Wie lassen sich mit weniger Kraftstoff mehr Kilometer fahren?
Obwohl die Treibstoffpreise an den Tankstellen mehrmals täglich rauf und runter gehen, zeigt der langfristige Trend stabil nach oben. Erst recht mit den Konflikten rund um die Ukraine und dem Iran. Doch nicht nur deshalb solltest du spritsparend fahren, sondern auch der Umwelt zuliebe. Hier findest du 18 Tipps, mit denen du weniger Benzin und Diesel verbrauchst.
Themen in diesem Artikel
- Kraftstoff sparen: Vor dem Fahren
- Spritsparend fahren
- Umweltschonend Fahren und Sprit sparen
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Sprit sparen
- Ballast raus und Dachträger ab – weniger Gewicht, weniger Verbrauch
- Regelmäßig Reifen wechseln, Reifendruck prüfen und Leichtlaufreifen/-öl nutzen
- Niedertourig und vorausschauend fahren – auch bei Automatik-Getriebe
- Stromfresser wie Klimaanlage oder Sitzheizung sparsam einsetzen
- Kurzstrecken vermeiden und das Auto regelmäßig warten
Kraftstoff sparen: Vor dem Fahren
Wer spritsparend fährt, hat mehr von seiner Tankfüllung. Jeden Kilometer, den du mehr rausholst, dankt dir dein Geldbeutel – auf lange Sicht lässt sich so richtig Geld sparen. Aber wie geht das, weniger Benzin oder Diesel zu verbrauchen? Schon bevor du losfährst, kannst du einiges tun, um Kraftstoff zu sparen:
Gewicht verringern
Ein schweres Auto braucht mehr Sprit. Schau regelmäßig in den Kofferraum, ob da unnötiger Ballast rumliegt, etwa Schneeketten im Sommer.
Befristete Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe
Um Verbraucher:innen aufgrund der stark gestiegenen Kraftstoffkosten zu entlasten, senkt die Bundesregierung für zunächst zwei Monate die Energiesteuer auf Diesel und Benzin. Vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 liegt die Energiesteuer 14,04 Cent pro Liter niedriger. Gleichzeitig reduziert sich auch der Anteil der Umsatzsteuer beim Tankstellenpreis.
Ob du von der theoretischen Ersparnis von circa 17 Cent pro Liter an der Zapfsäule wirklich profitierst, hängt allerdings vom Kraftstoffanbieter ab. Denn die Energiesteuer ist nur einer der Bestandteile des Kraftstoffpreises. Letztlich entscheiden die Kraftstofflieferanten selbst, ob sie die geringere Steuer an die Endkund:innen weitergeben. Denn das Gesetz schreibt den Unternehmen nicht vor, zu welchem Preis sie Benzin oder Diesel an dich verkaufen.
Anbauteile ab
Ein aerodynamisch geformtes Auto hat weniger Luftwiderstand. Das senkt den Verbrauch. Doch schon mit einem unbeladenen Dachgepäckträger steigt er deutlich an – bei einem Tempo von 120 km/h im Schnitt um fünf Prozent. Deshalb solltest du Anbauteile wie Dachboxen, Ski- oder Fahrradhalter abnehmen, wenn du sie nicht brauchst – auch wegen des zusätzlichen Gewichts.
Reifen wechseln
Wechsle die Reifen stets entsprechend der Jahreszeit. Winterreifen sind in der Regel schwerer als Sommerreifen und haben einen erhöhten Rollwiderstand, weshalb sie bis zu zehn Prozent mehr Kraftstoff kosten. Außerdem sind sie lauter und verschleißen schneller.
Reifendruck prüfen
Achte darauf, dass die Reifen den vom Hersteller empfohlenen Druck haben: Schon 0,5 Bar weniger können zu fünf Prozent mehr Verbrauch führen.
Spritsparend Auto fahren: So kann es gelingen | Die Ratgeber
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Leichtlaufreifen montieren
So rund alle Reifen auch sind: Bei Gewicht und Material gibt es riesige Unterschiede – abhängig vom Einsatzzweck. Leichtlaufreifen sind auf geringen Rollwiderstand getrimmt. Das heißt, dass sie leichter abrollen. Deshalb braucht der Motor weniger Kraft (und Kraftstoff) beim Fahren. Leichtlaufreifen sparen laut ADAC bis zu einem halben Liter Treibstoff pro 100 Kilometer. Die Investition in teurere Leichtlaufreifen rechnet sich langfristig durch die geringeren laufenden Kosten.
Leichtlauföl einfüllen
Leichtlauföl ist sehr dünnflüssig. Deshalb verteilt es sich schnell im Motor. Das macht sich besonders positiv beim Kaltstart und auf kürzeren Strecken bemerkbar. Ein weiterer Vorteil: Es hat einen geringen Widerstand. Das bedeutet, dass sich in ihm Kolben und Co. leichter bewegen als in anderen Schmierstoffen. Leichtlauföl (Kennzeichnung 0W oder 5W) bringt bis zu drei Prozent weniger Verbrauch.

Spritsparend fahren
Nicht nur Rasen verbraucht unnötig viel Diesel oder Benzin, es gibt auch andere Fahrweisen, die sich negativ auf den Kraftstoffverbrauch auswirken. Das gilt übrigens gleichermaßen für Autos mit Schalt- und Automatikgetriebe.
Bei welcher Geschwindigkeit ist ein Auto am sparsamsten?
Am wenigsten verbraucht das Auto in der Regel, wenn du mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 90 Kilometer pro Stunde und im höchsten Gang fährst. Auf der Autobahn bist du zwischen 100 und 130 Kilometer pro Stunde spritsparend unterwegs.
Vorausschauend fahren
Behalte den Verkehr stets auf längere Distanz im Auge – sowohl nach vorn als auch im Rückspiegel. So erkennst du früh heikle Situation und musst darauf nicht abrupt reagieren. Häufiges Bremsen und hastiges Beschleunigen verbrauchen unnötig Energie. Außerdem schonst du auf diese Weise Bremsanlage und Motor vor Verschleiß. Eine vorausschauende, sanfte Fahrweise hilft auch bei Automatik-Autos. Zusätzlich kannst du den Eco-Modus nutzen, der das Getriebe früher hochschalten lässt. Mit dem Sport-Modus dagegen verbläst du nur unnötig Kraftstoff.
Motor anlassen und sofort losfahren
Immer noch sieht man im Winter Autos im Leerlauf vor sich hin stottern, während Fahrerin oder Fahrer die Scheiben von Schnee und Eis befreien. Entgegen einem weit verbreiteten Mythos bringt das Warmlaufenlassen im Stand keine Vorteile. Diese Praxis ist nicht nur unnötig und belastet den Antrieb stark – sie ist auch verboten (siehe folgenden Kasten). Weil er in kaltem Zustand sehr viel Kraftstoff braucht, verpestet der Motor nur sinnlos die Luft mit Schadstoffen. Stattdessen solltest du nach dem Anlassen sofort losfahren. So bringst du dein Auto schnell und schonend auf spritsparende Betriebstemperatur.
Motor laufen lassen: Welches Bußgeld droht?
Die Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt: Unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen sind verboten. Das heißt auch: Motor aus, wann immer es geht. Laut Gesetz ist es aber keine Straftat, den Motor unnötig laufen zu lassen, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Deshalb kommen Erwischte meistens mit einem Bußgeld von rund 80 Euro (Stand 2026) davon.
Niedertourig fahren
Fahre so oft wie möglich im höchsten passenden Gang. Niedrige Drehzahlen bedeuten weniger Verbrauch – laut Umweltbundesamt sparst du so 20 bis 25 Prozent Sprit auf 100 Kilometern. In der Stadt reicht oft schon der vierte Gang oder höher. Weiterer Vorteil: Weil der Motor langsamer dreht, verursacht er weniger Lärm.
Zügig beschleunigen
Beim Anfahren darfst du ruhig beherzt aufs Gaspedal treten – das verbraucht weniger Sprit als langsames Beschleunigen. So erreichst du schneller deine Zielgeschwindigkeit und kannst früher in einen höheren, spritsparenden Gang schalten.
Für den Extra-Euro zwischendurch
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Motorbremse oder Leerlauf nutzen
Wenn du dich einer roten Ampel, einem Bahnübergang oder einer Ortschaft näherst: Geh einfach vom Gas und lass das Auto im Gang ausrollen. So nutzt du die Motorbremse. Viele Autos haben eine Schubabschaltung – dabei wird die Kraftstoffzufuhr komplett gestoppt, solange du nicht beschleunigst. Wer keine Schubabschaltung hat, spart am meisten, wenn er das Auto im Leerlauf rollen lässt.
Im Stand Motor abschalten
Moderne Wagen besitzen außerdem eine Start-Stopp-Automatik (SSA): Im Stand schaltet der Motor automatisch ab, bis du wieder losfährst. Fehlt diese Funktion, kannst du den Motor bei längeren Stopps auch selbst ausmachen – etwa an roten Ampeln, Bahnübergängen oder im Stau.
Der Notgroschen fürs Auto
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Umweltschonend fahren und Sprit sparen
Wodurch erhöht sich der Kraftstoffverbrauch außerdem? Es gibt noch ein paar weitere Möglichkeiten, langfristig die Umwelt und Geldbörse zu schonen.
Klimaanlage und Co. nur bei Bedarf
Eingeschaltete elektrische Geräte kosten indirekt Diesel oder Benzin, denn sie zapfen ihre Energie aus dem Bordnetz. Das wird vom Generator versorgt und der wiederum vom Motor. Je mehr Strom Klimaanlage, Medienzentrale, Heckscheibenheizung oder Assistenzsysteme ziehen, desto mehr Treibstoff muss der Antrieb verbrennen. Abhängig vom Fahrzeug und den Einstellungen kann beispielsweise eine aktive Klimaanlage einen Mehrverbrauch von 0,3 bis 1,5 Liter auf 100 Kilometern verursachen. Schalte deshalb Stromverbraucher nur so lange ein, wie du sie brauchst.

Kurzstrecken vermeiden
Ein kalter Motor verbraucht mehr Kraftstoff als ein warmer. Bis er die optimale und spritsparende Betriebstemperatur erreicht, musst du mehrere Kilometer fahren. Heißt: Auf Kurzstrecken schluckt er unverhältnismäßig viel. Meide deshalb Fahrten über geringe Distanzen oder kombiniere mehrere miteinander, um länger am Stück zu fahren. Noch besser: Lass das Auto stehen und bewältige ein paar Meter zu Fuß oder schwing dich aufs Fahrrad.
Fahrzeug regelmäßig warten
Ein schlecht eingestellter Motor oder altersschwache Verschleißteile können den Spritdurst eines Fahrzeugs vergrößern. Zu den Übeltätern zählen verstopfte Luftfilter, abgenutzte Zündkerzen, verschmutzte Öle oder nicht optimal justierte Einspritzanlagen. Beachte also die Wartungsintervalle des Herstellers und bringe dein Auto regelmäßig zur Inspektion.
Auto mit wenig Verbrauch fahren
Steht der Kauf eines neuen oder gebrauchten Wagens an, beachte auch dessen Kraftstoffverbrauch. Mit einem genügsamen Motor lässt sich richtig viel Sprit sparen. Auch die Wahl zwischen Benziner, Diesel- und Hybridauto hat darauf Einfluss. Generell sind der Verbrauch und damit die Treibstoffkosten bei Benzinern eher höher. Es gibt allerdings auch moderne und sehr sparsame Benziner mit vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreisen, Versicherungsprämien und Steuern. Am besten rechnest du durch: Wie viel fährst du normalerweise? Und wie viel Kraftstoff kostet das? Lohnt sich dann eher das eine oder das andere Modell?
Übrigens: Was dich ein Auto im Unterhalt kostet, erfährst du im Beitrag „So hoch sind die monatlichen Kosten für ein Auto”.
Spritspar-Training machen
Theorie ist gut – Praxis noch besser. Bei einem Spritspar-Training (zum Beispiel beim ADAC) merkst du schnell, wie viel Sprit du wirklich sparen kannst. Zuerst fährst du deine Strecke ganz normal, danach noch einmal nach den Tipps der Trainer*innen. Anschließend werden beide Fahrten verglichen – und du siehst schwarz auf weiß, wie groß der Unterschied ist. So lernst du, deinen Fahrstil dauerhaft spritsparender zu gestalten.
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FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Wie kann ich sofort Kraftstoff sparen, ohne mein Auto zu wechseln?
Schon kleine Maßnahmen helfen: Reduziere unnötiges Gewicht und Anbauteile, prüfe regelmäßig den Reifendruck und fahre vorausschauend. Nutze hohe Gänge bei niedrigen Drehzahlen und schalte elektrische Energiefresser wie Klimaanlage nur bei Bedarf ein. So lässt sich der Verbrauch direkt spürbar senken.
Ist es sinnvoll, den Motor im Stand warmlaufen zu lassen?
Ein kalter Motor verbraucht im Leerlauf besonders viel Kraftstoff. Besser ist es, direkt loszufahren und den Motor durch moderates Fahren auf Betriebstemperatur zu bringen. Versuche außerdem möglichst viele Teilstrecken zusammenzulegen, statt viele Kurzstrecken über den Tag verteilt zu fahren.
Warum sind Kurzstrecken besonders spritintensiv?
Bei kurzen Fahrten erreicht der Motor oft nicht seine optimale Betriebstemperatur. In der Kaltphase ist der Verbrauch deutlich höher, wodurch auf wenigen Kilometern unverhältnismäßig viel Kraftstoff verbraucht wird. Längere, kombinierte Fahrten sind daher effizienter.


