Ein Bankberater erklärt einem älteren Ehepaar die Berechnung der Zinsen seines Sparbriefes
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Sparbrief-Zinsen: Welcher Zins-Typ sind Sie?

Symbolbild Leuchtturm
von Redaktion KlarMacher, 19.06.2019

Sie sind gerade in der glücklichen Situation, Geld zum Anlegen übrig zu haben? Möglicherweise sind Ihnen bei der Suche nach einer sicheren und trotzdem einigermaßen lohnenden Geldanlage auch Sparbriefe ins Auge gefallen. Möchten Sie jedes Jahr Ihre Zinsen ausgezahlt bekommen? Oder lieber den Zinseszinseffekt mitnehmen und am Ende umso mehr kassieren? Was hat es mit “abgezinsten” und “aufgezinsten” Sparbriefen auf sich? Und was sind Staffelzinsen? Wir erklären es hier.

Themen in diesem Artikel

Sparbriefe: Längere Laufzeit – höhere Zinsen

Sparbriefe sind für viele Anleger eine interessante Form der Geldanlage, weil sie zu Recht als sehr sicher gelten. Gleichzeitig bieten sie im Vergleich zum traditionellen Sparbuch in der Regel höhere Zinsen.

Zwei Dinge gelten in der Regel für alle Sparbrief-Angebote:

  • Die Zinsen werden zu Beginn der Anlage vereinbart und verändern sich nicht; sie sind garantiert. Das gibt Ihnen Planungssicherheit.
  • Während der vereinbarten Laufzeit – meist zwischen einem und zehn Jahren – liegt das Geld fest und ist für Sie mehr oder weniger unerreichbar. 

Die Höhe der angebotenen Zinsen für Sparbriefe variiert von Bank zu Bank. Bei allen gilt: Je länger das Geld festgelegt wird, umso höher die Zinsen. Dabei gibt es Varianten, in denen die Zinsen alljährlich ausgezahlt werden und welche, in denen die Zinsen am Ende der Laufzeit komplett mit dem ursprünglichen Anlagebetrag zurückfließen.

Jedes Jahr ein bisschen: Der Sparbrief mit jährlicher Zinsauszahlung

Diese Variante ist die richtige Wahl für alle, die regelmäßig einmal im Jahr die Zinsen auf ihr Guthaben ausgezahlt bekommen möchten. Er wird manchmal auch als “ausschüttender Sparbrief” bezeichnet. Um die Zinsen zu bekommen, müssen Sie nichts ausfüllen oder anfordern: Das Geld fließt automatisch auf ein vorab vereinbartes Konto und steht Ihnen damit zur Verfügung.

Die ursprüngliche Anlagesumme bleibt unverändert und beschert Ihnen während der gesamten festgelegten Laufzeit alljährlich die gleiche Summe an Zinsen.

Beispiel: Sie legen über fünf Jahre 20.000 Euro in einem Sparbrief mit einem Prozent Zinsen an. Jedes Jahr erhalten Sie 200 Euro Zinsen, insgesamt im Laufe der fünf Jahre also 1.000 Euro.

Besteuerung von Zinserträgen aus Sparbriefen

Besteuerung von Zinserträgen aus Sparbriefen

Die Zinsen aus Sparbriefen müssen Sie in dem Jahr versteuern, in dem Sie sie erhalten. Zinserträge unterliegen einer Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, die das Kreditinstitut direkt einbehält und an das Finanzamt abführt.

Bei den Sparbrief-Varianten mit Zinsansammlung ist das am Ende der Laufzeit ein relativ hoher Betrag. Beim Sparbrief mit jährlichen Zinszahlungen fällt dagegen jedes Jahr ein geringerer Betrag an. Lassen Sie sich am besten beraten, welche Variante steuerlich für Sie günstiger ist.

Für Zielplaner: Der abgezinste Sparbrief

Beim abgezinsten Sparbrief – oder dem Sparbrief mit Zinsansammlung – erhalten Sie keine jährlichen Ausschüttungen. Stattdessen steht zu Beginn der Anlage die Frage: Wieviel Geld möchten Sie am Ende ausgezahlt bekommen? Unter Berücksichtigung von Zinssatz und Anlagedauer lässt sich berechnen, wie viel Geld Sie zu Beginn einzahlen müssen.

Die Zinsen kommen jeweils zum Jahresende auf den Anlagebetrag drauf und werden mitverzinst. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie dann genau die Anlagesumme, die Sie anfangs vorgegeben haben.

Beispiel: Sie möchten heute Geld anlegen und in fünf Jahren über insgesamt 20.000 Euro verfügen. Die Zinsen liegen bei einem Prozent. Gemäß der Formel für abgezinste Sparbriefe müssen Sie heute 19.029,31 Euro investieren, um nach fünf Jahren auf Ihre Wunschsumme zu kommen. An Zinsen und Zinseszinsen kommen also während der Laufzeit genau 970,69 Euro zusammen.

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Am Ende alles: Der aufgezinste Sparbrief

Der aufgezinste Sparbrief funktioniert ebenso wie der abgezinste Sparbrief. Auch bei ihm können Sie während der Laufzeit nicht über die Zinsen verfügen, denn es gibt keine regelmäßigen Zinsausschüttungen. Auch bei ihm werden die Zinsen zur ursprünglichen Anlagesumme hinzu und werden mitverzinst. Trotz gleichbleibender Zinsen wird so der Zinsgewinn jedes Jahr größer und zwar durch den sogenannten Zinseszinseffekt. Der einzige Unterschied zum abgezinsten Sparbrief besteht darin, dass Sie eine glatte Summe einzahlen und eine ungerade herausbekommen.

Beispiel: Sie legen für fünf Jahre 20.000 Euro zu einem Prozent Zinsen in einem Sparbrief an. Die jährlich fälligen Zinsen fließen ins Anlagevermögen und werden mitverzinst. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie insgesamt 21.020,20 Euro. Ihr Gesamtzinsertrag liegt also bei 1.020,20 Euro.

Mit Steigerungspotential: Der Sparbrief mit Zinstreppe

Der Sparbrief zeichnet sich durch von vornherein festgelegte und damit planbare Zinsen aus. Das heißt aber nicht, dass die Zinsen über die gesamte Laufzeit gleich bleiben müssen! Viele Banken bieten Sparbriefe mit einer sogenannten Zinstreppe (oder Zinsstaffel) an, bei denen der Zinssatz von Jahr zu Jahr ansteigt. Oft können Sie diese Sparbriefe auch vor Ende der Laufzeit ganz oder teilweise kündigen, was die Anlage flexibler macht. Das kann in Notfällen praktisch sein, ist aber nicht unbedingt ratsam. Denn gerade zu Anfang der Laufzeit fallen die Zinsen eher niedrig aus und werden erst im Laufe der Jahre attraktiver. Sie sollten diese Möglichkeit daher wirklich nur in Ausnahmefällen nutzen und eine Kündigung nicht schon zu Beginn einplanen.

Sparbrief-Zinsen berechnen: So geht’s!

Sparbrief-Zinsen berechnen: So geht’s!

Sie möchten Ihre Zinsen zum Beispiel für einen abgezinsten Sparbrief berechnen? Im Internet finden Sie zahlreiche Rechner, die das Hantieren mit komplizierten Formeln überflüssig machen, zum Beispiel hier:

https://www.zinsen-berechnen.de/zinsrechner.php

Auch bei der Berechnung eines Sparbriefes mit gestaffelten Zinsen helfen Rechner aus dem Internet:

https://www.zinsen-berechnen.de/zuwachssparen.php

Sparbriefe: Alternative Anlagemöglichkeiten

Ein Sparbrief ist sicher und attraktiv verzinst. Gibt es Geldanlagen, die mit einem Sparbrief vergleichbar sind? Und wenn ja: Worin unterscheiden sie sich?

Das unterscheidet ein Sparbuch vom Sparbrief:

  • flexible Ein- und Auszahlungen
  • auch für Kleinstbeträge geeignet
  • jederzeit verfügbar
  • Derzeit so gut wie keine Zinsen

Das unterscheidet ein Tagesgeldkonto vom Sparbrief:

  • jederzeit verfügbar
  • variabler Zinssatz 
  • Zinsen meist unter Sparbrief

Das unterscheidet ein Festgeldkonto vom Sparbrief:

  • weniger Zinsoptionen 
  • meist geringere Zinsen als Sparbrief

Ihre Wünsche. Ihre Anforderungen. Ihr Sparbrief.

Ihre Wünsche. Ihre Anforderungen. Ihr Sparbrief.

Einen Sparbrief von der Hanseatic Bank erhalten Sie in allen Varianten. Jährliche Auszahlung, einmalige Auszahlung nach Laufzeitende oder jährlich steigende Zinsen: Wir finden für Sie die optimale Anlage.

Zum SparBrief mit festem Zinssatz

Zum SparBrief Dynamik mit Zinstreppe

 

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