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Lastschrift zurückgeben: Wann und wie ist das möglich?

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 12.05.2020

Per Lastschrift zu zahlen ist herrlich einfach: Sie geben Ihre Daten ein und berechtigen den Empfänger Ihrer Zahlung, offene Beträge von Ihrem Konto einzuziehen. Doch was tun, wenn ein unbekannter Online-Händler plötzlich Geld von Ihrem Konto einzieht? Wenn das Fitnessstudio Ihr Abo doppelt abbucht oder der Handy-Anbieter einen zu hohen Betrag einzieht? Kein Grund zur Panik, denn Sie können der Lastschrift mit wenig Aufwand widersprechen. Wie und innerhalb welcher Fristen das geht, erfahren Sie hier.

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Was bedeutet es, eine Lastschrift zurückzugeben?

Wenn Sie per Lastschrift bezahlen, dann erlauben Sie dem Empfänger der Zahlung, einmalig oder regelmäßig offene Beträge von Ihrem Konto einzuziehen. Die Lastschriftrückgabe bedeutet, dass Sie diese Abbuchung rückgängig machen. Sie lassen also das Geld, das der Empfänger eingezogen hat, wieder zurück auf Ihr Konto buchen. Eine solche Rückbuchung lässt sich bereits mit wenigen Schritten veranlassen.

Beachten Sie dabei: Diese Möglichkeit besteht nur beim Lastschriftverfahren. Haben Sie eine Überweisung veranlasst – egal, ob einmalig oder im Rahmen eines Dauerauftrags – ist es sehr viel umständlicher, das Geld zurückzuholen.

Erst genau prüfen, dann Lastschriftrückgabe veranlassen

Erst genau prüfen, dann Lastschriftrückgabe veranlassen

Wenn Ihnen eine vermeintlich falsche Abbuchung ins Auge sticht, prüfen Sie trotzdem erst genau nach, ob der Einzug der Lastschrift nicht vielleicht doch berechtigt war. Unter Umständen führt der Händler, bei dem Sie bestellt haben, sein Bankkonto unter einem anderen Namen. Oder das Fitnessstudio bucht doppelt ab, weil es im Vormonat nicht abbuchen konnte. Wenn es wegen solcher Missverständnisse zu der Rückbuchung einer berechtigten Lastschrift kommt, können Sie in Zahlungsverzug geraten. Schlimmstenfalls entstehen dann Mehrkosten, wenn Sie eine Mahnung erhalten.

Wie kann ich einer Lastschrift widersprechen?

Wenn Sie sicher sind, dass eine Abbuchung unrechtmäßig war, haben Sie mehrere Möglichkeiten, ihr zu widersprechen. Häufig lässt sich die Lastschriftrückgabe ganz einfach über Ihr Online-Banking veranlassen. Zum Beispiel, indem Sie auf das entsprechende Symbol in der Umsatzübersicht klicken und auf den Folgeseiten den Widerspruch prüfen sowie bestätigen.

 Es ist auch möglich, dass es in Ihrem Online-Banking einen gesonderten Punkt gibt, in dem rückbuchbare Lastschriften angezeigt werden. Wie etwa im Service-Bereich oder im Menü für Zahlungsaufträge. Dort können Sie meist die Lastschrift auswählen, die Sie zurückziehen möchten, und Ihren Widerspruch bestätigen, um ihn abzuschließen.

Ihre Bank bietet die Rückgabe von Lastschriften im Online-Banking nicht an? Oder Sie ziehen es vor, eine alternative Methode zu nutzen? Dann können Sie den Widerspruch in der Regel schriftlich oder per Telefon einlegen. Auch können Sie die Lastschrift oft noch direkt in Ihrer Bankfiliale zurückgeben, im Gespräch mit einem Service-Mitarbeiter.

Gut zu wissen: Sofern Ihre Anfrage innerhalb der Frist liegt, ist Ihre Bank dazu verpflichtet, die Lastschrift zurückzubuchen. Sie brauchen Ihren Widerspruch nicht zu begründen und es entstehen Ihnen dabei keine Kosten.

Ein Laptop mit der Aufschrift Online-Banking und Hände, die auf einem Smartphone auf Mobile Banking tippen
© istock/ipopba/2018  Eine Lastschriftrückgabe können Sie meistens ganz einfach über Ihr Online Banking erledigen.

Welche Frist gilt bei der Lastschriftrückgabe?

Wie lange Sie eine fehlerhafte Lastschrift-Abbuchung rückgängig machen können, hängt davon ab, ob Sie dem Zahlungsempfänger eine Einzugsermächtigung erteilt haben oder nicht. Liegt diese Erlaubnis grundsätzlich vor? Zum Beispiel, weil Sie beim Online-Shopping das Lastschriftverfahren ausgewählt, Ihre Daten eingegeben und den Kauf verbindlich abgeschlossen haben? Oder weil Sie Ihrem Fitnessstudio oder dem Handyanbieter den Bankeinzug gestattet haben? Dann haben Sie acht Wochen Zeit, um die Lastschrift zurückzubuchen.

Haben Sie den Auftrag für die Abbuchung nie erteilt, können Sie der Lastschrift sogar bis zu 13 Monate lang widersprechen. Diese Frist gilt ebenfalls, wenn Sie ein erteiltes Lastschriftmandat zurückgenommen hatten, bevor der fragliche Betrag von Ihrem Konto eingezogen wurde. Wichtig: Die gesetzlichen Fristen gelten jeweils ab dem Tag der Abbuchung.

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