Frau frankiert Pakete in einem Onlineversandshop
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Online bestellen in China, England und Co.: Was kostet der Zoll?

Anna Ramm
von Anna Ramm , 03.09.2026

Du willst neue Turnschuhe bestellen und findest welche im Internet zum Schnäppchenpreis? Doch der Onlineshop ist in den USA, in China oder sonst wo außerhalb von Europa? Oder wie England nicht in der Europäischen Union? Dann kommen eventuell noch Zoll und andere Einfuhrabgaben dazu. Und die Schuhe sind plötzlich doch ganz schön teuer. Wir machen klar, wann und in welcher Höhe zusätzliche Kosten bei Onlinebestellungen aus Nicht-EU-Ländern anfallen. 

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Zoll für Bestellungen außerhalb der EU

  • Bestellungen aus Drittländern wie England, China und USA sind zollmeldepflichtig.  
  • Seit 1. Juli 2026 gibt es die 150-Euro-Zollfreigrenze nicht mehr. Damit fällt auch für Sendungen mit einem Warenwert bis zu 150 Euro Zoll an.
  • Für die Produkte aus Nicht-EU-Ländern fallen neben Zollgebühren auch Einfuhrumsatzsteuern von 7 oder 19 Prozent an – und eventuell Verbrauchsteuern.
  • Verbrauchsteuern gibt es unter anderem auf Tabak, Alkohol und Kaffee.
  • Auch Service- und Bearbeitungsgebühren des Zustelldienstes können anfallen. 

Was macht Bestellungen aus dem Ausland manchmal teurer?

Onlineshopping ist bequem und grenzenlos. Viele Artikel sind im Ausland sogar deutlich günstiger als in Deutschland. Doch wenn du etwas aus Staaten außerhalb der Europäischen Union – also aus Drittländern – bestellst, könnte es unerwartet teuer werden:

Zum Kaufpreis kommen möglicherweise weitere Kosten hinzu, mit denen du vielleicht nicht gerechnet hast. Das sind die sogenannten Einfuhrabgaben. Die fallen seit dem Brexit auch für die meisten Bestellungen aus dem Vereinigten Königreich an. Denn mit dem EU-Austritt gehören England, Wales, Schottland und Nordirland ebenfalls zu den Drittländern. Aber: Für Nordirland gelten beim Warenverkehr besondere Zoll-Regelungen. 

Warum gibt es überhaupt Einfuhrabgaben? Unter anderem, damit eben nicht jede*r nur noch im günstigeren Ausland einkauft. Und die lokalen Händler*innen wegen der Konkurrenz nicht pleitegehen. Im Fachdeutsch ausgedrückt: Die Abgaben auf den Import von Waren sind eine Maßnahme zur Regulierung des Wirtschaftskreislaufs.

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Welche Einfuhrabgaben und -kosten gibt es?

Einfuhrabgaben sind Kosten, die du gegebenenfalls bei einer Bestellung aus Drittländern zusätzlich zu Kaufpreis und Versand bezahlen musst. Es gibt drei Arten von Einfuhrabgaben: Zoll, Verbrauchssteuern und Einfuhrumsatzsteuern. Dazu können noch Servicegebühren kommen. Wir erklären, wann welche Abgaben anfallen und wie hoch sie sind.

Was sind Zollkosten?

Zoll fällt bei der Einfuhr (seltener auch bei der Ausfuhr oder Durchfuhr) von Waren aus einem Drittland an.

  • Jede Warengruppe hat einen eigenen Zollsatz. Wie hoch der ist, siehst du auf der Website vom Zoll. Beispiel: Für Bekleidung gehen 12 Prozent vom Preis an den Zoll. Für einige Waren, etwa Bücher und Laptops, liegt der Zollsatz zwar bei 0 Prozent. Trotzdem können Einfuhrabgaben anfallen (siehe Beispielrechnung Buch).
  • Seit 1. Juli 2026 gilt die 150-Euro-Zollfreigrenze nicht mehr. Für Sendungen bis 150 Euro fällt jetzt eine Pauschale von 3 Euro pro Warenkategorie an. Enthält ein Paket zum Beispiel vier T-Shirts, zahlst du 3 Euro Zoll. Sind zusätzlich eine Pfanne und ein Paar Socken enthalten, sind es insgesamt 9 Euro. 
  • Entscheidend für die Berechnung der Zollkosten und der Einfuhrumsatzsteuer (siehe übernächstes Kapitel) ist der Zollwert der Sendung. Das ist ihr Warenwert (= Kaufpreis) plus Versandkosten ‒ sofern diese in der Rechnung stehen.

Für selbst mitgebrachte Souvenirs aus dem Urlaub gelten übrigens andere Zollbestimmungen.

Welche Waren darf man nicht bestellen?

Manche Produkte dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Dazu gehören Plagiate, bestimmte Arzneimittel, Waffen, Tier- und Pflanzenarten, Feuerwerkskörper, einige Lebensmittel und Textilien. Schau im Zweifelsfall auf der Website vom Zoll nach.

Was sind Verbrauchsteuern? 

Verbrauchsteuern werden für den Verbrauch oder Gebrauch bestimmter Produkte erhoben. Das Finanzamt kassiert die Steuern direkt bei den Händlern. Aber diese können die Steuern wiederum über den Kaufpreis auf die Käufer*innen abwälzen.

  • Verbrauchsteuern zahlt man für verbrauchsfähige Produkte des täglichen Konsums. Dazu gehören alkoholische Getränke und Tabakprodukte wie Zigaretten oder Zigarillos sowie Kaffee.
  • Die Höhe der Steuern ist von der eingeführten Warenmenge und vom entsprechenden Verbrauchsteuersatz abhängig. Beispiel: Auf einen Liter reinen Alkohol werden etwa 13 Euro Steuern fällig und auf ein Kilo Kaffee um die 2,20 Euro. Du kannst die Verbrauchsteuersätze auf der Website vom Zoll nachschauen.

Was sind Einfuhrumsatzsteuern?

Jedes Land in der Europäischen Union berechnet sogenannte Umsatzsteuern (= Mehrwertsteuer) auf den Verkauf und Kauf von Waren oder Dienstleistungen. Diese Steuern sind also auch bei der Einfuhr in die EU fällig. Daher bezeichnet man sie als Einfuhrumsatzsteuern (EUSt). 

  • Je nachdem, was du bestellst, beträgt die Einfuhrumsatzsteuer ermäßigte 7 Prozent (zum Beispiel für Bücher, Gemälde und Lebensmittel) oder reguläre 19 Prozent (für Kleidung und alle anderen Waren).  
  • Wenn die Einfuhrumsatzsteuer auf deine Bestellung mehr als einen Euro beträgt, zahlst du diese immer. 
  • Einfuhrumsatzsteuerbeträge von bis zu einem Euro fallen sozusagen unter den Tisch. Dadurch bleiben Bestellungen bis zu einem Zollwert von rund 5,30 Euro steuerfrei. Für Waren mit reduziertem Steuersatz gilt das bis zu rund 14 Euro. Achte bei deiner Bestellung darauf, die Währung korrekt umzurechnen.

Übrigens: In welchen europäischen Ländern du mit dem Euro bezahlen kannst und wo nicht, erfährst du in diesem Ratgeber. 

Was sind Servicegebühren?

Weitere mögliche Kosten sind sogenannte Servicepauschalen. Sie gehören nicht zu den Einfuhrabgaben des Zolls. Stattdessen werden sie meist als Pauschale von der Deutschen Post, DHL und weiteren Zustellern erhoben. Und zwar dafür, dass sie die Sendung für dich beim Zoll anmelden und dir die Einfuhrabgaben vorstrecken. Wie hoch die Servicegebühren ausfallen, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

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Wann fallen Einfuhrabgaben an und in welcher Höhe?

Ob und welche Einfuhrabgaben anfallen, hängt unter anderem vom Warenwert, der Ware und der Art der Sendung ab.

Beispielrechnung: Wann fallen Einfuhrabgaben an?

Du bestellst Schuhe aus England für 100 Euro inklusive Versand. Du kannst die Einfuhrabgaben berechnen, indem du den Warenwert, die Versandkosten und die entsprechenden Zoll- und Steuerbeträge addierst. Für die Schuhe im Beispiel gilt der Einfuhrumsatzsteuersatz von 19 Prozent. Weil der Sendungswert unter 150 Euro liegt, kommt noch die pauschale Zollabgabe von 3 Euro hinzu. Die Verbrauchsteuer entfällt. Und der Zustelldienst verlangt 5 Euro als Servicepauschale. 

  • Rechnungsbetrag inklusive Porto (gleich Zollwert): 100 Euro.  
  • Einfuhrumsatzsteuern: 19 Euro (19 Prozent von 100 Euro).
  • Pauschale Zollabgabe: 3 Euro.
  • Servicepauschale: 5 Euro.
  • Zusätzliche Kosten insgesamt: 27 Euro (19 Euro plus 3 Euro plus 5 Euro).  

Du zahlst für die Schuhe also letztendlich 127 Euro statt 100 Euro. 

Sie haben zum Beispiel Schuhe über 150 Euro beim englischen Onlineshop „Asos” bestellt? Dann kommen zu den Einfuhrumsatzsteuern und Servicegebühren des Zustellanbieters noch die Zollgebühren dazu. Bei Lederschuhen betragen diese acht Prozent vom Zollwert. Bei Schuhen mit einem anderen Obermaterial circa 17 Prozent.

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Beispielrechnung: Welche Einfuhrabgaben fallen bei einem Buch an?

Du bestellst in den USA ein Buch für 6 Euro inklusive Versand. Der Zollwert beträgt also 6 Euro. Dafür fallen 3 Euro Zoll an, weil für Sendungen bis 150 Euro eine Pauschale von 3 Euro pro Warenkategorie gilt. Der Zollsatz für Bücher beträgt zwar 0 Prozent, aber das spielt für die Berechnung der neuen Pauschale keine Rolle.

Bücher sind außerdem nicht verbrauchsteuerpflichtig. Es fällt daher nur Einfuhrumsatzsteuer an. Für Bücher gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Bei 6 Euro sind das 42 Cent. Weil der Betrag unter 1 Euro liegt, wird die Einfuhrumsatzsteuer nicht erhoben.

Unterm Strich zahlst du für das Buch also 3 Euro Einfuhrabgaben.  

Du bist dir nicht sicher, welchem Onlineshop du trauen kannst? Lies mehr im Artikel „Von Trusted Shops bis TÜV: Welches Siegel für Onlineshops taugt was?”.

Frau packt Schuhe aus einem Paket aus
© istock/brizmaker/2020  Wie viel Zoll du für die Schuhe aus China zahlen musst, hängt vom Preis und Material (Leder oder nicht) ab.

Wann muss man Bestellungen beim Zoll anmelden?

Alle Bestellungen aus einem Drittland wie China (zum Beispiel bei den Onlineshops Shein, Vova, Banggood oder Aliexpress), den USA (Sears) und dem Vereinigten Königreich (Amazon UK) müssen beim Zoll angemeldet werden. Die Anmeldung beim Zoll übernimmt meistens der Zustelldienst für dich. Vorausgesetzt, der Onlineshop hat die Rechnung mit allen Angaben auf das Paket geklebt. Nur so können die Zollbeamt*innen die Gebühren berechnen.  

Die Postanbieter bezahlen alle anfallenden Einfuhrabgaben an den Zoll. Diese Kosten holen sie sich bei der Zustellung an die Besteller*innen zurück. Meistens heißt das: Du bezahlst die Gebühren direkt an der Haustür. Deswegen ist es wichtig, dass du genug Bargeld parat hast, wenn du eine zollpflichtige Sendung erwartest.  

Ausnahme: Post- und Kuriersendungen, bei denen die Einfuhrumsatzsteuer unter einem Euro liegen landen direkt bei den Empfänger*innen. 

Worauf sollte man sonst noch beim Onlineshopping achten? Das liest du im Artikel „Online shoppen? Aber sicher! 6 Regeln, die Sie beim Bezahlen mit Kreditkarte schützen.”

Interview: Waren online bestellen - Worauf schaut der Zoll?

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© IHK Ostbrandenburg bewegt 

Muss man das Paket beim Zollamt abholen?

Nur, wenn der Paketdienst die Zollanmeldung nicht übernimmt. Das könnte der Fall sein, wenn die Informationen auf der Verpackung nicht ausreichend sind. Auch möglich: Der Zoll zweifelt an den Angaben auf der Sendung und will deren Inhalt überprüfen. Dann erhältst du eine Nachricht von der Post, dass dein Paket beim Zollamt liegt. Und die Sendung muss noch verzollt werden. Du kannst die Zollanmeldung mit deiner Rechnung entweder persönlich beim Zollamt oder online erledigen.

Es geht auch, dass du die Post oder DHL gegen eine Servicegebühr nachträglich mit der Abwicklung der Einfuhrabgaben beauftragst. Das ist die sogenannte „nachträgliche Postverzollung”. Anschließend wird dir die Sendung direkt zugestellt. Auf der Internetseite vom Zoll findest du eine Ausfüllhilfe für die Zollanmeldung. 

FAQ: Häufige Fragen und Antworten?

Wie viel Zoll zahle ich bei einer Bestellung aus China, den USA oder England?

Das hängt von der Ware und ihrem Wert ab. Für Sendungen bis 150 Euro gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Pauschale von 3 Euro pro Warenkategorie. Bei Sendungen über 150 Euro gelten die jeweiligen Zollsätze für die Waren.

Welche zusätzlichen Kosten können bei einer Bestellung aus dem Ausland entstehen?

Neben dem Zoll können Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchsteuern und Servicegebühren anfallen. Welche Kosten tatsächlich entstehen, hängt unter anderem von der Ware, ihrem Wert und dem Zustelldienst ab.

Muss ich mein Paket beim Zollamt abholen?

Nein, meistens nicht. Häufig übernimmt der Zustelldienst die Zollabwicklung. Beim Zollamt musst du deine Sendung beispielsweise dann abfertigen lassen, wenn der Zustelldienst die Anmeldung nicht übernimmt oder der Zoll den Inhalt überprüfen möchte.

Wie wird der Zollwert einer Bestellung berechnet?

Der Zollwert entspricht grundsätzlich dem Warenwert einschließlich bestimmter Transport- und Versandkosten. Er dient als Grundlage für die Berechnung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Entscheidend sind die jeweils geltenden Zollvorschriften. 

allen bei Bestellungen aus dem Vereinigten Königreich Zollgebühren an?

Bei Bestellungen aus dem Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales und Nordirland) können Einfuhrabgaben anfallen. Welche Abgaben du zahlen musst, hängt unter anderem vom Warenwert und der Art der Ware ab. Für Nordirland gelten beim Warenverkehr besondere Regelungen. 

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