Definition Sparbrief: Was ist das? Wie funktioniert das? Lohnt sich das?
Abfindung, unerwartete Erbschaft oder die Auszahlung von Versicherungen: Wohin mit dem Geldsegen, wenn nicht gleich wieder ausgeben? Auf dem guten alten Sparbuch gibt es fast keine Zinsen. Aktien? Nicht alle haben die Nerven für das Auf und Ab an den Börsen. Ein Sparbrief kann eine Alternative sein. Doch was ist ein Sparbrief eigentlich genau? Wir zeigen dir, wie die Anlageform funktioniert, wie sicher sie ist und welche Vor- und Nachteile es gibt – damit du selbst entscheiden kannst, ob sich die Anlageform für dich lohnt.
Themen in diesem Artikel
- Was ist ein Sparbrief?
- Wie funktioniert ein Sparbrief?
- Sparbrief – lohnt sich das?
- Diese Vorteile bietet der Sparbrief
- Diese Nachteile hat ein Sparbrief
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Sparbrief
- Bei Sparbriefen weißt du von vornherein, was du am Ende der Laufzeit ausgezahlt bekommst.
- Es gibt Sparbriefe mit unterschiedlichen Laufzeiten – von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
- Die Zinsen variieren je nach Anbieter und Laufzeit.
- Vor Ende der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld.
- Sparbriefe sind eine sichere Geldanlage.
Was ist ein Sparbrief?
Ein Sparbrief ist eine festverzinsliche Form der Geldanlage. Und er funktioniert so: Dein Geld wird für eine feste Laufzeit angelegt. Die Zinsen, die du dafür bekommst, stehen im Voraus fest.
Anders als bei einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto kommst du bei einem Sparbrief während der vereinbarten Laufzeit nicht an dein Geld. Dafür erhältst du in der Regel auch mehr Zinsen. Eine vorzeitige Kündigung ist nur in den wenigsten Fällen möglich.
Hinsichtlich der Laufzeit hast du bei einem Sparbrief die Wahl: Von einem halben bis zu zehn Jahren ist alles drin. Dabei bedeuten längere Laufzeiten heutzutage nicht höhere Zinsen, wie es früher lange Zeit der Fall war.
Für Sparbriefe bekommst du zwischen rund zwei bis drei Prozent Zinsen pro Jahr (Stand: 2026). Aber: Die Zinssituation ändert sich regelmäßig. Deswegen lohnt es sich, verschiedene Angebote zu vergleichen und bei Laufzeit und Zinsen genau hinzuschauen.
KlarMacher Video: Das ist ein Sparbrief
Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.
Wie funktioniert ein Sparbrief?
Einen Sparbrief beantragst du bei der Bank – je nach Anbieter entweder direkt in der Filiale oder ganz bequem von der Couch aus online. Mehr darüber, wie so ein Antrag abläuft, liest du in dem KlarMacher Ratgeber „Schritt für Schritt erklärt: Wie Geld anlegen?".
Es lassen sich verschiedene Arten von Sparbriefen unterscheiden, je nachdem, wann die Zinsen ausgezahlt werden:
- Bei einem normalen Sparbrief bekommst du die Zinsen einmal im Jahr auf ein vereinbartes Konto ausgezahlt.
- Bei einem sogenannten aufgezinsten Sparbrief bekommst du keine jährlichen Zahlungen, dafür aber am Ende der Laufzeit aufgrund der Zinseszinsen einen höheren Betrag überwiesen.
- Bei abgezinsten Sparbriefen rechnet die Bank die Zinsen aus deinem Anlagebetrag heraus. Du zahlst also weniger ein und erhältst am Ende einen höheren Betrag zurück. Die Differenz ist dein Zinsgewinn.
Mehr über die unterschiedlichen Arten von Sparbriefen und ihren Merkmalen erfährst du in unserem Ratgeber „Sparbrief-Zinsen: Welcher Zins-Typ bist du?”.
Mehr Zinsen kassieren
Üblicherweise bieten Sparbriefe einen gleichbleibenden Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Einige Banken haben „dynamische Sparbriefe” im Angebot, bei denen die Zinsen bis zum Ende der Laufzeit gestaffelt jährlich steigen. Das lohnt sich besonders bei auf- oder abgezinsten Sparbriefen, da hier zusätzlich der Zinseszinseffekt zum Tragen kommt.
Sparbrief – lohnt sich das?
Was bei einer Sparbrief-Anlage für dich herausspringt, musst du nicht selbst berechnen. Denn meist nimmt dir die Bank diese Arbeit ab und nennt dir die sogenannte Effektivverzinsung. Das ist der Prozentsatz, um den sich dein Geld vermehrt, wenn du alle Zinsen und Zinseszinsen berücksichtigst.
Nehmen wir an, du möchtest 10.000 Euro anlegen. Du entscheidest dich für einen Sparbrief mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr. Dann bekommst du jedes Jahr 250 Euro auf dein Konto. Nach fünf Jahren hast du also 1.250 Euro verdient, ohne etwas dafür zu tun. Noch lohnender ist die aufgezinste Version des Sparbriefes. Dann bekommst du die Zinsen zwar erst nach fünf Jahren auf dein Konto überwiesen. Aber obwohl der Zinssatz gleich ist, sorgt der Zinseszins dafür, dass du bei der aufgezinsten Variante sogar 1.314 Euro dazugewinnst.
Bedenke bei deiner Berechnung aber, dass die Zinseinnahmen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen zählen und versteuert werden müssen. Konkret werden von deinen Zinserträgen 25 Prozent Abgeltungssteuer abgezogen, außerdem der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag kannst du das allerdings verhindern. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zum Thema Abgeltungssteuer.
Sparbrief oder Festgeld: Was ist der Unterschied?
Beide Anlageprodukte sind sehr ähnlich und haben feste Zinssätze. Die Festgeld-Anlage gibt es aber schon mit kürzeren Laufzeiten, ab drei Monaten. Und sie muss – im Gegensatz zum Sparbrief – von den Sparer*innen gekündigt werden. Mehr zu dem Thema liest du im Ratgeber „Vergleich Festgeld und Sparbrief: Wo liegt der Unterschied?”.
Diese Vorteile bietet der Sparbrief
Sparbriefe gelten als sehr sichere Geldanlage, denn wie beim Sparbuch greift auch bei Sparbriefen in der Regel die sogenannte gesetzliche Einlagensicherung. Selbst wenn das Kreditinstitut, bei dem du das Geld anlegst, pleitegehen sollte, bleibt dir dein Geld erhalten.
Diese Punkte sprechen für den Sparbrief:
- Feste Zinsen: Du erhältst einmal jährlich oder am Ende der Laufzeit die vereinbarten Zinsen ausbezahlt und kannst damit verlässlich rechnen.
- Risikoarm: Du riskierst keine Kursschwankungen wie bei Aktien und anderen Geldanlagen. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt dich zudem vor dem Verlust deiner Investition.
- Keine Gebühren: Für den Erwerb, die Verwahrung und Verwaltung fallen meist keine Kosten an.
- Planungssicherheit: Zu einem vorher festgelegten Termin bekommst du dein Geld zurück.
- Geringe Mindestanlage: Sparbriefe kannst du schon für relativ kleine Beträge kaufen, oft schon ab 500 Euro.
Attraktive Renditen. Sicher. Jahrelang.
Mit dem SparBrief der Hanseatic Bank findest du immer die richtige Geldanlage. Entweder mit jährlichen Zinszahlungen oder mit einmaliger Auszahlung am Ende der Laufzeit – wo der Zinseszins noch für ein Extraplus sorgt.
Diese Nachteile hat ein Sparbrief
Sparbriefe haben einen großen Nachteil: Sie sind nicht flexibel. Während der vereinbarten Laufzeit kommst du an das festgelegte Geld in der Regel nicht heran. Eine Kündigung ist nach der gesetzlichen Widerrufsfrist von 14 Tagen nicht mehr möglich. Empfehlenswert ist ein Sparbrief meist also nur, wenn du das Geld in dieser Zeit sehr wahrscheinlich nicht brauchst. Alternativ bieten einige Banken flexible Sparbriefe an. Bei dieser Anlageform kannst du Teilbeträge zu festen Zeitpunkten aus dem Sparbrief entnehmen, etwa nach einem, zwei oder fünf Jahren.
Besonders bei Sparbriefen mit langer Laufzeit und vergleichsweise niedrigen Zinsen besteht zudem das Risiko, dass dein Geld durch die Inflation am Ende trotz Zinsen und Zinseszins weniger wert ist. Das ist dann der Fall, wenn die Inflationsrate die Zinserträge übersteigt.
Vorsicht ist schließlich bei Sparbriefen mit überdurchschnittlich hohen Zinsen geboten. Hierbei könnte es sich um einen Sparbrief mit sogenannter Nachrangabrede handeln. Achtung, bei einer Nachrangabrede entfällt der Schutz durch die gesetzliche Einlagensicherung! Denn es bedeutet: Im Falle einer Bankenpleite bedient die Bank dein Erspartes „nachrangig”. Du bekommst dein Geld also erst, nachdem allen anderen Gläubiger*innen bedient wurden. Das kann schlimmstenfalls den Totalverlust bedeuten. Achte im Kleingedruckten auf Begriffe wie „Nachrangabrede“ oder „Nachrangklausel“.
Ich brauche mein Geld aus dem Sparbrief – was nun?
Wenn du das Geld aus deinem Sparbrief unbedingt benötigst, hast du zwei Möglichkeiten. Bei beiden musst du mit Verlusten rechnen:
- Sparbrief beleihen: Dabei nimmst du bei der Bank einen Kredit auf und hinterlegst als Sicherheit den Sparbrief. Dafür musst du natürlich Zinsen bezahlen – und die liegen meist über den Zinsen, die du für den Sparbrief bekommst.
- Sparbrief weiterverkaufen: Das funktioniert ähnlich wie beim Verkauf einer Lebensversicherung zum Beispiel über spezialisierte Policenmakler. In der Regel musst du dabei allerdings einen Abschlag in Kauf nehmen. Sie bezahlen also nicht den Preis, den du investiert hast. Oft machst du damit aber immerhin weniger Verluste als bei der Beleihung. Möchtest du diese Möglichkeit nutzen, lohnt es sich, Vergleichsangebote einzuholen.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Was ist ein Sparbrief einfach erklärt?
Ein Sparbrief ist eine sichere Geldanlage mit festem Zinssatz und fester Laufzeit. Du legst dein Geld für einen bestimmten Zeitraum an und erhältst am Ende oder jährlich Zinsen. Während der Laufzeit, die meist zwischen einem halben und zehn Jahren liegt, kannst du in der Regel nicht auf dein Geld zugreifen.
Wie sicher ist ein Sparbrief wirklich?
Sparbriefe gelten als sehr sichere Geldanlage. Sie unterliegen meist der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Risiken bestehen nur bei speziellen Angeboten wie Sparbriefen mit Nachrangabrede, die nicht abgesichert sind.
Lohnt sich ein Sparbrief aktuell noch?
Ein Sparbrief lohnt sich vor allem für sicherheitsorientierte Anleger*innen. Du erhältst planbare Zinsen ohne Kursschwankungen. Allerdings kann die Rendite durch Inflation geschmälert werden, besonders bei langen Laufzeiten und niedrigen Zinssätzen.
Kann ich einen Sparbrief vorzeitig kündigen?
Nein, einen Sparbrief kannst du nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist meist nicht mehr kündigen. Alternativ kannst du den Sparbrief beleihen oder verkaufen, musst dabei aber oft finanzielle Verluste in Kauf nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Sparbrief und Festgeld?
Beide Anlagen haben feste Zinsen und Laufzeiten. Festgeld ist oft flexibler und schon ab kurzen Laufzeiten verfügbar. Sparbriefe laufen meist länger und müssen nicht gekündigt werden, da sie automatisch am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden.


