Klug investieren: Was ist eine Kapitalanlage?
Du willst dein Geld für dich arbeiten lassen, damit es mehr wird? Dann brauchst du nur die richtige Kapitalanlage. Aber was ist das überhaupt? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten hast du, um dein Geld zu investieren? Und was ist das magische Dreieck der Geldanlage? Diese und mehr Fragen beantworten dir die KlarMacher.
Themen in diesem Artikel
- Kapitalanlage – die Definition
- Was ist die beste Kapitalanlage?
- Welche Kapitalanlage passt zu dir?
- Welche Kapitalanlagen gibt es noch?
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Kapitalanlage
- Eine Kapitalanlage ist die Investition von Geld, auf das du für einen längeren Zeitraum verzichten kannst, und das eine Rendite (zum Beispiel Zinsen, Dividenden oder Verkaufsgewinne) bringen soll.
- Kapitalanlagen wie Aktien oder ETFs liefern in der Regel mehr Rendite als Festgeld oder Tagesgeld, aber es gibt auch ein höheres Risiko, dass du Geld verlierst.
- Die Wahl der passenden Kapitalanlage hängt stark von deinen persönlichen Zielen ab.
- Auf Kapitalerträge fällt meist Kapitalertragsteuer an.
Kapitalanlage – die Definition
Was ist eine Kapitalanlage? Antwort: Eine Kapitalanlage ist die Investition von Geld, das nicht für den unmittelbaren Verbrauch bestimmt ist. Stattdessen soll es innerhalb eines gewissen Zeitraums eine Rendite erzielen.
Beispiel: Du hast auf deinem Girokonto Geld übrig, das du bis auf Weiteres nicht brauchst. Wenn du es liegen lässt, verliert es wegen der Inflation nach und nach an Wert. Wenn du es aber in einer Kapitalanlage steckst, kann dir das so viel an Zinsen, Dividenden oder durch Verkauf einbringen, dass du am Ende mehr Geld aus der Anlage herausbekommst, als du anfangs dafür eingesetzt hast. Wenn es gut läuft, gleicht das nicht nur die Inflation aus, sondern bringt sogar noch einen Zusatzgewinn.
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Was ist die beste Kapitalanlage?
Klar: Die beste Kapitalanlage ist die, die die größte Rendite aus deinen investierten Euros macht. Doch so einfach, wie es klingt, ist es nicht immer. Allein schon deshalb, weil für größere Gewinne ein riskanterer Kurs nötig ist. Du kannst also auch Geld verlieren – vielleicht nur kleinere Summen und das nur zeitweise, vielleicht machst du aber auch ein dickes Minus. Willst du das vermeiden, solltest du auf sichere Anlagemöglichkeiten setzen. Doch die werfen meist weniger ab.
Ein weiterer Punkt ist die Laufzeit. Wie lange willst du das Geld investieren und damit festlegen – ein paar Monate, mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte? Diese Dauer bestimmt, wann dein angelegtes Geld wieder frei und für dich verfügbar ist.
Die Wahl der passenden Kapitalanlage hängt also stark von deinen persönlichen Zielen ab. Und damit sind wir bei dem, was als magisches Dreieck der Geldanlage bezeichnet wird. Dabei geht es um die Wechselwirkung zwischen …
- Sicherheit (du hast am Ende der Kapitalanlage auf jeden Fall einen Gewinn gemacht)
- Rendite (du hast einen möglichst hohen Gewinn gemacht)
- und Liquidität (du kannst auf das Geld flexibel zugreifen).
Zum Beispiel: Du möchtest möglichst sicher ein Plus verzeichnen und notfalls schnell auf dein Geld zugreifen können (= hohe Sicherheit, hohe Liquidität). Das funktioniert in der Regel nur bei einer zugleich niedrigen Rentabilität (also einen umso kleineren Gewinn). Möchtest du hohe Rentabilität mit hoher Sicherheit verbinden, wirst du eine eher geringe Liquidität in Kauf nehmen müssen (also das Geld sehr lange anlegen, damit zwischenzeitliche Verluste wieder aufgefangen werden). Und hohe Rentabilität sowie hohe Liquidität gibt es meist nur um den Preis niedriger Sicherheit. Du kannst also nicht alle Pole im Anlagedreieck im gleichen Maße erreichen, sondern bestenfalls zwei.

Welche Kapitalanlage passt zu dir?
Die Antwort hängt von deinem Anlagehorizont ab. Maßgeblich ist hier, mit welchem Ziel du dein Geld in den Kapitalmarkt investieren möchtest. Und für wie lange du es für dich arbeiten lassen willst, bevor du wieder frei darüber verfügen kannst. Bist du dir bei deiner Wahl unsicher, solltest du dich bei unabhängigen Beratungsstellen wie der Verbraucherzentrale informieren.
Sichere Kapitalanlagen
Unterschiedliche gesetzliche Kontrollen und Garantien wie die Einlagensicherung schützen weitgehend die Investitionen bei bestimmten Geldanlagen. Allerdings verringern diese Mechanismen die Renditeaussichten, weil sie mit strengen Auflagen verbunden sind. Das schränkt die Auswahl auf robuste, aber oft vergleichsweise weniger rentable Anlageprodukte ein. Zu den üblicherweise sicheren Geldanlagen zählen:
- Festgeld
- Tagesgeld
- Sparbuch
- Private Altersvorsorge / Rentenversicherung (Riester-Rente, Rürup-Rente, Betriebsrente, Lebensversicherung)
- Bausparvertrag
- Staatsanleihen
- Unternehmensanleihen (bei hoher Bonität)
Mehr über sichere Geldanlagen findest du in unserem Ratgeber „Sichere Geldanlage in schwierigen Zeiten: Welche Renditen und welche Risiken gibt es?“.
Die Kapitalertragsteuer
Auf Gewinne aus Geldanlagen zieht dir der Staat die Kapitalertragsteuer ab – auch Abgeltungssteuer genannt. Sie ist eine Form der Einkommensteuer, die er auf alle Kapitalerträge wie etwa Zinsen und Dividenden erhebt. In der Regel überweist deine Bank die Kapitalertragsteuer an das Finanzamt. Unterm Strich kommen dabei mehrere Steuersätze zusammen: 25 Prozent Kapitalertragsteuer + 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag + gegebenenfalls Kirchensteuer. Allerdings gibt es hier auch einen Steuerfreibetrag, den sogenannten Sparerpauschbetrag, von 1.000 Euro pro Jahr und Kopf.
Details dazu findest du in unserem Beitrag „Freistellungsauftrag: So stoppst du die Steuern für Zinsen und Dividenden“.
Renditestarke Kapitalanlagen
Die folgenden Anlagemöglichkeiten versprechen oft eine größere Rendite als die sicheren, da sie mit weniger Auflagen für die Anbieter verbunden sind. Diese können sich deshalb freier und wagemutiger auf den Kapitalmärkten umsehen, um ihrer Kundschaft mehr Gewinne in Aussicht zu stellen.
Allerdings steigen mit den Chancen auch die Risiken, denn so umfassende Schutzmechanismen wie bei den sicheren Geldanlagen gibt es meist nicht. Im schlimmsten Fall kannst du dein angelegtes Geld verlieren. Deshalb solltest du dich nur darauf einlassen, wenn du mögliche Einbußen verkraften kannst.
Beispiele für potenziell renditestarke Kapitalanlagen sind:
- Aktien
- Fonds
- ETFs
- Derivate
- Immobilien
- Zertifikate
Übrigens: Bestimmte Wertpapierinvestitionen sind über die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) abgesichert – bis 90 Prozent, aber maximal 20.000 Euro. Der Schutz greift allerdings nur, wenn dir das Wertpapierhandelsunternehmen dein Kapital nicht auszahlen kann. Vor Kursrutschen an der Börse bewahrt dich das System nicht.

Liquide Kapitalanlagen
Möchtest du über dein investiertes Kapital jederzeit oder nach kurzer Anlagedauer verfügen, sind für dich liquide Finanzprodukte interessant. Dazu gehören zum Beispiel:
- Tagesgeld
- Sparbuch
- Aktien
- Tagesanleihen
- Festgeld (mit kürzerer Laufzeit)
Strahlende Aussichten fürs Konto
Beim TagesGeld der Hanseatic Bank kommst du täglich an deine Ersparnisse. Trotzdem gibt es attraktive Zinsen – sogar mehr als auf einem Sparbuch. Da freut sich dein Konto. Und du gleich mit.
Welche Kapitalanlagen gibt es noch?
Der Kapitalmarkt ist reich an unterschiedlichen Anlagearten. Darunter gibt es auch Varianten ohne die üblichen Renditebringer wie Zinsen oder Dividenden. Hier sind ein paar Beispiele für solche alternativen Kapitalanlagen.
Kapitalanlage mit Sachwerten
Bisher war die Rede von Finanzprodukten als Kapitalanlage. Du kannst allerdings auch in Sachwerte investieren. Das bedeutet in der Regel, dass du gewisse Dinge kaufst und darauf hoffst, sie irgendwann mit Mehrwert weiterzuverkaufen. Der Verkauf und die Vermietung sind hier oft die einzigen Möglichkeiten, eine Rendite zu erzielen. Zinsen, Dividenden oder andere Arten einer regelmäßigen oder abschließenden Vergütung bekommst du damit nicht. Deshalb sind Sachwerte spekulative Kapitalanlagen wie beispielsweise Aktien.
In diesen Topf gehören unter anderem:
- Schmuck
- Autos
- Uhren
- Kunst
- Rohstoffe
- Edelmetalle
- Immobilien
Gold: Edelmetall mit Tücken
Die Kapitalanlage „Gold” gilt als krisensicher. Das heißt aber nicht, dass du deshalb auf einen stabilen oder gar stetig steigenden Goldkurs vertrauen solltest. Vielmehr kann er stark schwanken. Das geschah beispielsweise wegen der Finanzkrise und während der Coronapandemie, als der Goldpreis in kurzer Folge mal nach oben schnellte und mal sackte.
Hinzu kommt, dass der Goldpreis – wie andere Edelmetalle und viele Rohstoffe – an den US-Dollar gebunden ist. Dessen Wert entscheidet mit, wie viel du beim Verkauf umgerechnet in Euro erhältst. Damit besteht hier ein Devisenrisiko. Heißt: Sollte der Dollar abgewertet werden, bekommst du beim Verkauf umgerechnet weniger Euro. Dieser negative Effekt kann so groß sein, dass du sogar bei einem gleichzeitig angestiegenen Goldpreis einen Verlust machen kannst.
Das Problem mit diesen und anderen Sachwerten: Du bekommst dafür auf dem freien Markt immer nur das, was jemand bereit ist, dir dafür zu geben. Aber wie viel wird das sein? Das ist schwer bis gar nicht vorherzusagen. Mal hängt es von der politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage ab, mal von Sammeltrends und mal vom Zeitgeist.
Heikel kann das werden, wenn du gezwungen bist, Sachwerte zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Etwa, weil du schnell Geld brauchst. Ist in diesem Moment der Wert deiner Kapitalanlage niedriger als beim Kauf, machst du einen Verlust. Das ist kein exklusives Problem von Sachwerten, sondern kann dir beispielsweise ebenso mit Aktien passieren.
Kapitalanlage mit Entnahmeplan
Über einen Entnahmeplan bekommst du regelmäßig Geld aus einer Kapitalanlage. Das funktioniert wie bei einem Dauerauftrag, allerdings zu deinen Gunsten. Das heißt, dass dir der Anbieter automatisch und beispielsweise monatlich von deinem investierten Kapital einen vereinbarten Anteil auf dein Girokonto einzahlt.

Es gibt zwei Arten von Entnahmeplänen:
- Entnahmeplan mit Kapitalverzehr: Bei dieser Variante wird dir das gesamte Kapital über einen festgelegten Zeitraum hinweg schrittweise ausgezahlt. Am Ende des Entnahmezeitraums hast du das gesamte angelegte Geld zurückbekommen.
- Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr: Bei dieser Variante wird nur der Ertrag des Kapitals entnommen. Das Kapital selbst bleibt unangetastet. Es gibt also keinen Zinseszins und die regelmäßige Auszahlung ist in der Regel geringer. Dafür bleibt das ursprüngliche Kapital die ganze Zeit über komplett angelegt und kann weiter Rendite bringen.
Ein Entnahmeplan ist eine gute Möglichkeit, um ein regelmäßiges Einkommen aus einer größeren Geldanlage zu erhalten, beispielsweise im Ruhestand.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Was ist eine Kapitalanlage einfach erklärt?
Eine Kapitalanlage ist Geld, das du nicht sofort ausgibst, sondern für eine gewisse Zeit investierst, um Rendite zu erzielen. Zum Beispiel durch Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne. Ziel ist, die Inflation auszugleichen und langfristig mehr Vermögen aufzubauen.
Was ist die beste Kapitalanlage für mich?
Die beste Kapitalanlage hängt von deinem Ziel, deiner Risikobereitschaft und der Laufzeit ab. Hohe Renditechancen gibt es meist nur mit höherem Risiko (zum Beispiel Aktien oder ETFs). Willst du mehr Sicherheit, fallen Erträge oft geringer aus (zum Beispiel bei Tagesgeld oder Festgeld).
Wie werden Gewinne aus Kapitalanlagen in Deutschland besteuert?
Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden unterliegen meist der Abgeltungssteuer. Diese setzt sich aus 25 Prozent Kapitalertragsteuer, 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zusammen. Allerdings gibt es für Kapitalerträge einen Freibetrag – einen sogenannten Sparerpauschbetrag. Dieser beträgt 1.000 Euro pro Person und Jahr. Die Abgeltungssteuer führt die Bank in der Regel automatisch an das Finanzamt ab.
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