Junge Frau sitzt mit Becher und Laptop auf der Couch
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Von der Couch aus Geld verdienen: 8 Ideen für passives Einkommen

Anna Ostrowska
von Anna Ostrowska, 01.03.2022

Auf der Couch gemütlich einen Kaffee schlürfen und nebenbei mit ein paar Klicks Geld verdienen? Geht das? Jein. Sie müssen erst einmal Arbeit oder Geld investieren – zum Beispiel indem Sie ein Webinar aufnehmen und dann online zum Verkauf stellen. Wenn es gut läuft, fließen von da an immer wieder einige Euro auf Ihr Konto – auch wenn Sie auf dem Sofa statt im Büro abhängen. Welche Möglichkeiten, nebenbei Geld zu verdienen, gibt es sonst noch und wie funktionieren sie? Wir stellen acht beliebte passive Einkommensquellen vor.

Themen in diesem Artikel

1. Affiliate-Marketing betreiben

Affiliate-Marketing ist die Werbemethode, womit viele Influencer*innen, Blogger*innen und Co. zusätzlich Geld verdienen. Doch die sind nicht die einzigen, die das nutzen können. Sie haben eine eigene Website oder zumindest einen Social-Media-Account wie zum Beispiel auf Instagram? Dann kann das auch für Sie infrage kommen.

Das Ganze funktioniert so: Sie registrieren sich bei einem Unternehmen, das mit Ihrer Hilfe seine Werbung verbreiten möchte (einem sogenannten Affiliate-Marketing-Anbieter). Nach der Registrierung verlinken Sie in Ihrem Blog, Social-Media-Posts oder auf Ihrer Website auf deren Produkte oder Dienstleistungen. Wenn nun jemand über diesen Link auf deren Website gelangt, bekommen Sie pro Klick oder Kauf etwas Geld. Wichtig ist, dass Sie die Affiliate-Links als solche kennzeichnen beziehungsweise auf die Verwendung hinweisen. Hier verdienen Sie aber meistens nur nennenswert dazu, wenn Sie viele Fans auf Ihrer Seite versammeln.

Fast jede größere Marke bietet Affiliate-Partnerprogramme an wie Amazon, Otto oder Booking. Bei Lifestyle-Blogger*innen ist Rewardstyle sehr beliebt. 

Beispiel: Fitnesstrainerin Karola empfiehlt ihren Kund*innen regelmäßig Produkte wie Springseile oder Nahrungsergänzungsmittel. Sie erstellt für diese Artikel Affiliate-Links und fügt sie auf ihrer Webseite hinzu. Nun bekommt Karola für jede Person, die über den Link das oder ein anderes Produkt kaufen, einen bestimmten Prozentsatz des Verkaufspreises.

Tipp: Da die Prozentsätze und Provisionen zwischen den einzelnen Anbietern extrem unterschiedlich ausfallen, lohnt es sich, vor der Registrierung mehrere zu vergleichen.

2. Onlinekurse & Webinare auf Video aufnehmen

Onlinekurse oder -tutorials, E-Learnings und Webinare (Internet-Seminare) bieten sich für nahezu alle Dienstleister*innen und Expert*innen an: Sie können Insidertipps und -tricks per Video vermitteln. Das kann zum Beispiel ein Onlinekochkurs oder ein digitaler Sprachkurs sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihr Thema als Profi oder nur als Hobby betreiben. 

Onlinekurse lassen sich mit wenig oder gar keinem Startkapital umsetzen. Am Anfang erfordert diese Einkommensquelle aber recht viel Aufwand: Kursinhalt planen, hochwertige Videos aufzeichnen, eventuell noch zusätzliches Infomaterial zusammenstellen. Danach laden Sie die Aufzeichnungen auf Ihre Website oder bei Anbietern wie Digistore24 oder Udemy hoch. Und die Kund*innen können sich dann die Kurse jederzeit kaufen und ansehen.

Beispiel: Martin gibt regelmäßig Sketchnote-Kurse in der Kunstschule. Sketchnotes sind grafische Notizen mit Bild- und Textelementen, zum Beispiel für kreative Grußkarten oder T-Shirt-Motive. Er nimmt seinen nächsten Kurs auf Video auf. Und stellt das Video gegen eine Gebühr auf einer E-Learning-Plattform zur Verfügung.

Tipp: Bereits voll ausgelastete Dienstleister*innen können mit Onlinekursen ihren Kund*innenstamm trotzdem erweitern. Denn sie müssen sich nur um Aufnahmen und die Vermarktung kümmern. Die meist günstigeren Onlineangebote sind außerdem für Kund*innen attraktiv, für die eine individuelle Betreuung zu teuer ist. 

Ein Vlogger filmt sich beim Kochen mit einem Smartphone
© istock/Marco_Piunti/2020  Vlogger*innen, Influencer*innen und Co. mit vielen Fans können mit Affiliate-Marketing passiv dazuverdienen.

3. E-Book schreiben

Das können doch nur Autor*innen, Journalist*innen oder Texter*innen, denken Sie? Nicht unbedingt. Denn der schriftstellerische Anspruch hängt stark vom Format ab – ob es etwa ein Fantasyroman oder eine Bastelanleitung werden soll. Eine Rezeptsammlung können Sie auch ohne allzu großes Schreibtalent erstellen. Der Vorteil gegenüber einem normalen Buch ist, dass Sie keinen Verlag brauchen, der das Buch herausbringt: Sie veröffentlichen das digitale Buch selbst auf Plattformen wie Tolino Media oder iBook Store, wo Leser*innen es kaufen können.

Beispiel: Stefanie ist eine ausgebildete Fährtenleserin und weltweit auf der Suche nach Tierspuren. Sie schreibt ihre größten Abenteuer in einem E-Book für andere Natur- und Tierliebhaber auf. Nach dem Hochladen bei einem Onlineshop muss sie sich nur noch um die Vermarktung kümmern. 

Tipp: Es gibt im Internet kostenlose Programme wie Calibre, um E-Books zu erstellen.

4. P2P-Kredite vergeben

P2P ist die Abkürzung für Peer-to-Peer – auf Deutsch Privatperson-zu-Privatperson. Bei dem Konzept vergeben Privatpersonen untereinander Kredite. Sie geben also einem oder mehreren Menschen einen Kredit und verdienen an den Zinsen. Diese sind mit 2,5 bis hin zu 18 Prozent pro jahr zwar verhältnismäßig hoch. Dafür ist diese Geldanlage recht unsicher. Denn die P2P-Anbieter wie Domoney oder Bondora geben nur eingeschränkte Rückkaufgarantien für den Fall, dass die Kreditnehmer*innen nicht rechtzeitig den vereinbarten Kreditbetrag zahlen. Das heißt: Die Vermittlungsanbieter zahlen nicht unbedingt das investierte Geld an die Kreditgeber*innen zurück. Und es gibt keine Einlagensicherung wie bei Bankkrediten.

Die Kreditnehmer*innen zahlen an den P2P-Anbieter einmalig eine Vermittlungsgebühr zwischen 3 und 6 Prozent der Kreditsumme. Manchmal kommt noch eine sogenannte Servicegebühr für die Kontoführung dazu. Hier ein stark vereinfachtes Rechenbeispiel:

Beispiel: Eva leiht über einen P2P-Anbieter Dennis 100.000 Euro für den Kauf eines Hauses aus. Der Zinssatz beträgt 9 Prozent und die Laufzeit zehn Jahre. Nach zehn Jahren hat Eva durch die private Kreditvergabe um die 52.000 Euro an Zinsen verdient. Dennis hingegen zahlt neben den Zinsen an Eva noch an den Anbieter 5 Prozent Vermittlungsgebühren – in dem Fall 5.000 Euro. 

Tipp: Investieren Sie nicht mehr als 5 Prozent Ihres Vermögens in P2P-Kredite oder andere eher unsichere Geldanlagen.

5. Dropshipping: Onlineprodukte verkaufen

Diese Option eignet sich besonders für Menschen, die gerne online shoppen und ein gutes Gespür für aktuelle Trends haben. Denn beim Dropshipping übernehmen Sie selbst die Rolle eines Onlinehändlers mit eigenem Webshop, und in dieser Rolle wollen Sie natürlich ein besonders begehrtes Produkt verkaufen.

Und wie werden Sie zum Händler? Beim Dropshipping suchen Sie sich einen Partner, dessen Produkte Sie auf eigene Faust verkaufen. Zu solchen Dropshopping-Anbietern gehören zum Beispiel Shopify, Bigbuy oder Aliexpress. Der Clou dabei ist: Die angebotenen Waren bleiben im Lager des Partner-Großhändlers und Sie müssen die Produkte nicht vorher auf Vorrat kaufen. Auch die Abwicklung übernimmt der Dropshipping-Anbieter.

Alles, was Sie nun noch benötigen, ist ein Webshop. Den können Sie selbst erstellen. Oder Ihr Handelspartner stellt Ihnen einen zur Verfügung, entweder umsonst, vielleicht aber auch kostenpflichtig. Die Produktpalette und die Preise bestimmen Sie selbst. Außerdem sollten Sie natürlich Werbung machen, um möglichst viele Kund*innen zu gewinnen. Der Unterschied zwischen dem Preis beim Großhändler und dem Preis auf Ihrer Dropshipping-Website ist dann Ihr Gewinn.

Beispiel: Jan hat ein Faible für umweltfreundliche und schöne Einrichtungsgegenstände. Er nennt seinen Dropshipping-Shop „Green Living Facility”. Auf der Seite bietet er alle möglichen nachhaltigen Einrichtungsgegenstände vom Bambusteppich bis zur recycelten Tapete an. Seine Marketingstrategie: Er postet auf mehreren Social-Media-Kanälen regelmäßig Recycling-Tipps und verlinkt dabei jeweils ein passendes Produkt auf seiner Seite.

Tipp: Weniger ist oft mehr. Das gilt hier ganz besonders. Recherchieren Sie Verbrauchertrends und suchen Sie sich eine Nische. Konzentrieren Sie sich zum Beispiel wie Jan auf Waren für umweltbewusste Kund*innen.

Ausstellungsfläche eines Möbelladens
© istock/onurdongel/2020  Möbel verkaufen ohne ein Geschäft oder Lager? Das geht mit Dropshipping.

6. Immobilie vermieten

Vermieten geht doch nur mit Immobilieneigentum? Nein, das geht ebenfalls, wenn Sie selbst die Wohnung nur gemietet haben. Solche Immobilien können Sie auf Portalen wie Airbnb, WG-gesucht und Ebay-Kleinanzeigen zur Langzeit-, Zwischen- oder Untermiete anbieten. Doch bedenken Sie dabei, dass Sie dafür in der Regel die Erlaubnis von den Eigentümer*innen beziehungsweise der Hausverwaltung brauchen.

Die einzelnen Mietraum-Portale funktionieren sehr unterschiedlich. Airbnb ist auf die Kurzzeitvermietung spezialisiert und übernimmt die ganze Abwicklung mit den Mieter*innen bis auf die Schlüsselübergabe. Dafür zahlen Sie Gebühren, die vom Mietpreis abgezogen werden. Andere Anbieter wie Ebay-Kleinanzeigen verlangen keine Gebühren. Doch Sie müssen sich dann selbst um Untermietvertrag und alles Weitere kümmern. 

Aber nicht nur Wohnungen und Häuser sind für Mieter*innen attraktiv – Lagerplatz ist heutzutage ebenfalls knapp. Daher bietet es sich an, freie Keller oder nur teilweise genutzte Garagen als Lagerraum zu vermieten. Zum Beispiel bei Kawaloo. 

Beispiel: Familie Mayer lebt in einem Reihenhaus in Rostock. Sie verbringen die Wochenenden und die Ferien in der warmen Jahreszeit mit den Kindern auf ihrem Dauercampingplatz in Usedom. In diesen Zeiten vermieten sie das Reihenhaus durch Airbnb unter.

Tipp: Auch für die Vermietung von privaten Fahrzeugen sämtlicher Art – vom Boot bis zum Lastwagen – gibt es Plattformen, wie Getaround oder Samboat. Sie können Ihr Auto außerdem als Werbefläche anbieten, entweder das ganze Auto oder auch nur Teilflächen wie die Heckscheibe – etwa bei Moneycar oder Wrapclub.

7. Print-on-Demand: Individuelle Produkte entwerfen

Print-on-Demand bedeutet Drucken auf Vorlage. Diese passive Einkommensquelle eignet sich besonders für Künstler*innen und andere kreative Köpfe: Sie können Produkte wie T-Shirts, Gläser oder Wandbilder mit ihren individuellen Bildern, Fotos und Grafiken bedrucken lassen. Und Sie verkaufen die Eigenkreationen dann online. Für Artikel mit eigenem Design gibt es spezielle Plattformen – zum Beispiel Gooten und Printful. Ähnlich wie beim Dropshipping übernehmen die Anbieter in der Regel die Bestellungsannahme, den Druck und den Versand. Das heißt: Sie brauchen die Ware nicht auf Vorrat zu bestellen und zu Hause zu lagern. Dafür zahlen Sie Gebühren oder eine Provision an die Händler. Je nach Anbieter können Sie die Waren in deren Onlineshops oder auf der eigenen Website verkaufen. Die Gewinnspanne ist meistens eher gering. Doch wenn Sie viele Menschen mit Ihrem Design begeistern, könnte Ihre Kasse klingeln. 

Beispiel: Mario ist Tätowierer und bietet auf seiner Website regelmäßig neue Artikel mit seinen beliebtesten Tattoomotiven zum Verkauf an – etwa Postkarten, Sticker, Wandbilder und T-Shirts.

Tipp: Die zahlreichen Anbieter unterscheiden sich stark in der Qualität. Den günstigsten auszuwählen, ist nicht unbedingt diebeste Wahl. Denn eine schlechte Druck- oder Produktqualität macht selbst das schönste Design nicht wett.

Müssen Sie passives Einkommen versteuern?

Müssen Sie passives Einkommen versteuern?

Ja, es zählt zu Ihren steuerpflichtigen Einkünften. Auch Werbegeschenke von einer Firma sind steuerpflichtig. Lesen Sie dazu mehr in diesem Kapitel „Wie wird passives Einkommen versteuert?” in diesem Ratgeber

8. Aktien kaufen

Geld anlegen? Das geht doch nur mit Startkapital, oder? Jein. Natürlich ist ein größeres Startkapital vorteilhaft, aber eben nicht unbedingt notwendig. Es ist möglich, monatlich einen kleinen Betrag zu investieren und davon zu profitieren. Etwa, wenn Sie aufs richtige Pferd gesetzt haben und Ihre Aktien kräftig im Wert steigen – sodass Sie beim Wiederverkauf einen ansehnlichen Gewinn einstreichen. Und bis dahin bestenfalls auch noch an den Dividenden verdienen (dem Anteil am Unternehmensgewinn für Aktionär*innen). Aber Vorsicht: Aktien können genauso gut an Wert verlieren, sodass Sie Verluste machen. Als Finanzlaie sollten Sie deshalb wirklich nur mit überschaubaren Summen einsteigen und sich ausgiebig zu Chancen und Risiken beraten lassen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber „Gewusst wie: Aktien kaufen für Anfänger”.

Beispiel: Hanna kauft zwei Aktien zum Preis von je 800 Euro, also insgesamt 1.600 Euro. Nach einem halben Jahr liegt der Kurs pro Aktie bereits bei 1000 Euro. Wenn Hanna die Wertpapiere nun wieder verkauft, hätte Sie einen Gewinn von 400 Euro beziehungsweise 25 Prozent gemacht. Außerdem hat sie in der Zwischenzeit vielleicht 25 Euro Dividende pro Aktie kassiert. Beim Aktienhandel fallen aber auch beim Verkauf Gebühren an – in dem Beispiel insgesamt 30 Euro. Letztendlich würde Hanna bei einem Verkauf nach sechs Monaten so viel verdienen: 400 Euro + 50 Euro (Dividenden) – 30 (Gebühren) = 420 Euro. Eventuell anfallende Steuern wurden bei dieser Beispielrechnung nicht berücksichtigt.

Tipp: Viele größere Betriebe bieten Aktiensparpläne oder andere Leistungen für den Vermögensaufbau für ihre Angestellten an wie die betriebliche Altersvorsorge. Warum lohnt es sich? Weil der Arbeitgeber einen Anteil zu den Investitionen beisteuert. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Unternehmen danach.

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