Ein Brief wird in einen Briefkasten eingeworfen
Verrsichern

Briefe, Pakete & Co versichern: Was kostet es? Was bringt es?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 24.01.2023

Kommt Post nicht an, ist das immer ärgerlich. Ganz besonders, wenn Geschenke oder wichtige Dokumente unterwegs verschwinden. Immerhin: Viele Sendungen lassen sich nachverfolgen. Damit weißt du immer, wo sie sind. Du kannst Pakete auch versichern, falls sie unterwegs Schaden nehmen oder verloren gehen sollten. Welche Arten der Sendungsverfolgung und -versicherungen es gibt und wann sich welche lohnt, erklären wir dir hier.

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Basis-Sendungsverfolgung bei Briefen

Bevor du eine Versicherung für deine Sendung geltend machen kannst, musst du erst einmal wissen, wo sie (nicht) ist. Deswegen ist die erste Frage für einen sicheren Versand, ob du deinen Brief oder dein Paket nachverfolgen kannst. Fangen wir mit den Briefen an. 

Seit Februar 2021 bietet die Deutsche Post Briefmarken mit einem Matrixcode an. Dieser Matrixcode ist ein schwarzes Muster am rechten Rand der Briefmarke. Weil keine zwei Matrixcodes gleich sind, ist jede Briefmarke dadurch einzigartig. So kann die Post alle Briefe nachverfolgen. Eine Sendungsverfolgung bietet die Post auch an, wenn du eine Internetmarke nutzt, also das Etikett online bestellst und selbst ausdruckst. 

Es ist allerdings nur eine sogenannte Basis-Sendungsverfolgung: Du bekommst nur angezeigt, wenn dein Brief im Start- und im Zielbriefzentrum bearbeitet wird. Das kannst du in der Post & DHL App auf deinem Smartphone oder auf der Website der Deutschen Post einsehen. Du erfährst allerdings nicht, ob der Brief tatsächlich ankommt, nachdem er das Briefzentrum verlassen hat. Die Post haftet auch nicht, falls der Brief unterwegs verloren geht. 

Kosten: Die Basis-Sendungsverfolgung ist im Standard-Porto inklusive – es bleibt also bei 0,85 Euro für einen Brief bis 20 Gramm (Stand: 2023).  

Ein junger Mann holt Post aus dem Briefkasten in einem Wohnhaus
© istock/SolStock/2020  Nicht jeden Brief verfolgt die Post bis in den Zielbriefkasten nach.

Prio: Der schnellere Versand mit Zustellinformation

Die nächste Stufe eines sichereren Versandes ist die sogenannte Prio. Wie der Name schon andeutet, wird dein Brief prioritär behandelt – also bevorzugt. Wenn du ihn in einer Filiale abgibst, bedeutet das meist eine Zustellung am nächsten Tag. Wenn du ihn selbst in den Briefkasten wirfst, ist eine prioritäre Behandlung nicht möglich. Die Post haftet auch nicht bei Verlust oder Schäden. 

Allerdings geht die Sendungsverfolgung bei Prio-Briefen über die Basis-Sendungsverfolgung hinaus: Hier dokumentiert die Post auch, falls die Zustellung nicht erfolgt ist – zum Beispiel, weil der*die Empfänger*in unbekannt verzogen ist. Über den Status deiner Prio-Sendung kannst du dich auf der Website oder in der App informieren, oder telefonisch beim Kund*innenservice der Post (Mo-Fr von 8-18 Uhr unter 0228 4333112).  

Der Prio-Versand lohnt sich, wenn dein Brief möglichst am nächsten Tag im Briefkasten liegen soll. Prio-Marken erhältst du im Internet oder in einer Filiale, die den „Service Prio“ anbietet. 

Kosten: 1,10 Euro zusätzlich. 

Einschreiben: Die sicherste Option für Briefe

Wenn du genau wissen willst, wann und wo dein Brief ausgeliefert wird, dann solltest du ihn per Einschreiben versenden. Der Empfang wird mit einer Unterschrift bestätigt. Auf der Website oder in der App hinterlegt die Deutsche Post dir auch einen Auslieferungsbeleg. 

Falls ein Einschreiben nicht ankommen sollte, kannst du als Absender*in eine Nachforschung beantragen. Geht deine Sendung verloren, haftet die Post in der Regel bis zu 25 Euro. Beim Einschreiben geht es also nicht so sehr um die Höhe der Versicherung, sondern darum, dass dein Brief jederzeit nachverfolgbar bleibt und deswegen mit großer Sicherheit ankommt. 

Kosten: 2,65 Euro zusätzlich.

Neben dem regulären Einschreiben gibt es mehrere Varianten, die du je nach Bedarf nutzen kannst. Die Kosten sind auch hier jeweils zuzüglich Briefporto.

  • Einschreiben Einwurf: Für dieses Einschreiben braucht es keine Unterschrift, sondern „nur“ den Einwurf in Briefkasten oder Postfach. Das lohnt sich, wenn du Unterlagen wie eine Bewerbung nicht an eine bestimmte Person schicken willst, sondern an eine Firma. Kosten: 2,35 Euro.
  • Einschreiben Eigenhändig: Nur die Person, an die das Einschreiben persönlich adressiert ist, kann es eigenhändig entgegennehmen. Eine gute Option zum Beispiel für Urkunden. Kosten: 4,85 Euro.
  • Einschreiben Rückschein: Nachdem dein Einschreiben ausgeliefert wurde, erhältst du per Post eine schriftliche Bestätigung mitsamt einer digitalisierten Unterschrift und einem Bild von der Sendung. Hier gehst du doppelt sicher, dass dein Einschreiben angekommen ist, zum Beispiel, wenn du etwas Wichtiges an eine Behörde schicken musst. Kosten: 4,85 Euro.
  • Einschreiben Wert: Eigentlich soll man ja kein Geld mit der Post verschicken. Muss es doch sein, gibt es das Einschreiben Wert. Dieses Einschreiben kannst du nicht online frankieren, sondern du musst in die Filiale gehen. Die Post haftet bei Verlust mit bis zu 500 Euro (Wertgegenstände) beziehungsweise bis 100 Euro (Bargeld). Kosten: 4,45 Euro.
Eine junge Frau packt ein Paket ein
© istock/visualspace/2019  Pakete müssen richtig eingepackt sein, sonst bringt auch die beste Versicherung nichts.

Unversichert: Päckchen und Bücher- und Warensendungen

Für Sendungen bis zu zwei Kilogramm gibt es bei DHL das Päckchen (nicht zu verwechseln mit dem Paket!). Alternativ bietet dir DHL eine Bücher- und Warensendung an. Die Sendung darf in diesem Fall nicht größer sein als ein B4 Umschlag (also einer, in den eine A4-Seite ungefaltet hineinpasst).

Wichtig: Bei diesen beiden Optionen bietet DHL keine Möglichkeit, die Sendung nachzuverfolgen oder zu versichern.

Der Versand ist relativ günstig und einfach, weil die Sendung in der Regel in den Briefkasten passt, aber du nimmst in Kauf, dass dein Päckchen beziehungsweise deine Büchersendung spurlos verschwinden kann. Wenn du dir eine Haftung oder eine Versicherung gegen Verlust und Schaden wünschst, musst du deine Lieferung also als Paket versenden (dazu gleich mehr).

Kosten: Je nach Größe unterscheiden sich hier die Kosten. Päckchen dürfen entweder bis 35 × 25 × 10 Zentimeter groß sein (3,99 Euro) oder 60 × 30 × 15 Zentimeter (4,79 Euro). Das Gewicht muss in beiden Fällen unter zwei Kilogramm liegen. Für eine Bücher-/Warensendung (siehe oben, maximal ein B4-Umschlag) bezahlst du bis 500 Gramm Gewicht 1,95 Euro und bis 1.000 Gramm 2,25 Euro.

Privater Versand mit Hermes oder DPD

Privater Versand mit Hermes oder DPD

Neben DHL gibt es für Päckchen und Pakete natürlich noch mehr Anbieter, zum Beispiel Hermes oder DPD. Bei beiden werden standardmäßig alle Sendungen nachverfolgt, auch die kleinste (bei Hermes „Päckchen“, bei DPD „XS“). Beachte allerdings, dass beide Anbieter die Paketgröße danach berechnen, wie lang die längste und die kürzeste Seite deiner Sendung zusammengerechnet sind. Nimm also lieber nicht an, dass dein „Päckchen“ automatisch die kleinste Größe ist, sondern nutze zur Sicherheit den Paketgrößen-Rechner auf den Websites.

Inklusive: Haftung bei Paketen bis 500 Euro

Wenn du ein Paket innerhalb von Deutschland versendest und keine extra Versicherung abschließt, dann haftet DHL bis zu einem Wert von 500 Euro. Ähnlich ist es bei DPD (bis 520 Euro) und Hermes (bis 500 Euro). Das bedeutet, dass du den Wert der Lieferung bis eben 500 Euro beziehungsweise 520 Euro zurückbekommst, falls dein Paket unterwegs verloren gehen oder beschädigt werden sollte. 

Du musst in diesem Fall nachweisen, was in dem Paket war und wie viel sein Inhalt wert ist. Deswegen solltest du bei Bestellungen oder Geschenken die Rechnungen aufheben, bis alles sicher angekommen ist. Wichtig: Kein Anbieter haftet, wenn du dein Paket nicht richtig eingepackt hast und es deswegen unterwegs Schaden genommen hat. 

Kosten: Die unterscheiden sich stark, je nachdem, wie groß und wie schwer dein Paket ist. Wenn du dein Päckchen (siehe oben, bis zwei Kilogramm, höchstens 60 × 30 × 15 Zentimeter) als Paket versenden möchtest, kostet das bei DHL 5,49 Euro Porto. Laut den jeweiligen Paketgrößen-Rechnern würde das gleiche Paket bei DPD 9,70 Euro kosten (bis 20 Kilogramm) und bei Hermes 5,95 Euro (bis 25 Kilogramm). Übrigens: Eine Sendungsverfolgung ist bei allen Anbietern im regulären Porto mit dabei. 

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© Deutsche Post DHL Group  Deutsche Post DHL Group

Transportversicherung bei Paketen

Zusätzlich zu der Haftung gibt es die sogenannte Transportversicherung. Die bietet DHL zu einem Aufpreis an. Wichtig: Bei DPD und Hermes kannst du eine solche Versicherung als Privatkund*in nicht abschließen. 

Die DHL Transportversicherung bietet dir zwei Vorteile: 

  • Sie zahlt auch, wenn DHL nicht schuld an dem Verlust oder Schaden deines Paketes ist, zum Beispiel bei höherer Gewalt wie einem Unwetter. Richtig einpacken musst du dein Paket aber trotzdem.  
  • Du kannst höhere Summen versichern: entweder bis zu 2.500 Euro oder bis zu 25.000 Euro. 

Das bedeutet, dass DHL dir den Wert deines Pakets zurückerstattet: entweder ganz (bei Totalverlust) oder teilweise (bei Schaden oder Teilverlust). Eine Transportversicherung kann sich also lohnen, wenn du teurere Ware mit dem Paket verschicken musst. 

Beachte allerdings, dass du nicht jeden Paketinhalt auf dem Transport versichern kannst. Einige Wertgegenstände versichert DHL nur bis zu einem Wert von 500 Euro pro Tag und pro Empfänger*in. Dazu gehören beim Versand innerhalb Deutschlands zum Beispiel Bargeld oder Schmuck. Ob deine Sendung zulässig ist, überprüfst du am besten vorher auf der DHL-Website

Kosten: Eine Summe bis 2.500 Euro kannst du mit 6,00 Euro zusätzlich zum Paketpreis versichern. Für die Summe bis 25.000 Euro werden 18,00 Euro extra fällig.  

Paketversicherung für Gewerbetreibende

Paketversicherung für Gewerbetreibende

Für Gewerbetreibende, die viele Pakete an Kund*innen versenden, lohnt sich eine Transportversicherung besonders: Nicht nur ist der Wert der Ware abgesichert. Die Versicherung schützt auch davor, dass Kund*innen einfach behaupten können, dass sie die Ware nicht oder nur teilweise erhalten haben. Deswegen sollten Gewerbetreibende auch bei Lieferungen mit weniger Warenwert überlegen, eine Versicherung abzuschließen.

Nachverfolgung empfohlen: Versand ins Ausland

Bisher haben wir nur vom Versand innerhalb von Deutschland geredet. Wenn du deinen Brief oder dein Paket ins Ausland schicken willst, wird die Sache komplizierter. Schließlich ist nicht nur die Deutsche Post beteiligt, sondern auch die Post in dem Zielland – und vielleicht sogar die Post anderer Länder auf dem Weg. Deswegen könnte es sehr sinnvoll sein, deine Sendung mit Nachverfolgung zu schicken. Bei Briefen gilt international das Gleiche wie national: Wenn du wissen willst, dass dein Brief wirklich angekommen ist, solltest du ein Einschreiben wählen. In diesem Fall ist das das Einschreiben International. 

Ein Päckchen hat, genau wie beim Versand innerhalb von Deutschland, bei DHL standardmäßig keine Versicherung oder Sendungsverfolgung (siehe oben). Du kannst den Service aber dazu buchen. Deine Sendung ist dann bis 50 Euro versichert. Der Preis beträgt zusätzlich 2,50 Euro bei einem Land der Europäischen Union (EU) beziehungsweise 4,00 Euro (außerhalb der EU). Pakete sind auch bei internationalem DHL-Versand standardmäßig bis 500 Euro versichert und werden entsprechend auch nachverfolgt. 

Kosten: Die hängen stark davon ab, in welches Land deine Sendung soll. Ein Einschreiben International kostet 3,50 Euro zusätzlich (eine Preisübersicht für internationale Briefe findest du bei der Deutschen Post). Bei Paketen solltest du dich vorher auf der DHL-Website zu den Tarifen für dein Zielland informieren. Dort erfährst du auch, ob noch Kosten für den Zoll anfallen. Nur ein Beispiel für den „einfachsten“ Fall, also ein EU-Nachbarland wie Österreich: Ein Päckchen ohne Sendungsverfolgung kostet 5,99 Euro. Der Preis für ein Paket mit Sendungsverfolgung und Versicherung beginnt bei 13,99 Euro.

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