zinsbindung beschäftigen. Da gibt es nämlich zwei Modelle.

Feste Zinsbindung: Hier bleibt die Höhe der Zinsen über eine vereinbarte Laufzeit gleich. Heißt: Für diese Dauer sind die Zinsen berechenbar. Doch ist die Frist abgelaufen, brauchen Sie womöglich eine Anschlussfinanzierung, also einen weiteren Kredit. Für den könnten die Zinsen höher sein als zuvor. Dann steigen die Raten, und das Geld für die Rückzahlung wird manchmal knapp. Brauchen Sie Planungssicherheit, sollten Sie eine möglichst lange feste Zinsbindung wählen.

Konditionsanfrage und Kreditanfrage – was ist der Unterschied?

Konditionsanfrage und Kreditanfrage – was ist der Unterschied?

Wenn Sie eine Konditionsanfrage stellen, dann informiert sich die Bank bei der Schufa über Ihre Zahlungsfähigkeit. Dieser Zugriff auf Ihre Daten wird von der Schufa für ein Jahr in Ihrem persönlichen Bonitäts-Profil vermerkt. Jedoch so, dass andere potenzielle Kreditgeber ihn nicht sehen können. Ihre Konditionsanfrage bleibt also für Dritte geheim und hat auch keinen (negativen) Einfluss auf Ihren Schufa-Score.

Anders sieht das bei einer Kreditanfrage aus. Die steht ebenfalls für ein Jahr in Ihrer Schufa-Akte, ist aber zehn Tage lang für Schufa-Partner sichtbar. Das macht auf die nicht unbedingt einen guten Eindruck. Und: Haben Sie viele Kreditanfragen gestellt, dann sinkt Ihr Schufa-Score. Mögliche Folge: Ihr Wunsch nach dem Darlehen wird abgelehnt. Um das zu verhindern, sollten Sie bei einer Konditionsanfrage der Bank klipp und klar sagen, dass um eine score-neutrale Auskunft geht.

Variable Zinsbindung: Bei dieser Variante wird die Höhe der Zinsen alle drei Monate automatisch angepasst. Und zwar an die Zinsentwicklung am Finanzmarkt. Von der hängt es also ab, wie viel Sie monatlich abbezahlen. Die Kosten für ihren Kredit können somit mal fallen oder steigen. Vorteil der variablen Zinsbindung: Steigen die Zinsen voraussichtlich für längere Zeit an, kommen sie aus einem entsprechenden Kreditvertrag leichter raus. Die Kündigungsfrist liegt bei drei Monaten. In der Zeit können Sie sich eine günstigere Variante suchen. Es ist aber auch möglich, praktisch jederzeit Geld einzuschießen und Ihren Kredit schneller oder sogar auf einen Schlag abzulösen. 

Sondertilgung und Ratenanpassung

Mit einer (möglichst) kostenlosen Sondertilgung verringern Sie Ihre Schulden außerplanmäßig. Dabei handelt es sich um Geld, das Sie auf einen Schlag und über die normalen Raten hinaus in die Tilgung einschießen. Das lohnt sich, wenn Sie mal ein paar Hundert oder Tausend Euro übrig haben. Warum ist das sinnvoll? Weil dann unterm Strich weniger Schulden stehen, für die Sie Zinsen zahlen müssen. Und wenn Sie anschließend dieselbe monatliche Rate zahlen wie vorher, sind Sie mit dem Zurückzahlen auch noch schneller fertig.

Oder Sie verteilen die Rest-Schuldensumme auf dieselbe Laufzeit wie geplant. Ihre monatliche Rate wird dadurch geringer. Das geht aber nur, wenn Sie eine Ratenanpassung mit dem Kreditgeber vereinbart haben.

Bürgschaft

Manche Banken bestehen auf einer vertraglich vereinbarten Bürgschaft. Das bedeutet: Falls Sie Ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, muss das eine andere Person für Sie tun. Diese Person geht mit einer Bürgschaft ein gewisses Risiko ein, denn im Falle eines Falles steht er oder sie mit dem eigenen Vermögen für Ihren Kredit gerade. Unter Umständen kann das den finanziellen Ruin bedeuten. Deshalb sollten Sie gemeinsam gut überlegen, ob Sie sich auf diese sogenannte Personensicherheit einlassen wollen.

Zweite*r Kreditnehmer*in

Beantragen Sie den Kredit gemeinsam mit einer zweiten Person (beispielsweise Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner), bieten Ihnen viele Banken günstigere Konditionen an. Das liegt daran, dass das Ausfallrisiko rechnerisch kleiner ist. Das Kalkül dahinter: Zwei Kreditnehmer*innen (mit zwei Gehältern) können zusammen ein Darlehen eher zurückzahlen als jeweils allein.

Ein junges Paar unterschreibt in einer Bankfiliale einen Kreditvertrag
© istock/Drazen Zigic/2020  Zu zweit lassen sich Kredite oft günstiger aufnehmen.

Höhe der Raten

Für viele Kreditnehmer*innen dürften die monatlichen Raten ausschlaggebend sein, mit denen sie den Kredit nach und nach tilgen. Niedrige Beträge wirken auf den ersten Blick attraktiv. Allerdings dauert es damit auch länger, bis der Kredit abbezahlt ist. Und das macht ihn unterm Strich teurer als bei einer kürzeren Laufzeit. Deshalb ist es ratsam, sämtliche anfallenden Raten für Ihren Kredit zusammenzuzählen. Nur so können Sie in diesem Punkt die einzelnen Angebote fair miteinander vergleichen.

Dauer bis zur Auszahlung

Wann kommt das Geld? In den meisten Fällen landet Ihre Darlehenssumme nach zehn Tagen auf Ihrem Konto. Wenn Sie den Kredit online beantragen, geht es oft schneller. Haben Sie es also besonders eilig, sollten Sie diesen Punkt ebenfalls für Ihren Vergleich berücksichtigen.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Haben Sie jedes Für und Wider abgewogen und sich für ein Angebot entschieden? Dann wird es jetzt ernst: Sie kontaktieren die gewählte Bank und stellen dort einen Kreditantrag. Zu dem Termin sollten Sie alle benötigten Unterlagen mitbringen. Welche das sind? Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Auch kommt es darauf an, zu welcher Personengruppe Sie gehören. Angestellte zum Beispiel brauchen teils andere Dokumente als Selbstständige.

Kredit online beantragen – Vorteile und Nachteile

Kredit online beantragen – Vorteile und Nachteile

Wenn Sie in einer Filialbank einen Kredit beantragen, dann können Sie in einem persönlichen Gespräch Fragen klären und vielleicht auch über die Konditionen verhandeln. Das ist praktisch, hat aber auch seinen Preis: Darlehen bei der Bank vor Ort sind meist vergleichsweise teuer.

Bei Onlinekrediten entfällt der direkte Kontakt – vom Telefonsupport abgesehen –, dafür sind sie in der Regel günstiger. Und sie lassen sich bequem von zu Hause beantragen. Außerdem können Sie in kurzer Zeit mehrere Anbieter miteinander vergleichen. Ein weiterer Vorteil von Onlinekrediten: Bearbeitung und Auszahlung gehen meist schneller über die Bühne als mit einer Filialbank vor Ort.

Am besten erkundigen Sie sich vorab bei der Bank nach dem, was Sie brauchen. In der Regel gehören – je nach Art des Kredits – Nachweise oder Angaben über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dazu:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Kontoauszüge
  • jüngster Einkommensteuerbescheid (Ist er älter als zwei Jahre, brauchen Sie oft zusätzlich Ihre aktuelle Einkommensteuererklärung)
  • Bausparguthaben
  • Kreditverträge
  • Auszüge aus dem Grundbuch
  • Rückkaufwert von Lebensversicherungen

Hinzu kommen – abhängig von Ihrer beruflichen Situation:

Unterlagen als Angestellte*r

  • Gehaltsabrechnungen
  • Nachweis über das Beschäftigungsverhältnis
  • private Selbstauskunft

Unterlagen als Selbstständige*r und Freiberufliche*r

  • aktueller Jahresabschluss oder aktuelle Einnahmenüberschussrechnung
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
  • Gewinn- und Verlustbilanz
  • private und geschäftliche Selbstauskunft
  • Umsatz- und Erlösplanungen

 

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