Ein Paar diskutiert einen negativen Eintrag in der Schufa-Auskunft
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Schufa-Eintrag? Wo kommt der denn her?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 07.06.2019

Sie haben schon oft etwas von den sogenannten Schufa-Einträgen gehört, sich aber nie darum gekümmert? Macht nichts – solange Vermieter, Händler oder Banken nichts an Ihrer Zahlungsmoral zu meckern haben. Aber wenn doch, können sie es der Schufa melden. Und schon ist Ihr Ruf bei allen finanziellen Fragen dahin? Nein, so schnell geht es nicht. Denn bevor Sie einen negativen Schufa-Eintrag bekommen, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein.

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Schufa-Eintrag ist nicht gleich Schufa-Eintrag

Um die Schufa ranken sich viele Mythen und Gerüchte. So ist oft zu hören, dass ein Schufa-Eintrag immer der Kreditwürdigkeit einer Person schadet. Aber das stimmt nicht. Ein Eintrag ist erst einmal nur ein Eintrag.

Denn die Schufa sammelt alles Mögliche, was Ihre Finanzaktivitäten betrifft: Konten, Kreditkarten, Handyverträge, laufende Krediten und vieles mehr. Und so lange damit alles glatt läuft, Sie also pünktlich Ihre Rechnungen und Raten bezahlen, werden diese Einträge positiv gewertet. Entsprechend geht dann auch Ihr Schufa-Score nach oben, also die Punktzahl für Ihre Zahlungsmoral. Das sehen auch Vermieter, Händler oder Banken, wenn Sie denen Einblick in Ihre Schufa-Auskunft gewähren. Umso leichter kommen Sie an die neue Wohnung oder an ein Darlehen. Und offenbar überwiegen diese “guten” Einträge: Laut Schufa sind bei mehr als 90 Prozent der registrierten Personen nur positive Merkmale gespeichert.

Allerdings registriert es die Schufa auch, wenn Sie sich in finanziellen Dingen “nicht vertragsgemäß” verhalten, wie es im Juristendeutsch heißt. Das bedeutet: Offene Rechnungen und unbezahlte Kreditraten führen zu negativen Einträgen. Davon erfahren Vermieter, Händler und Co. auf Nachfrage natürlich ebenso. Und dann kann es schwierig werden mit dem nächsten Kredit oder Handyvertrag.

Wann gibt es einen negativen Schufa-Eintrag?

Nicht jede Rechnung, die Sie vielleicht einmal vergessen haben, landet sofort bei der Schufa. Im Gegenteil. Es müssen vier Bedingungen erfüllt sein, bevor es einen negativen Eintrag gibt.

  1. Der Gläubiger hat Sie mit mindestens zwei schriftlichen Mahnungen an eine unbezahlte Rechnung erinnert.
  2. Zwischen den beiden Mahnungen müssen mindestens vier Wochen Abstand liegen.
  3. Der Gläubiger hat in einer der Mahnungen den negativen Schufa-Eintrag angekündigt.
  4. Sie haben keinen Widerspruch gegen die Forderung eingelegt.

Wenn Sie die Rechnung oder Rate weiterhin nicht bezahlen, kann der Gläubiger den Fall an die Schufa melden. Dann ist Ihnen ein negativer Eintrag so gut wie sicher.

Junge Frau sitzt im Schneidersitz auf dem Boden zwischen verschiedenen Dokumenten und tippt einen Brief in ihren Laptop.
© istock/DaniloAndjus/2016  Unberechtigten Forderungen sollten Sie sofort widersprechen, damit sie nicht in der Schufa landen.

Ein negativer Eintrag droht – was tun?

Sie haben eine Mahnung erhalten, in denen Ihnen die Meldung an die Schufa angekündigt wird? Wenn Sie meinen, dass Sie die Rechnung nicht bezahlen müssen, dann schreiben Sie das dem Gläubiger. Solange sich beide Seiten nicht einig sind, wer im Recht ist, darf die Schufa nicht informiert werden.

Sie könnten zum Beispiel einer Mahnung widersprechen, wenn Sie einen Vertrag längst gekündigt haben, für den jetzt noch eine Rechnung ins Haus flattert. Oder wenn das, was Sie bezahlen sollen, in Ihren Augen mangelhaft ist und Sie das auch schon mitgeteilt haben. Aber Vorsicht: Sie zögern damit zwar einen Eintrag bei der Schufa hinaus. Sind Sie aber im Unrecht, müssen Sie natürlich trotzdem früher oder später zahlen.

Das können Sie bei einem unberechtigten Eintrag tun

Sie finden in Ihrer Schufa-Auskunft einen negativen Eintrag, obwohl nicht alle rechtlichen Bedingungen dafür erfüllt sind? Also obwohl Sie keine zwei Mahnungen mit zeitlichem Abstand erhalten haben oder obwohl Sie Widerspruch gegen die Forderung eingelegt haben? Dann melden Sie sich bei der Schufa und legen Sie dar, warum aus Ihrer Sicht kein Eintrag erlaubt ist. Das geht zum Beispiel über das Privatkunden ServiceCenter. Einigen Sie sich trotzdem nicht, können Sie den neutralen, unabhängigen Ombudsmann einschalten. Seine Dienste kosten Sie übrigens keinen Cent. 

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