Eine rothaarige Frau lehnt nachdenklich an einer Wand
Vorsorge

Riester-Rente kündigen: Geht das? Lohnt sich das?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 11.10.2019

Sie wissen längst, dass eine private Altersvorsorge wichtig ist. Genau deshalb haben Sie vor Jahren einen Riester-Vertrag unterschrieben. Doch mittlerweile wachsen Ihnen die monatlichen Beiträge über den Kopf. Oder Sie brauchen das Geld dringend für andere Zwecke. Deshalb würden Sie die Riester-Rente am liebsten kündigen. Aber geht das überhaupt? Und wenn ja, lohnt sich das?

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Riester-Rente kündigen: So geht es

Sie können Ihre Riester-Rente im Grunde jederzeit kündigen. Es gibt aber eine Frist, bis diese Kündigung wirksam wird. Die Kündigung muss sechs Wochen vor dem Ende Ihres gewünschten Ausstiegsmonats bei Ihrem Riester-Anbieter eingehen. In der Regel ist das ein Versicherungsunternehmen.

Das sollte in Ihrem Kündigungsschreiben stehen:

  • Die klare Aussage, dass Sie den Vertrag zu Ihrer Riester-Rente zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen
  • Der Widerruf der betreffenden Einzugsermächtigung bzw. dem SEPA-Lastschriftmandat, mit denen Sie bislang Ihrem Anbieter das Abbuchen der Beiträge von Ihrem Konto erlaubt haben
  • Die Verbindungsdaten (IBAN, BIC) des Kontos, auf das der Rückkaufswert (mehr dazu im folgenden Abschnitt) überwiesen werden soll

Verschicken Sie Ihre Riester-Kündigung per Post am besten als Einschreiben mit Rückschein. So weisen Sie nach, dass sie bei Ihrem Vertragspartner eingegangen ist. Alternativ können Sie manchen Anbietern Ihren Austritt aus der Riester-Rente per E-Mail schicken. Was in Ihrem Fall möglich ist, steht in Ihrem Vertrag.

Ein junger Mann sitzt an einem Tisch und setzt lächelnd seine Unterschrift unter ein Dokument
© istock/tdub303/2016  Die Riester-Rente zu kündigen geht schnell. Aber eine gute Idee ist das meistens nicht.

Riester-Rente kündigen: Darum ist das keine gute Idee

Ob Sie wirklich kündigen, sollten Sie sich gut überlegen. Denn bedenken Sie: Eine Kündigung führt praktisch immer zu einem finanziellen Verlust. Warum?

  • Die Steuern, die Sie bislang jedes Jahr zurückbekommen haben, müssen Sie bei einer Kündigung zurückzahlen.
  • Die Abschlusskosten, die Sie in den ersten Jahren für Ihren Riester-Vertrag gezahlt haben, bekommen Sie nicht zurück. Sie haben sie also quasi umsonst gezahlt, wenn Sie dafür später keine Rente mehr bekommen.
  • Unter Umständen bekommen Sie weniger Geld wieder ausgezahlt, als Sie eingezahlt haben, weil der Versicherer noch Bearbeitungsgebühren für die Kündigung oder Ähnliches abzieht.
  • Und: Erträge aus Zinsen, die Sie vor der Kündigung Ihres Riester-Vertrags erzielt haben, müssen Sie als „sonstige Einkünfte“ bei der nächsten Steuererklärung versteuern.

Riester-Rente kündigen: Das ist die Alternative

Sie wollen die monatlichen Beiträge einsparen, aber nicht die finanziellen Verluste einer Kündigung hinnehmen? Dann gibt es eine andere Lösung: Lassen Sie den Riester-Vertrag ruhen. Damit legen Sie ihn quasi auf Eis, ohne ihn aufzulösen. Dann erhalten Sie zum Ruhestand wenigstens noch das Geld, das Sie bis zu der Beitragsfreistellung angespart haben.

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