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Sichere Geldanlage in schwierigen Zeiten: Welche Renditen und welche Risiken gibt es?

von Tanja Viebrock, 12.01.2024

Klar: Wer sein Geld anlegt, will damit möglichst hohe Renditen erzielen. Sonst könnte man es ja genauso gut unter der Matratze bunkern oder ins Sparschwein stecken. Gleichzeitig schwingt spätestens seit der weltweiten Banken- und Finanzkrise bei vielen Anleger*innen oft die Sorge mit, ob ihre Geldanlage wirklich sicher ist. Aber wo kannst du deine Ersparnisse gewinnbringend anlegen, wo drohen Verluste? Die KlarMacher zeigen das Wechselspiel zwischen Chance und Risiko.

Themen in diesem Artikel

Entweder-oder: Sicherste Geldanlage vs. Rendite

Die eine, universelle, beste Geldanlage ohne Risiko gibt es nicht. Welche Anlageform sich für dich am besten eignet, kommt immer auf deine ganz persönlichen Umstände an. Wie viel Geld willst du anlegen und für wie lange? Kannst du schlimmstenfalls Verluste verschmerzen?

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Höhere Renditen gehen immer mit einem höheren Risiko einher. Mit Aktien oder Kryptowährungen lassen sich zwar höhere Gewinne erzielen als mit dem Geld auf der Bank. Dafür besteht aber immer auch die Gefahr, dass du stattdessen mit weniger Geld rausgehst als du investiert hast, weil die Kurse gefallen sind. Du musst dich also entscheiden: Überschaubare, aber sichere Zinsen – oder hohe Renditechancen inklusive Verlustrisiko. 

Wichtige Grundregeln für die Geldanlage

Bevor es um verschiedene Möglichkeiten für deine Geldanlage geht, solltest du einige grundlegende Regeln bei der Geldanlage kennen. Das hilft dir dabei herauszufinden, welche die beste Kapitalanlage für deine Bedürfnisse ist.

  1. Schulden tilgen hat Priorität: Eine gewinnbringende Geldanlage ist sinnvoll, keine Frage. Noch wichtiger ist es aber, schuldenfrei zu sein. Wenn du derzeit noch einen Kredit oder eine Baufinanzierung zurückzahlst, ist es in der Regel die beste Geldanlage, hier Sonderzahlungen zu leisten. Das gilt auch für den Dispo beim Girokonto. Denn die Gewinne, die eine Geldanlage abwirft, fallen in der Regel niedriger aus als Zinsen, die du für laufende Kredite zahlst. Deshalb profitierst du mehr, wenn du erst einmal deine Schulden loswirst.
  2. Notgroschen behalten: „Viel hilft viel.” In Sachen Geldanlage stimmt diese alte Weisheit. Je mehr Geld du anlegst, desto größer fällt die Rendite aus (der Verlust übrigens auch, wenn du auf riskante Anlageformen setzt). Trotzdem solltest du nie all deine Ersparnisse langfristig anlegen. Behalte grundsätzlich eine Reserve für Notfälle zurück, an die du jederzeit herankommst. Sonst musst du womöglich einen Kredit aufnehmen, wenn beispielsweise das Auto streikt und schnell Ersatz parat stehen muss.
  3. Länger ist besser: Je länger die Laufzeit, desto höher sind üblicherweise die Zinsen bei Sparbriefen und Festgeld. Außerdem lässt sich hier der Zinseszins-Effekt nutzen. Das heißt kurz gesagt, dass du dir erhaltene Zinsgewinne nicht auszahlen, sondern in deiner Anlage lässt und diese damit aufstockst. Und auch bei der Investition in Wertpapiere, beispielsweise in Fonds, ist eine langfristige Anlage sinnvoll. Denn mit längerer Laufzeit sinkt das Risiko von Verlusten. Klingt unlogisch? Ist aber so: Die Geschichte zeigt, dass sich Aktienkurse auf lange Sicht immer nach oben entwickeln, auch nach Kurseinbrüchen. Allerdings können schon mal einige Jahre ins Land ziehen, bis der Kurs wieder den Stand erreicht, den er vor dem Absturz hatte. Deshalb werden Aktieninvestments auch nur dann empfohlen, wenn man wirklich lange auf das angelegte Kapital verzichten kann.
  4. Nicht alles auf eine Karte setzen: Finanzexpert*innen raten bei der Geldanlage zu breiter Streuung, manchmal auch Diversifikation genannt. Das bedeutet letztendlich einfach nur, dass man nicht sein gesamtes Geld in eine einzige Geldanlage stecken, sondern es über mehrere Anlageformen verteilen soll. Wer zum Beispiel in Aktien investiert, sollte demzufolge auch einen Teil seines Geldes in sichere Anlagen wie Anleihen stecken. So können Verluste durch sinkende Kurse mit den Renditen der sicheren Anlagen zumindest teilweise ausgeglichen werden. „Das ist doch nur ein Luxusproblem von Wohlhabenden”, denkst du jetzt womöglich. Doch auch wenn du nicht viel Geld zum Anlegen übrig hast und nicht in Aktien investierst, kann eine Verteilung sinnvoll sein. Zum Beispiel auf Sparbriefe mit unterschiedlichen Laufzeiten. Warum, erfährst du weiter unten.
  5. Auf die Kosten achten: Gerade wenn die Rendite überschaubar ist, sollte die Geldanlage möglichst wenig kosten. Teilweise fallen nämlich so hohe Gebühren an, dass sie die Gewinne direkt auffressen. Vor allem bei Aktienfonds kann das leicht passieren. Bei fest verzinsten Anlageformen wie Festgeld fallen hingegen oft keine oder nur geringe Gebühren an. Günstiger sind in der Regel auch beispielsweise Robo-Advisors, die dein Geld digital und automatisiert anlegen.

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© istock/EmirMemedovski/2019  Auf der Bank ist dein Geld dank gesetzlicher Einlagensicherung gut geschützt.

Sichere Bank: Festgeld und Sparbrief

Beim Festgeld und Sparbrief legst du dein Geld für eine bestimmte Zeit fest an. Die Verzinsung wird beim Vertragsabschluss festgeschrieben. Die Zinsen sind zwar überschaubar, dafür weißt du aber schon vorher, wie viel am Ende dabei herausspringt.

Wie schon erwähnt, lassen sich mit längeren Laufzeiten etwas höhere Zinsen herausschlagen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, die Ersparnisse aufzuteilen und einen Teil mit längerer Laufzeit anzulegen und einen Teil kürzerer. Sollten die Zinsen zwischenzeitlich steigen, könntest du dann einen Teil des Geldes schon zu besseren Konditionen anlegen.

Der Zinssatz fällt bei Sparbriefen und Festgeld etwa gleich aus und auch sonst sind sich diese beiden Anlagearten sehr ähnlich. Wo genau die Unterschiede liegen, liest du in diesem KlarMacher-Artikel.

Mit einer Geldanlage bei Banken in Deutschland und anderen EU-Ländern müssen sich gewöhnliche Sparer*innen keine Sorgen um Verluste machen. Selbst wenn eine Bank pleitegehen sollte, sind Geldanlagen von Privatpersonen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kopf versichert.

Viele deutsche Finanzinstitute, darunter auch die Hanseatic Bank, bieten sogar noch einen weiterreichenden Schutz an. Sie garantieren eine Erstattung von mindestens einer Million Euro, teils auch weit darüber hinaus. Wie genau das funktioniert, erfährst du im KlarMacher-Artikel „Einlagensicherung für Sparer*innen: Weiche Landung bei Bankenpleiten”.

Anzeige eines Kursentwicklungs-Charts auf einem Tablet
© istock/primeimages/2019  Höhere Gewinne, aber auch deutliche Kursverluste – an der Börse ist beides möglich.

Keine Garantie: Aktien und Fonds

Zugegeben: Üppig sind die Zinsen bei sicheren Geldanlagen wie Festgeld und Sparbrief nicht. Dagegen fallen die Rendite-Beispiele von Aktien - unter andrem in Produktinformationen für Aktienfonds - oft deutlich höher aus. Aber: Dabei handelt es sich um die bisherige Wertentwicklung. Eine Garantie, dass die Rendite in Zukunft ähnlich ausfällt wie zuvor, gibt es nicht – selbst bei als risikoarm klassifizierten Fonds nicht. Denn niemand kann zuverlässig voraussehen, wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird. Es ist durchaus möglich, dass Kurse auch nach vielen erfolgreichen Jahren abstürzen.

Noch deutlicher können Verluste ausfallen, wenn man statt in Fonds in sogenannte Einzeltitel, also Aktien eines einzelnen Unternehmens investiert. Bei einem Fonds fällt es weniger deutlich ins Gewicht, wenn der Kurs einer enthaltenen Aktie fällt, weil sie nur ein Wertpapier unter mehreren ist.

Beispiel gefällig? Besitzer*innen von Adidas-Aktien konnten sich seit 2015 über einen guten Kurs freuen. Im Jahr 2019 gehörte die Aktie des Sportartikelherstellers zu den erfolgreichsten Wertpapieren im Dax: Wer die Aktie Anfang des Jahres für rund 200 Euro kaufte, konnte sie zum Jahresende für über 270 Euro verkaufen, also mit einer Rendite von rund 35 Prozent. Im Januar 2020 lag der Kurs zeitweise bei über 310 Euro. Nur zwei Monate später, mitten in der Corona-Pandemie, fiel er auf einen Tiefstand von unter 170 Euro. Aktionär*innen mussten in dieser Zeit also einen Wertverlust von 45 Prozent hinnehmen. Natürlich sind das die Extremstände, doch es ist grundsätzlich nicht absehbar, ob und wann eine Aktie gut laufen wird. 

Detailansicht kleiner Gold- und Silberbarren
© istock/claffra/2016  Gold und Silber gelten als krisensichere Währungen; zu einer guten Geldanlage macht sie das nicht automatisch.

Krisenwährung als Geldanlage? Gold und Silber

In unsicheren Zeiten überlegen plötzlich auffallend viele Menschen, Edelmetalle – vor allem Gold und auch Silber – zu kaufen, statt ihr Geld der Bank anzuvertrauen oder es in Wertpapiere zu investieren. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Damit hat man im wahrsten Sinne des Wortes einen handfesten Wert. Selbst wenn das Geld plötzlich nicht mal mehr das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist (wie es zum Beispiel bei der Hyperinflation 1922/23 der Fall war), Banken pleitegehen oder Aktienkurse abstürzen: Ein Goldbarren in der Hand hat immer noch einen Wert. Deshalb war Gold zum Beispiel während der Finanzkrise sehr gefragt.

Und auch der Ausbruch des Krieges in der Ukraine bestätigte diesen Reflex. Das zeigt ein Rückblick auf die Kursentwicklung des Edelmetalls. So kostete die Unze (28,3495 Gramm) am 24.02.2022 (Tag des russischen Überfalls) rund 1.688 Euro. Bis zum 09.03.2022 kletterte er angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen auf gut 1.881 Euro, bevor er dann wieder sank (z. B. auf 1.795 Euro am 12.04.2022). 

Aber wie sicher sind Gold und Silber als Geldanlage tatsächlich? Klar ist: Komplett mit leeren Händen steht man niemals da, denn Edelmetalle sind selten und kostbar. Aber auch sie unterliegen Kursschwankungen und bergen deshalb ein gewisses Risiko. Musst du Gold oder Silber zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu Geld machen, können Verluste möglich sein.

Außerdem gibt es einen weiteren Haken: Gold, Silber und andere Edelmetalle wie Palladium und Platin werfen nur beim Verkauf Gewinne ab – und das auch nur dann, wenn ihr Kurs seit dem Kauf gestiegen ist. Bis dahin liegen sie einfach nur im Tresor oder Bankschließfach herum und bringen zwischendurch keine Zinsen oder Dividenden. Deshalb sind sie als Geldanlage nicht unbedingt geeignet.

Checkliste für eine sichere Geldanlage

  • Absicherung gegen Verlust: Fällt die Geldanlage unter den Schutz der Einlagensicherung, haben Normalsparer*innen auch bei Krisen die Sicherheit, ihr angelegtes Kapital zurückzubekommen.
  • Stabile Währung: Wer sein Geld in einer anderen Währung anlegt, kann durch Wechselkursschwankungen Verluste machen. Das kann bei Festgeld im Ausland wichtig werden.
  • Seriosität und Bonität des Anbieters: Erkundige dich vor einem Investment über die Vertrauenswürdigkeit und Zahlungsfähigkeit des Anbieters.
  • Wenig bis keine Kursschwankungen: Wertschwankungen bergen immer das Risiko von Verlusten. Mehr Sicherheit bieten Geldanlagen, die nicht wie Aktien oder Edelmetalle an der Börse gehandelt werden.

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