Arbeiter installieren eine Solaranlage auf einem Hausdach
Sparen

Investieren, um zu sparen: Das geht (und staatliche Förderung gibt’s auch)

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 10.02.2022

Wer richtig Geld sparen möchte, muss erstmal welches ausgeben. Klingt paradox? Stimmt aber häufig. Jedenfalls dann, wenn es um Investitionen geht, die künftige Ausgaben spürbar senken – etwa beim Wohnen oder der Mobilität, Stichwort: E-Auto. Am besten funktioniert das Prinzip „Investieren, um zu sparen“, wenn der Staat ordentlich Fördermittel locker macht. Hier einige Beispiele für Ausgaben, die richtig Geld einbringen.

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Auf den Punkt

Auf den Punkt

  • Viele Investitionen im Haus und bei der Mobilität sparen unterm Strich bares Geld.
  • Der Staat fördert vor allem Maßnahmen zum Klimaschutz mit Zuschüssen und Krediten.
  • Die meisten Mittel werden über die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle vergeben.

Elektroauto: Investition lohnt sich doppelt

Soll ich das Geld für meinen nächsten Wagen in ein E-Fahrzeug stecken? Das fragen sich viele Autofahrer*innen. Klar: Die Umwelt profitiert. Aber lohnt sich das auch wirtschaftlich? Ja!, ergab eine Studie des ADAC aus dem Jahr 2021. Das hat zwei Gründe.

  • Es gibt eine staatliche Förderung für Elektroautos. Bis 9.000 Euro sind bei einer Neuanschaffung drin. Anträge können Sie (nur online) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. (Achtung: Ab 2023 sollen für geförderte Fahrzeuge strengere Bedingungen gelten – die Förderung könnte dann geringer ausfallen.)
  • E-Autos sind von den Gesamtkosten her oft günstiger als Verbrenner. Zu diesem Ergebnis kamen die ADAC-Tester*innen, nachdem sie alle Ausgaben bei E-Fahrzeugen und Wagen mit herkömmlichem Antrieb miteinander verglichen hatten. Dafür berücksichtigten sie neben den Anschaffungskosten auch Ausgaben für Kraftstoff beziehungsweise Strom, Wartung, Kfz-Steuer (entfällt bei E-Wagen bis 2030) und Reparaturen. Besonders ins Gewicht fiel aber der niedrigere Wertverlust von E-Autos.

So hilft Vater Staat beim Hauskauf

In den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist auf Dauer günstiger als ein Leben lang Miete zu zahlen. Ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung ist damit auch eine hervorragende Altersvorsorge. Über die öffentlich-rechtliche KfW-Bank können Sie eine staatliche Förderung für einen Hauskauf, einen Neubau oder den Erwerb einer Wohnung bekommen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen dann selbst in Ihrer Immobilie wohnen. 

Über das Wohneigentumsprogramm der KfW erhalten Sie einen Förderkredit von bis zu 100.000 Euro mit einem effektiven Jahreszins von unter 1 Prozent. Beantragen müssen Sie den Kredit bei Ihrem Finanzierungspartner, also in der Regel Ihrer Bank oder Bausparkasse. Übrigens: Auch für Bausparverträge gibt es eine staatliche Förderung, zum Beispiel in Form einer Wohnungsbauprämie. Letztere erhalten allerdings nur Sparer*innen mit einem Jahreseinkommen von höchstens 35.000 Euro. Hier finden Sie mehr Informationen zur staatlichen Förderung beim Bausparen.

Ein Architekt und ein junges Paar gehen an einem Tisch in einem Rohbau Baupläne und eine Liste durch
© istock/skynesher/2017  Staatliche Förderung erleichtert den Kauf einer selbst bewohnten Immobilie.

Heizkosten senken und staatliche Förderung einstreichen

Wenn Sie bereits seit einiger Zeit Eigentümer*in eines Hauses sind, lohnt es sich, das ältere Gebäude energetisch zu modernisieren. Im Ergebnis werden Sie eine Menge Energie sparen und damit bares Geld. Experten raten: Investieren Sie in regenerative Energien, und nutzen Sie die staatliche Förderung für Wärmedämmung und neue Fenster! Die Modernisierung kostet Sie dann weniger als Sie vielleicht denken.

Steuern sparen durch Investieren: Zum Beispiel mit neuen Fenstern

Den Einbau neuer Fenster können Sie gleich mehrfach fördern lassen. Zunächst einmal lassen sich die Ausgaben von der Steuer absetzen. Die zweite Fördermöglichkeit: Sie beantragen einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der Kosten beim BAFA. Dazu müssen die Fenster bestimmte Dämmeigenschaften erfüllen, und ein*e Energie-Effizienz-Expert*in muss an der Maßnahme beteiligt sein. Er oder sie stellt auch den Antrag beim Bundesamt (hier staatliche Förderungen, die es sonst noch über das BAFA gibt, auf einen Blick). 

Wenn Sie dennoch nicht genug Geld für eine Modernisierung zur Verfügung haben, können Sie als dritte Möglichkeit einen zinsgünstigen Kredit bei der KfW-Bank beantragen.

Wärmedämmung mit staatlicher Förderung: So geht’s

Sparen und Investieren schließen sich auch beim Thema Wärmedämmung nicht aus. „Allein mit einer Fassadendämmung und Sonnenschutz an den Fenstern können Sie bis zu 35 Prozent Energiekosten sparen“, so eine Mitteilung der KfW-Bank, die Ihre Wärmedämmung mit Krediten und Zuschüssen unterstützt. Auch hier brauchen sie wieder die Mitarbeit einer*s Energieexpert*in. Erfüllt die Dämmung dann noch die vorgegebenen Mindestanforderungen, erhalten Sie auf Antrag einen günstigen Kredit in Höhe von bis zu 150.000 Euro, einen Tilgungszuschuss sowie Sanierungszuschüsse von bis zu 75.000 Euro. Das Problem: Dieses Angebot wurde so oft nachgefragt, dass momentan (Stand Januar 2022) dafür ein Antrags- und Zusagestopp gilt.

Beim Heizen in erneuerbare Energien investieren

Eine staatliche Förderung ist für den Austausch der Heizung ebenso vorgesehen wie für eine Optimierung bestehender Heizungen. Wenn Sie statt einer alten Ölheizung künftig beispielsweise eine Gas-Hybridheizung nutzen, sieht die staatliche Förderung sogar einen zusätzlichen Bonus vor. 

Bei der Höhe der Förderung kommt es auf die Art der Modernisierung an. Laut einer Information der Verbraucherzentralen unterstützt Sie der Staat unter anderem bei der Umstellung auf:

  • Wärmepumpen
  • Biomasse-Anlagen
  • Solarthermieanlagen
  • Gas-Hybridheizungen
  • Gasbrennwertheizungen
  • Erneuerbare-Energien-Hybrid-Heizungen
  • Fernwärme
  • Maßnahmen zur Optimierung einer bestehenden Heizung
Eine Frau kontrolliert mit einer Hand am Heizkörper sowie mittels einer Smart-Home-App auf einem Tablet die Temperatur
© istock/deimagine/2021  Die finanziell unterstützte Anschaffung einer modernen Heizung kann sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch lohnen.

Photovoltaik: Strom erzeugen mit der Kraft der Sonne

Strom, der von einer Photovoltaik-Anlage erzeugt wird, kostet mit 10-14 Cent pro Kilowattstunde nur etwa ein Drittel dessen, was Sie üblicherweise für die Stromversorgung in Ihrem Haus bezahlen. Und: Weil das so umweltfreundlich ist, unterstützen Bund, Länder und Kommunen Photovoltaik mit unterschiedlichen Formen staatlicher Förderung.

Unmittelbar profitieren Sie von der Einspeisevergütung, die Sie für Solarstrom erhalten, den Sie nicht selbst verbrauchen, sondern ins öffentliche Netz einspeisen. Zinsgünstig finanzieren lässt sich die Investition über die KfW. Außerdem gibt es unter Umständen für die Anlage und den benötigten Batteriespeicher Zuschüsse, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind (zur staatlichen Förderung nach Bundesland hier eine Übersicht). Auch einzelne Städte gewähren manchmal Zuschüsse. Dazu erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrer Gemeinde.

Welche Voraussetzung müssen für die staatliche Förderung erfüllt sein?

Welche Voraussetzung müssen für die staatliche Förderung erfüllt sein?

Ob Sie Fördermittel bekommen oder nicht, hängt unter anderem von der Effizienz der geplanten Maßnahmen ab. So müssen zum Beispiel bei neuen Fenstern oder bei der Wärmedämmung bestimmte Mindeststandards eingehalten werden. Ganz wichtig: Sie müssen Fördermittel immer beantragen, bevor die Arbeiten beginnen. Anders beim Kauf eines E-Autos: Hier brauchen Sie den Kaufvertrag, um Ihren Antrag auf Zuschüsse stellen zu können. Erkunden Sie sich also vorher, ob die Anschaffung Ihres Wunschwagens förderfähig ist.

Machen Sie Ihr Haus zum Smart Home – mit staatlicher Unterstützung

Die Heizung stellt sich von selbst auf die optimale Raumtemperatur ein, Leuchten schalten sich automatisch aus, wenn niemand im Raum ist, und die Waschmaschine springt selbstständig an, wenn der Strom am günstigsten ist. Es gibt fast nichts mehr, was ein Smart Home heutzutage nicht kann. Mit einer Investition in intelligente Hilfsmittel können Sie Ihre Nebenkosten drastisch senken. 

Der Staat unterstützt Sie dabei unter anderem durch die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG), durch steuerliche Erleichterungen und Förderprogramme der KfW-Bank. Das Angebot ist ausgesprochen umfangreich. Die wichtigsten Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

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