Junge Frau sitzt mit Laptop und Kreditkarte zuhause auf dem Sofa
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Onlinebezahldienste: Diesen 8 Anbietern können Sie vertrauen!

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 06.08.2021

Fahrkarten, Lebensmittel, Möbel, Reisen … die Liste ließe sich endlos erweitern. Denn mittlerweile gibt es fast nichts mehr, was Sie nicht im Netz kaufen können. Und täglich öffnen neue Onlineshops die digitalen Pforten. Nicht ganz so lang, aber immer noch stattlich ist die Liste der Zahlungsmöglichkeiten, die Ihnen viele Anbieter zur Wahl stellen. Neben Kreditkarte oder Bankeinzug sind stets auch verschiedene Onlinebezahldienste dabei. Wie diese funktionieren und auf welche Sie am besten setzen, verraten Ihnen die KlarMacher.

Themen in diesem Artikel

Onlinebezahldienste sind für alle Seiten sicher

Aus Kund*innensicht ist die Sache laut Verbraucherzentrale klar: Am besten zahlen Sie eine Ware aus dem Internet erst nach Erhalt der Rechnung. Oder Sie erteilen eine Einzugsermächtigung. Diese beiden Methoden sind für Sie am sichersten. Warum? Die Rechnung begleichen Sie erst, wenn die Ware unversehrt eingetroffen ist. Eine Einzugsermächtigung können Sie innerhalb von acht Wochen widerrufen. Ein unseriöser Onlineshop kann Sie also nicht um Ihr Geld bringen, wenn mit der Ware etwas nicht Ordnung ist oder sie gar nicht erst ankommt.

Der Haken? Für Händler stellen diese Bezahlmethoden ein Risiko dar. Denn der Onlineshop verschickt seine Produkte im Voraus. Wenn die Kund*innen dann nicht zahlen oder die Einzugsermächtigung widerrufen, gibt es kein Geld. Deshalb bieten immer weniger Onlineshops das Zahlen auf Rechnung an. Besser für Händler sind die Überweisung vor Warenerhalt oder die Zahlung per Kreditkarte. Hier wird das Prinzip „Erst die Ware, dann das Geld“ umgekehrt – zugunsten der Händler. Außerdem müssen Sie ihre Bankdaten an den Onlineshop übermitteln.

Dann aber liegt das Risiko bei Ihnen als Kund*in. Wenn Sie an einen unseriösen Anbieter geraten, erhalten Sie Ihre Zahlung unter Umständen nicht zurück. Und auch die Zahlung per Nachnahme schützt Sie nicht vor dubiosen Onlineshops. Denn Sie wissen erst nach der Bezahlung an der Haustür, ob die bestellte Ware auch wirklich im Paket war. Also egal welche Zahlungsmethode – eine Partei trägt immer das größere Risiko.

Eine Lösung sind sogenannte Onlinebezahldienste. Das sind Unternehmen, die als Vermittler bei der Onlinezahlung auftreten und Einkäufe im Netz für beide Seiten sicherer gestalten.

Online-Zahlungsmethoden: Welche ist sicher?

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So funktionieren Onlinebezahldienste

Onlinebezahldienste sorgen dafür, dass der Bezahlvorgang nicht direkt zwischen Verkäufer und Kund*innen stattfindet. Stattdessen fungiert ein solcher Dienst als Zahlungsvermittler. Der soll beiden Seiten mehr Sicherheit und Komfort beim Onlineshopping ermöglichen. Im Kern gibt es drei unterschiedliche Methoden, wie das Geld von A nach B wandert:

  1. Onlinebezahldienste ohne Drittanbieter stellen eine sichere Verbindung zum Onlinebanking-Umgebung Ihrer Bank her, und der Kaufbetrag wird von Ihrem Bankkonto abgebucht. Anders als bei einer regulären Überweisung wird der Betrag sofort freigegeben, also kann die Ware direkt versendet werden.
  2. Bei Prepaid-Bezahldiensten müssen Sie zunächst Ihr Konto bei dem Bezahldienst Ihrer Wahl aufladen oder eine Prepaid-Karte kaufen. Dann können Sie mit dem Guthaben bei den angeschlossenen Onlineshops einkaufen.
  3. Onlinebezahldienste mit Drittanbieter übernehmen den kompletten Bezahlprozess. Das heißt: Der Drittanbieter zahlt für Sie bei der Bestellung, und Sie zahlen den Betrag an den Onlinebezahldienst zurück. Bei diesen Diensten benötigen Sie ein separates Kundenkonto mit hinterlegten Zahlungsdaten.

Dürfen Händler Extra-Gebühren für die Zahlungsart verlangen?

Dürfen Händler Extra-Gebühren für die Zahlungsart verlangen?

Nein. Entgelte für das Bezahlen per Banküberweisung, Lastschrift oder Kreditkarte sind in Deutschland gesetzlich verboten. Laut einem neuen BGH-Urteil dürfen Händler jedoch Extra-Gebühren verlangen, wenn die Zahlung von einem Onlinebezahldienst abgewickelt wird. Aber auch dann dürfen solche Gebühren nicht für die eigentliche Zahlung erhoben werden. Sondern nur für weitere Dienstleistungen des Bezahldienstes – etwa eine Bonitätsprüfung.

Übersicht: Beliebte Onlinebezahldienste mit Vor- und Nachteilen

PayPal

PayPal ist der bekannteste Onlinebezahldienst. Allein in Deutschland zählt er über 30 Millionen Nutzer*innen. Nach der Registrierung erhalten Sie ein PayPal-Konto. Hier hinterlegen Sie entweder Ihre Bankverbindung oder eine Kreditkarte (wie das geht, lesen Sie in diesem Artikel). Sie können auch Geld auf das Konto überweisen, dann besitzen Sie ein PayPal-Guthaben. Anschließend funktioniert Ihr PayPal-Konto wie eine digitale Kombination aus Girokonto und Kreditkarte. Denn mit PayPal können Sie sowohl im Internet einkaufen als auch Geld zu anderen PayPal-Nutzer*innen überweisen.

Was bedeutet Käuferschutz?

Was bedeutet Käuferschutz?

Der Käuferschutz sichert den Fall ab, dass ein Onlineshop die bestellte Ware nicht liefert. Tritt dieses Szenario ein, erstattet Ihnen ein Onlinebezahldienst mit Käuferschutz das Geld zurück. Gleiches gilt, wenn die falsche oder beschädigte Ware geliefert wurde.

Wenn Sie über PayPal bezahlen, dann wird die Summe vom Bezahldienstleister sofort auf dem PayPal- oder Bankkonto des Händlers gutgeschrieben. Erst danach wird der Betrag eingezogen – wahlweise von Ihrer Kreditkarte, dem hinterlegten Bankkonto oder Ihrem PayPal-Guthaben. Alternativ erlaubt Ihnen PayPal, den Betrag erst nach 14 Tagen oder in Raten zu begleichen.

Außerdem können Sie die Rechnung mit anderen PayPal-Mitgliedern teilen. Dank der zugehörigen App nutzen Sie den Bezahldienst bequem über Ihr Handy.

VorteileNachteile
+ Sehr hohe Verbreitung
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Käuferschutz
+ Kostenlos
+ Überweisungen auf PayPal- oder Bankkonten möglich
+ Ratenzahlung möglich
+ Prepaid-Zahlung möglich
+ Kombinierbar mit anderen Onlinebezahldiensten
+ Bezahldienst-App für iOS und Android
+ Keine Kreditkarte nötig
- Nach Diebstahl der Zugangsdaten sind Einkäufe ohne weitere Bestätigung möglich
- Phishing-Attacken sind möglich
- Daten liegen auf Servern in den USA

Amazon Pay

Mittlerweile mischt der Onlinehändler Amazon mit seinem hauseigenen Bezahldienst Amazon Pay den Markt auf. Der Dienst hat fast so viele Kund*innen wie PayPal und die Funktionsweise ist einfach und komfortabel – vorausgesetzt, Sie besitzen ein Amazon-Konto. Nur dann können Sie mit Amazon Pay Geld senden, welches empfangen und damit in teilnehmenden Onlineshops bezahlen. 

Damit er die Zahlung abwickeln kann, greift der Dienst auf die Daten zu, die in Ihrem Amazon-Konto hinterlegt sind. Es ist weder eine zusätzliche Registrierung noch eine Prime-Mitgliedschaft nötig. Ein weiterer Vorteil: Sie müssen kein Kundenkonto in teilnehmenden Onlineshops anlegen. Stattdessen reichen die Login-Daten ihres Amazon-Kontos.

VorteileNachteile
+ Hohe Verbreitung
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Käuferschutz
+ Kostenlos
+ Online-Überweisungen möglich
+ Nur ein Onlinekonto benötigt
+ Prepaid-Zahlung möglich
+ Keine Kreditkarte nötig
- Nach Diebstahl der Zugangsdaten sind Einkäufe ohne weitere Bestätigung möglich
- Phishing-Attacken sind möglich
- Daten liegen auf Servern in den USA
- Amazon-Konto zwingend benötigt

Giropay

Seit März 2021 bündeln deutsche Banken und Sparkassen ihre Onlinebezahldienste Paydirekt, Giropay und Kwitt in der gemeinsamen Bezahllösung Giropay. Wenn Sie einen Einkauf im Netz mit Giropay bezahlen, werden Sie vom teilnehmenden Onlineshop auf Ihre Onlinebanking-Umgebung weitergeleitet. Hier loggen Sie sich mit Ihren gewohnten Zugangsdaten ein.

Nachdem Sie die Zahlung durch das TAN-Verfahren Ihrer Bank bestätigt haben, wird der Betrag direkt von Ihrem Girokonto abgebucht. Bei Giropay ist das Handy-zu-Handy-Zahlsystem Kwitt integriert. Damit können Sie auch Geld an Freund*innen und Bekannten per Smartphone überweisen. Des Weiteren profitieren Sie von einem Käuferschutz, wenn Sie den Giropay-Zugang in Ihrem Online Banking freischalten.

VorteileNachteile
+ Zahlung über Ihre Hausbank
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung (Sofortige Zahlung trotz Überweisung)
+ Hohe deutsche Sicherheits- und Datenschutzstandards
+ Keine Registrierung notwendig
+ Käuferschutz möglich
+ Kostenlos
+ Missbrauch durch TAN-Einmalnutzung nahezu ausgeschlossen
+ Bezahldienst-App für iOS und Android
+ Keine Kreditkarte nötig
- Eher geringe Verbreitung/Akzeptanz
- Nicht alle Banken nehmen teil
- Girokonto mit Onlinebanking-Funktion benötigt

Sofort / Pay Now

Ganz ähnlich wie Giropay funktioniert der Bezahldienst Sofort / Pay Now (früher Sofortüberweisung). Für die Zahlung mit Sofort benötigen Sie ebenfalls einen Onlinebanking-Zugang. Die Zahlung bestätigen Sie mit PIN und TAN Ihres Onlinekontos. Anders als bei Giropay stecken hinter der Online-Bezahllösung jedoch keine deutschen Banken oder Sparkassen, sondern die schwedische Klarna-Gruppe.

VorteileNachteile
+ Hohe Verbreitung
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung (Sofortige Zahlung trotz Überweisung)
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Keine Registrierung notwendig
+ Sofortige Zahlung trotz Überweisung
+ Kostenlos
+ Missbrauch durch TAN-Einmalnutzung nahezu ausgeschlossen
+ Keine Kreditkarte nötig
- Girokonto mit Onlinebanking-Funktion benötigt
- PIN und TAN werden an den Zahlungsdienstleister übergeben. Dadurch hat er theoretisch Zugriff auf Ihren Kontostand und bisherige Transaktionen
- Kein Käuferschutz

 

Klarna

Apropos Klarna: Neben der Onlinebanking-Dienstleistung Sofort bietet das Unternehmen die Möglichkeit, Bestellungen per Lastschrift oder Kreditkarte zu bezahlen. Oder aber: Sie warten mit der Bezahlung, bis die Lieferung bei Ihnen eingetroffen ist – frei nach dem Klarna-Motto „Kaufe jetzt. Bezahle später“. In diesem Fall übernimmt Klarna die Zahlung und stellt Ihnen eine Rechnung aus.

Später bezahlen bedeutet: Sie haben 14 Tage Zeit, um die Rechnung zu begleichen. Darüber hinaus erlaubt Klarna in manchen Fällen, den Rechnungsbetrag in Raten aufzuteilen. Für die Ratenzahlung verlangt das Unternehmen jedoch eine monatliche Gebühr von 0,45 Euro sowie einen variablen Sollzinssatz von rund 12 Prozent. Darüber hinaus bietet der Bezahldienst eine App an, die Sie an die Bezahlung offener Rechnungen erinnert.

VorteileNachteile
+ Hohe Verbreitung/Akzeptanz
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Ermöglicht das Zahlen auf Rechnung, auch wenn der Onlineshop es nicht anbietet
+ Käuferschutz
+ Bezahldienst-App für iOS und Android
+ Keine Kreditkarte nötig
- Relativ hohe Zusatzkosten bei Ratenkauf
- Bonität wird vorausgesetzt: Einträge bei der Schufa können möglicherweise dazu führen, dass Sie nicht mit Klarna bezahlen können
- Klarna leitet bei Zahlungsverzug umgehend ein Mahnverfahren ein

Paysafecard

Paysafecard ist ein anonymes Prepaid-Bezahlsystem. Das heißt: Sie benötigen weder ein Girokonto noch eine Kreditkarte und teilen also keine vertraulichen Daten mit Dritten. Wie das geht? Sie müssen vor einem Onlinekauf eine Paysafecard-PIN erwerben. Eine solche 14-stellige PIN bekommen Sie sowohl in Geschäften vor Ort, zum Beispiel Tankstellen oder Postfilialen, als auch online auf der Paysafecard-Webseite. Sie können zwischen PINs im Wert von 10, 25, 50 und 100 Euro wählen, die sich miteinander kombinieren lassen.

Zum Bezahlen geben Sie dann eine oder mehrere dieser Paysafecard-PINs im Onlineshop ein. Durch die App lässt sich der Prepaid-Bezahldienst reibungslos auf dem Handy nutzen. Allerdings lassen sich Transaktionen nicht rückgängig machen und es gibt keinen Käuferschutz. 

VorteileNachteile
+ Weltweite Verbreitung/Akzeptanz
+ Sie bezahlen online wie mit Bargeld
+ Sicher und anonym
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Bezahldienst-App für iOS und Android
+ Keine Kreditkarte nötig
- Kein Käuferschutz
- Rückerstattungen können nicht auf die Paysafecard ausgezahlt werden
- Wenn Sie ihr Guthaben nach 6 Monaten nicht aufgebraucht haben, wird ab dem 7. Monat eine monatliche Gebühr von drei Euro erhoben
- Guthabenverlust bei Verlust des PINs

Apple Pay

Apple Pay wurde ursprünglich als Bezahldienst fürs iPhone entwickelt, damit Sie via NFC kontaktlos in Geschäften vor Ort bezahlen können. Mittlerweile funktioniert die Apple-App aber auch fürs Bezahlen in Onlineshops und Apps. Dafür verwendet Apple Pay die Zahlungsdaten, wie Sie in Ihrem Apple-Account hinterlegt sind.

VorteileNachteile
+ Zahlungssystem funktioniert mit NFC
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Kostenlos
- iOS-Gerät nötig
- Kein Käuferschutz
- Kreditkarte nötig
- Apple-Konto nötig

Handy-Bezahldienste: So wird Ihr Smartphone zum digitalen Geldbeutel

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Die NFC-Funktion von Apps wie Google Pay und Android Pay ermöglicht es, in Geschäften kontaktlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wie das genau funktioniert und was Sie bei der Zahlung mit ihrem Handy beachten müssen, erfahren Sie in diesem KlarMacher-Artikel

Google Pay

Bei dem hauseigenen Bezahlsystem von Google gibt es kaum Unterschiede zu Apple Pay. Allerdings müssen Sie ein Google-Konto sowie ein Android-Gerät besitzen, um mit Google Pay zu bezahlen. Einen Vorteil zum Konkurrenten Apple gibt es jedoch: Google kooperiert mit anderen Zahlungsdienstleistern wie PayPal, Klarna, boon oder VIMpay, sodass Sie Google Pay auch ohne Kreditkarte nutzen können.

VorteileNachteile
+ Zahlungssystem funktioniert mit NFC
+ Schnelle und einfache Zahlungsabwicklung
+ Sensible Zahlungsdaten werden nicht an den Onlineshop übermittelt
+ Kostenlos
+ Käuferschutz
+ Keine Kreditkarte nötig (bei Verknüpfung des Kontos mit einem anderen Zahlungsdienstleister)
- Eher geringe Verbreitung/Akzeptanz
- Android-Gerät nötig
- Google-Konto nötig

Sie bezahlen Ihre Einkäufe im Internet lieber per Kreditkarte? Die KlarMacher verraten Ihnen sechs Regeln, die das Onlineshopping mit Kreditkarte bequem und sicher machen.

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