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Was ist die Schufa?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 28.04.2022

Ein Kredit, ein neues Konto, ein Handyvertrag – fast nichts bekommen Sie, ohne dass die Vertragspartner*innen nicht mal bei der Schufa nachfragen. Denn die weiß, wie zuverlässig Sie Ihre Kreditraten und Rechnungen bezahlen. Wieso und woher? Und wer steckt überhaupt hinter dieser Schufa? Das und mehr klären wir in diesem Artikel. 

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Was genau ist die Schufa eigentlich?

Klar: Wer immer Ihnen etwas auf Rechnung überlässt oder Ihnen einen Kredit gewährt, will das Geld zurück bekommen. Aber woher soll man wissen, wie hoch Ihre Kreditwürdigkeit ist – in der Fachsprache Bonität genannt? Ganz einfach: Das erfahren Banken, Versicherungen, Händler*innen und Co. von der Schufa. Bei Krediten, beim Ratenkauf, aber auch zum Beispiel bei der neuen Mietwohnung. 

Die Schufa mischt also in allen möglichen Lebensbereichen mit. Es gibt allerdings auch viele Mythen und falsche Informationen über die Organisation und ihre berüchtigten Schufa-Einträge. Höchste Zeit also, einmal genauer hinzuschauen, was die Schufa eigentlich ist. 

Der Name Schufa ist eine Abkürzung. Sie steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Und die ist weder eine Behörde noch eine Schnüffel-Organisation der Banken in Deutschland. Stattdessen ist die Schufa ein eigenständiges Unternehmen, eine sogenannte Wirtschaftsauskunftei. Was allerdings stimmt, ist, dass viele Banken Anteile an der Schufa Holding AG halten. Ziel der Auskunftei ist es, die Kreditwürdigkeit von Verbraucher*innen einzuschätzen. Das soll Kreditgeber, aber auch andere Geschäftspartner*innen der Schufa – wie zum Beispiel Telefonanbieter und Vermieter*innen – schützen. Und zwar vor Zeitgenoss*innen, die vereinbarte Raten und Rechnungen oft unregelmäßig oder gar nicht bezahlen. 

Gebäude der Schufa-Zentrale in Wiesbaden Schierstein
© SCHUFA Holding AG  Gar nicht so geheimnisvoll: Die Schufa ist eine ganz normale Firma mit Hauptsitz in Wiesbaden.

Woher kennt die Schufa meine Kreditwürdigkeit?

Ganz einfach: Von so ziemlich jedem Unternehmen, mit denen Sie Geschäfte machen. Zum Beispiel, indem Sie einen Handyvertrag abschließen. Oder ein Sofa kaufen. Ein Auto leasen. Ein Konto eröffnen. In fast jedem Vertrag finden Sie die sogenannte Schufa-Klausel. Die besagt: Der Anbieter darf die Schufa darüber informieren, dass Sie bei ihm einen Vertrag abgeschlossen haben. 

So eine Meldung an die Schufa ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn es zeigt, dass man Ihnen in finanziellen Fragen trauen kann. Dass Sie die Bedingungen erfüllen, um ein Konto zu bekommen, einen Handyvertrag, einen Mietvertrag, ein Autoleasing und so weiter. Alles das sammelt die Schufa über so gut wie jede Person in Deutschland. 

Das gilt allerdings auch, wenn Sie sich nicht so mustergültig verhalten. Laut der Schufa-Klausel dürfen es die Anbieter der Schufa nämlich ebenso melden, wenn Sie Ihre Raten oder Rechnungen immer wieder zu spät bezahlen – oder vielleicht sogar gar nicht. Auch das hält die Schufa in ihren Einträgen fest. 

Mehr dazu lesen Sie in dem Ratgeber „Schufa-Eintrag? Wo kommt der denn her?”. 

SCHUFA Erklärung: Was macht die SCHUFA überhaupt? 

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© Finanzfluss  

Wann habe ich für die Schufa eine gute Bonität?

Oder anders gefragt: Wie kann die Schufa darstellen, ob jemand eine gute oder eine schlechte Zahlungsmoral hat? Die Antwort: über den sogenannten Schufa-Score. Das ist eine Bewertungszahl, die die Schufa für alle Personen in ihrer Datenbank berechnet. Sie liegt zwischen 1 und 100 Prozent. Gemeint ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand seine Schulden auch wirklich zurückzahlt. Ein Schufa-Score von 100 würde also bedeuten, dass ein*e Schuldner*in in jedem Fall – komme, was da wolle – den Kredit oder die Rechnung bis zum letzten Cent (ab-)bezahlt. Wenn er unter 90 liegt, würde das bedeuten, dass die Gläubiger*innen in einem von zehn Fällen ihr Geld nicht vollständig zurückbekommen. 

Wie sie aber aus den ganzen Einträgen und Meldungen zu einer Person deren Schufa-Score genau berechnet, das behält die Schufa für sich. 

Mehr dazu lesen Sie in dem Ratgeber „Was ist der Schufa-Score?”. 

Makler zeigt einer Bewerberin eine Wohnung
© SeventyFour  Für Vermieter*innen und Makler*innen gibt es eine Schufa-Auskunft, die nichts über Sie verrät außer Ihrer Kreditwürdigkeit.

Wie erfahre ich meinen eigenen Schufa-Score?

Ganz einfach: indem Sie die Schufa danach fragen. Die muss Ihnen nämlich mindestens einmal pro Jahr Auskunft darüber geben, was sie über Sie alles gesammelt hat. Diese Datenübersicht können Sie hier auf dieser Schufa-Website kostenlos anfordern. 

Gucken Sie sich die Einträge genau an. Ist vielleicht ein falscher Eintrag dabei? Es kann immer mal passieren, dass ein Fall falsch übermittelt wird oder bei der falschen Person landet. Solche Einträge können Sie streichen lassen. Wie das geht, erfahren Sie im Ratgeber „Karteileichen und Daten-Zombies: So lassen sich Schufa-Einträge löschen“. 

Und was, wenn eine Bank oder ein*e Vermieter*in eine sogenannte Schufa-Selbstauskunft verlangt? Dann ist damit keinesfalls diese kostenlose Datenübersicht gemeint. Die einzelnen Einträge gehen andere nichts an. Stattdessen gibt es für solche Fälle eine Version, in der nur Ihre Kreditwürdigkeit per Schufa-Score angegeben ist. Offiziell heißt sie Schufa-Bonitäts-Auskunft. So ein Dokument können Sie für rund 30 Euro (Stand: März 2022) hier auf dieser Schufa-Website bestellen. Eine aktuelle Datenübersicht erhalten Sie dabei automatisch gleich mit, aber die müssen Sie wie gesagt nicht weitergeben. 

Übrigens: Wenn alle Einträge korrekt sind, aber Ihr Schufa-Score sehr niedrig ist, gibt es ein paar Wege, wie Sie ihn wieder auf Vordermann bringen können. Diese erfahren Sie im Ratgeber „Schufa-Score verbessern: So bekommen Sie wieder Kredit“. 

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