Ein junges Paar sitzt auf einem Sofa und liest aufmerksam einen Vertrag
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Bonität vorausgesetzt: Was bedeutet das beim Online-Händler oder Kreditgeber?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 28.05.2020

Sind Sie auch schon mal über den kurzen Hinweis „Bonität vorausgesetzt“ gestolpert? Der steht oft im Kleingedruckten von Onlineshops, wenn Sie dort eine Rechnung per Kredit oder auf Raten zahlen. Was es damit auf sich hat, wo es noch eine Rolle spielt und was das gegebenenfalls für sie bedeutet, zeigen Ihnen die Klarmacher.

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Was bedeutet „Bonität vorausgesetzt“?

Der Begriff kommt Ihnen häufig dann unter, wenn Sie beispielsweise etwas in einem Onlineshop per Kredit oder Ratenzahlung bezahlen möchten. Diese Möglichkeiten bieten viele Händler an. Allerdings tun sie das nicht einfach nur auf Treu und Glauben.

Zusätzlich gehen sie oft auf Nummer sicher und prüfen vor dem Abschluss des Kaufs, ob Sie als Kunde kreditwürdig sind. Das erkennen Sie an dem Hinweis „Bonität vorausgesetzt“ im Vertrag. „Bonität“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich in etwa „gutes Vermögen“. Heute ist mit dem Wort die Zahlungsfähigkeit gemeint. Mit dem Hinweis macht der Händler also klar: Der Vertrag gilt nur, wenn Sie den Kredit bedienen beziehungsweise die Raten bis zum Ende der Laufzeit vollständig bezahlen können.

Um das herauszufinden, erkundigt sich der Händler bei der Schufa oder einer anderen Wirtschaftsauskunft nach Ihrer Zahlungsfähigkeit und Ihrer Zahlungsmoral. Ist ihm Ihre Bonität nicht gut genug, kann er das Geschäft ablehnen. Dafür hat jeder Händler oder Kreditgeber seine eigene rote Linie.

„Bonität vorausgesetzt“ heißt es meist auch bei Anträgen für eine Kreditkarte oder für Leasingverträge. In diesen und ähnlichen Fällen veranlassen die Anbieter in der Regel ebenfalls eine Bonitätsprüfung, um die Zahlungsfähigkeit der Kunden einzuschätzen.

Bessere Bonität = niedrigere Kreditzinsen?

Bessere Bonität = niedrigere Kreditzinsen?

In den meisten Fällen vergeben Banken Kredite bei ausreichender Bonität zu einheitlichen Konditionen. Wenn also zwei Kunden jeweils einen Kredit unter den gleichen Bedingungen aufnehmen, zahlen beide gleich hohe Zinsen.

Manchmal aber machen Geldgeber die Höhe der Zinsen vom Grad der Zahlungsfähigkeit abhängig. Wenn man bei Ihnen eine gute Bonität voraussetzt, bekommen Sie einen Kredit vergleichsweise günstig. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch: Bei einer schlechten Zahlungsfähigkeit müssen Sie mehr Kreditzinsen zahlen, weil das Risiko höher ist, dass der Geldgeber das Geld überhaupt nicht zurückbekommt. Die Spanne der Zinsen reicht in der Regel von vier bis 16 Prozent.

Zwei junge Frauen beim Online Shopping vor einem Laptop in einem Straßencafé
© istock/Martin Dimitrov/2016  Auch bei Kreditkarten wird eine gute Bonität vorausgesetzt, schließlich zahlen Sie damit auf Kredit, den Sie zurückzahlen müssen.

Was bedeutet „Bonität vorausgesetzt, gegen Aufpreis“?

Manche Versand- und Onlinehändler schreiben in ihre Anträge auf Ratenzahlung die Formulierung „Bonität vorausgesetzt, gegen Aufpreis“. Dann wird nicht nur Ihre Zahlungsunfähigkeit überprüft, sondern die Kosten für Ihre Ware hängen von der Anzahl der Raten ab.

Vereinbaren Sie beispielsweise eine Teilzahlung über drei Monate, dann ist das für Sie günstiger als bei sechs Monaten. Obwohl das auf den ersten Blick nicht so aussehen mag. Je länger Sie die Rechnung abstottern, desto geringer ist nämlich die einzelne Rate. Die Gesamtsumme aber ist am Ende höher, weil Sie wegen der längeren Laufzeit mehr Raten leisten müssen.

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