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Riester-Rente steuerlich absetzen: So fängst du deine Steuergroschen wieder ein

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 02.12.2022

Nein, das deutsche Steuerrecht ist wahrlich kein Vergnügen. Wenigstens führt dein Arbeitgeber für dich die Einkommensteuer und Sozialabgaben direkt ans Finanzamt ab. Du selbst brauchst dich da um nichts zu kümmern. Aber Moment! Du hast doch eine Riester-Rente. Die soll doch einen Steuervorteil bringen. Aber wie sieht der aus? Und wann wie wo gibt es das Geld? Die KlarMacher bringen Licht ins Steuerdunkel.

Themen in diesem Artikel

Wie viel gibt es an Steuern zurück?

Deine Riester-Rente bringt dir gleich zwei finanzielle Vorteile. Zum einen sind das mehrere Fördergelder. Nämlich diese:

  • Grundzulage: Der Staat legt zu deinem Ersparten jedes Jahr 175 Euro obendrauf. Voraussetzung ist, dass du mindestens vier Prozent von deinem Einkommen in die Riester-Kasse gesteckt hast, beziehungsweise mindestens 60 Euro. 
  • Kinderzulage: Für jedes deiner Kinder, das ab 2008 geboren wurde, gibt dir der Staat jährlich noch 300 Euro dazu, für jedes ältere immer noch 185 Euro.

Zum anderen bekommst du mit einem Riester-Vertrag einen Teil deiner Einkommensteuer zurück. Denn du kannst die angesparte Summe von der Steuer absetzen – höchstens aber 2.100 Euro. Ein Beispiel: Angenommen, du verdienst 30.000 Euro im Jahr. Die musst du – abzüglich des Grundfreibetrags – normalerweise komplett versteuern.  Aber nicht, wenn du davon 2.100 Euro in Ihren Riester-Topf steckst. Dann werden nur die verbleibenden 27.900 Euro für die Steuer angerechnet. Etwa 630 Euro Steuergeld gibt es in diesem Fall maximal vom Staat zurück. 

Allerdings werden die Fördergelder davon abgezogen. Bei vielen Kindern (und hoher Kinderzulage) bleibt dann vom Steuervorteil wenig übrig, dafür hast du eben umso mehr Zulagen. Mehr dazu liest du im Kapitel über die Günstigerprüfung

Besonders attraktiv ist die Steuerersparnis deshalb für Gutverdiener*innen (die sonst umso höhere Steuern auf Ihr Einkommen zahlen müssten) und Kinderlose (denen keine Kinderzulage abgezogen wird).  

Achtung bei Vertragsauflösung!

Achtung bei Vertragsauflösung!

Der Staat fördert die Riester-Rente, damit du im Alter mehr Geld zum Leben hast. Umgekehrt bedeutet das: Wenn du den Riester-Vertrag vorzeitig kündigst, fällt die Förderung weg. Zulagen und die eingesparten Steuern musst du in diesem Fall komplett zurückzahlen!

So setzt du die Riester-Rente von der Steuer ab

Dein Arbeitgeber führt monatlich die Steuern ab, die auf dein Einkommen fällig werden. Wie kommst du nun an den Steuervorteil durch deine Riester-Rente und kriegst das zu viel gezahlte Steuergeld zurück? Mithilfe deiner Steuererklärung.

Darin gibt es die Anlage AV (Altersvorsorgebeiträge). Was du jeweils eintragen sollst, wird in dem Formular kurz erläutert. Wichtig sind dabei:

  • Zeile 6: Gemeint ist die Anzahl deiner Riester-Verträge. Für jeden Vertrag erhältst du jährlich eine Bescheinigung vom Anbieter deiner Riester-Rente. Leg diese einfach der Steuererklärung bei.
  • Zeile 7: Die Summe, die du in deinen Riester-Vertrag oder in mehrere Verträge im Steuerjahr eingezahlt hast.
  • Zeile 9: Du bist „unmittelbar begünstigt“, wenn du voll steuerpflichtig bist. „Mittelbar begünstigt“ sind dagegen zum Beispiel die Ehepartner*innen unmittelbar begünstigter Riester-Sparer*innen.
Nahaufnahme Formular für Steuererklärung
© istock/ollo/2015  Für die Angabe der Beiträge zur Riester-Rente gibt es in der Steuererklärung extra die Anlage AV.

Die Günstigerprüfung rechnet zu Ihren Gunsten

Wie gesagt bekommst du nicht die gesamte errechnete Steuerersparnis zurück, weil der Staat ja noch die gewährten Fördergelder abzieht. Nämlich die 175 Euro Grundzulage und die 185 beziehungsweise 300 Euro pro Kind. Nur, wenn dann noch ein Steuervorteil übrig ist, landet der auf deinem Konto. 

Was aber, wenn die Zulagen höher sind als die Steuerersparnis? Wenn du zum Beispiel nicht besonders viel verdienst, also wenig Steuern sparen kannst – aber mit vier Kindern über 1.000 Euro an Kinderzulagen bekommen hast? Wird das auch verrechnet und musst du von den Fördergeldern etwa einen Teil zurückzahlen? Die Antwort ist: nein. Bei allen Rechnungen nimmt der Staat eine sogenannte Günstigerprüfung vor. Sprich: Es gilt immer das, was für dich vorteilhafter ist.

Wenn du mehr Zulagen bekommst als dir, als Steuerersparnis zusteht, dann ist das eben so. Und ist deine Steuerersparnis höher als die Zulagen, dann gibt es eben noch die Differenz obendrauf.

„Nachgelagerte Besteuerung“: Im Alter kommt die Steuer zurück

Leider kommst du mit einer Riester-Rente nicht für immer an der Steuer vorbei. Das geht nur in der sogenannten Ansparphase, solange du während deines Berufslebens Geld einzahlst. Aber sobald du im Ruhestand bist und die Riester-Rente ausbezahlt bekommst, hält der Fiskus die Hand wieder auf. Das nennt sich „nachgelagerte Besteuerung“. 

Und die läuft so: Die Einnahmen aus der Riester-Rente zählen zu deinem Einkommen im Alter dazu. Und alles, was dann über dem sogenannten Grundfreibetrag pro Jahr liegt (2022: 9.984 Euro; 2023: 10.908 Euro, 2024: 11.604 Euro), musst du versteuern. 

Trotzdem geht die Rechnung für dich auf: In der Regel sparst du in der Ansparphase mehr Steuern, als du im Alter bezahlst. Unterm Strich ist die geltende Methode für dich also günstiger. 

Mehr dazu findest du im Artikel „Steuern auf die Riester-Rente: Wie viel kriegt der Staat vom Kuchen ab?"

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