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Tagesgeldkonto eröffnen: So geht’s Schritt für Schritt

Dagmar Sörensen
von Dagmar Sörensen, 31.03.2022

Für den Nachwuchs ein Tagesgeldkonto anlegen, damit sich dort ordentlich was für die Ausbildung oder das Studium ansammelt? Keine so gute Idee. Für so langfristige Sparziele sind ertragreichere Anlageformen wie Festgeld, Sparbriefe oder Fondssparpläne eher zu empfehlen. Dagegen ist ein Tagesgeldkonto wunderbar geeignet, um einfach, sicher und flexibel Geld zu parken und dafür zumindest ein Minimum an Zinsen zu bekommen. Und ein Tagesgeldkonto zu eröffnen, ist kein Hexenwerk. Wir erklären genau, worauf Sie achten müssen und wie Sie vorgehen.

Themen in diesem Artikel

Wann ein Tagesgeldkonto infrage kommt

Das Kopfkissen ist Ihnen für Ihr Geld zu unsicher? Das Sparschwein möchten Sie nicht schlachten? Aber trotzdem wollen Sie etwas Geld auf die Seite legen für den Fall, dass Sie auf die Schnelle eine Finanzspritze benötigen? Also ab zur Bank. Aber welches Konto? Ein Girokonto ist für viele schnelle Zahlungseingänge und -ausgänge geeignet. Bei einem Sparbuch kommen Sie nicht ganz so leicht an Ihr Geld heran, außerdem soll es sich hier ja Schritt für Schritt vermehren. Die beste Lösung: ein Tagesgeldkonto. Von hier aus können Sie sich jederzeit Geld auf Ihr Girokonto überweisen. Außerdem ist Ihr Erspartes dort in besten Händen. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Beträge bis zu 100.000 Euro. Deutsche Bankenverbände bieten darüber hinaus sogar noch zusätzliche Sicherungen.

Aber um aus Ihrem Geld noch mehr Geld zu machen, dafür ist ein Tagesgeldkonto nicht die beste Lösung (Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber „Sparen mit dem Tagesgeldkonto: Wie? Wann? Warum?“). Auch wenn es in der Regel wenigstens ein Minimum an Zinsen gibt. Aber Vorsicht: Neukund*innen werden oft mit besonderen Zinsgarantien geködert. Die sind aber häufig zeitlich befristet, vielleicht gelten sie sogar nur für einen begrenzten Betrag. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Aber nach Ablauf der Frist? Da haben gerade die Banken mit Sonderkonditionen für Neukund*innen häufig die niedrigsten regulären Zinsen. Und bauen darauf, dass Anleger*innen zu bequem sind, ihr Geld bei anderen Instituten neu anzulegen. Deshalb sollten Sie bei Neukund*innen-Angeboten auch die „normalen“ Konditionen im Blick behalten.

Bevor Sie ein Tagesgeldkonto eröffnen, sollten Sie also erst einmal die passende Bank finden. Worauf Sie dabei neben den Zinsen noch achten sollten, lesen Sie im nächsten Kapitel.

Eine junge Frau sieht prüfend auf ein Dokument
© istock/Extreme Media/2019  Achten Sie nicht nur auf die Zinsen, denn auch andere Konditionen sind wichtig.

So finden Sie die richtige Bank

Das Angebot an Banken im In- und Ausland mit Tagesgeldkonten ist riesig. Bei der Auswahl sollten Sie diese Punkte im Blick behalten:

Onlinebank oder Filialbank?

Vorweg: Ohne Girokonto können Sie kein Tagesgeldkonto eröffnen. Das Girokonto ist das sogenannte Referenzkonto: Nur hiermit können Sie Geld auf ein Tagesgeldkonto überweisen und von dort wieder zurückholen. Das heißt aber nicht, dass Sie Ihr Tagesgeldkonto unbedingt bei der Bank eröffnen müssen, bei der Sie auch Ihr Girokonto haben. Sie haben in dieser Hinsicht freie Wahl, können also das eine Konto bei einer Filialbank, das andere bei einer Direktbank haben. Onlinebanken unterhalten kein Filialnetz, arbeiten dadurch kostengünstiger und können deshalb attraktive Angebote machen. Filialbanken punkten dagegen mit persönlicher Betreuung.

Einige Onlinebanken bieten Tagesgeldkonten nur in Verbindung mit einem Girokonto an. Das Tagesgeldkonto soll dann oft kostenlos sein – dafür müssen Sie aber für das Girokonto Gebühren zahlen. Sehen Sie sich solche Kombi-Angebote sehr genau an. Möglicherweise ist das Angebot dann doch nicht mehr so attraktiv, und eine andere Bank ist insgesamt günstiger.

Anlagebetrag

Manche Banken verlangen hohe Mindestanlagen, damit Sie überhaupt ein Konto eröffnen können. Bei einigen können Sie bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos eine Prämie kassieren – wie hoch die ausfällt, ist wiederum abhängig von der Höhe des Anlagebetrages. Auch manches Zinsversprechen gilt nur für eine Summe, die über einen bestimmten Betrag hinausgeht.

Machen Ihnen das Leben leichter: Anlagemarktplätze

Machen Ihnen das Leben leichter: Anlagemarktplätze

Sogenannte Anlagemarktplätze wie Weltsparen, Zinspilot oder Check24 können Ihnen das Leben leichter machen. Sie müssen nämlich nur einmal ein Tagesgeldkonto eröffnen und können dann Ihr Geld bei einer Vielzahl verschiedener Banken in ganz Europa anlegen. Interessant ist das insbesondere, wenn Sie größere Anlagebeträge im Hinblick auf den Höchstbetrag von 100.000 Euro bei der Einlagensicherung auf mehrere Banken verteilen möchten oder Ihre Tagesgelder häufiger umschichten. 

Alle Tagesgeldkonten lassen sich über den zentralen Login-Bereich des Anlagemarktplatzes verwalten. Mit den Banken, bei denen Sie das Geld anlegen, haben Sie keinen direkten Kontakt. Kontoführung und Service übernimmt der Anlagemarktplatz. 

Anlagezeitraum

Es gibt Angebote, bei denen Sie auf die Option verzichten, dass Sie jederzeit über Ihr Geld verfügen können. Stattdessen legen Sie es für einen festen Zeitraum an, zum Beispiel drei oder sechs Monate. Der Lohn sind etwas bessere Zinsen.

Für die Geldanlage gibt es aber bessere Möglichkeiten. Überlegen Sie daher gut, ob dann noch ein Tagesgeldkonto infrage kommt.

Über das Für und Wider der verschiedenen Optionen informiert Sie der Artikel „Sichere Geldanlage in schwierigen Zeiten: Welche Renditen und welche Risiken gibt es?“.

Sicherheit

Wie schon erwähnt ist das Geld auf den Tagesgeldkonten von Banken innerhalb der EU sehr sicher – dank der gesetzlichen Einlagensicherung. Banken in Nicht-EU-Mitgliedsstaaten jedoch haben in der Regel eigene Einlagensicherungen. Wie hoch diese jeweils ausfällt, sollte im jeweiligen Tagesgeldangebot stehen. Wenn die Bank Ihrer Wahl tatsächlich pleite geht, müssten Sie sich mit Ihren Forderungen direkt an die Einlagensicherungseinrichtung des entsprechenden Landes wenden.

Wechselkursrisiko

Tagesgeldanlagen in Fremdwährung wie dem britischen Pfund, US-Dollar oder der türkischen Lira bergen zusätzlich ein Wechselkursrisiko: Wenn Sie Ihr Geld in diesen Ländern anlegen, müssen Sie es am Ende in Euro (zurück-)tauschen. Ist die Währung dann noch genauso viel wert wie am Anfang der Anlage? Sonst haben Sie Geld verloren.

Achten Sie darüber hinaus auf anfallende Gebühren und steuerliche Vorgaben.

So eröffnen Sie ein Tagesgeldkonto

Sobald Sie sich für eine Bank entschieden haben, ist die eigentliche Eröffnung des Tagesgeldkontos nur noch ein kleiner Schritt. Und das brauchen Sie, um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen: Ihren Personalausweis oder Reisepass zum Nachweis Ihrer Identität. Und die Nummer Ihres Girokontos.

Filialbank

Wenn Sie sich für eine Filialbank entschieden haben, lassen Sie sich das Eröffnungsformular am Schalter aushändigen. Füllen Sie es aus, unterschreiben Sie und geben Sie es am Schalter ab. Ihr*e Berater*in prüft anhand Ihres Personalausweises oder Reisepasses die Richtigkeit Ihrer Angaben – fertig.

Eine Bankberaterin erläutert einem Kunden die Kontoeröffungsunterlagen
© istock/miodrag ignjatovic/2020  Bei einer Filialbank können Sie ein Tagesgeldkonto direkt vor Ort eröffnen.

Direktbank

Bei einer Direktbank können Sie die Eröffnung Ihres Tagesgeldkontos nur online vornehmen. Daher ist die gesetzlich vorgeschriebene Identifikationsprüfung ein wenig aufwendiger, letztlich mit dem Postident- oder Video-Ident-Verfahren aber problemlos. Ganz wichtig: Beide Verfahren gelten als sicher!

Und so gehen Sie vor:

Identifikation mittels Postident-Verfahren

  • Füllen Sie den Kontoeröffnungsantrag der gewählten Bank online aus. 
  • Übersenden Sie ihn elektronisch oder per Post. 
  • Sofern die Bank es anbietet: Laden Sie das Postident-Formular herunter und drucken Sie es aus. Alternativ schickt Ihnen die Bank das Formular per Post.
  • Nach ein paar Tagen übersendet Ihnen die Bank per Post den Vertrag sowie gegebenenfalls das Postident-Formular.
  • Prüfen Sie die Angaben, ergänzen Sie gegebenenfalls fehlende Daten und unterschreiben Sie den Vertrag.
  • Gehen Sie mit dem unterschriebenen Kontoeröffnungsantrag, dem Postident-Formular und Ihrem Personalausweis oder
  • Reisepass zu einer beliebigen Postfiliale der Deutschen Post.
  • Der*die Postmitarbeiter*in vergleicht und bestätigt Ihre Daten und leitet sie weiter an die Bank. Das Verfahren ist für Sie risikolos. Eventuell verlangt die Post Gebühren in Höhe von etwa fünf Euro von Ihnen – viele Anbieter übernehmen die Kosten allerdings selbst. 
  • Sie erhalten von der Bank Ihre Ausfertigung des Vertrages und die Zugangsdaten (PIN, TAN) für Ihr neues Tagesgeldkonto – zu Ihrer Sicherheit in zwei getrennten Briefen und mit Verzögerung von einigen Tagen.
    Von jetzt an können Sie Geld auf das Tagesgeldkonto überweisen.

Tipp: Wenn Sie Ihren Sparerpauschbetrag noch nicht voll ausgeschöpft haben, reichen Sie den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge gleich mit ein. Was das bedeutet und wie das geht, lesen Sie im KlarMacher-Artikel „Freistellungsauftrag: So stoppen Sie die Steuern für Zinsen und Dividenden“.

Identifikation mittels Video-Ident-Verfahren

Bei der Identifikation mittels Video-Ident sparen Sie sich den Weg zur Post und sind nicht an die Öffnungszeiten gebunden. Stattdessen erhalten Sie von der Bank einen Link, mit dem Sie einen Video-Chat starten können. Sie benötigen also einen Onlinezugang und eine Webcam. Die Identifikation wird in der Regel nicht von der Bank selbst, sondern von einem beauftragten Unternehmen durchgeführt. Dessen Mitarbeiter*in führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf und erklärt Ihnen, was Sie zu tun haben. Halten Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass bereit – den müssen Sie nämlich in die Kamera halten.

Postident und Video-Ident erklärt Ihnen detailliert unser Ratgeber: „Sind Sie es wirklich? So funktionieren Postident und Video-Ident” 

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