Hilfe bei der Steuererklärung: Wer darf helfen und was kostet das?
Bei den meisten ist sie so beliebt wie eine Wurzelbehandlung: die jährliche Steuererklärung. Doch der Aufwand kann sich lohnen. Wer alle möglichen Kosten und Ausgaben geltend macht, bekommt oft Geld vom Finanzamt zurück. Wem Zeit, Lust oder der Durchblick für den Papierkram fehlen, lässt die Steuererklärung einfach machen. Wir zeigen, wo du Unterstützung bekommst, was sie kostet und wann sie sich lohnt.
Themen in diesem Artikel
- Finanzamt: Kostenlose Hilfe bei der Steuererklärung
- Hilfe aus dem persönlichen Umfeld
- Lohnsteuerhilfevereine: Hilfe für kleines Geld
- Steuerberatung: Teuer, aber hochqualifiziert
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Hilfe bei der Steuererklärung
- Das Finanzamt hilft dir bei Formularen, verrät aber keine Möglichkeiten, Steuern zu sparen.
- Enge Angehörige wie Ehepartner*innen, Eltern oder Geschwister dürfen dir unbezahlt helfen, Freund*innen und Kolleg*innen dagegen nicht.
- Lohnsteuerhilfevereine unterstützen gegen eine Jahresgebühr alle mit einer einfachen Einkommenssituation, zum Beispiel wenn du keine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit hast.
- Eine Steuerberatung übernimmt auch schwierige und umfangreiche Fälle, wobei die Kosten vom Einkommen und Aufwand abhängen.
Finanzamt: Kostenlose Hilfe bei der Steuererklärung
Das Finanzamt erstellt deine Steuererklärung nicht für dich. Erwarte auch nicht, dass du dort über Steuersparmöglichkeiten oder Steuertricks informiert wirst. Trotzdem kann das Finanzamt wichtige Hilfe leisten. Zum Beispiel, wenn es darum geht, in welches Formular was in der Steuererklärung eingetragen werden muss. Denn: Das Finanzamt ist verpflichtet, dir bei der Erstellung und Abgabe der Steuererklärung zu helfen und es hat dafür sogar extra Servicestellen eingerichtet. Dein zuständiges Finanzamt sagt dir, wohin du dich wenden kannst.
Ob du vielleicht sogar eine Steuererklärung abgeben musst, verrät dir der Artikel „Pflicht oder Kür: Wer muss keine Steuererklärung abgeben?“.
Steuersoftware nutzen
Eine gute Hilfe oder zumindest eine Orientierung bei der Einkommenssteuererklärung können dir Steuerprogramme geben, die du oft bis zur eigentlichen Abgabe kostenlos testen kannst. Sie bieten in der Regel einfache Erklärungen für komplizierte Steuergesetze und geben Tipps, was du noch alles absetzen könntest. Einen Überblick findest du im KlarMacher Ratgeber „Steuersoftware im Vergleich: Welche kann was?“.
Hilfe aus dem persönlichen Umfeld
Wusstest du, dass es für die Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung sogar ein eigenes Gesetz gibt? Das Steuerberatungsgesetz (StBerG). Das legt zum Beispiel fest, dass Angehörige sich ohne Bezahlung gegenseitig helfen dürfen. Das gilt aber nur für enge Verwandte wie Ehepartner*innen, Eltern oder Geschwister.
Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen dürfen dagegen offiziell nicht als helfende Hand bei der Steuererklärung auftauchen, egal ob sie sich dafür bezahlen lassen oder nicht. Wer trotzdem solche Unterstützung annimmt, diese bezahlt und das in der Steuererklärung als Steuerberatungskosten absetzen möchte, macht die unerlaubte Hilfe für das Finanzamt offensichtlich. Die hilfreiche Person begeht damit sogar eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Strafe von bis zu 5.000 Euro belegt werden.
Lohnsteuerhilfevereine: Hilfe für kleines Geld
Professionelle und relativ preiswerte Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung bieten Lohnsteuerhilfevereine. Allerdings ist im Gesetz sehr genau festgelegt, für wen sie in welcher Form tätig werden dürfen.
Wen dürfen Lohnsteuerhilfevereine beraten – und wen nicht?
Nur für diese Personen dürfen sie tätig werden:
- Arbeitnehmer*innen
- Beamt*innen
- Auszubildende
- Studierende
- Pensionär*innen
- Rentner*innen
- Unterhaltsempfänger*innen
Und für diese nicht:
- Selbstständige und Freiberufler*innen
- Gewerbetreibende im Haupt- oder Nebenberuf, das gilt auch für Kleingewerbe und Solo-Selbstständige
- Land- und Forstwirt*innen
- Wer von diesem Personenkreis Unterstützung bei der Steuererklärung braucht, muss sich an eine Steuerberatung wenden.
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Was dürfen Lohnsteuerhilfevereine tun?
Lohnsteuerhilfevereine dürfen für dich die nötigen Formulare ausfüllen – und noch viel mehr. Sie erledigen auch den gesamten Schriftverkehr mit dem Finanzamt. Sie können darüber hinaus ein Einspruchs- oder sogar ein Klageverfahren übernehmen. Außerdem beraten sie zur Wahl der Steuerklasse und helfen bei Anträgen, zum Beispiel auf Lohnsteuerermäßigung oder Kindergeld.
Was kostet die Steuererklärung beim Lohnsteuerhilfeverein?
Die Dienste eines Lohnsteuerhilfevereins kannst du nur als Mitglied in Anspruch nehmen. Dafür zahlst du eine einmalige Aufnahmegebühr zwischen 10 und 15 Euro. Dazu kommt ein jährlicher Mitgliedsbeitrag, der sich in den meisten Vereinen nach der Höhe deines Einkommens richtet. Er liegt in der Regel zwischen 52 und 375 Euro (Stand: 2026). Mit dem Mitgliedsbeitrag kannst du alle zulässigen Beratungsleistungen des Vereins in Anspruch nehmen. Und: Einen Teil des Mitgliedsbeitrags kannst du häufig steuerlich geltend machen. Wie viel anerkannt wird, hängt von der Aufteilung der Kosten ab (das erledigt ebenfalls der Lohnsteuerverein für dich).
Wo finde ich einen Lohnsteuerhilfeverein?
In Deutschland gibt es rund 800 Lohnsteuerhilfevereine. Einige davon sind sehr klein und arbeiten nur regional, andere unterhalten dagegen bundesweit mehrere Tausend Beratungsstellen. Etwa 300 Vereine mit mehr als 8.000 Beratungsstellen haben sich im Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) zusammengeschlossen. Auf deren Homepage findest du unter beratungsstellensuche.de eine Beratungsstelle in deiner Nähe.
Steuerberatung: Teuer, aber hochqualifiziert
Selbstständige können die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins in der Regel nicht nutzen. Für sie kommt nur eine Steuerberatung infrage. Aber: Sie ist auch gute eine Option für Nicht-Selbstständige – vor allem, wenn ihre steuerlichen Angelegenheiten umfangreicher oder komplizierter sind.
Welche Aufgaben übernimmt die Steuerberatung?
Die Unterstützung durch eine Steuerberatung kann sehr umfassend sein. Sie übernimmt unter anderem die Finanzbuchhaltung die:
- Finanzbuchhaltung
- Erstellung des Jahresabschlusses und der Lohnabrechnungen
- Zahlung der Sozialbeiträge
- Umsatzsteuer-Jahreserklärung
- Gewerbe-, Einkommens- und Körperschaftsteuererklärung.
Die Aufgaben können sich sogar bis zur Liquiditätsplanung und betriebswirtschaftlichen Auswertungen erstrecken.
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Was kostet die Steuererklärung durch die Steuerberatung?
Steuerberatungen können umfassende Leistungen übernehmen – und das hat seinen Preis. Basis der Gebühren ist die Vergütungsordnung für Steuerberater. Festgelegt sind dort aber nur die minimalen und die maximalen Gebühren, die eine Beratung kosten darf. Innerhalb dieser Bandbreite kann jede Steuerberatung frei über die Höhe der Gebühren entscheiden, je nach Schwierigkeit, Aufwand und deinem Jahreseinkommen.
Tatsächlich orientieren sich die Steuerberatungen in der Regel an der sogenannten Mittelgebühr der erlaubten Spanne – zuzüglich Mehrwertsteuer. Wie der Name schon verrät, ist die Mittelgebühr der Mittelwert innerhalb eines Gebührenrahmens.
Wenn dein*e Steuerberater*in mehr als die Mittelgebühr verlangt, muss das besonders begründet werden – dazu gibt es Gerichtsurteile. Deshalb wird die Mittelgebühr meist nur überschritten, wenn besondere Umstände vorliegen oder von vornherein Schwierigkeiten erwartet werden.
Die Frage „Wie hoch sind die Kosten für eine Steuererklärung von einer Steuerberatung?“ lässt sich also nicht so einfach beantworten. Einen gewissen Einfluss auf die Höhe der Kosten hast du selbst: Vollständige und gut sortierte Unterlagen können den Arbeitsaufwand verringern und dadurch die Kosten der Steuerberatung senken.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Wer darf bei der Steuererklärung helfen?
Kostenlos helfen dürfen enge Angehörige wie Ehepartner*innen, Eltern, Kinder oder Geschwister und andere nahestehende Personen wie Freund*innen und Kolleg*innen. Professionelle Hilfe bieten Lohnsteuerhilfevereine und Steuerberatungen. Das Finanzamt unterstützt lediglich bei Fragen zu Formularen und zur Abgabe.
Wer darf einen Lohnsteuerhilfeverein nutzen?
Lohnsteuerhilfevereine beraten unter anderem Arbeitnehmer*innen, Beamt*innen, Auszubildende, Studierende, Rentner*innen und Pensionär*innen. Selbstständige, Freiberufler*innen und Unternehmer*innen dürfen sie nicht beraten. Das gilt meist auch bei nebenberuflicher Selbstständigkeit oder bei Miet- und Kapitaleinnahmen oberhalb der gesetzlichen Grenzen.
Was kostet eine Steuerberatung für die Steuererklärung?
Die Kosten richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung sowie nach Einkommen, Arbeitsaufwand und Schwierigkeit des Falls. Deshalb lässt sich kein allgemeiner Festpreis nennen. Gut sortierte und vollständige Unterlagen verringern den Aufwand und können dazu beitragen, die Rechnung der Steuerberatung zu senken.
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