Eine junge Frau sitzt nachdenklich mit einem Laptop auf dem Sofa und hält ihre Kreditkarte in der linken Hand
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Kreditkartenlimit erhöhen – so geht’s

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 02.12.2022

Letzter Tag der schönen Fernreise, letzte Chance, sich ein hochwertiges Andenken zu gönnen. Und dann das: Die Kreditkarte streikt, weil der Preis des Mitbringsels den Verfügungsrahmen des Plastikgelds sprengt. Wie ärgerlich. Hättest du doch bloß vorher das Kreditkartenlimit erhöhen lassen! Aber wie geht das eigentlich und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Das und mehr verraten dir hier die KlarMacher.

Themen in diesem Artikel

Möglichkeit 1: Die Kund*innen beantragen höheres Kreditkartenlimit

Möchtest du das Limit – auch Verfügungsrahmen genannt – deiner Kreditkarte erhöhen, so musst du dich dafür an deren Herausgeber wenden. Das ist der Anbieter, bei dem du die Karte beantragt hast. Im Fall einer Mastercard- oder Visa-Kreditkarte ist das in der Regel deine Bank oder Sparkasse. Beispiele: Hast du eine GenialCard oder GoldCard, so kontaktierst du die Hanseatic Bank. Nutzt du hingegen eine Kreditkarte von American Express, dann ist American Express dein direkter Ansprechpartner. 

Je nach Herausgeber und dessen Vorgaben hast du mehrere Möglichkeiten, um die Erhöhung des Kreditkartenlimits zu beantragen: 

  • schriftlich 
  • telefonisch
  • elektronisch (zum Beispiel per E-Mail)

Bei manchen Anbietern musst du erklären, warum du den Verfügungsrahmen der Kreditkarte erhöhen möchtest. Es kann allerdings nicht schaden, in jedem Fall eine Begründung mitzuschicken. Denn je einleuchtender und nachvollziehbarer deine Argumente sind, desto leichter bekommst du eine Zusage. Dafür ein paar Beispiele: 

  • Du hast einen neuen, besser bezahlten Job.
  • Du bist künftig öfter auf Reisen.
  • Du arbeitest für längere Zeit im Ausland.
  • Du musst vorübergehend mehr Geld ausgeben, zum Beispiel, weil du umziehst und eine neue Einrichtung brauchst.

Mit diesen und ähnlichen Gründen kannst du deinen Antrag auf ein höheres Kreditkartenlimit untermauern – im Idealfall mit entsprechenden Belegen.

Ein Mann sitzt in seinem Wohnzimmer und macht sich handschriftlich Notizen, während er telefoniert
© istock/SeventyFour/2020  Das Kreditkartenlimit lässt sich beim Herausgeber der Karte beantragen – oft auch telefonisch.

Möglichkeit 2: Bank erhöht den Verfügungsrahmen der Kreditkarte

Es kann auch sein, dass zum Beispiel deine Bank von sich aus den Verfügungsrahmen deiner Kreditkarte erhöht. Das ist möglich, wenn du dein bisheriges Limit über einen längeren Zeitraum mehrmals angekratzt oder erreicht hast. Dann aber natürlich nur, wenn du dich trotz des größeren Umsatzes weiterhin als kreditwürdig erwiesen hast. Anders ausgedrückt: Du konntest deine Ausgaben mit der Kreditkarte stets problemlos und pünktlich bezahlen. 

Kreditkartenlimit – was ist das?

Kreditkartenlimit – was ist das?

Das Kreditkartenlimit ist der Höchstbetrag, bis zu dem du deine Kreditkarte belasten darfst. Ist diese Grenze ausgereizt, dreht dir der Herausgeber der Karte den Geldhahn ab. Das heißt dann, du kannst mit dem Plastikgeld vorübergehend nichts mehr bezahlen. Das geht erst wieder, wenn das Buchungskonto der Kreditkarte mit der nächsten, meist monatlichen Abrechnung ausgeglichen wird.

Möglichkeit 3: Kreditkartenlimit per Überweisung erhöhen

Es gibt noch einen dritten, allerdings indirekten Weg, das Limit deiner Kreditkarte zu erhöhen. Und zwar, indem du Geld von deinem Girokonto auf das Buchungskonto der Karte überweist. Das ist bei vielen Karten möglich, allerdings nicht bei allen. Erkundige dich deshalb beim Herausgeber danach, ob er diese Variante unterstützt. Falls ja, brauchst du noch die Kontonummer des Buchungskontos. Hast du die nicht, dann erfrag sie ebenfalls beim Herausgeber der Kreditkarte. 

Sinn der Praxis: Mit deiner Überweisung erhöhst du das Limit deiner Kreditkarte praktisch aus eigener Tasche. Und das so lange, wie deine Finanzspritze reicht. Die kannst du jederzeit wieder auffüllen – ohne einen Antrag für eine Erhöhung des Verfügungsrahmens stellen zu müssen. Offiziell nennt man das übrigens „eine Kreditkarte im Guthaben führen“. Für Besitzer*innen einer Kreditkarte von der Hanseatic Bank gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. 

Auf einem nah aufgenommenen Überweisungsformular ist die Spitze eines Kugelschreibers zu sehen, mit dem zum Ausfüllen angesetzt wird
© istock/ollo/2015  Auch mit einer Überweisung vom eigenen Konto ist es möglich, den Verfügungsrahmen einer Kreditkarte zu erhöhen.

Wonach richtet sich der Verfügungsrahmen?

Wie groß der Verfügungsrahmen (oder eben Limit genannt) deiner Kreditkarte ist, entscheidet deren Herausgeber. Mancher ist da großzügiger als andere. Aber alle legen das Limit nach bestimmten Kriterien fest. Meist spielen dabei folgende drei Punkte eine wichtige Rolle. 

  • Die Bonität: Um überhaupt eine Kreditkarte zu erhalten, musst du ausreichend zahlungsfähig sein. Dafür kommt es auf deinen sogenannten Schufa-Score an. Der sollte am besten bei 95 oder mehr Punkten liegen. Je höher dieser Wert und damit deine Bonität (Kreditwürdigkeit) ist, desto größer sind von Anfang an auch deine Chancen auf einen erweiterten Verfügungsrahmen.
  • Die Zahlungsmoral: Eine gute Bonität bedeutet nicht automatisch eine gute Zahlungsmoral. Die haben Kreditkartenkund*innen nur, wenn sie ihre Rechnungen immer pünktlich bezahlen. Geraten sie jedoch öfter in Verzug, steigt für den Kreditkartenherausgeber das Risiko eines Zahlungsausfalls. Deshalb kann er jederzeit einen geringeren Verfügungsrahmen festlegen.
  • Die Kartennutzung: Wer die Kreditkarte oft und regelmäßig einsetzt, verbessert seine Aussichten auf ein höheres Kreditkartenlimit. Es kommt also auch auf die Bedürfnisse der Nutzer an.

Du siehst: Im Grunde geht es darum, wie weit die Bank dir vertraut. Dieses Vertrauen müssen sich Kreditkartennutzer*innen verdienen – vor allem, indem sie fällige Raten immer pünktlich zahlen.

Da stellt sich die Frage, wie die Herausgeber das anfängliche Kreditkartenlimit für Neukund*innen festsetzen, die sie noch nicht so gut kennen. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die Anbieter verwenden einen pauschalen Betrag. Oder sie berechnen das Limit individuell. Dafür nutzen sie die Auskünfte von der Schufa, die Angaben im Antrag und weitere Quellen. Für das maßgeschneiderte Start-Limit sind diese Informationen am wichtigsten:

  • Einkommenshöhe
  • Job und Dauer der Tätigkeit bei einem Unternehmen
  • bestehendes (Spar-)Vermögen
  • vorhandene Schulden und Verbindlichkeiten (zum Beispiel bei Krediten)

Bei Banken und Sparkassen spielt es auch eine Rolle, ob die Antragsteller*innen bereits über längere Zeit bei ihr sind. Haben diese sich als zuverlässige Kund*innen erwiesen, dürfte der Verfügungsrahmen großzügiger ausfallen.

Kreditkartenlimit im Ausland

Kreditkartenlimit im Ausland

Bevor du ins Ausland reist, solltest du dich zunächst vergewissern, ob deine Kreditkarte im Ausland überhaupt funktioniert. Denn manche Anbieter sperren aus Sicherheitsgründen ihre Karten für den Einsatz außerhalb Deutschlands oder der Europäischen Union (EU). In diesem Fall musst du dein Exemplar freischalten lassen. Das geht oft per Anruf bei der Hotline oder online.  

Bei der Gelegenheit kannst du fragen, wie hoch dein Kreditkartenlimit im Ausland ist. Das kann nämlich außerhalb von Deutschland oder der EU geringer sein. Reicht dir der Verfügungsrahmen für das Ausland nicht aus, solltest du dein Kreditkartenlimit für die Dauer deines dortigen Aufenthalts erhöhen. 

Übrigens: Wer eine Kreditkarte der Hanseatic Bank besitzt, kann diese selbst per Hanseatic Bank App für den Auslandseinsatz sperren oder eben freigeben. 

Das Kreditkartenlimit richtig anpassen

Es mag verführerisch sein, das eigene Kreditkartenlimit zu erhöhen. Schließlich verschafft dir das mehr finanzielle Bewegungsfreiheit, sodass sich auch mal kostspielige Wünsche bequem erfüllen lassen. Doch Vorsicht: Wenn du das Geld in Raten zurückzahlst, werden Zinsen fällig. Daran ändert auch ein vergrößerter Verfügungsrahmen nichts. 

Deshalb solltest du nur dann dein Kreditkartenlimit erhöhen, wenn du dir das wegen eines guten Einkommens oder anderer Einnahmen auf Dauer leisten kannst. Und wie du nun weißt, hat der Kartenanbieter deinen bisherigen Verfügungsrahmen aus guten und nachvollziehbaren Gründen festgesetzt. 

Eine junge Frau sitzt mit Laptop und Kreditkarte nachdenklich vor ihrem Sofa auf dem Boden
© istock/Rowan Jordan/201  Bevor du das Kreditkartenlimit erhöhst, solltest du überlegen, ob du einen vergrößerten Verfügungsrahmen wirklich brauchst.

Übrigens schützen Kreditkartenanbieter nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kund*innen. Denn mit dem Limit bleiben Ihre Ausgaben stets in einem erschwinglichen Rahmen. Und nicht nur das. Er ist auch dann hilfreich, falls etwa Cyberkriminelle deine Kreditkarte (und damit dein Konto) kapern. Passiert das, weil du fahrlässig mit der Karte umgegangen bist, haftest du womöglich für den gesamten Schaden. Ein Kreditlimit hält den Verlust dann wenigstens in Grenzen.

Andererseits: Ein sehr niedriger Verfügungsrahmen schränkt deine finanzielle Freiheit stark ein. Schließlich erreichst du mit einem kleinen Limit schnell die Grenzen der Karte. Es kommt also darauf an, dass du dein Kreditkartenlimit mit Bedacht anpasst.

Schau dir die Abrechnungen der vergangenen Monate an. Hast du in dieser Zeit öfter am Limit geschrammt? Hättest du darüberhinausgehende Beträge locker bezahlt? Dann kannst du dein Kreditkartenlimit erhöhen. Andernfalls dürfte das auf Dauer keine gute Idee sein.

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