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Kreditkarte fürs Ausland: Das müssen Reisende wissen

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 12.08.2020

In Deutschland ist Bargeld so gut wie überall noch gern gesehen. Und bei größeren Summen und ohne Cash kommt die Girocard zum Einsatz. Außerhalb der deutschen Grenzen sieht die Welt aber anders aus, wenn es ums Bezahlen geht. Sogar innerhalb Europas reicht eine Girocard oft nicht aus. Warum und wo eine Kreditkarte oft die beste Lösung für die Auslandsreise ist und was Sie zu den Kosten wissen müssen, erfahren Sie hier.

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Darum braucht man eine Kreditkarte fürs Ausland

Braucht es wirklich eine Kreditkarte fürs Ausland? Schließlich kann man nach wie vor überall Bargeld in die nationale Währung umtauschen. Und mit der Girocard (ehemals EC-Karte) können Sie in vielen Ländern oft genauso unkompliziert bargeldlos bezahlen wie zu Hause und Bargeld am Automaten abheben.

Trotzdem ist eine Kreditkarte auf Reisen außerhalb Deutschlands empfehlenswert. Denn die Alternativen Girocard und Bargeld haben beide ihre Tücken:

Die Girocard …

  • ist zwar meist an ein internationales Bezahlsystem wie V-Pay oder Maestro angeschlossen. Trotzdem kann sie nicht zwangsläufig überall im Ausland genutzt werden. Karten mit V-Pay werden in der Regel nur in Europa akzeptiert.
  • verursacht oft Gebühren beim Abheben von Bargeld. Und auch beim Bezahlen mit der Girocard außerhalb der Eurozone fallen in der Regel Gebühren an.
  • muss für den Einsatz außerhalb der Eurozone häufig erst freigeschaltet werden, bei manchen Banken sogar schon für die Verwendung außerhalb Deutschlands.
  • ist außerhalb der Eurozone oft auf ein bestimmtes Limit beschränkt.
  • wird selbst innerhalb Europas nicht immer akzeptiert. Zum Beispiel können Sie die Parkgebühren in Schweden oftmals ausschließlich mit Kreditkarte bezahlen.

Bargeld …

  • kann Ihnen gestohlen werden – und niemand ersetzt Ihnen den Schaden.
  • wird mancherorts nicht mehr akzeptiert, zum Beispiel an vielen Verkaufsstellen in Skandinavien. Auch in Kenia wird so gut wie nie bar, sondern fast nur mit dem Mobiltelefon bezahlt.
  • müssen Sie im Urlaub bis auf die letzte Münze ausgeben, wenn es eine fremde Währung ist. Ansonsten müssen Sie das Geld hinterher wieder zurücktauschen – was fast immer Gebühren kostet.

Eine Kreditkarte dagegen können Sie in aller Regel weltweit überall nutzen, wo Kartenzahlung akzeptiert wird. Oft ist sie sogar unverzichtbar. Viele Autovermieter oder auch Hotels verlangen, dass Sie eine Kreditkarte angeben. Denn so können sie sicher sein, dass Sie zahlungskräftig sind und notfalls für Schäden oder Verluste aufkommen können.

Außerdem haben Sie mit einer Kreditkarte auf Reisen mehr Geld zur Verfügung. Denn eine Zahlung mit der Girocard wird Ihnen sofort vom Konto abgezogen, auch das Bargeld ist direkt weg. Bei einer klassischen Kreditkarte wird Ihr Konto erst später belastet. So können Sie sich noch das eine oder andere Souvenir leisten, wenn eigentlich schon Ebbe in der Reisekasse herrscht.

Frau an einem mobilen Kaffee-Verkaufsstand tippt ihre PIN in ein Bezahlterminal
© istock/RyanJLane/2020  In den USA (wie hier in Seattle) werden selbst Kleinstbeträge und Straßenkäufe mit Kreditkarte bezahlt.

In diesen Ländern kommt man ohne Kreditkarte nicht weit

In vielen Staaten geht es kaum ohne Kreditkarte. Denn Bargeld kommt hier nur noch selten zum Einsatz, und auch die Girocard ist nicht immer hilfreich.

Ohne Kreditkarte sollten Sie also unter anderem in diesen Ländern unterwegs sein:

  • Australien
  • Dänemark
  • Norwegen
  • Schweden
  • Türkei
  • USA

Eine Alternative kann Mobile Payment sein, das Bezahlen mit dem Smartphone. Allerdings muss unter Umständen auch dafür eine Kreditkarte als Zahlungsmittel in der digitalen Geldbörse hinterlegt werden.

USA: Mutterland der Kreditkarte

USA: Mutterland der Kreditkarte

Für die US-Amerikaner ist das Zahlen mit Kreditkarte so selbstverständlich wie Baseball. Die meisten von ihnen besitzen gleich drei oder vier Stück. Selbst kleinste Cent-Beträge begleichen sie „per Plastik“. Allenfalls auf kleinen Märkten oder fürs Trinkgeld fließt noch „cash“ – überall sonst hat die Kreditkarte die Scheine und Münzen längst abgelöst. Für eine Reise in die USA ist eine Kreditkarte also unabdingbar.

Welche Kosten entstehen, wenn man die Kreditkarte im Ausland nutzt?

Das kommt darauf an, für welche Kreditkarte Sie sich entscheiden beziehungsweise auf die jeweiligen Vertragsbedingungen. Wenn Sie eine Kreditkarte fürs Ausland suchen, sollten Sie besonders auf die Fremdwährungsgebühr und die Gebühren für die Abhebung von Bargeld achten. Manche Anbieter verzichten darauf, was den Auslandseinsatz günstiger macht. Daneben können im Ausland Kosten unabhängig vom eigenen Kreditkartenvertrag anfallen, die sich aber oft umgehen lassen.

  • Zahlungen mit der Kreditkarte innerhalb der Eurozone sind kostenfrei. Für Zahlungen in fremder Währung wird oft eine Fremdwährungsgebühr fällig. Wenn Sie eine solche Kreditkarte zum Beispiel in England oder der Schweiz nutzen, kann das extra kosten. Die Gebühr beträgt meistens 1 bis 2 Prozent des gezahlten Betrags.
  • Auch möglich: eine Gebühr fürs Abheben von Bargeld außerhalb der Eurozone, egal ob am Automaten oder in einer Bank. Das kann eine Pauschale pro Abhebung sein (etwa 2 bis 5 Euro) oder ein bestimmter Prozentsatz vom Auszahlungsbetrag.
  • Beim Geldabheben oder an Kartenzahlungsterminals kann man häufig wählen, ob man in Landeswährung oder Euro zahlen will. Wer glaubt, er könne sich damit die Fremdwährungsgebühr sparen, der irrt. Im Gegenteil: Häufig kommt noch eine Extra-Gebühr für die Umrechnung hinzu oder es wird ein sehr schlechter Wechselkurs angesetzt. Diese Kosten können Sie sich sparen, indem Sie grundsätzlich in Landeswährung zahlen.
  • Neben der eigenen Bank nehmen manche Betreiber von Bankautomaten noch eine eigene Automatengebühr, wenn Sie mit einer Kreditkarte Bargeld abheben. Vor allem an Touristen-Hotspots sind solche „teuren” Geldautomaten häufig zu finden. Die Gebühr können Sie nicht vermeiden, Sie können höchstens nach einem günstigeren Automaten suchen. 

Die optimale Kreditkarte für Vielreisende: Die GoldCard

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