Eine junge Frau sitzt nachdenklich mit einem Laptop auf dem Sofa und hält ihre Kreditkarte in der linken Hand
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Kreditkartenlimit erhöhen – so geht’s

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 08.02.2022

Letzter Tag der schönen Fernreise, letzte Chance, sich ein hochwertiges Andenken zu gönnen. Und dann das: Die Kreditkarte streikt, weil der Preis des Mitbringsels den Verfügungsrahmen des Plastikgelds sprengt. Wie ärgerlich. Hätten Sie doch bloß vorher das Kreditkartenlimit erhöhen lassen! Aber wie geht das eigentlich und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Das und mehr verraten Ihnen hier die KlarMacher.

Themen in diesem Artikel

Möglichkeit 1: Der Kunde beantragt höheres Kreditkartenlimit

Möchten Sie das Limit – auch Verfügungsrahmen genannt – Ihrer Kreditkarte erhöhen, so müssen Sie sich dafür an deren Herausgeber wenden. Das ist der Anbieter, bei dem Sie die Karte beantragt haben. Im Fall einer Mastercard- oder Visa-Kreditkarte ist das in der Regel Ihre Bank oder Sparkasse. Beispiele: Besitzen Sie eine GenialCard oder GoldCard, so kontaktieren Sie die Hanseatic Bank. Nutzen Sie hingegen eine Kreditkarte von American Express, dann ist American Express Ihr direkter Ansprechpartner.

Je nach Herausgeber und dessen Vorgaben haben Sie mehrere Möglichkeiten, um die Erhöhung des Kreditkartenlimits zu beantragen:

  • schriftlich
  • telefonisch
  • elektronisch (z. B. per E-Mail)

Bei manchen Anbietern müssen Sie erklären, warum Sie den Verfügungsrahmen der Kreditkarte erhöhen möchten. Es kann allerdings nicht schaden, in jedem Fall eine Begründung mitzuschicken. Denn je einleuchtender und nachvollziehbarer Ihre Argumente sind, desto leichter bekommen Sie eine Zusage. Dafür ein paar Beispiele:

  • Sie haben einen neuen, besser bezahlten Job.
  • Sie sind künftig öfter auf Reisen.
  • Sie arbeiten für längere Zeit im Ausland.
  • Sie müssen vorübergehend mehr Geld ausgeben, z. B. weil Sie umziehen und eine neue Einrichtung brauchen.

Mit diesen und ähnlichen Gründen können Sie Ihren Antrag auf ein höheres Kreditkartenlimit untermauern – im Idealfall mit entsprechenden Belegen.

Ein Mann sitzt in seinem Wohnzimmer und macht sich handschriftlich Notizen, während er telefoniert
© istock/SeventyFour/2020  Das Kreditkartenlimit lässt sich beim Herausgeber der Karte beantragen – oft auch telefonisch.

Möglichkeit 2: Bank erhöht den Verfügungsrahmen der Kreditkarte

Es kann auch sein, dass zum Beispiel Ihre Bank von sich aus den Verfügungsrahmen Ihrer Kreditkarte erhöht. Das ist möglich, wenn Sie Ihr bisheriges Limit über einen längeren Zeitraum mehrmals angekratzt oder erreicht haben. Dann aber natürlich nur, wenn Sie sich trotz des größeren Umsatzes weiterhin als kreditwürdig erwiesen haben. Anders ausgedrückt: Sie konnten Ihre Ausgaben mit der Kreditkarte stets problemlos und pünktlich bezahlen.

Kreditkartenlimit – was ist das?

Kreditkartenlimit – was ist das?

Das Kreditkartenlimit ist der Höchstbetrag, bis zu dem Sie Ihre Kreditkarte belasten dürfen. Ist diese Grenze ausgereizt, dreht Ihnen der Herausgeber der Karte den Geldhahn ab. Das heißt dann, Sie können mit dem Plastikgeld vorübergehend nichts mehr bezahlen. Das geht erst wieder, wenn das Buchungskonto der Kreditkarte mit der nächsten, meist monatlichen Abrechnung ausgeglichen wird.

Möglichkeit 3: Kreditkartenlimit per Überweisung erhöhen

Es gibt noch einen dritten, allerdings indirekten Weg, das Limit Ihrer Kreditkarte zu erhöhen. Und zwar, indem Sie Geld von Ihrem Girokonto auf das Buchungskonto der Karte überweisen. Das ist bei vielen Karten möglich, allerdings nicht bei allen. Erkundigen Sie sich deshalb beim Herausgeber danach, ob er diese Variante unterstützt. Falls ja, brauchen Sie noch die Kontonummer des Buchungskontos. Haben Sie die nicht, dann erfragen Sie sie ebenfalls beim Herausgeber der Kreditkarte.

Sinn der Praxis: Mit Ihrer Überweisung erhöhen Sie das Limit Ihrer Kreditkarte praktisch aus eigener Tasche. Und das so lange, wie Ihre Finanzspritze reicht. Die können Sie jederzeit wieder auffüllen – ohne einen Antrag für eine Erhöhung des Verfügungsrahmens stellen zu müssen. Offiziell nennt man das übrigens „eine Kreditkarte im Guthaben führen“. Für Besitzer*innen einer Kreditkarte von der Hanseatic Bank  gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht.

Auf einem nah aufgenommenen Überweisungsformular ist die Spitze eines Kugelschreibers zu sehen, mit dem zum Ausfüllen angesetzt wird
© istock/ollo/2015  Auch mit einer Überweisung vom eigenen Konto ist es möglich, den Verfügungsrahmen einer Kreditkarte zu erhöhen.

Wonach richtet sich der Verfügungsrahmen?

Wie groß der Verfügungsrahmen (oder eben Limit genannt) Ihrer Kreditkarte ist, entscheiden deren Herausgeber. Manche sind da großzügiger als andere. Aber immer legen sie das Limit nach bestimmten Kriterien fest. Auch die können von Fall zu Fall anders sein. Meist aber spielen folgende drei Punkte eine wichtige Rolle.

  • Die Bonität: Um überhaupt eine Kreditkarte zu erhalten, müssen Sie ausreichend zahlungsfähig sein. Dafür kommt es auf Ihren sogenannten Schufa-Score an. Der sollte am besten bei 95 oder mehr Punkten liegen. Je höher dieser Wert und damit Ihre Bonität (Kreditwürdigkeit) ist, desto größer sind von Anfang an auch Ihre Chancen auf einen erweiterten Verfügungsrahmen.
  • Die Zahlungsmoral: Eine gute Bonität bedeutet nicht automatisch eine gute Zahlungsmoral. Die haben Kreditkartenkunden nur, wenn sie Ihre Rechnungen immer pünktlich bezahlen. Geraten sie jedoch öfter in Verzug, steigt für den Kreditkartenherausgeber das Risiko eines Zahlungsausfalls. Deshalb kann er jederzeit einen geringeren Verfügungsrahmen festlegen.
  • Die Kartennutzung: Wer die Kreditkarte oft und regelmäßig einsetzt, verbessert seine Aussichten auf ein höheres Kreditkartenlimit. Es kommt also auch auf die Bedürfnisse der Nutzer an.

Sie sehen: Im Grunde geht es darum, wie weit die Bank Ihnen vertraut. Dieses Vertrauen müssen sich Kreditkartennutzer*innen verdienen – vor allem dadurch, dass sie fällige Raten immer pünktlich zahlen.

Da stellt sich die Frage, wie die Herausgeber das anfängliche Kreditkartenlimit für Neukund*innen festsetzen, die sie noch nicht so gut kennen. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die Anbieter verwenden einen pauschalen Betrag. Oder sie berechnen das Limit individuell. Dafür nutzen sie die Auskünfte von der Schufa, die Angaben im Antrag und weitere Quellen. Für das maßgeschneiderte Start-Limit sind diese Informationen am wichtigsten:

  • Einkommenshöhe
  • Job und Dauer der Tätigkeit bei einem Unternehmen
  • bestehendes (Spar-)Vermögen
  • vorhandene Schulden und Verbindlichkeiten (z. B. bei Krediten)

Bei Banken und Sparkassen spielt es auch eine Rolle, ob die Antragsteller*innen bereits über längere Zeit bei ihr sind. Haben diese sich als zuverlässige Kund*innen erwiesen, dürfte der Verfügungsrahmen großzügiger ausfallen.

Kreditkartenlimit im Ausland

Kreditkartenlimit im Ausland

Bevor Sie ins Ausland reisen, sollten Sie sich zunächst vergewissern, ob Ihre Kreditkarte im Ausland überhaupt funktioniert. Denn manche Anbieter sperren aus Sicherheitsgründen ihre Karten für den Einsatz außerhalb Deutschlands oder der Europäischen Union (EU). In diesem Fall müssen Sie Ihr Exemplar freischalten lassen. Das geht oft per Anruf bei der Hotline oder online. 

Bei der Gelegenheit können Sie fragen, wie hoch Ihr Kreditkartenlimit im Ausland ist. Das kann nämlich außerhalb von Deutschland oder der EU geringer sein. Reicht Ihnen der Verfügungsrahmen für das Ausland nicht aus, sollten Sie Ihr Kreditkartenlimit für die Dauer Ihres dortigen Aufenthalts erhöhen.
Übrigens: Wer eine Kreditkarte der Hanseatic Bank besitzt, kann diese selbst per Hanseatic Bank App für den Auslandseinsatz sperren oder eben freigeben.

Das Kreditkartenlimit richtig anpassen

Es mag verführerisch sein, das eigene Kreditkartenlimit zu erhöhen. Schließlich verschafft Ihnen das mehr finanzielle Bewegungsfreiheit, sodass sich auch mal kostspielige Wünsche bequem erfüllen lassen. Doch Vorsicht: Wenn Sie das Geld in Raten zurückzahlen, werden Zinsen fällig. Daran ändert auch ein vergrößerter Verfügungsrahmen nichts.

Deshalb sollten Sie nur dann Ihr Kreditkartenlimit erhöhen, wenn Sie sich das wegen eines guten Einkommens oder anderer Einnahmen auf Dauer leisten können. Und wie Sie nun wissen, hat der Kartenanbieter Ihren bisherigen Verfügungsrahmen aus guten und nachvollziehbaren Gründen festgesetzt.

 

Eine junge Frau sitzt mit Laptop und Kreditkarte nachdenklich vor ihrem Sofa auf dem Boden
© istock/Rowan Jordan/201  Bevor Sie das Kreditkartenlimit erhöhen, sollten Sie überlegen, ob Sie einen vergrößerten Verfügungsrahmen wirklich brauchen.

Übrigens schützen Kreditkartenanbieter nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kund*innen. Denn mit dem Limit bleiben Ihre Ausgaben stets in einem erschwinglichen Rahmen. Und nicht nur das. Er ist auch dann hilfreich, falls etwa Cyberkriminelle Ihre Kreditkarte (und damit Ihr Konto) kapern. Passiert das, weil Sie fahrlässig mit der Karte umgegangen sind, haften Sie womöglich für den gesamten Schaden. Ein Kreditlimit hält den Verlust dann wenigstens in Grenzen.

Andererseits: Ein sehr niedriger Verfügungsrahmen schränkt Ihre finanzielle Freiheit stark ein. So erreichen Sie mit einem kleinen Limit schnell die Grenzen der Karte. Es kommt also darauf an, dass Sie Ihr Kreditkartenlimit mit Bedacht anpassen.

Schauen Sie sich die Abrechnungen der vergangenen Monate an. Haben Sie in dieser Zeit öfter am Limit geschrammt? Hätten Sie darüber hinausgehende Beträge locker bezahlt? Dann könnten Sie Ihr Kreditkartenlimit erhöhen. Andernfalls dürfte das auf Dauer keine gute Idee sein.

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