Junger Vater mit kleinem Sohn klatschen sich im Auto sitzend ab
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Auto: So hoch sind die Kosten im Monat

Dagmar Sörensen
von Dagmar Sörensen, 31.05.2022

Das eigene Auto bedeutet für viele Freiheit, Unabhängigkeit, Bequemlichkeit – aber auch Spaß. Und in Zeiten von Corona zusätzlich kontaktarme und damit sichere individuelle Fortbewegung. Das ist schon einiges wert. Aber wissen Sie, was Ihr Auto Sie insgesamt jeden Monat so kostet? Möglicherweise (viel) mehr, als Sie denken! Wir erklären Ihnen, mit welchen Ausgaben Sie rechnen müssen – und wo Sie vielleicht etwas einsparen können! 

Themen in diesem Artikel

Kosten werden häufig unterschätzt

Vielen Autofahrenden ist nicht klar, wie viel Geld sie Monat für Monat für ihren fahrbaren Untersatz ausgeben. Oder vielleicht möchten sie es auch gar nicht so genau wissen? Eine Studie des RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung gemeinsam mit den Universitäten Mainz und Yale (USA) aus dem Jahr 2020 zeigte: Fahrzeughalter*innen halten ihre Ausgaben für nicht einmal halb so hoch, als sie es in Wahrheit sind. Tatsächlich liegen die Gesamtkosten im Durchschnitt bei monatlich 425 Euro – geschätzt wurden nur 204 Euro. Hätten Sie das gedacht? Oder hätten Sie auch einige Kosten übersehen?

Die Gesamtkosten eines Autos setzen sich zusammen aus:

  • Anschaffungskosten
  • Fixkosten für Versicherung und Steuern, Garagen- oder Stellplatzmiete, TÜV
  • Betriebskosten für Benzin beziehungsweise Strom, Wartung, neue Reifen, Parkgebühren, Waschanlage und Pflege, Reparaturen und einiges mehr
  • Wertverlust

Pauschale Aussagen zu den Kosten eines Autos lassen sich nicht treffen. Dazu spielen zu viele verschiedene Faktoren eine Rolle: Typklasse und Ausstattung des Fahrzeugs, Wohnort und nicht zuletzt Alter und Unfallrisiko der Fahrer*innen. Natürlich kommt ein Kleinwagen billiger als ein Mittelklasseauto oder eine Luxuslimousine.

Einen guten Überblick verschafft Ihnen die Autokostenübersicht des ADAC, aufgeteilt nach Marken und Modellen. Oder berechnen Sie die Unterhaltskosten Ihres Autos mit einem Autokosten-Rechner aus dem Internet.

Junge Frau nimmt strahlend den Schlüssel zu ihrem neuen Auto entgegen
© istock/ljubaphoto/2020  Mit den Anschaffungskosten ist es nicht getan: Der Unterhalt eines Autos kostet in manchen Fällen mehr als doppelt so viel, wie vorher gedacht.

Anschaffungskosten

Klar: Die Anschaffungskosten haben natürlich einen gewaltigen Anteil an den Gesamtkosten. Auch klar: Ein neues Auto ist teurer als ein gebrauchtes. Dafür ist ein Neuwagen technisch auf der Höhe, während Sie bei einem günstigeren Gebrauchtwagen schneller mit Reparaturen rechnen müssen. Prüfen Sie deshalb ein Auto aus zweiter Hand genau, damit sich ein vermeintliches Schnäppchen nicht als Reinfall erweist. Hilfreich beim Gebrauchtwagenkauf sind Checklisten aus dem Internet, wie beispielsweise von der Allianz.

Wenn Sie ein neues Auto über einen Kredit finanzieren, kommen die Raten zu den monatlichen Kosten hinzu. Und denken Sie daran: Sie zahlen dann zusätzlich zum Anschaffungspreis auch noch Zinsen. Mehr zu diesem Thema lesen in dem Ratgeber „Autokredit: Ihr Schlüssel zum neuen Wagen”

Was ist Leasing?

Was ist Leasing?

Beim Leasing kaufen Sie das Auto nicht, sondern mieten es für eine im Vorhinein vereinbarte Laufzeit, meist zwischen zwei und fünf Jahren. Sie sparen also die Anschaffungskosten und zahlen dafür einen monatlichen Nutzungsbetrag. Wie hoch diese monatlichen Leasing-Raten ausfallen, ist abhängig vom Fahrzeugtyp, der jährlichen Kilometerleistung, der Vertragslaufzeit und der Höhe einer Anfangszahlung und ob Sie die Werkstattkosten übernehmen oder nicht. 

Am Ende der Laufzeit geben Sie das Auto entweder zurück, verlängern den Vertrag oder kaufen das Auto zu einem Restwert, der von einem*einer Gutachter*in festgelegt wird.

Wichtig: Auch wenn Sie den Wagen nicht selbst besitzen: Für TÜV und Inspektionen sind Sie verantwortlich und müssen auch die entsprechenden Kosten tragen!

Ob und wann sich Leasing für Sie lohnt, lesen Sie im Artikel „Immer entspannt unterwegs mit Auto-Leasing?“.

Autounfall in nächtlicher Stadt
© istock/GummyBone/2017  Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Sie mit Ihrem Auto verursachen.

Fixkosten

Ganz egal, ob Sie das Auto viel fahren oder es die meiste Zeit in der Garage steht: Einige Kosten für Ihren Wagen fallen immer an.

Haftpflichtversicherung

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Sie zahlt für die Schäden, die Sie mit Ihrem Auto verursachen. Freiwillig ist dagegen die zusätzliche Teil- oder Vollkaskoversicherung. Die übernimmt die Kosten bei Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug – entweder zum Teil oder komplett.

Wie teuer die Haftpflichtversicherung für Ihr Auto wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Fahrzeugklasse
  • Schadensfreiheitsrabatte (Die Versicherung wird günstiger, je länger Sie unfallfrei geblieben sind.)
  • Wie viel Sie mit Ihrem Auto unterwegs sind
  • Selbstbehalte (= wie viel Sie bei einem Schadensfall selbst übernehmen)
  • Der Zulassungsbezirk
  • Wer alles mit dem Auto fährt (Fahranfänger*innen zahlen zum Beispiel besonders hohe Beiträge, weil ihr Unfallrisiko größer ist)

Aussagen zu den Kosten einer Haftpflichtversicherung sind also pauschal nicht zu treffen. Als grobe Orientierungshilfe können Sie für einen VW Golf V mit Teilkasko und vier Jahren Schadensfreiheitsklasse mit 500 Euro jährlich rechnen.

Gerade bei der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es große Unterschiede von Anbieter zu Anbieter. Kostenlose Tarifrechner im Internet, zum Beispiel vom ADAC oder Check24, machen eine schnelle, unkomplizierte Überprüfung möglich.

Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer berechnet sich nach Hubraum, dem Schadstoffausstoß und dem Tag der Erstzulassung. Je umweltfreundlicher Ihr Auto ist, desto günstiger fällt die Steuer aus. Elektrofahrzeuge kommen demnach sehr gut weg. Dieselfahrer*innen dagegen müssen tiefer in die Tasche greifen. Bei unserem Beispiel-Golf beträgt die Steuer etwa zwischen 100 und 300 Euro im Jahr.

Miete für Garagen- oder Stellplatzmiete

Gerade in Ballungsräumen sind Parkplätze ein rares Gut. Da kann die Miete für eine Garage oder einen Stellplatz schnell mit bis zu 200 Euro monatlich zu Buche schlagen.

TÜV

Ein neues Auto muss nach 36 Monaten das erste Mal zur Hauptuntersuchung (HU) und danach alle zwei Jahre. Die Kosten dafür variieren je nach Anbieter; kalkulieren Sie mit 90 Euro (nur HU) bis etwa 130 Euro (inklusive Abgasuntersuchung). 

Tipp: Auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Auto durch die Hauptuntersuchung kommt: Fahren Sie nicht zuerst in eine Werkstatt. Die kann Ihnen alles Mögliche berechnen, um das Auto „TÜV-fit“ zu machen. Fahren Sie stattdessen zuerst zur Hauptuntersuchung. Wenn das Auto durchfällt, bekommen Sie eine konkrete Mängelliste, mit der Sie in verschiedenen Werkstätten einen Kostenvoranschlag anfordern können. So vermeiden Sie böse Überraschungen. Und bei einer erneuten Vorfahrt zur Hauptuntersuchung innerhalb von vier Wochen zahlen Sie je nach Anbieter nur zwischen 10 und 25 Euro.

Automechaniker füllt Motoröl nach
© istock/FOTOGRAFIA INC./2020  Ein Ölwechsel gehört bei der Inspektion dazu.

Betriebskosten

Im Gegensatz zu den Fixkosten sind die Betriebskosten Ihres Autos abhängig davon, wie viel Sie fahren.

Benzin

Das ist keine Überraschung: Je mehr Sie fahren, umso teurer fällt dieser Kostenblock für Sie aus. Das heißt aber nicht, dass Sie gar keinen Einfluss darauf haben! Diese kleinen Tricks helfen beim Sparen:

  • Kostenlose Handy-Apps zeigen aktuell die Spritpreise an verschiedenen Tankstellen an. Die Preise schwanken von Wochentag zu Wochentag und sogar innerhalb eines Tages stark. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sparen Sie schnell etliche Euro.
  • Fahren Sie spritsparend: kein schnelles Anfahren, frühes Bremsen und Ausrollen vor roten Ampeln, 130 km/h auf Autobahnen, Fahren mit niedriger Drehzahl. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. 
  • Vermeiden Sie Kurzstrecken.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihren Reifendruck; zu niedriger Druck führt zu höherem Verbrauch.
  • Jedes Kilo Gewicht kostet Benzin. Tanken Sie in der Stadt deshalb nur halbvoll. Und räumen Sie alles aus dem Auto, was nicht hineingehört.
  • Suchen Sie sich Mitfahrer*innen und teilen Sie sich die Kosten.

Diese und noch mehr Hinweise finden Sie in unseren 18 Tipps für weniger Verbrauch.

Wartungskosten

Zu den Wartungskosten gehören zum Beispiel regelmäßige Inspektionen. Die sichern beim Neuwagen die Herstellergarantie und den Werterhalt des Autos.

Empfohlen wird eine Inspektion je nach Hersteller und Modell nach Laufleistung (zum Beispiel nach 15.000 Kilometern) oder Zeitraum (zum Beispiel alle zwölf Monate). Dabei wird Ihr Auto auf Defekte und Funktionsfähigkeit überprüft und technisch instand gehalten. Ein Ölwechsel sowie der Austausch des Luftfilters und des Pollenfilters der Klimaanlage gehört in der Regel dazu. Rechnen Sie für eine sogenannte kleine Inspektion mit rund 300 Euro. Bei einer großen Inspektion werden leicht 400 bis 800 Euro fällig. 

Betrachten Sie die Angaben als Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten sind auch davon abhängig, wie sehr Sie mit Ihrer Fahrweise Ihr Auto und seine Verschleißteile beanspruchen. Je mehr Teile ausgetauscht werden müssen, umso teurer wird die Inspektion.

Zur Wartung zählen auch die Wagenwäsche und Pflege, wofür der ADAC pro Jahr 250 Euro veranschlagt.

Autoverkäufer im Gespräch mit jungem Paar im Neuwagen
© istock/skynesher/2019  Ein Neuwagen nach eigenen Vorstellungen ist reizvoll, verliert aber sehr schnell an Wert.

Verschleiß

Regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten halten ein Auto in Schuss. Doch die beste Pflege kann nicht verhindern, dass es sich während des Gebrauchs abnutzt. Das betrifft vor allem technische Komponenten, die beim Betrieb stark beziehungsweise dauerhaft belastet werden. Die Rede ist von sogenannten Verschleißteilen. Je nach Kilometerleistung oder Beanspruchung müssen sie früher oder später ausgetauscht werden. 

  • Reifen 
  • Dichtungen 
  • Kühler 
  • Autobatterie 
  • Zündkerzen 
  • Stoßdämpfer 
  • Filter 
  • Bremsbeläge, -scheiben und -flüssigkeit 
  • Schmierstoffe 
  • Auspuff 
  • Getriebe 
  • Kupplung 
  • Zahnriemen 
  • Leuchten 

Viele dieser Verschleißteile gibt es auch bei E-Autos, vor allem beim Fahrwerk. Hinsichtlich des Antriebsstrangs aber fallen einige Elemente komplett weg. So gibt es in Elektromotoren beispielsweise keine Zündkerzen, Kühler oder Ölfilter. Die Bremsen nutzen sich weniger ab, weil der Motor ihre Arbeit per Rekuperation (Energierückgewinnung) unterstützt. Achtung: Auch der Akku von E-Autos verliert nach und nach an Leistung. Dessen Austausch kann mehrere Tausend Euro kosten. 

Junger Mann sitzt am Tisch und kalkuliert Kosten am Taschenrechner
© istock/ triloks  Die monatlichen Kosten für ein Auto sind oft höher als gedacht.

Wertverlust

Je älter ein Auto, desto weniger ist es wert. Bei einem Neuwagen sinkt der Wert rasant: Schon im ersten Jahr verliert er bei 15.000 Kilometer Fahrleistung rund 25 Prozent. Und nach drei Jahren bis vier Jahren ist er gerade mal die Hälfte des Anschaffungspreises wert. Danach verlangsamt sich der Verlust und pendelt sich bei durchschnittlich fünf bis sechs Prozent im Jahr ein. 

Auch das sind Richtwerte, denn der tatsächliche Wertverlust ist von vielen Faktoren abhängig: Automarke, Typ, gefahrene Kilometer, Zustand. Gute Pflege macht sich hier bezahlt. 

Natürlich spielt der Wertverlust bei Ihren monatlichen Unterhaltskosten keine Rolle. Aber wenn Ihr Wagen Monat für Monat immer weniger wert ist, wird sozusagen Ihr Vermögen Monat für Monat geringer. Und nicht zu vergessen: Je älter das Auto, desto mehr Reparaturen können nötig werden. Und die schlagen dann richtig zu Buche. 

E-Auto - Was kommt an Unterhaltskosten hinzu? | Ausgerechnet | WDR 

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Was kostet ein Elektroauto im Monat?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Grundsätzlich kommt es wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf das Modell und die Fahrweise an. Doch zeigen Vergleiche (siehe weiter unten), dass die Betriebskosten von E-Autos langfristig niedriger sind. Für die Anschaffung gilt das allerdings nicht. 

Wer sich ein Fahrzeug mit Elektromotor zulegt, muss laut Listenpreis meist tiefer in die Tasche greifen als für ein Auto, das mit fossilen Brennstoffen fährt. Doch der Kauf wird im Laufe der Zeit dank höherer Stückzahlen und effizienterer Technik günstiger werden. Und nicht zu vergessen: Weil E-Autos vergleichsweise ökologisch unterwegs sind, schießt der Staat Geld dazu. 

Bis Ende 2022 erhalten Käufer von E-Autos sowohl einen Umweltbonus als auch eine Innovationsprämie. Das macht zusammen 9.000 Euro, um die der Preis sinkt. Für Plug-in-Hybride gibt es eine Zulage von bis zu 6.750 Euro. Von 2023 bis 2025 legt der Bund nur noch den Umweltbonus drauf. Wie hoch der sein wird, ist momentan noch nicht festgelegt. Welche E-Modelle der Staat aktuell fördert, zeigt ein Blick in die „Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge“ des Bundesamts für Wirtschaft. 

Betriebskosten: Vergleiche der Antriebsarten

Betriebskosten: Vergleiche der Antriebsarten

Wie unterscheiden sich die monatlichen Kosten von E-Autos und Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen im Detail sowie auf lange Sicht? Damit und teils auch mit ökologischen Aspekten beschäftigen sich mehre Vergleiche. Zum Nachlesen hier Links zu einigen dieser Untersuchungen: 

Aber zurück zu den monatlichen Kosten für ein E-Auto. Die setzen sich grundsätzlich aus den gleichen Posten zusammen, wie bei klassisch angetriebenen Fahrzeugen. Allerdings gibt es dabei einige Unterschiede, die wir hier zusammenfassen. 

  • Viele Versicherungen verlangen für E-Autos geringere Prämien. 
  • Elektro-Pkw sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. 
  • Strenge Regeln der Hersteller können Reparaturen verteuern, vor allem hinsichtlich der kostspieligen Batterie. So müssen oft die Akkus nach dem Auslösen eines Airbags ausgetauscht werden. Überhaupt gehören die Stromspeicher zu den besonders hochpreisigen Ersatzteilen. 
  • Die Kosten für Inspektionen, Instandhaltung und Verschleißteile (siehe oben) sind geringer, weil E-Autos weniger anfällige und wartungsintensive Komponenten haben. Hersteller Tesla schreibt für seine Modelle gar keine regelmäßigen Werkstatttermine vor. 
  • Der Wertverlust eines Elektrofahrzeugs dürfte auf dem Gebrauchtmarkt tendenziell geringer sein, da die Nachfrage ansteigen wird. 
  • Bezüglich der Ladekosten lässt sich keine langfristige Prognose anstellen. Das zeigen beispielsweise die Auswirkungen der Coronakrise und des Kriegs in der Ukraine auf die Strom- und Treibstoffpreise (relevant für Hybrid-Fahrzeuge). 

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