Finanzielle Bildung für Jugendliche: Wo lernt man den Umgang mit Geld?

von Anna Ostrowska, 06.09.2023

Neue Klamotten shoppen, das neueste Smartphone bestellen und auf Partys gehen: Geld ausgeben fällt vielen Teenager leicht. Aber wie ist es bei allen anderen Themen rund um die Finanzen? Klar, Sparen wäre bestimmt gut – nur wo ist das Geld am besten aufgehoben? Und was ist mit Steuern? Und Verträgen? Im Lehrplan der Schulen steht dazu häufig nur wenig. Besser sieht es außerhalb des Klassenraums aus. Dort warten viele Angebote, um Jugendliche über alles rund ums Geld zu informieren. Hier ist eine Auswahl zum Klicken, Hören und Lesen.

Themen in diesem Artikel

Zum Anklicken: Finanz-Apps für Teenager

Es gibt einige Apps, die Finanzwissen an Teenager vermitteln – mit praktischen Tipps und Übungen. Eine der Apps fürs finanzielle Know-how ist Budget+plus von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Sie wurde zusammen mit Schüler*innen und Lehrkräften entwickelt. Die App für junge Menschen ist Budgettagebuch und Finanzwissensdatenbank zugleich. In der Datenbank gibt es nicht nur ein Finanzlexikon, sondern auch Tipps zum Umgang mit Geld und Funfacts aus der Finanzwelt. Extra Bonus: Anders als bei vielen anderen kostenlosen Angeboten ist diese App werbefrei.

Ein anderes Angebot für Jugendliche ist GiroHeroes, eine Spiele-App zum Umgang mit Geld und dem ersten eigenen Girokonto. In vier Kapiteln führt diese App die Nutzer*innen spielerisch an verschiedene Themen heran, wie zum Beispiel:

Bislang erhalten Schulen diese Apps auf Anfrage. Aber eine Lern-App für Zuhause soll voraussichtlich bald kommen.

Übrigens: Falls du eine Banking App nutzt, erfährst du in diesem KlarMacher Ratgeber, wie du sie von deinem alten Handy auf dein neues überträgst. 

Video: Gehört Finanzbildung als Unterrichtsfach an die Schule? Ein Gespräch mit Jule Zentek

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© Handelsblatt 

Auf die Ohren: Wirtschaft-Podcasts für die Jugend

Finanz-Podcasts sind eine unkomplizierte Möglichkeit, etwas über Finanzen zu lernen – ob auf dem Weg zur Schule oder beim Sport, Gelegenheiten zum Podcast anhören gibt es viele. Und dazu sind zahlreiche Angebote gratis, wie auch die beiden nachfolgenden Podcasts für Teenager.

Der Finanz-Podcast der Tecis Finanzdienstleistungen AG  richtet sich speziell an junge Menschen. In der Sendung spricht der Moderator Frank Brückner über vielfältige relevante Finanzthemen, wie etwa die Digitalisierung der Finanzwelt, Aktien und die Inflation. Zudem lädt er regelmäßig weitere Finanzexpert*innen ein, die ihre Erfahrungen und Ratschläge an das junge Publikum weitergeben.

Eine weitere Sendung für Jugendliche ist Level Rich. In diesem Podcast von Maximilian Lehnert bekommen die Zuhörer*innen Informationen zum smarten Umgang mit Geld. Er erzählt in seiner kurzweiligen Sendung unter anderem über:

Regierungsinitiative Finanzielle Bildung

Regierungsinitiative Finanzielle Bildung

Derzeit arbeiten das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit der OECD an einer Strategie, um die finanzielle Bildung in Deutschland zu stärken (Stand: Juli 2023). Zu den wesentlichen Zielen der Initiative gehören:

  • Eine Strategie für Finanzbildung in Deutschland zu entwickeln: Wo sind Defizite? Wo besteht Handlungsbedarf? 
  • Eine Finanzbildungsplattform für die verschiedenen Bedürfnisse der Verbraucher*innen zu entwickeln: Wer bietet im Bereich der Finanzbildung was an? Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es?
  • Die Forschung im Bereich der finanziellen Bildung zu stärken: Welche bildungspolitischen Maßnahmen sind effektiv?

Zum Üben: Onlineangebote und Unterrichtsmaterialien zum Umgang mit Geld

Speziell an Jugendliche richten sich Onlineangebote, die das Finanzwissen vor allem spielerisch vermitteln wollen, zum Beispiel interaktive Tools, Videos, Lernmodule und Quizze. Manche der Initiativen organisieren auch Workshops vor Ort – also in Schulen oder anderen Bildungsreinrichtungen – und stellen darüber hinaus auch Arbeitsblätter zum Umgang mit Geld bereit.

Apropos spielerisch: Schüler*innen zwischen 13 und 15 Jahren können ihr Finanzwissen beim European Money Quiz unter Beweis stellen. Der Wettbewerb wird über die spielbasierte Lernplattform Kahoot! ausgetragen.

Ökonomische Bildung durch gemeinnützige Organisationen

Zu den Non-Profit-Organisationen, die das Finanzwissen junger Menschen fördern wollen, gehört OhMoney. Die Initiative wird durch Spenden finanziert – unter anderem von der Hanseatic Bank. OhMoney richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und stellt Material, hauptsächlich Lehrvideos, für die Schulklassen 7 bis 10 zur Verfügung. Zusätzlich gibt es auf der Website Lernpfade. Einer davon ist „Urlaub mit Freund*innen”, wo junge Menschen Finanztipps zum Reisen erhalten, wie etwa:

Eine junge Frau sitzt auf dem Boden neben einem gepackten Koffer und bucht auf einem Tablet eine Reise
© istock/CentralITAlliance/2019  Die Finanzinitiative OhMoney hilft Jugendlichen unter anderem bei der Reiseplanung – von der Budgeterstellung bis zur Auswahl der Reiseversicherung.

Ein weiteres Beispiel für so eine Initiative ist Deutschland im Plus. Die gemeinnützige Stiftung engagiert sich für die Überschuldungsprävention in Deutschland: Sie fördert Forschung, berät Überschuldete und leitet Workshops für Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren. Die Workshops zu Themen wie Kaufverhalten, Budget, erste eigene Wohnung und Schuldenfallen halten die Referent*innen vor Ort oder online ab.

Bildungsangebote von Banken und Finanzinstituten

Manche Banken und Finanzinstitute bieten ebenfalls Workshops und Schulmaterial an, die dabei helfen, Teenager finanzfit zu machen. So hat die Sparkasse einen Schulservice, der Lehrkräften Unterrichtsmaterialen für die Grundschule, Sekundarstufe und Berufswelt bereitstellt, beispielsweise zu folgenden Themen:

Übrigens: Du kannst die Online-Lernspiele und die Übungsblätter auch zu Hause kostenlos nutzen. 

Noch mehr Themen im KlarMacher Onlinemagazin

Noch mehr Themen im KlarMacher Onlinemagazin

Dieses KlarMacher Onlinemagazin richtet sich zwar nicht speziell an junge Erwachsene. Aber auch für die gibt es hier allerhand zu entdecken. Zum Beispiel zu Themen wie

Auch hier gilt: Nix mit Behördendeutsch und Finanzkauderwelsch – die Autor*innen erklären dir die Finanzwelt so, dass du alles verstehst.

Zum Lesen: Bücher über finanzielle Bildung

Es muss nicht immer online sein: Es geht auch klassisch auf Papier (na gut, oder als E-Book). Diese drei Bücher entführen dich in die spannende Welt der Finanzen.

„Rich Dad Poor Dad” von Robert Toru Kiyosaki

In diesem Bestseller erzählt der Autor die Kindheitsgeschichte zweier Schulfreunde. Sie haben zwei komplett gegensätzliche Väter. Dabei räumt er mit Glaubenssätzen auf, die die Menschen auf ihren Weg finanziellen Erfolg hindern. Und erklärt unterhaltsam die entscheidenden Unterschiede zwischen Investitionen und Ausgaben, Selbstständigkeit und Arbeit und warum manche Menschen nicht mit Geld umgehen können.

„Der reichste Mann von Babylon” von George Samuel Clason

Dieses Buch gilt als Klassiker der Finanzliteratur. Nicht ohne Grund! Denn der Autor schafft es, den Leser*innen leicht verständlich die Grundlagen vom Finanzwissen näherzubringen – zum Umgang mit Geld, Sparen und Investieren. Gespickt ist das Buch mit Kurzgeschichten und eindrucksvollen Bildern aus dem antiken Babylon.

„Ein Hund namens Money” von Bodo Schäfer

Dieses Werk zählt zu den weltweit meistverkauften Finanzbüchern für Kinder. Doch es eignet sich auch für junge Erwachsene – die nicht nur Finanzwissen sammeln, sondern auch schöne Geschichte lesen wollen. Das Buch handelt von der kleinen Kira und ihrem Hund Money, die ihr eigenes Leben und das ihres Umfelds komplett verändert. Denn ihr Hund Money entpuppt sich als sprechendes Finanzgenie und hilft ihr, besser mit Geld umzugehen, es zu vermehren und ihre Lebensträume zu verwirklichen.

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