Debitkarte: Was das ist und was sie kann
Girocard, Visa Debit, Debit Mastercard, Kreditkarte: Bei den vielen Kartenarten kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem bei Debitkarten wird es unübersichtlich. Denn auch die Girocard ist so eine Debitkarte. Trotzdem unterscheidet sie sich von internationalen Debitkarten von Visa oder Mastercard. Klingt kompliziert? Wir dröseln auf, welche Karte was ist und kann, und wann eine Kreditkarte sinnvoller sein kann.
Themen in diesem Artikel
- Was ist eine Debitkarte?
- Debitkarte vs. Girocard: Warum lösten Debitkarten die Girocard ab?
- Was ist der Unterschied zwischen Girocard und Debitkarte?
- Was ist der Unterschied zwischen Kreditkarte und Debitkarte?
- Tipps für Debitkarten-Nutzer*innen
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Debitkarte
- Eine Debitkarte ist mit einem Girokonto verbunden. Ausgaben werden direkt vom Konto abgebucht.
- Die Girocard ist eine Debitkarte. Visa Debit und Debit Mastercard sind internationale Debitkarten, die häufig auch online und im Ausland nutzbar sind.
- Manche Banken geben Karten mit mehreren Zahlungsfunktionen aus – etwa Girocard plus Visa Debit oder Debit Mastercard.
- Ob für die Karte, Zahlungen oder Bargeldabhebungen Gebühren anfallen, hängt vom Konto, Kartenmodell und Einsatzort ab.
- Visa Debit und Debit Mastercard werden heute an vielen Kassen akzeptiert. In Deutschland kann eine Girocard trotzdem die bessere Ergänzung sein, weil nicht jedes Geschäft alle Kartenverfahren annimmt.
Was ist eine Debitkarte?
Diese Frage stellen sich viele Kund*innen von Banken und Sparkassen. Der Grund: Statt der gewohnten Girocard – umgangssprachlich oft noch „EC-Karte“ genannt – erhalten Kund*innen heute andere Debitkarten wie eine Visa Debit oder Debit Mastercard. Zu erkennen sind sie an dem kleinen Schriftzug „Debit“, der an unterschiedlichen Stellen der Karte stehen kann. Außerdem haben sie ein Visa- oder Mastercard-Logo – weswegen Verbraucher*innen sie oft irrtümlich für Kreditkarten halten. Das Logo steht zunächst nur für das Zahlungsnetzwerk – nicht automatisch für eine Kreditkarte.
Debitkarten sind Bezahlkarten, die jeweils mit einem Girokonto verbunden sind. Bei jeder Zahlung wird der Betrag sofort beziehungsweise innerhalb weniger Tage vom Girokonto abgezogen. Daraus erklärt sich der Begriff „Debit“: Der kommt aus dem Englischen und bedeutet Lastschrift oder Soll – und als Verb bedeutet er abbuchen. Gemeint ist: Das Girokonto wird mit der Ausgabe zeitnah belastet. Um eine Debitkarte benutzen zu können, muss also das damit verbundene Girokonto gedeckt oder ein ausreichender Dispo vorhanden sein.
Die Kartenbesitzer*innen können damit beispielsweise Geld am Automaten abheben oder bargeldlos bezahlen – in Deutschland und (teils) im Ausland. Bei kontaktlosen Zahlungen ist bis einschließlich 50 Euro in der Regel keine PIN-Eingabe nötig. Aus Sicherheitsgründen kann das Terminal aber auch bei kleineren Beträgen nach der PIN fragen.
Mit einer Visa Debit oder Debit Mastercard kannst du auch in vielen Onlineshops bezahlen. Eine reine Girocard ist dagegen nicht für Kartenzahlungen im Internet vorgesehen. Hat deine Girocard aber zusätzlich eine Visa-Debit- oder Debit-Mastercard-Funktion, kannst du für Onlinezahlungen in der Regel diese internationale Kartenfunktion nutzen.
Ist eine Girocard eine Debitkarte?
Grundsätzlich ja. Beide Karten basieren nämlich auf dem gleichen Debit-Prinzip: Ausgaben mit der Karte werden direkt vom damit verbundenen Girokonto abgezogen. Das unterscheidet sie beispielsweise von Kreditkarten.
Wo und was ist der Sicherheitscode bei einer Debitkarte?
Für Zahlungen im Internet brauchst du meist Kartennummer, Ablaufdatum und Kartenprüfnummer (CVV-Nummer). Bei Visa Debit und Debit Mastercard ist diese Prüfnummer in der Regel dreistellig und befindet sich häufig auf der Kartenrückseite. Bei virtuellen Karten findest du die Daten in der Banking-App.
Und wenn wir schon bei Zahlenkombinationen sind: Wo und was ist die Kartennummer bei einer Debitkarte? Die Kartennummer besteht je nach Kartenmodell meist aus 16, teilweise auch aus bis zu 19 Ziffern. Sie kann auf der Vorder- oder Rückseite stehen oder nur digital hinterlegt sein. Sie ist unter anderem wichtig für die Onlinefunktion und kann für die Kartensperre hilfreich sein – wichtiger ist aber, dass du die Sperrwege deiner Bank kennst.
Wichtig: Teile PIN, Kartenprüfnummer oder Freigabecodes niemals am Telefon, per Mail oder im Chat. Seriöse Banken fragen diese Daten nicht vollständig ab. Onlinezahlungen werden häufig zusätzlich über 3D Secure in der Banking-App oder per TAN bestätigt.
Kreditkarten: Genial oder Gold?
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Debitkarte vs. Girocard: Warum lösten Debitkarten die Girocard ab?
Für die Antwort müssen wir etwas ausholen. Die Girocard ist ein deutsches Zahlungssystem. Ohne zusätzliche internationale Zahlungsfunktion ist sie vor allem in Deutschland nutzbar. Im Ausland ließ sich deshalb damit ursprünglich nichts anfangen.
Mit Maestro stellte Mastercard ab 1991 ein internationales Debitkarten-Zahlungsverfahren bereit. Damit Kund*innen ihre Karte auch im Ausland einsetzen können, haben viele Banken so ein Zahlungsverfahren lange Zeit als Zusatzfunktion in ihre Girocards eingebaut (so eine zweite Bezahlfunktion nennt man Co-Badge). Das waren entweder Maestro von Mastercard oder V-PAY von Visa. Die Logos auf der Karte zeigten, welche internationale Funktion verfügbar ist.
Seit Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr von Mastercard ausgegeben. Bereits ausgegebene Maestro-Karten bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum nutzbar – spätestens jedoch bis Ende 2027.
Statt Maestro setzen Banken zunehmend auf Visa Debit oder Debit Mastercard. Diese internationalen Debitkarten sind besser auf heutige Einsatzbereiche wie Onlinezahlungen, mobiles Bezahlen und Reisen ausgerichtet. Wichtig: Visa und Mastercard stellen die Zahlungsnetze bereit. Herausgegeben werden die Karten in der Regel jedoch von Banken.
Bei einigen Banken haben Visa Debit oder Debit Mastercard die alte Girocard als Standardkarte zum Girokonto abgelöst. Andere Banken bieten eine Girocard zusätzlich an oder kombinieren mehrere Zahlungsfunktionen auf einer Karte. Ob für die Karte Gebühren anfallen, hängt dabei vom Kontomodell ab. Prüfe deshalb vor der Kontoeröffnung die Entgeltinformation und das Preis- und Leistungsverzeichnis.
Warum kann eine Girocard etwas kosten?
Früher gab es Girocards (und EC-Karten) oft kostenlos zum Konto dazu. Heute sieht das anders aus: Ob eine Girocard kostenlos zum Konto gehört oder zusätzlich berechnet wird, entscheidet die jeweilige Bank. Heute erheben immer mehr Banken und Sparkassen dafür Gebühren.
Gründe für die Kartengebühren sind unter anderem mit Kosten für Filialen, Geldautomaten, Kartenbetrieb und Zahlungsverkehr verbunden. Die Preise unterscheiden sich je nach Kontomodell deutlich. Ein Blick in die Entgeltinformation zeigt dir, welche Kosten für Karte, Bargeldabhebungen oder den Auslandseinsatz anfallen.
Was ist der Unterschied zwischen Girocard und Debitkarte?
Über die Online-Fähigkeit der Debitkarte haben wir bereits gesprochen. Eine reine Girocard ist nicht für Kartenzahlungen im Internet ausgelegt. In Onlineshops kannst du stattdessen zum Beispiel per SEPA-Überweisung, Lastschrift, Paypal oder – sofern vorhanden – mit der Visa-Debit- oder Debit-Mastercard-Funktion deiner Karte bezahlen.
Im deutschen Handel wird die Girocard weiterhin besonders häufig akzeptiert. Visa Debit und Debit Mastercard kannst du mittlerweile ebenfalls an vielen Kassen nutzen – einzelne Geschäfte nehmen aber nur bestimmte Kartenverfahren oder ausschließlich Bargeld an.
Für Händler unterscheiden sich die Kosten je nach Zahlungsnetzwerk und Vertrag mit dem Zahlungsdienstleister. Einen pauschalen Gebührenvergleich gibt es deshalb nicht. Wenn du unsicher bist, achte an der Kasse auf die Akzeptanzlogos oder frage kurz nach.
Mit der Girocard bekommen Verbraucher*innen bei vielen Händlern an der Supermarktkasse Bargeld ausgezahlt. Ob das auch mit deiner Visa Debit oder Debit Mastercard funktioniert, hängt vom Händler und vom unterstützten Kartenverfahren ab. Informiere dich deshalb am besten direkt vor Ort.
Gut zu wissen: Nicht alle Debitkarten sind nicht für das ChipTAN-Verfahren beim Online Banking geeignet. Ob ChipTAN mit deiner Karte möglich ist, solltest du deshalb direkt bei deinem Kreditinstitut prüfen.
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Was ist der Unterschied zwischen Kreditkarte und Debitkarte?
Die Visa Debit und die Debit Mastercard sind keine klassischen Kreditkarten – auch wenn sie mit ihren Mastercard- oder Visa-Logos ähnlich aussehen. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der direkten Abbuchung von Rechnungsbeträgen bei der Debitkarte. Ist das Konto leer und der Disporahmen ausgeschöpft, ist die Karte nutzlos.
Die Kreditkarte hingegen gewährt ihren Besitzer*innen in der Regel einen individuellen Kreditrahmen – weitgehend unabhängig vom Kontostand. In der Regel werden die Umsätze der Kreditkarte einmal im Monat abgebucht (oder du bezahlst in Raten), die Umsätze per Debitkarte oft am Tag der Nutzung..
Wenn du durch deine Einkäufe mit der Debitkarte dein Girokonto überziehst, können hohe Dispozinsen anfallen. Und das kann schnell passieren, denn der gewährte Disporahmen ist in der Regel kleiner als bei einer Kreditkarte – was aber für manche Verbraucher*innen von Vorteil sein kann, weil sie ihre Ausgaben besser im Blick haben müssen.
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Für alltägliche Zahlungen, Online-Einkäufe und Reisen sind Visa Debit und Debit Mastercard vielseitig einsetzbar. Manche Kreditkarten bieten zusätzliche Funktionen und Services. Dazu zählen – je nach Kartenmodell und Anbieter – Versicherungen für Reisen, Bonusprogramme, Upgrade-Möglichkeiten für Hotels oder Guthaben für Restaurants, Veranstaltungen und Mietwagen.
Apropos Mietwagen: Die dafür erforderliche Kaution lässt sich bei einigen Anbietern nur per Kreditkarte hinterlegen. Viele Anbieter akzeptieren zwar Debitkarten, schließen dann aber womöglich bestimmte Fahrzeugklassen aus. Auch die Reservierung von Hotelzimmern geht häufig nur mit Kreditkarte.
Tipps für Debitkarten-Nutzer*innen
Visa Debit und Debit Mastercard werden heute in vielen Geschäften, Onlineshops und im Ausland akzeptiert. Vor Reisen ins Ausland solltest du trotzdem prüfen, welche Gebühren für Fremdwährungen und Bargeldabhebungen gelten und ob dein Hotel oder Mietwagenanbieter Debitkarten akzeptiert.
Praktisch ist, eine zweite Zahlungsoption dabeizuhaben – etwa eine weitere Karte oder etwas Bargeld für Notfälle. So bleibst du flexibel, wenn ein Terminal ausfällt, ein Geschäft nur bestimmte Karten annimmt oder eine Kaution hinterlegt werden muss.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Was ist eine Debitkarte?
Eine Debitkarte ist eine Zahlungskarte, die direkt mit einem Girokonto verbunden ist. Beim Bezahlen oder Geldabheben wird der Betrag in der Regel sofort oder innerhalb weniger Tage vom Konto abgebucht. Voraussetzung ist ein ausreichendes Guthaben oder ein verfügbarer Dispokredit für die Nutzung.
Ist eine Debitkarte eine Kreditkarte?
Nein. Eine Debitkarte trägt zwar häufig ein Visa- oder Mastercard-Logo, ist aber keine klassische Kreditkarte. Ihre Umsätze werden zeitnah dem Girokonto belastet. Bei einer Kreditkarte sammeln sich die Zahlungen meist und werden später, häufig monatlich, in einer Gesamtsumme vom Referenzkonto abgebucht.
Was ist der Unterschied zwischen einer Girocard und einer Debitkarte?
Eine Girocard ist grundsätzlich eine Debitkarte, denn Zahlungen werden direkt vom Girokonto abgebucht. Sie nutzt jedoch vor allem das deutsche Girocard-System. Visa Debit und Debit Mastercard funktionieren über internationale Kartennetze und sind deshalb oft besser für Onlineshops, Auslandszahlungen und mobiles Bezahlen geeignet.
Kann man mit einer Debitkarte online bezahlen?
Mit Visa Debit oder Debit Mastercard kannst du in vielen Onlineshops bezahlen, sofern der Händler diese Karten akzeptiert. Dafür werden meist Kartennummer, Ablaufdatum und Kartenprüfnummer benötigt. Die Zahlung muss häufig zusätzlich über 3D Secure in der Banking-App oder mit einer TAN bestätigt werden.
Was sind Visa Debit und Maestro Debit?
Visa Debit und Maestro sind internationale Debitkarten-Zahlungsverfahren. Bei einer Visa Debit wird der Betrag zeitnah vom Girokonto abgebucht und die Karte kann häufig online sowie im Ausland genutzt werden. Maestro war das frühere internationale Debitverfahren von Mastercard. Neue Maestro-Karten werden seit Juli 2023 nicht mehr ausgegeben. Bestehende Karten funktionieren aber noch bis Ende 2027.
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