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Was ist die Schufa?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 04.03.2026

Ein Kredit, ein neues Konto, ein Handyvertrag – fast nichts bekommst du, ohne dass deine Vertragspartner*innen mal bei der Schufa nachfragen. Denn die weiß, wie zuverlässig du deine Kreditraten und Rechnungen bezahlst. Wie sie das macht und was sonst noch alles hinter dem Begriff Schufa steckt, schauen wir uns hier einmal anhand einiger Beispiele an.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Was ist die Schufa?

  • Die Schufa sammelt Informationen zu deinem Zahlungsverhalten und hilft Banken, Vermieter*innen und Unternehmen, einzuschätzen, ob sie dir vertrauen können. 
  • Sie ist ein privates Unternehmen, das wirtschaftlich unabhängig arbeitet. 
  • Immer wenn du einen Kredit, einen Vertrag oder ein Konto beantragst, fragen Anbieter Daten bei der Schufa ab. Dafür benötigen sie in der Regel deine Zustimmung. 
  • Dein Schufa-Score zeigt in Zahlen, wie wahrscheinlich es ist, dass du Rechnungen und Kredite pünktlich bezahlst. 
  • Seit März 2026 berechnet die Schufa den Score anhand von zwölf Kriterien und macht die Bewertung für die registrierten Personen transparenter. 

Was genau ist die Schufa eigentlich?

Klar: Wer dir etwas auf Rechnung überlässt, oder dir einen Kredit gewährt, will das Geld zurückbekommen. Genauso wie eine*e Vermieter*in sicher sein will, dass immer pünktlich die Miete kommt. Aber woher soll man wissen, wie gut die Zahlungsmoral des Gegenübers ist? Ganz einfach: Deine Kreditwürdigkeit – in der Fachsprache Bonität genannt– erfahren Banken, Versicherungen, Händler*innen und Co. von der Schufa.

Die Schufa mischt in allen möglichen Lebensbereichen mit: bei Krediten, beim Ratenkauf, bei Vermietungen. Es gibt allerdings auch viele Mythen und falsche Informationen über die Organisation und ihre berüchtigten Schufa-Einträge. Höchste Zeit also, einmal genauer hinzuschauen, was die Schufa eigentlich ist.

Der Name Schufa ist eine Abkürzung. Sie steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Und die ist weder eine Behörde noch eine Schnüffel-Organisation der Banken in Deutschland. Stattdessen ist die Schufa ein eigenständiges Unternehmen, eine sogenannte Wirtschaftsauskunftei.

Was allerdings stimmt, ist, dass viele Banken quasi Mitbesitzer dieser Firma sind. Denn sie halten Anteile an der Schufa Holding AG. Ziel der Auskunftei ist es, die Kreditwürdigkeit von Verbraucher*innen einzuschätzen. Das soll Kreditgeber, aber auch andere Geschäftspartner*innen der Schufa schützen, wie zum Beispiel Telefonanbieter und Vermieter*innen. Und zwar vor Personen, die vereinbarte Raten und Rechnungen unregelmäßig oder gar nicht bezahlen. 

Gebäude der Schufa-Zentrale in Wiesbaden Schierstein
© SCHUFA Holding AG  Gar nicht so geheimnisvoll: Die Schufa ist eine ganz normale Firma mit Hauptsitz in Wiesbaden.

Wie funktioniert die Schufa? - Ein Beispiel

Wo immer es in einem deiner Verträge um Geld geht, ist die Schufa mit im Spiel. Vor allem bei der Kreditvergabe spielt sie eine große Rolle. Stellen wir uns folgenden Fall vor:

Du stellst einen Kreditantrag bei der Beispiel-Bank. Die hatte aber noch nie mit dir zu tun und weiß nicht, inwieweit sie dir trauen kann. Sie kann nicht einschätzen, ob du das Geld auch wirklich zurückzahlst – und dich nicht damit in die Karibik absetzt. Im Antrag musst du deshalb die Erlaubnis erteilen, dass die Bank eine Bonitätsauskunft bei der Schufa anfordern darf (auch Schufa-Auskunft genannt). Wenn die zurückmeldet: Jawohl, diese Person ist kreditwürdig, steht einem Kredit so gut wie nichts im Wege.

Gerichtsurteile nehmen Schufa stärker in die Pflicht

Dürfen Banken oder Versandhändler einen Kredit allein wegen eines schlechten Schufa-Scores ablehnen? Nein. Das hat der Europäischer Gerichtshof im Dezember 2023 klargestellt. Der Schufa-Score darf demnach nicht die entscheidende Grundlage für eine Zu- oder Absage sein – vor allem dann nicht, wenn die Bewertung rein automatisch erfolgt und kein Mensch die Entscheidung überprüft.

Ein weiteres Urteil des Verwaltungsgericht Wiesbaden aus November 2025 konkretisiert diese Vorgaben für Deutschland. Das Gericht entschied: Die Schufa darf sich bei der Berechnung ihres Scores nicht einfach auf „Geschäftsgeheimnisse“ berufen. Wenn der Score eine wichtige Rolle bei einer Entscheidung spielt – etwa bei einem Kreditantrag –, haben Verbraucher*innen ein Recht darauf zu erfahren, wie dieser Wert zustande kommt und welche Daten dafür verwendet wurden.  

Im eigentlichen Kreditvertrag steht dann die sogenannte Schufa-Klausel. Sie besagt, dass die Bank deine Kreditwürdigkeit bei der Schufa anfragen und melden darf, dass du bei ihr einen Kredit laufen hast. Aus den bisherigen Meldungen weiß die Schufa, ob du alle Raten zuverlässig bezahlt hast, und gibt ihre Einschätzung an deine Bank weiter. Wenn dann die nächste Bonitätsanfrage kommt – vielleicht für einen Mobilfunkvertrag oder ein Autoleasing –, kann die Schufa in ihre gesammelten Einträge gucken und erneut bestätigen: Jawohl, diese Person ist in Gelddingen vertrauenswürdig.

Du siehst: So eine Meldung an die Schufa ist nichts Schlechtes. Allerdings nur so lange, wie du dich mustergültig verhältst. Denn laut der Schufa-Klausel darf die Bank (und alle anderen deiner Vertragspartner) der Schufa auch melden, wenn du deine Raten oder Rechnungen immer wieder zu spät bezahlst – oder vielleicht sogar gar nicht. Auch das hält die Schufa in ihren Einträgen fest. Und meldet bei der nächsten Bonitätsauskunft: Vorsicht! Dann kann es sein, dass du einen Kredit nicht bekommst. Oder ein Auto nicht auf Raten kaufen darfst. Falls doch, musst du aber vielleicht höhere Zinsen bezahlen.

Mehr dazu liest du in dem Ratgeber „Schufa-Eintrag? Wo kommt der denn her?”.

SCHUFA: Wir durchleuchten das SYSTEM | BUY BETTER SWR 

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© ARD Marktcheck 

Wann habe ich für die Schufa eine gute Bonität?

Oder anders gefragt: Wie kann die Schufa darstellen, ob du eine gute oder eine schlechte Zahlungsmoral hast? Die Antwort: über den sogenannten Schufa-Score. Das ist eine Bewertungszahl, die die Schufa für alle Personen in ihrer Datenbank berechnet. Je höher sie ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand seine Schulden auch wirklich zurückzahlt.

Seit Ende März 2026 gibt es eine neue Regelung zum Schufa-Bonitätsscore. Statt mit 250 Kriterien berechnet die Schufa die Kreditwürdigkeit nun anhand von 12 Kriterien: 

  • Alter der aktuellen Wohnadresse
  • Erfolgte Identitätsprüfung
  • Alter des ältesten Bankvertrags 
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten 
  • Alter der ältesten Kreditkarte 
  • Anzahl der Anfragen von Telekommunikations- und (Online)-Händlern in den vergangenen zwölf Monaten 
  • Bestehender Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Anzahl aufgenommener Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten 
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit 
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Allgemeiner Kreditstatus 
  • Zahlungsstörungen 

Du kannst eine Punktzahl zwischen 100 und 999 erreichen. Ein Schufa-Score von 999 würde bedeuten, dass du in jedem Fall – komme, was da wolle – den Kredit oder die Rechnung bis zum letzten Cent (ab-)bezahlst. Bis 900 Punkte bescheinigt die Schufa ein sehr geringes Ausfallrisiko. Ein Wert von unter 800 Punkten bedeutet ein erhöhtes bis hohes Risiko, dass die Gläubiger*innen ihr Geld nicht vollständig zurückbekommen.

Der neue Schufa-Score soll nicht nur einfacher sein, sondern auch transparenter: Verbraucher*innen können ihn seit Ende März 2026 online einsehen und schauen, wie sich die Bewertung Punkt für Punkt zusammensetzt. Zukünftig soll es sogar eine Simulation geben, mit der sichtbar wird, wie sich ein neuer Kredit, das Kündigen unnötiger Verträge und Kreditkarten oder das Zusammenlegen von Krediten auf deine Kreditwürdigkeit auswirken würden. Zugriff auf die Daten bekommst du über einen Schufa-Account, den du hier kostenlos beantragen kannst.  

Mehr dazu liest du in dem Ratgeber „Mysterium Schufa-Score: So entsteht die Zahl über deine Kreditwürdigkeit". 

Makler zeigt einer Bewerberin eine Wohnung
© SeventyFour  Für Vermieter*innen und Makler*innen gibt es eine Schufa-Auskunft, die nichts über dich verrät außer deine Kreditwürdigkeit.

Was ist eine Schufa-Auskunft?

Die Schufa-Auskunft wird auch Bonitätsauskunft und Bonitätscheck genannt. Gemeint sind damit die Informationen, die von der Schufa an deinen möglichen Vertragspartner gehen. Was genau in der Schufa-Auskunft drin steht, hängt davon ab, wer die Auskunft bekommt. Immer enthalten sind deine persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Adresse. Hinzu kommen die Informationen, die für den neuen Vertrag relevant sind, also etwa: 

  • Welche Girokonten besitzt du?
  • Wie viele Kreditkarten besitzt du?
  • Ist dir schon einmal ein Vertrag gekündigt worden?
  • Gab es schon einmal Zahlungsschwierigkeiten?

Wer darf eine Schufa-Auskunft einholen?

Natürlich kann ein Unternehmen nicht einfach an die Schufa schreiben und nach deiner Kreditwürdigkeit fragen. Es muss ein berechtigtes Interesse daran nachweisen können. Sprich: Es muss klar sein, dass es das Risiko eingeht, Geld zu verlieren, wenn du dich als unzuverlässig entpuppen solltest.

So ein berechtigtes Interesse besteht zum Beispiel bei 

  • einer Kontoeröffnung (Girokonto oder Geschäftskonto),
  • einem Kredit oder einem Ratenkauf,
  • einem Mietvertrag (Wohnung, Gewerbefläche),
  • einem langfristigen Vertrag (Leasingvertrag fürs Auto, Handyvertrag).

Wie gesagt, musst du per Schufa-Klausel zustimmen, dass die Unternehmen eine Schufa-Auskunft einholen. Genauso gut kannst du es natürlich verhindern, indem du die Schufa-Klausel nicht unterschreibst, beziehungsweise aus dem Vertrag streichst. Aber das kann bedeuten, dass du dann schwerer einen Kredit, Mietvertrag und so weiter bekommst. 

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Wie lange ist eine Schufa-Auskunft gültig?

Theoretisch unendlich, sie hat kein „Ablaufdatum“. Allerdings können sich die Informationen darin natürlich ändern. Etwa wenn ein Schufa-Eintrag inzwischen gelöscht ist. Deshalb steht auf einer Schufa-Auskunft auch immer das Datum, wann sie erstellt worden ist. Einige Vertragspartner schreiben auch vor, wie alt eine Schufa-Auskunft sein darf. Denn die müssen sie nicht immer selbst anfordern. Du kannst sie auch vorlegen – in Form einer sogenannten Selbstauskunft. Wie das geht, sehen wir im nächsten Kapitel.

Wie bekomme ich eine Schufa-Selbstauskunft?

Die kannst du hier auf dieser Schufa-Website für rund 30 Euro (Stand: März 2026) bestellen. Offiziell heißt sie Schufa-Bonitäts-Auskunft. Aber Achtung: Damit ist keinesfalls die Datenübersicht gemeint, die du einmal im Jahr kostenlos anfordern darfst (siehe nächstes Kapitel). Da stehen Einträge drin, die andere nichts angehen. Stattdessen ist die Selbstauskunft eine Version, in der nur deine Kreditwürdigkeit per Schufa-Score angegeben ist. Eine aktuelle Datenübersicht bekommst du zwar mitgeliefert, die musst du aber nicht weitergeben.

Wie erfahre ich meinen eigenen Schufa-Score?

Ganz einfach: indem du die Schufa danach fragst. Die muss dir nämlich mindestens einmal pro Jahr Auskunft darüber geben, was sie über dich alles gesammelt hat. Diese Datenübersicht kannst du kostenlos bei der Schufa anfordern oder ihn digital über deinen Schufa-Account abrufen. Der Vorteil: Die Schufa aktualisiert die digitalen Daten alle drei Monate und du hast jederzeit Zugriff darauf. Eine Schufa-App soll es auch bald geben. 

Guck dir die Einträge genau an. Ist vielleicht ein falscher Eintrag dabei? Es kann immer mal passieren, dass ein Fall falsch übermittelt wird oder bei der falschen Person landet. Solche Einträge kannst du streichen lassen. Wie das geht, erfährst du im Ratgeber „Karteileichen und Daten-Zombies: So lassen sich Schufa-Einträge löschen“.

Übrigens: Wenn alle Einträge korrekt sind, aber dein Schufa-Score sehr niedrig ist, gibt es ein paar Wege, wie du ihn wieder auf Vordermann bringen kannst. Diese erfährst du im Ratgeber „Schufa-Score verbessern: 7 einfache Tipps“.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was ist die Schufa einfach erklärt?

Die Schufa ist eine private Wirtschaftsauskunftei, die Daten zur Zahlungszuverlässigkeit von Verbraucher*innen sammelt. Banken, Vermieter*innen oder (Online-)Händler nutzen diese Informationen, um einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Rechnungen oder Kredite pünktlich zurückgezahlt werden.

Ist die Schufa eine Behörde oder staatliche Stelle?

Nein. Die Schufa ist kein Amt, sondern ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Sie gehört mehreren Banken und Finanzdienstleistungen, arbeitet aber unabhängig. Ihre Aufgabe ist es, die Kreditwürdigkeit von Personen zu bewerten und Vertragspartner vor Zahlungsausfällen zu schützen.

Wie kann ich meinen Schufa-Score kostenlos einsehen?

Seit Ende März 2026 kannst du deinen Schufa-Score digital über einen persönlichen Schufa-Account abrufen. Dort werden deine Daten regelmäßig alle drei Monate aktualisiert. Du hast jederzeit Zugriff auf deinen aktuellen Score und die gespeicherten Einträge. Alternativ kannst du einmal pro Jahr bei der Schufa eine kostenlose Datenübersicht nach DSGVO anfordern. 

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