Zwei Hände halten eine Brieftasche offen, in der ein Zettel mit der Aufschrift Plan B? liegt
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Schnell an Geld kommen: So überbrücken Sie Engpässe

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 07.05.2020

Ihr Arbeitgeber kündigt Sie überraschend. Sie verdienen weniger durch plötzliche Kurzarbeit oder müssen unerwartet hohe Kosten stemmen. Die Gründe dafür, an zusätzliches Geld kommen zu müssen, sind vielfältig – die Möglichkeiten, Ihre Kasse relativ schnell aufzubessern, aber auch. Hier finden Sie die passenden Tipps dazu, wie Sie zeitnah Ihre Einnahmen erhöhen, sich schnell Geld leihen oder kurzfristig möglichst viel sparen können. 

Themen in diesem Artikel

Geld einnehmen: Die Kasse dauerhaft aufbessern

Zusätzliche Einnahmen sind vielleicht der angenehmste Weg, schnell an Geld zu kommen. Denn ohne Kredit brauchen Sie sich über eine Rückzahlung keine Gedanken zu machen. Und gleichzeitig müssen Sie auch nicht den inneren Sparfuchs aktivieren und auf vieles verzichten.

In der Corona-Krise hilft der Staat

Ist Ihr Leben durch die Corona-Krise finanziell aus den Fugen geraten, dürfen Sie auf Hilfe vom Staat hoffen. Dieser hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, das unter anderem Folgendes umfasst:

  • Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung
  • Soforthilfen für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen
  • Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Steuerliche Hilfsmaßnahmen
  • Unterstützungspaket für Start-ups
  • Bürgschaften

Den jeweils aktuellen Stand können Sie auf der Homepage der Bundesregierung einsehen, zudem gibt es eine Hotline zu wirtschaftlichen Fragen für Bürger (030 18 615 6187) und für Unternehmer (030 18 615 1515).

Eine junge Frau hockt in einem Supermarkt vor einem Regal in das Sie eine Flasche mit Öl einordnet
© istock/Neustockimages/2017  Ein Nebenjob ist manchmal die beste Möglichkeit, um die Einnahmen aufzubessern.

 

Nebenbei zusätzliches Geld verdienen

Wenn es Ihnen zeitlich möglich ist, dann können Sie mit einem Nebenjob zusätzliches Geld verdienen. Erste Anlaufstellen sind hier die gängigen Job-Portale im Internet und die Anzeigen im Lokalblatt. Hier finden Sie Angebote für wenige Stunden oder mehrere Tage, für den Abend oder das Wochenende.

Denken Sie zudem saisonal: Zu manchen Jahreszeiten werden die Supermärkte überrannt und freuen sich auch über kurzfristige Aushilfe an der Kasse oder im Lager. Zur Festival-Zeit wird Personal an den Ständen gesucht, in der Vorweihnachtszeit dagegen boomt der Buchhandel. Achten Sie auf entsprechende Aushänge oder fragen Sie direkt vor Ort nach.

Sind Sie mit handwerklichem Geschick gesegnet, können Sie eigene Produkte zum Verkauf herstellen. Orientieren Sie sich dabei unbedingt am Bedarf: Ihre Ware sollte entweder ein Dauerbrenner sein oder saisonal stark nachgefragt wie Adventskalender zu Weihnachten oder Mundschutz in der Virus-Krise. Unabhängig davon, ob Sie Ihre Waren online oder an einem Marktstand anbieten, müssen Sie allerdings ein Gewerbe anmelden. Ihr zuständiges Gewerbeamt berät Sie sicher gern.

Sie möchten mit wenig Aufwand, aber trotzdem ganz legal Geld verdienen? Mühelos und im wahrsten Sinne nebenbei geht das mit diesen 6 Nebenjobs.

Zu schön, um wahr zu sein

Zu schön, um wahr zu sein

Fünfstellige Monatsgehälter für einfache Tätigkeiten, riesige Renditen innerhalb kürzester Zeit – bei diesen Versprechen sollten Sie vorsichtig sein. Wenn solche Angebote seriös wären, würde wohl jeder so arbeiten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass ein illegales Geschäftsmodell dahintersteckt, etwa ein Schneeballsystem, bei dem am Ende nur einer gewinnt.
 

Ein Mann mit Schutzkleidung sägt einen Baum mit einer Kettensäge durch
© istock/milanvirijevic/2017  Sie haben eine Kettensäge oder andere Geräte, die Sie vermieten könnten? Dann lässt sich dadurch unter Umständen der ein oder andere Euro verdienen.

 

Den Hausstand zu Geld machen

Des einen Gerümpel ist des anderen neuer Schatz. Wenn Sie schnell an Geld kommen möchten, dann sollten Sie schauen, was Keller und Dachboden, Schränke und Garage so hergeben. Online findet sich für vieles ein Abnehmer, sei es über Internet-Auktionen, auf virtuellen Marktplätzen oder über digitale Kleinanzeigen. Vergessen Sie darüber aber nicht die Gesuche in Ihrer Lokalzeitung oder das Second-Hand-Geschäft in der Einkaufsstraße – auch offline lässt sich Geld machen.

Sie feiern nur einmal im Jahr in Ihrem Garten, möchten sich aber nicht gleich von Ihrem Partyzelt trennen? Hochwertige Gegenstände vom Beamer über Werkzeug bis hin zu besagtem Zelt können Sie auch tageweise vermieten. Hierfür gibt es unterschiedliche Online-Plattformen, die Sie mit Interessenten aus Ihrer Gegend zusammenbringen. Im Gegenzug treten Sie einen Teil des selbst festgelegten Mietpreises ab oder zahlen eine Gebühr. Machen Sie das nur gelegentlich, brauchen Sie dafür kein Gewerbe anzumelden, sind Sie unsicher, hilft Ihnen Ihr Gewerbeamt.

Mit Crowdfunding an Geld kommen

Wenn Sie ein besonders schwerer Schicksalsschlag ereilt hat, aber auch wenn Sie ein ungewöhnliches Ziel verfolgen, kann Crowdfunding einen Versuch wert sein. Vielleicht müssen Sie für eine teure medizinische Behandlung aufkommen. Oder Sie möchten sich mit einem innovativen Produkt selbstständig machen und brauchen dafür Startkapital.

Dann können Sie Ihre Situation und Ihr Anliegen auf einer entsprechenden Online-Plattform beschreiben und um finanzielle Unterstützung bitten. Zu den bekanntesten Anbietern zählen hier GoFundMe, Kickstarter und betterplace. Es gibt jedoch mittlerweile sehr viele ähnliche Webseiten mit unterschiedlichen Spezialisierungen, sodass sich eine gründliche Recherche lohnt.

Einen Blick in die Tabuzone riskieren

Manchmal Ist die Not so groß, dass auch das Undenkbare plötzlich denkbar wird. Ist es möglich, die Rücklagen für die Altersvorsorge aufzulösen? Würden meine Eltern mir das Erbe vorzeitig auszahlen?

 Auf Ihre finanzielle Sicherheit im Alter sollten Sie nicht leichtfertig verzichten. Möchten Sie dennoch Ihre Rücklagen auflösen, müssen Sie prüfen, wie zügig und unter welchen Bedingungen das umsetzbar ist: 

  • Tagesgeld: Die Rückbuchung auf das Referenzkonto – also das Girokonto von dem aus Sie normalerweise auf das Tagesgeldkonto einzahlen – ist jederzeit möglich.
  • Aktien/Fondsanteile: Das Geld ist nach dem Verkauf innerhalb weniger Tage verfügbar, je nach Kurs sind Verluste möglich.
  • Festgeld: Ein Anspruch auf vorzeitige Auflösung besteht nur in Ausnahmefällen, ggf. ist dies gegen Gebühr mit Zinsverlusten möglich.
  • Kapitallebensversicherung: Nach der Mindestlaufzeit gibt es Kündigungsfristen von einem Monat bis zu einem Jahr, der Rückkauf ist häufig mit Verlusten verbunden.
  • Private Rentenversicherung: Die Kündigungsfrist beträgt mehrere Wochen bis Monate, ein Rückkauf ist oft mit Verlusten verbunden.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Eine Auflösung ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Mehr dazu in dem Artikel „Die betriebliche Altersvorsorge kündigen: Geht das überhaupt?”

Eine vorzeitige  Auszahlung des Erbes kann nur der Erblasser selbst veranlassen (also beispielsweise Eltern oder Großeltern). Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Möchten Sie das Thema Ihren Verwandten gegenüber ansprechen, sollten Sie das unbedingt mit viel Fingerspitzengefühl tun. Und berücksichtigen Sie auch die Interessen Dritter, etwa Ihrer Geschwister. Um sich zu einigen, können Sie im tatsächlichen Erbfall auf Ihren Pflichtteil verzichten. Dies ist aber nur mit einer notariellen Beglaubigung verbindlich.

Frau schreibt eine Notiz in ihren Kalender
© istock/peakSTOCK/2016  Sie wissen bereits, wann die Flaute im Portemonnaie vorbei sein wird? Dann kann Geld leihen eine mögliche Alternative sein, um sie zu überbrücken.

Geld leihen: Hilfe für den kurzen Engpass

Sie sind sich sicher, dass Sie nur eine kleine Flaute überbrücken müssen? Wenn Sie in naher Zukunft eine Zahlung erwarten oder in ein paar Wochen in den neuen Job starten, können Sie sich das fehlende Geld bis dahin auch leihen. Ob Sie dafür Ihr privates Umfeld anzapfen oder sich lieber von anderen Stellen helfen lassen, sollten Sie sich gut überlegen.

Die Bank, dein Freund und Helfer

Bei Ebbe in der Kasse sucht mancher verzweifelt Wege, auch ohne einen Kredit schnell an Geld zu kommen. Dabei ist ein Darlehen von der Bank vergleichsweise unkompliziert, um eine schwierige Zeit durchzustehen. Sie belasten so keine privaten Beziehungen, bürden sich in einer angespannten Lage keine Nebenjobs auf und haben bei Bedarf einen professionellen Partner, der Sie berät.

Wenn Sie kurzfristig eine überschaubare Summe benötigen, ist hier der Dispositionskredit, kurz Dispo, eine unkomplizierte Wahl. Dabei nutzen Sie den Überziehungsspielraum Ihres Girokontos. Alternativ können Sie auch für Ihre Kreditkartenabrechnung ganz einfach Teilzahlungen vereinbaren. So strecken Sie offene Beträge über mehrere Monate.

 Auf längere Sicht fahren Sie mit einem klassischen Ratenkredit besser, da hier geringere Zinsen anfallen als beim Dispo oder der Teilzahlung bei der Kreditkarte. Für einen umfassenden Überblick haben die Klarmacher alles zusammengetragen, was Sie zum Thema Ratenkredit wissen sollten.

Zwei Frauen umarmen sich lächelnd
© istock/urbazon/2019  Geld von Freunden oder Verwandten zu leihen ist auch eine Möglichkeit, um schnell an Geld zu kommen. Dabei gilt es aber besonders behutsam vorzugehen.

 

Privatkredit: Wenn Familie und Freunde tief in die Tasche greifen

Benötigen Sie verhältnismäßig wenig Geld, ist es wahrscheinlich, dass Sie im Familien- oder Freundeskreis jemanden finden, der Ihnen aushilft. Es ist nachvollziehbar, wenn Sie dieser Schritt Überwindung kostet. Um ihn sich zu erleichtern, beherzigen Sie am besten folgende Regeln:

  1. Wenden Sie sich nur an Personen, von denen Sie wissen, dass sie sich die Leihgabe ohne Weiteres leisten könnten.
  2. Machen Sie bei Ihrer Anfrage deutlich, dass Sie Verständnis haben und es nicht übelnehmen, wenn der andere ablehnt. Bauen Sie auf keinen Fall Druck auf.
  3. Halten Sie alle Vereinbarungen zu Summe, Laufzeit, Rückzahlungsmodalitäten und eventuellen Zinsen schriftlich und mit Unterschrift beider Parteien fest. Auch das Datum und Ihre jeweiligen Adressen dürfen nicht fehlen. Benennen Sie die Leihgabe klar als Darlehen und dokumentieren Sie die Übergabe in Form einer Quittung oder mit Ihrem Kontoauszug.

Im privaten Umfeld wird häufig auf den letzten Punkt verzichtet. Überraschend oft kommt es dann aber doch zu Streitigkeiten, auch zwischen nächsten Verwandten oder Kindergartenfreunden. Tun Sie sich selbst den Gefallen, das mit einem formlosen Schriftstück zu umschiffen.

Wertgegenstände verpfänden – eine gute Idee?

Leih- beziehungsweise Pfandhäuser haben nicht den besten Ruf: Wer sie nutzt, spricht nicht gern darüber. Dabei sind die Anbieter nicht unbedingt unseriös, doch ihr vergleichsweise unbürokratischer Service hat neben Vorteilen auch Nachteile für Sie als Kunden. Diese sollten Sie sich bewusst machen, bevor Sie anfangen, Ihre Wertgegenstände zu versetzen.

Die Pluspunkte liegen auf der Hand: Im Pfandhaus kommen Sie sehr schnell an Geld, ohne einen Kredit mit Bonitätsprüfung aufnehmen zu müssen. Sie benötigen lediglich einen Wertgegenstand, auf den Sie für die Zeit der Überbrückung verzichten können. Das kann Schmuck sein, ein elektronisches Gerät wie Ihr Laptop oder sogar Ihr Auto oder Motorrad. Ausgezahlt wird allerdings nur ein Bruchteil des Wertes.

Doch das Verleihen kann teuer für Sie werden: Die Kreditzinsen im Pfandhaus sind gesetzlich mit 1 Prozent pro Monat festgelegt, auf ein Jahr gerechnet macht das allein schon 12 Prozent. Darüber hinaus sollten Sie sich unbedingt über die Gebühren informieren. Hier fallen bei Leihbeträgen im vier- oder fünfstelligen Bereich monatlich mehrere Hundert Euro zusätzlich an. Viele Pfandhäuser haben dazu Beispielrechnungen auf ihren Internetseiten. Bleiben Sie außerdem realistisch: Wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie innerhalb der nächsten Wochen an ausreichend Geld kommen, dann kann es sein, dass Ihr Familienerbstück oder Ihr fahrbarer Untersatz versteigert wird.

Eine Frau steckt eine Münze in ein Sparschwein
© istock/Nattakorn Maneerat/2018  Vor allem langfristig kann es sich lohnen, Sparpotenziale besser auszunutzen.

 

Geld sparen: Weniger Ausgaben bedeuten mehr Spielraum

Natürlich können Sie sich nicht auf die Schnelle reich sparen. Aber wenn am Ende des Geldes nicht mehr so viel Monat übrig sein soll, hilft es, Gewohnheiten umzustellen und sich etwas einzuschränken. Erste Anlaufstelle dafür sind die Kontoauszüge oder das Haushaltsbuch: Gibt es den einen oder anderen kleinen Luxus, auf den Sie vorübergehend verzichten können?

Vielleicht verzichten Sie auf den morgendlichen Kaffee von der Espressobar an der Ecke und kochen stattdessen zuhause selbst einen. Und eher teure Kinobesuche könnten Sie vorerst durch DVD-Abende ersetzen. Noch mehr Inspiration gefällig? Einsteiger finden hier jede Menge Ideen zu guten Vorsätzen und handfesten Spartipps.

Ein weiterer Weg, um die Kosten zu senken, kann der gute alte Tauschhandel sein. Der Nachbar hat mehr Obst und Gemüse im Schrebergarten, als er essen kann? Vielleicht überlässt er Ihnen eine Monatsration, wenn Sie ihm mit einer kleinen Reparatur helfen. Falls Sie die Menschen in Ihrer Umgebung noch nicht gut genug kennen für einen Tauschhandel, können Nachbarschaftsnetzwerke im Internet helfen, Gleichgesinnte zusammenzubringen.

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