Die Vorderseite einer Kreditkarte ist zu sehen, auf der die Kreditkartennummer zu erkennen ist
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Die Kreditkartennummer: Wo sie steht. Was sie bedeutet

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 17.01.2022

Wie schön, dass das Internet keinen Ladenschluss kennt. Egal, wie spät es auch ist: Onlineshops haben immer geöffnet. Weniger egal wird es allerdings, wenn es ans Bezahlen geht. Dann werden Sie oft um Ihre Kreditkartennummer gebeten. Also, Karte gezückt und die lange Zahlenkolonne eingetragen. Aber wissen Sie eigentlich, was genau Sie da tippen? Schließlich muss diese vielstellige Ziffernfolge doch irgendeine Bedeutung haben, oder? Richtig. Aber welche? Hier gibt es die Antwort.

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Was ist die Kreditkartennummer?

Die Kreditkartennummer ist eine bis zu 16-stellige Zahlenkolonne. Die brauchen Sie, wenn Sie mit dem sogenannten Plastikgeld eine Rechnung begleichen. Das passiert zum Beispiel oft, wenn Sie im Internet einkaufen. Dort ist die Karte eines von mehreren bargeldlosen Zahlungsmitteln.

Wählen Sie es beim Onlineshopping aus, dann fordert Sie der Anbieter im weiteren Verlauf auf, Ihre Kreditkartennummer (und Prüfnummer) einzugeben. Wohlgemerkt: Ihre Kreditkartennummer und nicht irgendeine. Der Grund: Mit ihr sind Sie eindeutig als Besitzer*in der Karte zu identifizieren – und gleichzeitig als Inhaber*in des Kontos, das damit verbunden ist. Schließlich möchte der Verkäufer sicher sein, dass seine Rechnung bezahlt wird. Und zwar vom richtigen Kunden. Deshalb reichen Kreditkartennummer und Prüfnummer allein für einen Kauf schon längst nicht mehr aus. Mittlerweile müssen Sie sich auf doppelte Art und Weise ausweisen. In Fachkreisen wird das Zwei-Faktor-Authentifizierung genannt.

Übrigens: Wenn die Gültigkeitsdauer Ihrer Kreditkarte abgelaufen ist und Sie eine neue bekommen, kann auch die Kreditkartennummer neu sein. In jedem Fall aber erhalten Sie eine neue Prüfnummer.

Wo steht die Kreditkartennummer?

Die Kreditkartennummer ist einfach zu finden: Wer schon mal eine Kreditkarte gesehen hat, dem ist bestimmt die lange Ziffernfolge in der Mitte der Vorderseite aufgefallen. Das ist die Kreditkartennummer. Bei anderen Designs – wie bei den aktuellen Kreditkarten der Hanseatic Bank – befindet sich die Kreditkartennummer auf der Rückseite.

Kreditkartennummer auf der GenialCard der Hanseatic Bank
© Hanseatic Bank  Die Kreditkartennummer ist die lange Ziffernfolge auf der Kreditkarte.

Also tippen Sie los. Insgesamt 16 Ziffern. Oder ist Ihre Kartennummer kürzer? Auch das ist möglich. Aber warum ist die eine Nummer länger als die andere? Zufall? Nein. Dahinter steckt ein System. Demnach hängt die Länge der Kreditkartennummer von der Kreditkartengesellschaft ab, die sie herstellt. Zum Beispiel:

KreditkartengesellschaftLänge der Kreditkartennummer
Visa13 oder 16 Stellen
Mastercard16 Stellen
American Express15 Stellen
Diners Club14 Stellen

 

Warum lässt sich die Kreditkartennummer fühlen?

Sie haben bestimmt schon bemerkt, dass alle Kreditkarten gleich groß sind. Genauer gesagt: 85,60 Millimeter lang, 53,98 Millimeter breit und etwa 0,76 Millimeter dick. Das ist das Scheckkartenformat, wie es umgangssprachlich genannt wird. Amtlich heißt es „ID-1-Format“. Es gehört zur internationalen Norm ISO/IEC 7810. Die schreibt vor, dass Kreditkarten überall auf der Welt identische Abmessungen haben müssen.

Es gibt auch eine internationale Norm für die sogenannte Hochprägung: ISO/IEC 7811. Die Nummer ist nämlich in der Regel in die Karte eingestanzt, sodass Sie sie fühlen können. Die Hochprägung sorgte früher dafür, dass die Karte von analogen Imprintern gelesen werden konnte. Das sind mechanische Geräte, die die erhabene Kreditkartennummer auf einen eingelegten Beleg durchdrücken. Dabei kommt es übrigens zu einem charakteristischen „Ritsch-ratsch“-Geräusch.

Das ist allerdings nur noch selten zu hören, weil die Abrechnung mittlerweile elektronisch per Magnetstreifen oder Chip erfolgt. Deswegen gibt es heute manche Kreditkarten auch ohne Hochprägung – zum Beispiel die der Hanseatic Bank, die seit Januar 2022 ausgegeben werden. Imprinter kommen heute nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, wenn etwa die modernen Apparate streiken. Zur Not können die Bezahldaten aber auch per Hand in die Abrechnungsbelege übertragen werden, wenn die Hochprägung fehlt.

Ein junger Mann liest seine Kreditkartennummer von seiner Kreditkarte ab und tippt sie in ein Notebook ein.
© iStock/Nastasic/2018  Die Kreditkartennummer brauchen Sie oft beim Onlineshopping.

Wie funktioniert der Kreditkarten-Code?

Nachdem das geklärt ist, nun zur Kreditkartennummer selbst. Oder anders gesagt: zur Bedeutung ihrer vielen Stellen. Da fällt zunächst auf, dass diese in Blöcken aus mehreren Ziffern angeordnet sind. Diese Aufteilung soll die Nummer einfacher lesbar machen. Mehr steckt nicht dahinter.

Interessanter sind die ersten Stellen auf der Karte. Sie zeigen unter anderem, von welchem Kreditkartenunternehmen das jeweilige Exemplar stammt. Deshalb werden die sechs Ziffern am Anfang der Nummer als „Bank Identification Number“, kurz BIN, bezeichnet. Ein anderer, ebenfalls englischer Fachbegriff dafür ist „Issuer Identification Number“ (IIN). Auf Deutsch heißen sie „Emittentenkennnummer“ oder „Bankidentifikationsnummer“. Und natürlich gibt es auch dafür eine Norm: ISO 7812.

Demnach setzt sich die BIN so zusammen: Die erste Stelle beziehungsweise die ersten beiden Stellen stehen für die Kreditkartengesellschaft. Hier einige Beispiele:

KreditkartengesellschaftBank Identification Number
Visacard4
Mastercard51 bis 55
American Express34 oder 37
Diners Club36 oder 38
  

Besitzer*innen einer Kreditkarte der Hanseatic Bank dürfte auffallen, dass ihre Nummer mit der 4 beginnt. Das heißt also, dass sie von Visa stammt.

Die „Visa-4” sowie die anderen Anfangs-Ziffern haben noch eine weitere Bedeutung. Sie zeigen nämlich, zu welchem Wirtschaftszweig (Branche oder Sektor) sich das herausgebende oder ausstellende Unternehmen zählt. Diese Ziffer am Anfang der Kreditkartennummer wird als Präfix oder als Major Industry Identifier (MII) bezeichnet. Dafür gilt nach ISO 7812 folgender Code:

Major Industry Identifier (MII)Wirtschaftsweig
0Finanzdienstleister (nach Norm ISO/TC 68) und ähnliche Unternehmen der Branche
1Fluggesellschaften
2Fluggesellschaften sowie zukünftige, noch nicht bezeichnete Branchen
3Touristik und Unterhaltung
4 und 5Bankwesen 
6Handel und Finanzen
7Mineralölindustrie
8Gesundheitswesen, Telekommunikation sowie zukünftige, noch nicht bezeichnete Branchen
9frei nutzbar für nationale Bezeichnungen

Je nach Herausgeber der Karte stehen die zweite bis vierte Ziffer (Visa), beziehungsweise die dritte bis vierte Ziffer (z. B. Mastercard), für den Anbieter der Karte. Das kann zum Beispiel Ihre Bank, die Sparkasse oder ein Automobilclub sein.

Anbieter-Code auf GenialCard Kreditkarte der Hanseatic Bank
© Hanseatic Bank  So sieht die BIN auf jeder Kreditkarte der Hanseatic Bank aus.

Bei einer Kreditkarte der Hanseatic Bank sind es drei Ziffern: 152. Weil die Hanseatic Bank mit dem Kreditkartenhersteller Visa zusammenarbeitet, sieht der erste Block jeder ihrer Kreditkarten so aus:

  • Visacard-Ziffer 4 und Hanseatic-Bank-Ziffern 152 ergeben 4152

Die Anbieter haben oft mehrere Arten von Kreditkarten im Programm. So gibt es Platin-, Gold- oder Standardkarten. Die lassen sich an der fünften Ziffer erkennen. Hier verwenden alle Anbieter einen eigenen Code. Das gilt auch für die sechste Stelle in der Kreditkartennummer. Sie markiert, ob sie beispielsweise eine Haupt- oder Zweitkarte, eine Partner- oder Firmenkarte ist.

Welchen Sinn haben Kontonummer und Prüfziffer?

Nach der sechsten Ziffer folgt eine individuelle Kontonummer, die mit der Kreditkarte verbunden ist. Nicht verwirren lassen: Das ist nicht die Nummer Ihres Bank- oder Sparkassenkontos, von dem die Rechnungsbeträge letztlich abgebucht werden. Die Kontonummer auf der Karte kommt von der Kreditkartengesellschaft. Bei Kreditkarten der Hanseatic Bank also von Visa.

Die spezielle Kontonummer auf der Karte hat einen Sinn. Manche Menschen haben nämlich mehrere Kreditkarten, aber nur ein Bankkonto. Da jede Karte ihre eigene Kontonummer besitzt, kann die Kartengesellschaft sie jeweils mit dem Bankkonto der Kartenbesitzer*innen verknüpfen. So können mehrere Kreditkarten über ein Konto laufen.

Die letzte Stelle der Zahlenkolonne ist immer eine Prüfziffer. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Prüfnummer. Mit der Prüfziffer lässt sich feststellen, ob die komplette Kreditkartennummer in sich stimmig ist. Schließlich könnte sie auch frei erfunden und ausgewürfelt worden sein. Um das zu erkennen, wird ein bestimmtes Rechenverfahren verwendet, der sogenannte Luhn-Algorithmus. Damit können zum Beispiel Geschäfte herausfinden, ob eine Kreditkartennummer korrekt angegeben wurde oder nicht.

Fake-Kreditkartennummer: Wofür ist so etwas gut?

Fake-Kreditkartennummer: Wofür ist so etwas gut?

Im Internet finden Sie einige Listen mit „unechten“, also ungültigen Kreditkartennummern, die aber genauso aufgebaut sind wie eine echte. Man kann sie auch mit Generatoren wie diesem selbst erstellen. Natürlich funktionieren solche Fake-Kreditkartennummern nicht bei einem Einkauf. Sie werden genutzt, um Zahlungssysteme zu testen, zum Beispiel den Bezahlvorgang in einem Webshop.