Frau umarmt Mann, der ein Baby in den Armen hält
Finanzieren

Wie viel Haus können Sie sich leisten? So kriegen Sie es raus

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 05.06.2019

Die Küche endlich nach den eigenen Träumen gestalten oder auch einfach mal die Musik ohne schlechtes Gewissen aufdrehen bis die Wände wackeln. Ein Eigenheim kann so einige Vorteile haben. Doch können Sie sich überhaupt ein Haus leisten? Und wie viel dürfte es kosten? Finden Sie heraus, wie hoch Ihre Baufinanzierung maximal sein sollte. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Themen in diesem Artikel

Vorbereitung: Wie viel Eigenkapital Sie mitbringen müssen

Sie können Ihr Haus auch ganz ohne Eigenkapital finanzieren. Mehr dazu lesen Sie weiter unten in der Infobox. Nach einer gängigen Faustregel sollten Sie jedoch mindestens 20 Prozent an Eigenkapital einbringen. Das bedeutet: Kostet ein Haus 200.000 Euro, sollten Sie wenigstens 40.000 Euro davon aus Ihrem Sparstrumpf oder eventuell aus einem sogenannten Nachrangdarlehen beisteuern. Dann bräuchten Sie eine Baufinanzierung in Höhe von 160.000 Euro. Theoretisch.

Denn zu dem Kaufpreis kommen auch noch die sogenannten Baunebenkosten. Das sind beispielsweise das Honorar für einen Makler oder Notar, die Grunderwerbsteuer, Gebühren für nötige Gutachten oder auch die Kosten für den Innenausbau. Insgesamt können die Nebenkosten für den Bau ganz schön ins Geld gehen. Grob gerechnet können dadurch bis zu 20 Prozent vom Kaufpreis anfallen. In unserem Beispiel also nochmal 40.000 Euro.

Insgesamt müssten Sie in diesem Fall also mit rund 80.000 Euro Eigenkapital rechnen. Vielleicht können Sie aber die Nebenkosten deutlich kleiner halten und dadurch Ihren Sparstrumpf schonen. Zum Beispiel, wenn Sie Ihr Haus nicht über einen Makler kaufen oder Abstriche beim Innenausbau machen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie schon bei der Berechnung von Baufinanzierung und Eigenkapital die Nebenkosten mitbedenken.

Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Möglich, aber oft nicht ganz einfach

Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Möglich, aber oft nicht ganz einfach

Um Ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen, brauchen Sie nicht unbedingt große Rücklagen. Eine Baufinanzierung ist sogar ganz ohne Eigenkapital möglich. Unter welchen Voraussetzungen sie sinnvoll sein kann und welche Risiken dabei bestehen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema.

Faustformel: So viel Baufinanzierung erlaubt Ihr Einkommen

Das Eigenkapital ist wichtig, um festzustellen, wie viel Haus Sie sich leisten können. Genauso wichtig ist es aber, die monatliche Belastung durch die Baufinanzierung unter die Lupe zu nehmen. Denn ausreichend Eigenkapital nutzt Ihnen nichts, wenn Sie die monatliche Rate nur schwer stemmen können.

Wie hoch der Kredit für Ihre Baufinanzierung höchstens sein sollte, dafür gibt es eine einfache Faustformel. Nehmen Sie das monatliche Nettoeinkommen in Ihrem Haushalt mal 110. Also zum Beispiel 2.000 x 110 = 220.000 Euro. Aber Vorsicht! Diese Faustformel hat ihre Tücken. Denn sie bezieht Ihre Ausgaben nicht mit ein.

Besser ist deshalb eine etwas aufwendigere Methode. Damit bekommen Sie am Ende einen verlässlicheren Wert heraus. Berechnen Sie dafür zuerst das monatliche Gesamteinkommen in Ihrem Haushalt. Danach ziehen Sie ab, welche durchschnittlichen Ausgaben Sie haben. Also beispielsweise für bereits bestehende Kredite, Essen, Handy, Fitnessstudio und so weiter. Nehmen Sie dabei anteilig auch Dinge mit rein, die nicht unbedingt jeden Monat anfallen, wie Versicherungen, Urlaub oder Weihnachtsgeschenke, Autoreparaturen, Neuanschaffungen, Rücklagen und so weiter. Die Wohnkosten dagegen, also die Miete, können Sie weglassen. Denn mit einem eigenen Haus zahlen Sie die ja nicht mehr.

Teure Kredite ablösen mit dem EigentümerDarlehen

Teure Kredite ablösen mit dem EigentümerDarlehen

Sie haben bereits eine oder mehrere Baufinanzierungen? Dann lohnt es sich vielleicht, diese durch einen neuen Kredit abzulösen. Dadurch können Sie unter Umständen Ihre monatliche Belastung deutlich reduzieren. Die Hanseatic Bank berät Sie gern zu den Möglichkeiten bei der Kreditablöse.

Vater und Tochter sitzen mit Hund auf einer Veranda
© istock/AZImages/2019  Damit der Traum vom eigenen Haus mit Garten wahr wird, müssen Sie wissen, wie viel Baufinanzierung Sie sich leisten können.

Besonders wichtig ist dabei, dass Sie sich die Ausgaben nicht schönrechnen. Auch wenn Sie vielleicht künftig weniger fürs Telefonieren oder Schuhe ausgeben möchten, sollten Sie den aktuellen Wert nehmen. Am besten ist das ein Durchschnitt aus den letzten 12 Monaten. Dazu müssen Sie noch in etwa abschätzen, welche Nebenkosten im eigenen Haus auf Sie zukommen werden. Die ziehen Sie dann ebenfalls von Ihrem Einkommen ab. Mit dem, was nach der Berechnung übrig ist, könnten Sie eine Kreditrate bezahlen. Diese Rate x zwölf Monate x Laufzeit in Jahren = maximale Kreditsumme. Ihr Bauvorhaben sollte allerdings günstiger sein als die maximale Kredithöhe – denn die Zinsen für den Kredit müssen Sie ja auch über die Raten bezahlen.

Förderung: Wie Ihnen der Staat die Finanzierung erleichtert

Wenn Sie sich fragen, wie viel Haus Sie sich leisten können, müssen Sie sich dabei nicht unbedingt nur auf Ihr eigenes Geld verlassen. Je nach Kauf- oder Bauvorhaben können Sie auch Förderungen beantragen, die Ihnen bis zu mehrere Zehntausend Euro in die Kasse spülen und Sie so bei der Baufinanzierung entlasten.

Das Informationsportal der Verbraucherzentrale des Bundesverbands zeigt beispielsweise diverse Fördermittelangebote auf. Auf der Webseite baufoerderer.de finden Sie diese in einer Fördermittelsuche, die Sie nach Ihren Bedürfnissen, der Lage des Objekts und Ihrem Vorhaben filtern können.

Dabei sind etwa Zuschüsse für energieeffizientes Bauen oder Sanieren. Sie können Förderungen beantragen für das gesamte Haus, nur für das Dach, den Austausch der Fenster oder auch für eine Energieberatung und eine Verbesserung des Einbruchschutzes.

Fazit: Was Ihr Haus maximal kosten darf

Die wichtigsten Faktoren, um zu berechnen, wie viel Ihr Haus kosten darf, sind Ihr angespartes Eigenkapital und das vorhandene Geld für monatliche Raten. Fördermittel können eine hilfreiche Ergänzung sein, aber sie sollten nicht zu den Grundpfeilern Ihrer Baufinanzierung gehören. Denn Fördergelder werden oft verzögert gezahlt und nicht immer in der erhofften Höhe. Womöglich werden Ihnen auch keine Fördergelder genehmigt.

Wie viel Haus Sie sich leisten können, hängt aber auch von weiteren persönlichen Faktoren ab. Vielleicht haben Sie beispielsweise bereits deutlich mehr als die nötigen 20 Prozent Eigenkapital angespart. Auf der anderen Seite ist bei den monatlichen Raten weniger Spielraum. In so einem Fall könnten Sie auch mehr Eigenkapital einbringen. Und bräuchten dadurch weniger Geld aus einem Kredit. Weniger Baufinanzierung bedeutet dann wiederum niedrigere monatliche Raten.

Kleine Häuser, die auf Stapeln von Geldmünzen stehen
© istock/courtneyk/2016  Mit einer gewissen Menge an Eigenkapital und einer passenden Kreditrate steht Ihnen der Weg frei ins Eigenheim.

Oder Ihr Haushaltseinkommen ist sehr hoch, dafür haben Sie kaum oder gar kein Eigenkapital. In diesem Fall könnte beispielsweise eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital eine Alternative sein.

Sie können sich nach Ihren Berechnungen relativ locker Ihr Traumhaus leisten? Super, dann ist es Zeit, nach einer passenden Finanzierung zu suchen. Gerade, wenn Sie für die gewünschte Immobilie Ihr Budget knapp kalkulieren müssten, sollten Sie allerdings noch nicht beginnen, die Einrichtung zu planen.

Warten Sie eine oder sogar mehrere professionelle Kalkulationen von Kreditinstituten ab. Denn vielleicht kommen Kreditgeber zu einem anderen Ergebnis als Sie.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

0
0
nach oben