Eine junge Frau betankt ihr Auto und blickt lächelnd zur Zapfsäule
Sparen

Spritsparend fahren: 15 Tipps für weniger Verbrauch

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 07.04.2021

Lassen Sie sich nicht täuschen: Obwohl die Treibstoffpreise an den Tankstellen mehrmals täglich rauf und runter gehen, kennen sie auf Dauer bloß eine Richtung – nämlich die nach oben. Doch nicht nur deshalb sollten Sie spritsparend fahren, sondern auch der Umwelt zuliebe. Hier finden Sie 15 Tipps, mit denen Sie weniger Benzin und Diesel verbrauchen.

Themen in diesem Artikel

Vor dem Fahren

Gewicht verringern

Ein schweres Auto braucht mehr Kraftstoff. Deshalb sollten Sie regelmäßig prüfen, ob sie mit überflüssigem Ballast unterwegs sind. Schauen Sie beispielsweise im Kofferraum nach, ob darin noch Schneeketten liegen, die Sie im Sommer nicht brauchen. Oder montieren Sie den leeren Fahrradträger hinter dem Kofferraum ab.

Luftwiderstand gering halten

Ein aerodynamisch geformtes Auto hat weniger Luftwiderstand. Das senkt den Verbrauch. Doch schon mit einem unbeladenen Dachgepäckträger steigt er wieder an – bei Tempo 120 im Schnitt um fünf Prozent. Deshalb sollten Sie Anbauteile wie Dachboxen, Ski- oder Fahrradhalter abnehmen, wenn Sie sie nicht brauchen.

Reifendruck anpassen

Achten Sie darauf, dass Ihre Reifen den vom Hersteller empfohlenen Druck haben. Liegt er nur um 0,5 bar darunter, kann das einen Mehrverbrauch von rund fünf Prozent ausmachen. Auch wichtig: Wechseln Sie die Pneus stets entsprechend der Jahreszeit. Winterreifen sind in der Regel schwerer als Sommerreifen und kosten deshalb bis zu zehn Prozent mehr Kraftstoff. Außerdem sind sie lauter und verschleißen schneller.

Die 6 größten Spritspar-Irrtümer - Bloch erklärt #18 | auto motor und sport

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Leichtlaufreifen montieren

Alle Reifen sind rund. Aber das war’s dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Denn praktisch jedes Modell unterscheidet sich vom anderen durch Gewicht, Material und/oder Profil – abhängig vom Einsatzzweck. Leichtlaufreifen sind auf geringen Rollwiderstand getrimmt. Das heißt, dass sie sich besonders leicht über den Asphalt bewegen. Deshalb braucht der Motor weniger Kraft (und Kraftstoff) beim Fahren. Leichtlaufreifen sparen laut ADAC bis zu einem halben Liter Benzin pro 100 Kilometer. Sie sind zwar oft teurer als normale Reifen, lohnen sich aber mit der Zeit.

Leichtlauföl einfüllen

Leichtlauföl ist sehr dünnflüssig. Deshalb verteilt es sich ganz schnell im Motor. Das macht sich besonders positiv beim Kaltstart und auf kürzeren Strecken bemerkbar. Ein weiterer Vorteil: Es hat einen geringen Widerstand. Das bedeutet, dass sich in ihm Kolben und Co. leichter bewegen als in anderen Schmierstoffen. Leichtlauföl (Kennzeichnung 0W oder 5W) bringt bis zu drei Prozent weniger Verbrauch.

Eine Frau schaltet in einen höheren Gang
© istock/lzf/2020  Je höher der eingelegte Gang, desto weniger Spritverbrauch.

Beim Fahren

Vorausschauend fahren

Behalten Sie den Verkehr stets auf längere Distanz im Auge – sowohl nach vorn als auch im Rückspiegel. So erkennen Sie früh heikle Situation und brauchen darauf nicht abrupt zu reagieren. Plötzliches Bremsen und hastiges Beschleunigen verbrauchen unnötig Energie. Außerdem schonen Sie auf diese Weise Bremsanlage und Motor vor Verschleiß.

Motor anlassen und sofort losfahren

Immer noch sieht man im Winter Autos im Leerlauf vor sich hin stottern, während Fahrerin oder Fahrer die Scheiben von Schnee und Eis befreien. Angeblich soll das Drehen im Stand den Motor aufwärmen. Das ist aber nur eine Legende. Diese Praxis ist nicht nur unnötig und belastet den Antrieb stark – sie ist auch verboten (siehe folgenden Kasten). Denn weil er in kaltem Zustand sehr viel Kraftstoff braucht, verpestet der Motor nur sinnlos die Luft mit Schadstoffen. Stattdessen sollten Sie nach dem Anlassen sofort losfahren. So bringen Sie Ihr Auto schnell und schonend auf spritsparende Betriebstemperatur.

Motor laufen lassen: Welches Bußgeld droht?

Motor laufen lassen: Welches Bußgeld droht?

Die Straßenverkehrsordnung besagt: Unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen sind verboten. Das heißt auch: Motor aus, wann immer es geht. Laut Gesetz ist es aber keine Straftat, den Motor unnötig laufen zu lassen, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Deshalb kommt man meistens mit einem Bußgeld von 80 Euro davon.

Niedertourig fahren

Seien Sie stets im höchstmöglichen Gang unterwegs. Das führt zu niedrigen Drehzahlen und damit zu weniger Verbrauch. So können Sie oft problemlos im vierten oder einem höheren Gang in der Stadt fahren. Auf diese Weise lassen sich nach Angeben des Bundesumweltamts 20 bis 25 Prozent Sprit auf 100 Kilometer sparen. Weiterer Vorteil: Weil der Motor langsamer dreht, verursacht er weniger Lärm.

Fahrtraining: Wie kann man Sprit sparen? | Gut zu wissen | BR

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Zügig beschleunigen

Treten Sie beim Anfahren ruhig beherzt aufs Gaspedal. Denn das verbraucht weniger Treibstoff als langsames Beschleunigen. Außerdem erreichen Sie damit schneller Ihre Reisegeschwindigkeit und können dann eher in einem hohen Gang spritsparend fahren.

Motorbremse nutzen

Wenn Sie sich einer geschlossenen Ortschaft nähern, einer heruntergelassenen Eisenbahnschranken oder einer roten Ampel, dann gehen Sie vom Gas, um langsamer zu werden beziehungsweise auszurollen. Lassen Sie dabei den Gang eingelegt, um die Motorbremse zu nutzen. Viele Autos reagieren darauf mit einer Schubabschaltung, die die Treibstoffzufuhr vorübergehend abstellt. Heißt: Bis Sie wieder beschleunigen, verbrauchen Sie keinen Kraftstoff.

Im Stand Motor abschalten

Um Treibstoff zu sparen, schalten moderne Automodelle automatisch den Motor ab, sobald sie stehen. Ist ihr Wagen nicht mit dieser Funktion ausgestattet, sollten sie selbst das tun. Das lohnt sich beispielsweise während längerer Rotphasen von Ampeln, vor geschlossenen Bahnübergängen oder im Stau. 

Grundsätzliches

Klimaanlage und Co. nur bei Bedarf

Eingeschaltete elektrische Geräte kosten indirekt Diesel oder Benzin, denn sie zapfen ihre Energie aus dem Bordnetz. Das wird vom Generator versorgt und der wiederum vom Motor. Je mehr Strom Klimaanlage, Medienzentrale, Heckscheibenheizung oder Assistenzsysteme ziehen, desto mehr Treibstoff muss der Antrieb verbrennen. Abhängig vom Fahrzeug und den Einstellungen kann beispielsweise eine aktive Klimaanlage einen Mehrverbrauch von 0,3 bis 1,5 Liter auf 100 Kilometern verursachen. Schalten Sie deshalb Stromverbraucher nur so lange ein, wie Sie sie brauchen.

Ein Fahrer schaltet die Klimaanlage ab
© istock/hiphotos35/2016  Klimaanlagen sollten nur laufen, wenn es unbedingt nötig ist.

Kurzstrecken vermeiden

Ein kalter Motor verbraucht mehr Kraftstoff als ein warmer. Bis er die optimale und spritsparende Betriebstemperatur erreicht, müssen Sie mehrere Kilometer fahren. Heißt: Auf Kurzstrecken schluckt er unverhältnismäßig viel. Deshalb sollten Sie Fahrten über geringe Distanzen vermeiden oder mehrere miteinander kombinieren, um länger am Stück zu fahren. Noch besser: Sie lassen das Auto stehen und bewältigen ein paar Meter zu Fuß oder schwingen sich dafür aufs Fahrrad.

Fahrzeug regelmäßig warten

Ein schlecht eingestellter Motor oder altersschwache Verschleißteile können den Spritdurst eines Fahrzeugs vergrößern. Zu den Übeltätern zählen verstopfte Luftfilter, abgenutzte Zündkerzen, verschmutzte Öle oder nicht optimal justierte Einspritzanlagen. Deshalb sollten Sie die Wartungsintervalle des Herstellers beachten und Ihr Auto regelmäßig zur Inspektion bringen.

Auto mit wenig Verbrauch fahren

Steht der Kauf eines neuen oder gebrauchten Wagens an, sollten Sie auf dessen Kraftstoffverbrauch achten. Mit einem genügsamen Motor lässt sich richtig viel Sprit sparen. Auch die Wahl zwischen Dieselauto oder Benziner hat darauf Einfluss. Generell sind der Verbrauch und damit die Treibstoffkosten bei Dieseln niedriger. Es gibt allerdings auch moderne und sehr sparsame Benziner mit vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreisen, Versicherungsprämien und Steuern. Am besten rechnen Sie durch: Wie viel werden Sie fahren und wie viel Kraftstoff verbrauchen? Lohnt sich dann eher das eine oder das andere Modell?

Spritspar-Training machen

Grau ist alle Theorie: Dass die genannten Tipps nicht nur auf dem Papier stehen, sondern wirklich etwas bringen, merken Sie bei einem Spritspar-Lehrgang (z. B. beim ADAC). Dabei sind Sie unter Anleitung und Begleitung zunächst auf Ihre übliche Weise unterwegs. Dann fahren Sie dieselbe Strecke noch einmal – diesmal nach den Vorgaben Ihres Trainers. Die Verbrauchswerte beider Touren werden protokolliert und die Unterschiede mit Ihnen besprochen. Daraus können Sie viel für spritsparendes Fahren lernen.

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