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Geldwäsche: So soll illegales Geld sauber wirken

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn , 16.09.2026

Ein Laden läuft seit Jahren schlecht, kaum ein*e Kund*in verirrt sich dort hinein – und trotzdem scheint von einer Pleite keine Spur? „Vielleicht eine Geldwäscherei“, raunt es dann womöglich schon bald durch die Nachbarschaft. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Was wäre daran kriminell? Die KlarMacher erläutern, was es mit diesem Begriff auf sich hat.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Was ist Geldwäsche?

  • Geldwäsche bedeutet, dass Kriminelle ihr illegal verdientes Geld wie legales Geld aussehen lassen. 
  • Beliebte Methoden sind dabei der Einsatz von Scheinfirmen, Spielcasinos oder das Aufteilen des Geldes in viele kleine Beträge. 
  • Geldwäsche ist strafbar und kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden – selbst dann, wenn man unabsichtlich hilft.  
  • Banken und Unternehmen müssen deshalb besonders gut aufpassen, wer Geld einzahlt und ob etwas verdächtig wirkt.  
  • Wenn du legal größere Summen Bargeld zur Bank bringst, solltest du immer Belege über die Herkunft dabeihaben, um Missverständnisse zu vermeiden. 
Grafik: Wie funktioniert Geldwäsche

Geldwäsche bedeutet: Illegales Geld soll salonfähig werden

Es gibt Geld, das kann man nicht einfach zur Bank tragen. Einnahmen aus dem Drogenhandel zum Beispiel. Oder aus Zuhälterei. Oder hohe Bestechungsgelder, die man für die eine oder andere Gefälligkeit erhalten hat.

Bei solchen krummen Dingern fließt häufig Bargeld, damit es keine Überweisung gibt, die Banken oder Strafbehörden leicht nachvollziehen könnten. Aber dann mit solchen hohen Summen an den Kassenschalter spazieren und das Geld aufs Konto einzahlen? Oder ein Luxusauto, eine schicke Yacht, eine Villa in bar bezahlen? Das kann für die Besitzer*innen dieses illegalen Geldes schnell ins Auge gehen. Denn Händler, Banken und Polizei fragen bei großen Bargeldsummen nach der Herkunft des Geldes. Da würde das verbrecherische Business schnell auffliegen.

Kriminelle versuchen deswegen, eine legale Herkunft des Geldes vorzutäuschen. Legal wird es dadurch aber nicht. Oder, wie es in einer Definition des Bundesinnenministeriums offiziell heißt: „Unter Geldwäsche versteht man die Einschleusung von illegal erwirtschafteten Geldern in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf.“

Das Ganze ist natürlich verboten. Das bedeutet: Wer die kriminelle Herkunft von Geld verschleiert, macht sich wegen Geldwäsche strafbar. 

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Geldwäsche läuft in drei Phasen

Es gibt unzählige Methoden, mit denen Kriminelle versuchen, ihr Geld in den „normalen“, legalen Wirtschaftskreislauf zu bekommen. Das Vorgehen umfasst in der Regel diese drei Phasen:

Phase 1: Platzierung

Am Anfang steht die Platzierung: Das Bargeld soll in den regulären Geldkreislauf gelangen – beispielsweise über ein Konto oder vorgetäuschte Geschäftseinnahmen. Das geht mithilfe einer Scheinfirma. Ein klassisches Beispiel dafür ist eine Bar. Angenommen, dort gibt es pro Abend 20 Gäst*innen und 400 Euro Umsatz. Nun könnte man als Betreiber*in einer solchen Bar behaupten, man habe 40 Gäst*innen und 800 Euro Umsatz gehabt.  

Die erfundenen 400 Euro Umsatz legt man aus dem illegalen Geldbeutel in die Kasse. Auf den erfundenen Umsatz werden zwar Steuern fällig und sauber wird das Geld dadurch nicht – es erhält aber den Anschein regulärer Geschäftseinnahmen. 

Woher kommt der Begriff „Geldwäsche“?

Der Legende nach war es der legendäre Gangsterboss Al Capone, der für den Begriff „Geldwäsche“ verantwortlich ist. Er verdiente sein Geld unter anderem mit illegalem Glücksspiel, Schutzgelderpressung und dem Verkauf von Alkohol, der von 1920 bis 1933 in den USA verboten war. Um seine Einnahmen legal aussehen zu lassen, kaufte er eine Reihe von Waschsalons. Diese Läden warfen angeblich hohe Gewinne ab – deutlich mehr Geld, als die tatsächlichen Kund*innen dort ließen. So wurde das Geld aus den illegalen Geschäften in den Waschsalons quasi „reingewaschen“. 

Eine andere Methode ist das sogenannte Smurfing. Dabei wird das illegale Geld zunächst in viele kleine Beträge aufgeteilt, damit die einzelnen Transaktionen weniger auffallen: bei Banken, beim Kauf von Reiseschecks, als Geldtransfer in andere Länder. Andere kaufen Jetons in Spielcasinos, die sie sich als angeblichen Gewinn in Form eines Schecks auszahlen lassen – den sie wiederum zur Bank tragen können.

Eine Nummer größer (und teurer) ist der Ankauf von Hehlerware, zum Beispiel gestohlene Autos oder Kunst. Die wird meistens ins Ausland gebracht und dort scheinbar ganz normal über diverse Händler-Kompliz*innen verkauft. Das Smurfing benötigt eine Menge Zeit und viele Helfer*innen (die „Schlümpfe“ genannt werden, englisch „Smurfs“, daher der Name der Methode). 

Die Platzierungsphase ist für Geldwäscher*innen am gefährlichsten. Das Geld hat erst einen kurzen Weg hinter sich, der kriminelle Hintergrund lässt sich noch leicht zurückverfolgen. Wenn die Bar aus dem Beispiel oben nur zehn Fässer Bier im Monat einkauft, aber angeblich zwanzig ausschenkt, gerät sie früher oder später ins Visier des Finanzamts. Oder beim Smurfing: Wer regelmäßig Summen in bar bei der Bank einzahlt oder mit Gewinnerschecks aus einem Spielcasino anrückt, der ist den Bankangestellten bald bekannt – und verdächtig.

Mann hinter einem Bartresen zapft ein Glas Bier
© istock/Extreme Media/2018  Wer eine Kneipe zur Geldwäsche führt, schenkt offiziell das eine oder andere Bier mehr aus als in Wirklichkeit.

Phase 2: Verschleierung

Egal, wie die Platzierung in Phase 1 abläuft: Bei einem Verdacht können die Sicherheitsbehörden noch relativ leicht nachverfolgen, wer das Geld in Umlauf gebracht hat. Dieses Risiko wollen die Kriminellen in der zweiten Phase minimieren. Dafür muss das Geld möglichst schnell durch möglichst viele Hände wandern – oder besser: über viele Konten.

Das geht zum Beispiel, indem Scheinfirmen gegründet werden, die anderen Scheinfirmen Rechnungen ausstellen. Oft bestehen diese Firmen nur auf dem Papier in Staaten mit niedrigen Steuersätzen. Bevorzugt in Ländern, die ausländischen Ermittlungsbehörden nicht verraten, wer bei ihnen welches Vermögen gebunkert hat.

Auch Anwält*innen und Notar*innen werden gern zwischengeschaltet, weil sie einer Schweigepflicht unterliegen. Irgendwann können Fahnder*innen nicht mehr nachvollziehen, ob das Geld aus einer Straftat stammt – das zumindest ist das Ziel der Geldwäscher*innen.

Phase 3: Integration

In der Integrationsphase soll das Geld nutzbar werden, ohne seine kriminelle Herkunft erkennen zu lassen. Eine beliebte Methode hierfür ist, dass die Scheinfirma der eigenen Firma einen Kredit gibt. Das geliehene Geld lässt sich scheinbar legal investieren, etwa in Immobilien oder Investmentfonds. Eine andere Methode ist, dass die Scheinfirma die eigene Firma aufkauft – nun können die Kriminellen eine Quelle für ihr Vermögen angeben, nämlich den Verkaufserlös. Legal wird die Herkunft des Geldes auch durch die Integrationsphase nicht. 

Erklär doch mal, Felix: Bekämpfung von Geldwäsche

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Leichtfertigkeit kann ins Gefängnis führen

Die Strafen für Geldwäsche sind in Paragraf 261 Strafgesetzbuch (StGB) geregelt. Er besagt: Wer Geld (oder einen anderen Gegenstand) aus einer verbotenen Tat verbirgt oder beim Verbergen behilflich ist, dem drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe. Schon der Versuch ist strafbar. In schweren Fällen (etwa als Mitglied einer professionellen Geldwäsche-Organisation) sind auch zehn Jahre möglich.

Und wer bei einer Geldwäsche hilft, ohne es zu merken? Etwa weil man nicht weiß, dass Geld aus einem kriminellen Geschäft stammt, es aber auf ein anderes Konto weiterleitet? Nicht jede unwissentliche Hilfe ist automatisch Geldwäsche. Strafbar kann sich machen, wer deutliche Warnzeichen besonders sorglos missachtet. Das Gesetz nennt das dann „leichtfertige Geldwäsche“. Die wird mit maximal zwei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe geahndet. Sei deshalb misstrauisch, wenn dich jemand bittet, vorübergehend Geld auf deinem Konto zu „parken“ oder es von dort woanders hin zu überweisen.

Hand schiebt mehrere 50-Euro-Scheine über einen Banktresen
© istock/Igor Vershinsky/2018  Bei häufigen Bargeld-Einzahlungen müssen Banken prüfen, woher das Geld stammt.

Banken müssen die Augen offen halten

Um den Kriminellen ihr Handwerk so schwer wie möglich zu machen, gibt es in Deutschland ein Geldwäschegesetz. Offiziell heißt es „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten“, kurz GwG.  

So sind Banken laut Gesetz dazu verpflichtet, bei jeder Kontoeröffnung genau zu prüfen, ob die neuen Kund*innen auch diejenigen sind, für die sie sich ausgeben. Etwa per Postident, Video-Ident & Co. oder mit dem elektronischen Personalausweis, um Identitätsdiebstahl zu verhindern.  

Unternehmen und Banken haben eine „Sorgfaltspflicht“ und müssen deshalb auf ungewöhnliche Geldflüsse achten. Wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt, müssen sie den Behörden eine Verdachtsmeldung übermitteln. 

Bestimmte Unternehmen müssen außerdem Geldwäschebeauftragte benennen, die darauf achten, dass die gesetzlichen Regeln allen Mitarbeitenden bekannt sind und eingehalten werden.

So gerätst du nicht ins Visier der Geldwäsche-Fahndung

Du hast eine größere Summe Bargeld auf legalem Weg eingenommen? Zum Beispiel, weil du dein Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft hast. Oder wenn dir die Großeltern einen Teil des Ersparten überlassen. Kannst du das Geld dann überhaupt zur Bank bringen, ohne in Verdacht zu geraten?

Größere Bargeldeinzahlungen sind möglich. Mit passenden Belegen lassen sich Rückfragen der Bank meist schnell klären. Lass dir von dem*der Käufer*in deines Gebrauchtwagens den Ausweis zeigen und setzt gemeinsam einen Kaufvertrag auf. Nimm bei Bargeld von Verwandten bei der Einzahlung die Schenkungsurkunde oder das Testament mit. So können die Bankangestellten den Weg des Geldes bei Zweifeln prüfen.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was ist Geldwäsche einfach erklärt?

Geldwäsche bedeutet, dass Kriminelle illegal erwirtschaftetes Geld in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf einschleusen. Sie versuchen dabei in verschiedenen Schritten, die wahre Herkunft des Geldes zu verschleiern, damit sie es anschließend legal verwenden können. 

Wie funktioniert Geldwäsche?

Geldwäsche läuft in der Regel in drei Phasen ab: Bei der „Platzierung” gelangt das illegale Geld erstmals in den Wirtschaftskreislauf. Bei der „Verschleierung” wird seine Herkunft durch vielfältige Transaktionen verschleiert. Bei der „Integration” gelangt das Geld durch scheinbar legale Geschäfte wie eine Kreditaufnahme oder ein Unternehmensverkauf schließlich zurück zu den Kriminellen. 

Welche Strafe droht bei Geldwäsche?

Wer Geld aus Straftaten verbirgt oder dabei behilflich ist, muss mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis rechnen. In schweren Fällen sind bis zu zehn Jahre möglich. Auch wer leichtfertig bei einer Geldwäsche hilft, ohne die illegale Herkunft des Geldes zu kennen, kann mit einer Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden.

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