Zwei Trapezkünstler sind über einem Sicherheitsnetz in Aktion
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Sicher ist sicher: So fängt Sie die Restschuldversicherung im Notfall auf

Porträt Thomas Stuwe
von Thomas Stuwe, 17.04.2020

Keiner denkt gern daran. Aber von jetzt auf gleich können eine Krankheit oder ein Unfall Sie aus der Bahn werfen. Und was wäre, wenn Sie berufsunfähig werden? Oder arbeitslos? In solchen Fällen sinkt das Einkommen oder es fällt sogar ganz weg. Das Geld wird jedenfalls knapp. Wenn dann noch ein Kredit läuft, kann es richtig eng werden. Jetzt hilft Ihnen die Restschuldversicherung – zumindest in den meisten Fällen. Wann genau, wann nicht und ob sie für Sie sinnvoll ist, lesen Sie hier.

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Was ist eine Restschuldversicherung?

Mit der Restschuldversicherung (auch Restkreditversicherung genannt) sichern Sie sich und Ihre Familie bei einem Kredit ab. Denn es kann passieren, dass Sie die Raten für den Kredit nicht weiter zahlen können. Zum Beispiel, wenn Sie arbeitslos werden. Eine längere Krankheit oder ein Unfall erwischen Sie. Oder es wird bei Ihnen eine Berufsunfähigkeit festgestellt. Jetzt sinkt das Einkommen oder es geht sogar ganz auf null. Mit einer Restschuldversicherung müssen Sie sich über die weitere Rückzahlung Ihres Kredits in der Regel keine Gedanken machen. Denn die Versicherung springt für Sie ein und übernimmt die Ratenzahlungen, bis Sie selbst wieder zahlungsfähig sind. Im Todesfall zahlt die Restschuldversicherung den Restkredit komplett ab. So hinterlassen Sie keine Schulden.

Eine Restschuldversicherung wird häufig direkt beim Kreditabschluss mit angeboten. Die Versicherung lässt sich von Ihnen sehr kurzfristig abschließen. Denn meistens sind keine Risiko- oder Gesundheitsprüfungen nötig.

Bei der Hanseatic Bank können Sie die Raten Ihrer Kreditkarte versichern. Dann springt bei der GenialCard und GoldCard im Notfall die Restschuldversicherung ein und übernimmt die Ratenzahlung (siehe Infobox unten).

Wie teuer ist eine Restschuldversicherung?

Wie hoch die monatlichen Beiträge für die Restschuldversicherung sind, hängt davon ab, welche Risiken Sie absichern möchten. In der Regel können Sie nämlich auswählen, ob Sie neben dem Todesfall auch Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit versichern lassen. Je mehr Risikofälle abgedeckt sind, umso höher der monatliche Beitrag zur Versicherung.

Zusätzlich bestimmen drei Dinge den Beitrag:

  1. Versicherungssumme (Wie hoch ist der Kredit, der im Ernstfall bedient werden muss?)
  2. Vertragslaufzeit (Wie lange dauert es, bis der abgesicherte Kredit abbezahlt ist)
  3. Ihr Lebensalter

Beim Alter gilt: Je jünger, desto besser. Denn umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie gesund bleiben, solange der Kredit läuft. Oder dass Sie leichter einen neuen Job finden, wenn es sein muss. Oft ist der Vertragsabschluss der Restschuldversicherung sogar auf ein bestimmtes Alter begrenzt.

Die Versicherungsbeiträge werden für die gesamte Laufzeit berechnet und kommen zum Kredit hinzu. Dadurch steigen die Gesamt-Kreditsumme und auch die Zinsen. Teilweise fällt zusätzlich noch eine einmalige Abschlussprovision an.

Aber: Da Sie regelmäßig Kreditraten leisten, sinkt die Darlehenssumme. Und Ihre Versicherungssumme ist immer genau so hoch wie Ihr restlicher Kredit. Somit zahlen Sie von Jahr zu Jahr einen geringeren Beitrag für die Versicherung.

Einfacher ist es bei der Absicherung Ihrer Raten für Ihre Kreditkarte der Hanseatic Bank. Die heißt SicherKreditkarte und kostet immer nur 0,89 Prozent der offenen Kreditsumme – und sie deckt automatisch alle Risiken ab. 

Eine Tasse Kaffee, eine Lesebrille und eine Zeitung mit Stellenangeboten
© istock/Stadtratte/2018  Die Restschuldversicherung verschafft Ruhe, während Sie sich einen neuen Job suchen.

Ausnahmen: Wann zahlt meine Versicherung nicht?

Ihre Restschuldversicherung muss in der Regel erst einmal mindestens drei Monate bestehen. Sprich: Wenn in den ersten drei Monaten der Versicherungsfall eintritt (also z. B. die Arbeitslosigkeit), gibt es noch kein Geld.

Zusätzlich gibt es meistens noch eine Karenzzeit (Wartedauer) von drei Monaten. Das bedeutet, wenn bei Ihnen ein Versicherungsfall eintritt, müssen Sie danach in den ersten drei Monaten noch selbst zahlen. Erst nach Ablauf dieser Frist übernimmt die Versicherungsgesellschaft Ihre Kreditraten. Ein Sonderfall ist die Berufsunfähigkeit: Hier gilt in der Regel nur eine Karenzzeit von sechs Wochen, bis die Versicherung übernimmt.

In einigen Fällen greift die Restschuldversicherung allerdings auch später nicht. Das ist zum Beispiel in folgenden Situationen der Fall:

  • Wenn Sie Ihren Job selbst gekündigt haben und dadurch arbeitslos sind, zahlt die Versicherung nicht. Sie müssen für die Kreditraten dann selbst aufkommen. Achtung: Bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung die Kreditraten zwar. Aber häufig nur für 18 Monate.
  • Sind Sie länger krank, bekommen Sie im Normalfall sechs Wochen Krankengeld. So lange bleiben Sie auch hier selbst zahlungspflichtig. Die Restschuldversicherung zahlt erst danach.
  • Werden Sie drei Jahre nach dem Versicherungsbeginn arbeitsunfähig und haben eine Vorerkrankung „mitgebracht“, wird nicht gezahlt. Die Versicherung prüft dann auch, ob Sie zwölf Monate vor dem Versicherungsbeginn ärztlich beraten oder behandelt wurden.

Wann darf ich die Versicherung kündigen?

Vielleicht wollen Sie während der Kreditlaufzeit die Versicherung kündigen? Möglicherweise um in einen preiswerteren Vertrag zu wechseln? Oder um sich die Kosten der Restschuldversicherung zu sparen? 

Unter folgenden Umständen können Sie Ihre Restschuldversicherung kündigen:

  • Sie haben es sich anders überlegt? In den ersten 14 Tagen nach Vertragsunterschrift können Sie Ihre Entscheidung noch widerrufen. Bei Versicherungen für den Todesfall liegt diese Widerrufsfrist sogar bei 30 Tagen. Da die Versicherungen meistens als Paket angeboten werden (also gebündelt für die Absicherung gegen Arbeitslosigkeit und -unfähigkeit sowie für den Todesfall), gilt die längere Widerrufsfrist von 30 Tagen oft für alle Bestandteile.
  • Sie dürfen auch noch später kündigen – nämlich dann, wenn die Bank Sie nicht korrekt auf die Widerrufsfrist hingewiesen hat.
  • Wenn Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen oder eine Umschuldung in einen anderen Kredit vornehmen, dürfen Sie die Restkreditversicherung ebenfalls kündigen. 
  • Manche Verträge erlauben auch eine Kündigung, während der Kredit läuft. Genaue Informationen zu den Kündigungsbedingungen und den Fristen finden Sie im Versicherungsvertrag.

Mehr dazu lesen Sie im Artikel Versicherung kündigen – ab wann läuft die Frist?.

Ein Vater kommt nach Hause und begrüßt seine heranstürmenden Kinder
© istock/sturti/2017  Vor allem für Alleinverdiener kann eine Restschuldversicherung sinnvoll sein.

Lohnt sich das Ganze überhaupt?

Ob eine Restschuldversicherung für Sie sinnvoll ist, hängt stark von Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Vor Ihrer Entscheidung sollten Sie sich diese Gedanken machen:

  • Stellen Sie sich die Frage, welches Risiko Sie versichern möchten und wie wahrscheinlich ein Versicherungsfall ist. Zum Beispiel: Wie sicher ist Ihr Arbeitsplatz? Finden Sie im Fall der Fälle schnell einen neuen? 
  • Beachten Sie die Kreditlaufzeit. Je länger ein Kredit läuft, umso wahrscheinlicher wird es, dass Sie die Restschuldversicherung benötigen.
  • Wie hoch sind die Kreditraten? Kleinkredite mit kurzer Laufzeit könnten Sie im Notfall vielleicht noch allein abbezahlen, dann ist eine Restschuldversicherung weniger sinnvoll. Bei hohen Kreditraten würde die Belastung umso größer, wenn Sie plötzlich nichts mehr verdienen.
  • Denken Sie darüber nach, welche Auswirkungen es hätte, wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten gerieten. Wenn Sie als Alleinverdiener Ihre Familie ernähren müssen, sind die Folgen schwerwiegender als für einen Alleinstehenden.
  • Haben Sie eine Baufinanzierung für Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung laufen, könnten Sie im schlimmsten Fall Ihr Dach über dem Kopf verlieren. Dann ist eine Restschuldversicherung sehr sinnvoll.
  • Wenn Sie bereits Versicherungsschutz durch eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung haben, ist eine Restschuldversicherung weniger wichtig. Prüfen Sie den Leistungsumfang Ihrer bestehenden Versicherungen. 
  • Berücksichtigen Sie auch Ihre finanziellen Rücklagen (zum Beispiel Sparvermögen). Wenn Sie darauf im Notfall zurückgreifen können, ist eine Versicherung weniger nötig.

In jedem Fall ist ein genauer Blick in das Versicherungsangebot wichtig. Achten Sie dabei nicht nur auf den Versicherungsbeitrag, sondern auch auf die Karenz- und Wartezeiten. Und darauf, in welchen Fällen die Versicherung nicht zahlt.

Die Kreditkarten der Hanseatic Bank: Auf Wunsch mit Restschuldversicherung

Die Kreditkarten der Hanseatic Bank: Auf Wunsch mit Restschuldversicherung

  • Die SicherKreditkarte versichert Kreditraten bei Arbeitsunfähigkeit oder unverschuldeter Arbeitslosigkeit (maximal 24 Monate, Raten bis 350 Euro).
  • Der Versicherungsbeitrag beträgt monatlich 0,89 Prozent vom Kreditrahmen. Einen Kontosaldo von 100 Euro können Sie also für nur 0,89 Euro im Monat absichern.
  • Monate ohne Kontoumsätze kosten keine Versicherung.

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