Ein Paar schaut auf einige Papiere und berechnet die Zinsen bei einem Tagesgeldkonto
Sparen

Sparen mit dem Tagesgeldkonto: Wie? Wann? Warum?

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 24.05.2019

Auto, Urlaub oder die Ausbildung Ihrer Kinder – Gründe zum Sparen haben Sie bestimmt genug. Doch wohin legen Sie Ihr Geld am besten zurück? Das Tagesgeldkonto könnte das passende “Sparschwein” für Sie sein. Welche Zinsen, Kosten und Möglichkeiten damit auf Sie zukommen, lesen Sie hier. Und Sie erfahren, für welche Sparziele das Tagesgeldkonto das Richtige ist und für welche nicht.

Themen in diesem Artikel

Zinsen: So viel bringt ein Tagesgeldkonto ein

Das Wichtigste zuerst: Ja, auf einem Tagesgeldkonto fallen Zinsen an. Und im Vergleich zu anderen gängigen Sparmöglichkeiten ist das schon außergewöhnlich. Von 0,1 bis zu rund 0,5  Prozent Zinsen gibt es derzeit auf dem Tagesgeldkonto.

Hört sich nicht viel an? Ist es aber. Das gilt zumindest, wenn man das Tagesgeldkonto mit dem Klassiker Sparbuch vergleicht. Auf das Sparbuch erhalten Sie nämlich inzwischen meistens keinerlei Zinsen mehr. Und Ihr Erspartes ist auf dem Tagesgeldkonto genauso sicher wie auf dem Sparbuch. Bis zu 100.000 Euro sind darauf durch die gesetzliche Einlagensicherung vor Verlusten geschützt. Die meisten deutschen Banken sichern jedoch auch Beträge ab, die weit über diesen Wert hinausgehen. Und zwar bis in die Millionen.

Doch es gibt auch sichere Sparmöglichkeiten, die noch deutlich mehr Zinsen abwerfen als das Tagesgeldkonto. Dazu gehören beispielsweise das Festgeldkonto und der Sparbrief, die auch 0,6 bis knapp über ein Prozent Zinsen einbringen können. Dabei legen Sie aber eine größere Summe für mehrere Jahre fest an. Das bedeutet: Sie müssen am Anfang bereits einen recht hohen Betrag zum Einzahlen zur Verfügung haben. Und vor dem Ende der Laufzeit kommen Sie an das Geld auch nicht mehr heran.

Euro-Münzen liegen gestapelt auf einem Tisch
© istock/MarianVejcik/2015  Ein Tagesgeldkonto bringt zumindest bis zu einem Prozent an Zinsen ein.

Kosten: Diese Gebühren fallen beim Tagesgeldkonto an

Es gibt nichts mehr umsonst? Das Tagesgeldkonto schon. Jedenfalls meistens. Denn häufig können Sie ein Tagesgeldkonto nur eröffnen, wenn Sie ein Girokonto bei derselben Bank haben. Und das Girokonto kostet dann in vielen Fällen einiges an Gebühren.

Aber selbst, wenn es nicht bei derselben Bank sein muss: Irgendein Girokonto brauchen Sie immer, wenn Sie mit dem Tagesgeldkonto sparen möchten. Denn ein Tagesgeldkonto kann in der Regel nicht allein geführt werden. Meistens können Sie nämlich nicht direkt Geld auf das Tagesgeldkonto einzahlen oder davon etwas abheben. Dafür brauchen Sie ein Girokonto. Von dem aus können Sie die gewünschten Sparbeträge auf das Tagesgeldkonto überweisen. Und auf dieses Girokonto geht auch das Geld, wenn Sie Beträge von dem Tagesgeldkonto zurückholen. Dieses Girokonto wird auch als Referenzkonto für das Tagesgeldkonto bezeichnet.

Und was ist, wenn Sie Ihr Tagesgeldkonto wieder loswerden wollen? Dann können Sie es einfach kündigen – ohne Fristen oder Gebühren.

Tagesgeldkonto einfach online beantragen

Tagesgeldkonto einfach online beantragen

Bei vielen Banken lässt sich ein Tagesgeldkonto in wenigen Schritten eröffnen. Häufig geht das sogar einfach über einen schnellen Online-Antrag. So auch bei der Hanseatic Bank. Das funktioniert auch, wenn Sie bisher gar nicht Kunde der Hanseatic Bank sind. Sie brauchen als Referenzkonto nur ein Girokonto bei einer deutschen Bank. Und schon können Sie das kostenlose Tagesgeldkonto beantragen.

Nutzen: Was mit dem Tagesgeldkonto geht und was nicht

Ein Tagesgeldkonto hat im Grunde nur die Funktion eines Sparschweins. Von Ihrem Girokonto aus zahlen Sie darin etwas ein, wenn Sie sparen möchten. Brauchen Sie das Geld wieder, überweisen Sie es von dem Tagesgeldkonto zurück auf das Girokonto. Und das war es meistens auch schon.

Zum Bezahlen können Sie Ihr Tagesgeldkonto dagegen nicht nutzen. Sie bekommen auch keine Bankkarte für das Tagesgeldkonto. Geld abheben am Automaten ist damit also ebenfalls nicht möglich. Das Geld vom Tagesgeldkonto lässt sich nur auf das damit verbundene Girokonto übertragen.

Mann steckt Karte in einen Geldautomaten
© istock/sanjagrujic/2013  Mit dem Tagesgeldkonto nicht möglich: Zum Abheben brauchen Sie ein Girokonto.

Sparen: Für welche Ziele sich ein Tagesgeldkonto lohnt

Der Sommerurlaub in Griechenland, das neue Traumauto oder auch das Paar Ski, das schon lange auf Ihrem Wunschzettel steht. Für solche und andere eher kurzfristige Sparziele ist das Tagesgeldkonto ideal. So können Sie beispielsweise von Ihrem Referenzkonto aus jeden Monat einen festen Betrag darauf einzahlen. Oder Sie legen einfach immer das zurück, was am Monatsende übrig ist.

Haben Sie den gewünschten Betrag erreicht, können Sie das Geld wieder zurück auf Ihr Girokonto übertragen. Danach steht es Ihnen dort zur Verfügung, um sich Ihren Wunsch zu erfüllen.

Für die Ausbildung der Kinder oder die Eigentumswohnung mit Garten sparen Sie dagegen besser mit einer anderen Anlageform. Das Tagesgeldkonto eignet sich weniger für größere und langfristige Ziele. Wenn Sie Ihr Geld langfristig anlegen möchten, gibt es Sparmöglichkeiten, die eine bessere Rendite als das Tagesgeldkonto bieten. Dazu gehören beispielsweise das Festgeldkonto oder der Sparbrief.

Zinsen: Die wichtigsten Fragen

Die größten Vorteile beim Tagesgeld: Per Internet kommen die Kunden rund um die Uhr an ihre Einlagen, und die Zinsen sind vergleichsweise hoch. Dennoch gibt es einiges zu bedenken.

Zinsschwankungen sind inklusive

Im Gegensatz zu Sparbuch oder Festgeld sind die Zinsen für ein Tagesgeldkonto nicht festgelegt. Das bedeutet: Die Banken dürfen jederzeit an der Zinsschraube drehen. Wenn sie wollen, sogar täglich. Das ist gewissermaßen der Preis, den die Kunden für den flexiblen Zugriff auf ihr Geld zahlen.

Vorteile für Neukunden

Vorteile für Neukunden

Viele Banken bieten Neukunden besondere Vergünstigungen. Dazu zählen beispielsweise Prämien oder Sonderzinssätze. Oft spendieren sie auch einen gleichbleibenden Garantiezins. Diese und ähnliche Vorteile sind allerdings zeitlich begrenzt. Sie gelten meist in einer vereinbarten Anfangsphase, die nach ein paar Monaten oder einem Jahr ausläuft. Manchmal gibt es auch einmal gültige Tankgutscheine oder ein Startvermögen. Vergleichbare Konditionen oder Aktionen gibt es für Bestandskunden in der Regel nicht.

Warum sind die Zinsen für Tagesgeld höher als beim Sparbuch?

Es klang bereits an, dass das Tagesgeldkonto mehr als ein Sparbuch abwirft. Aber warum ist das so? Das liegt zum einen daran, dass Tagesgeld in der Regel auf einem Onlinekonto liegt. Damit ist es für die Banken einfach zu handhaben. Zum anderen ist sein Funktionsumfang recht bescheiden. Einzahlen, abheben – das war’s meistens schon. Und das machen die Kunden sogar selbst über das Internet.

Ein weiterer Grund ist der Konkurrenzkampf unter den Anbietern. Sie versuchen mit hohen Tagesgeldzinsen Neukunden zu locken. Gehen diese darauf ein, müssen sie bei manchen Banken gleichzeitig ein (kostenpflichtiges) Konto einrichten.

Warum sind die Zinsen für Tagesgeld niedriger als beim Festgeld?

Andererseits bietet Tagesgeld weniger Zinsen als Festgeld. Die Ursache dafür ist, dass Festgeldsparer während der Dauer ihrer Anlage keinen Zugriff auf ihr angelegtes Kapital haben. Was für die Kunden ein Nachteil ist, ist für die Anbieter ein Vorteil. Denn sie können langfristig und vor allem frei mit dem Geld der Kontobesitzer arbeiten. Das ermöglicht Banken lukrative Geldanlagen auf eigene Rechnung. Dafür revanchieren sie sich bei ihren Kunden mit höheren Zinsen.

Mann trägt ein Fahrrad über der Schulter
© istock/pixelfit/2016  Ein neues Fahrrad – Sparen mit dem Tagesgeldkonto und seinen Zinsen macht es möglich.

Tagesgeld richtig versteuern

Gewinne aus den Zinsen von Tagesgeld unterliegen der sogenannten Kapitalertragsteuer. Wohlgemerkt geht es “nur” um den Gewinn, also nicht um den kompletten Betrag, den Sie angelegt haben. Ein Beispiel: Auf einem Tagesgeldkonto liegen 100.000 Euro. Dafür gibt es 1.000 Euro Zinsen. Nur für diese 1.000 Euro wird die Kapitalertragsteuer fällig. Und zwar in pauschaler Höhe von 25 Prozent. Das sind hier 250 Euro.

Die restlichen 75 Prozent dürfen behalten werden – jedenfalls das meiste davon. Denn zusätzlich sind von den 1.000 Euro Zinsertrag noch der Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer abzuführen. Das erledigt die Bank automatisch für ihre Kunden. Unterm Strich ergibt sich aus den 1.000 Euro Gewinn ein Steuerabzug zwischen rund 260 und 280 Euro. 

Immerhin gibt es einen Freibetrag. Liegen die Gewinne Ihrer sämtlichen Kapitalanlagen – also Tagesgeld- und andere Zinsen, Aktiengewinne, Dividenden und so weiter – bei höchstens 801 Euro (für Verheiratete 1602 Euro) pro Jahr, fallen dafür weder Kapitalertragsteuer noch Solidaritätszuschlag beziehungsweise Kirchensteuer an. Der Haken: Dafür müssen Sie bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag stellen. Sonst werden auch für Gewinne bis zur 801- beziehungsweise 1.602-Euro-Grenze Steuern erhoben.

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