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„Bist du es wirklich?“: So funktionieren Video-Ident, E-Ident und Postident

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 27.05.2026

Die richtige Kreditkarte ist per Onlinesuche gefunden, also nur noch die persönlichen Daten eingeben und den Antrag abschicken. Aber Moment! Deinen Namen, das Geburtsdatum und deine Adresse kennen doch so einige. Woher will das Kreditkartenunternehmen wissen, dass wirklich du den Antrag stellst – und nicht irgendwelche Kriminelle? Keine Sorge. Postident, Video-Ident und E-Ident sorgen für Klarheit.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Online-Identifizierung

  • Um bei Online-Vertragsabschlüssen deine Identität zu bestätigen, gibt es verschiedene Verfahren.
  • Beim Postident-Verfahren erhältst du einen Postident-Coupon, den du zusammen mit deinem Ausweis in einer Postfiliale vorlegst.
  • Beim Video-Ident-Verfahren weist du dich online über einen Videoanruf mit einer Person eines Partnerunternehmens des Vertragspartners aus.
  • Beim E-Ident-Verfahren werden die Daten deines Personalausweises per App oder Kartenleser geprüft, um deine Identität digital zu bestätigen.
  • Achte bei der Nutzung dieser Verfahren auf mögliche Betrugsversuche – zum Beispiel durch gefälschte Stellenangebote, die dich zur Preisgabe persönlicher Daten verleiten sollen. 

Video-Ident: So geht die Identifizierung online.

Während des Video-Ident-Verfahrens sprichst du per Videochat mit einer echten Person. Diese prüft dein Ausweisdokument, stellt dir kurze Fragen und bestätigt deine Identität in Echtzeit. Diese Methode zur Online-Identifikation wird je nach Anbieter auch Videoident-Verfahren oder VideoIdent genannt beziehungsweise geschrieben.  

Meist übernehmen externe Dienstleister die Identitätsprüfung. Bei der Hanseatic Bank sind es zum Beispiel die Dienste WebID und IDnow, die für die Identifikation zuständig sind. Für Kund*innen ist Video-Ident immer kostenlos. 

Für das Video-Ident-Verfahren brauchst du:

  • Eine stabile Internetverbindung, am besten über WLAN, damit es bei der Übertragung nicht ruckelt. Optimal ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 0,5 MBit pro Sekunde.
  • Einen Browser, der eine „Web-Echtzeitkommunikation“ ermöglicht, auch WebRTC genannt. Dieses ist bei den gängigen Browsern Google Chrome, Mozilla Firefox und Opera der Fall.
  • Eine Videokamera, zum Beispiel eine Webcam oder die Kamera von deinem Smartphone oder Tablet.
  • Ausreichend Licht, damit man dich über die Videoverbindung gut erkennen kann.
  • Deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Zur Sicherheit prüfst du, ob dein Virenscanner auf dem neuesten Stand ist, bevor du dich auf der Video-Ident-Seite einloggst. Das Verfahren ist grundsätzlich sicher, jedoch bestehen Risiken durch unseriöse Anbieter und Cyberkriminelle

Frau blickt auf einen großen Bildschirm, auf dem ihr eine andere Frau lächelnd zuwinkt
© gettyimages/Maskot  Beim Video-Ident-Verfahren chattest du mit einem realen Menschen.

E-Ident: Identifikation mit der Online-Ausweisfunktion

Das E-Ident-Verfahren, auch elektronischer Identitätsnachweis (eID) genannt, ist eine schnelle und digitale Methode zur Identitätsprüfung. Was du dafür in der Regel brauchst, ist: 

  • Ein App- und NFC-fähiges Gerät mit Kamera, etwa ein Smartphone oder Tablet.
  • Eine spezielle App – abhängig vom Vertragspartner.
  • Einen Personalausweis im Scheckkartenformat (sie werden seit 2020 herausgegeben) mit aktivierter Online-Ausweisfunktion.
  • Die sechsstellige Ausweis-PIN.

Und so funktioniert es:

  1. Zuerst öffnest du die App und wählst das E-Ident-Verfahren aus. 
  2. Halte den Personalausweis an die NFC-Schnittstelle deines Smartphones oder Kartenlesers. 
  3. Gib deine sechsstellige PIN ein.
  4. Die App liest deine verschlüsselten Daten aus und sendet sie sicher an den Anbieter.
  5. Nach wenigen Sekunden erhält der Anbieter deine Identitätsbestätigung.
  6. Falls erforderlich, wirst du zur nächsten Seite weitergeleitet, zum Beispiel für Vertragsabschlüsse oder Antragsstellungen.

Das E-Ident-Verfahren ist schnell und sicher, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Es wird häufig bei Online-Verträgen (wie einem Mobilfunk-Vertrag) oder Kontoeröffnungen genutzt. Wenn du ein Geldanlage-Produkt (SparBrief oder TagesGeld) oder eine Kreditkarte der Hanseatic Bank beantragst, kannst du dich einfach per E-Ident identifizieren.

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WebID

Postident: So geht die Identifizierung in der Postfiliale

Postident ist eine Möglichkeit zur Identitätsprüfung, die du unabhängig von deinen technischen Voraussetzungen nutzen kannst. Denn bei diesem Verfahren erfolgt die Identifikation am Schalter in der Postfiliale – wie der Name es schon andeutet. Postident ist ebenfalls kostenlos und funktioniert so:  

  1. Wenn du online einen Vertrag abschließt, sendet dir der Anbieter einen sogenannten Postident-Coupon zu – zum Beispiel online als PDF oder per Post.
  2. Mit dem Coupon und deinem Personalausweis oder Reisepass sowie gegebenenfalls den Vertragsunterlagen gehst du in die nächste Postfiliale.
  3. Mitarbeitende in der Postfiliale scannen den Coupon. So wissen sie, um welchen Vertragsabschluss bei welchem Anbieter es sich handelt.
  4. Du zeigst deinen Personalausweis beziehungsweise ein anderes gültiges Ausweisdokument vor.
  5. Die Post-Angestellten prüfen, ob du wirklich die Person bist, die in den Vertragsdaten genannt ist.  
  6. In der Regel musst du noch eine Unterschrift leisten, entweder auf einem Papierdokument oder auf einem Signpad (einem kleinen mobilen Gerät).
  7. Das Post-Personal sendet eine Bestätigung an den Anbieter, mit dem du den Vertrag geschlossen hast und gibt dir die Bestätigung über die erfolgreiche Identitätsprüfung. 

Kreditkarten: Genial oder Gold?

  • GenialCard: Ohne Jahresgebühr, sofort bis zu 3.000 € verfügbar
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Vorsicht Falle: So erkennst du betrügerische Video-Ident-Verfahren

Kriminelle haben das Video-Ident-Verfahren für sich entdeckt, um Konten im Namen ihrer Opfer zu eröffnen. Diese Konten nutzen sie zum Beispiel zur Geldwäsche oder für Onlineshops, die dann niemals die Ware versenden.

Doch wie bringen die Kriminellen andere Personen dazu, per Video-Ident ein Konto zu eröffnen? Social Engineering nennt sich die Masche, mit denen sie ihren Opfern persönliche Daten entlocken. Das funktioniert zum Beispiel über gefälschte Stellenanzeigen im Internet. Wer sich darauf bewirbt, muss beim angeblichen Online-Bewerbungsverfahren seine persönlichen Daten angeben und womöglich auch ein Foto des Personalausweises senden. Mit diesen Informationen bereiten die Betrüger*innen den Antrag für ein Konto vor, auf das sie dann selbst Zugriff haben.

Frau blickt neugierig-skeptisch auf einen Computerbildschirm
© gettyimages/Luis Alvarez  Bei Stellenangeboten mit Video-Ident-Verfahren solltest du misstrauisch werden.

Im nächsten Schritt werden die Opfer dann dazu gebracht, das Video-Ident-Verfahren selbst durchzuführen. Dadurch wird die Kontoeröffnung scheinbar legitim bestätigt – in Wirklichkeit bestätigen die Betroffenen jedoch unwissentlich ein Konto, das die Cyberkriminiellen bereits vorbereitet haben. 

Häufig werden dafür erfundene Szenarien genutzt, etwa ein vermeintlicher Homeoffice-Job oder ein angeblicher Zugang zu einem Firmennetzwerk, der nur nach einer „technischen Identitätsprüfung“ möglich sei. In anderen Fällen wird das Verfahren als harmloser „Test“ dargestellt, um angeblich technische Abläufe zu überprüfen.  

So schützt du dich vor Betrug:

  • Gib bei Online-Bewerbungen keine sensiblen Daten preis, zum Beispiel deine Ausweisnummer.
  • Lehne Video-Ident-Verfahren im Rahmen einer Job-Bewerbung ab: Es gehört nicht zu regulären Bewerbungsverfahren.
  • Wenn du Zweifel bekommst, erkundige dich, ob es das Unternehmen wirklich gibt. Ist es ein großer Firmenname, frage in der Zentrale nach, ob es das Stellenangebot wirklich gibt.
  • Erstatte sofort Anzeige bei der Polizei, wenn du glaubst, dass du Opfer eines Betrugs geworden bist.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was ist das Video-Ident-Verfahren?

Beim Video-Ident-Verfahren weist du dich online per Videochat aus. Du verbindest dich mit einem Mitarbeitenden eines zertifizierten Dienstleisters, zeigst dein Ausweisdokument in die Kamera und beantwortest ggf. kurze Sicherheitsfragen. Anschließend wird deine Identität digital bestätigt.

Ist das Video-Ident-Verfahren sicher?

Ja, das Video-Ident-Verfahren gilt grundsätzlich als sicher, wenn es über seriöse Anbieter durchgeführt wird. Die Identitätsprüfung erfolgt in Echtzeit durch geschulte Mitarbeitende und ist an strenge Sicherheitsvorgaben gebunden. Risiken entstehen meist nicht durch das Verfahren selbst, sondern durch gefälschte Links oder Betrugsversuche außerhalb offizieller Plattformen.

Wie funktioniert Postident?

Beim Postident-Verfahren gehst du mit einem Postident-Coupon und deinem Ausweis in eine Postfiliale. Dort prüft ein Mitarbeiter oder Mitarbeiterin deine Identität direkt am Schalter. Die Bestätigung wird anschließend digital an das jeweilige Unternehmen übermittelt.

Wie funktioniert E-Ident?

Beim E-Ident-Verfahren bestätigst du deine Identität digital über eine App. Du hältst deinen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID) an dein Smartphone oder einen Kartenleser und gibst deine PIN ein. Die Daten werden verschlüsselt geprüft und deine Identität anschließend automatisch bestätigt.

Worauf sollte ich bei Online-Identifizierungen besonders achten?

Wichtig ist, dass du Identifizierungsverfahren nur im Rahmen eines echten Vertragsabschlusses nutzt. Seriöse Anbieter fordern keine spontane Identifikation über Jobangebote, E-Mails oder Messenger. Achte außerdem darauf, nur offizielle Apps oder Webseiten zu verwenden und persönliche Daten niemals an unbekannte Dritte weiterzugeben. 

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