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Sparen

7 schlaue Vorsätze, mit denen Sie zum Super-Sparer werden

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 30.12.2019

Einmal auf den Seychellen die Füße ins türkisblaue Meer tauchen, den schicken Sportwagen für ein Wochenende ausleihen oder die alte Klapperkiste durch einen richtigen Computer ersetzen. Was würden Sie nicht alles anstellen, wenn Sie nur das nötige Kleingeld dafür hätten. Doch das können Sie sich ja zusammensparen. Zum Beispiel indem Sie diese einfachen guten Vorsätze in die Tat umsetzen.

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Wichtig für Ihre Finanz-Vorsätze: Legen Sie ein Ziel fest

Wichtig für Ihre Finanz-Vorsätze: Legen Sie ein Ziel fest

Einfach nur so vor sich hin sparen fällt oft schwer. Die schönsten guten Vorsätze sind daher meist schnell dahin, wenn Sie keinen genauen Grund haben weiterzumachen. Setzen Sie sich deshalb ein Ziel. Das kann alles Mögliche sein, wie etwa die Reise auf die Seychellen.

Legen Sie für Ihren Wunsch am besten zuerst ein Budget fest. Und planen Sie, bis wann Sie es erreichen möchten. Dem Ziel jeden Monat einen Schritt näher zu kommen motiviert. Und es lässt Sie vielleicht auch gern mal auf den teuren Coffee to go oder das neueste Computerspiel verzichten, um Ihren guten Vorsatz einzuhalten.

1. Das Sparschwein wiederbeleben

Bezahlen mit NFC und Mobile Payment ist praktisch. Aber das Sparschwein zu Hause sitzt dadurch inzwischen meist auf dem Trockenen. Nur noch selten wandern Münzen in seinen Bauch, und so ist die jährliche Ausbeute an Erspartem daraus eher gering. Dabei hat das Sparschwein viele Vorteile, wenn Sie Ihr Geld zurücklegen wollen:

  • Sie sehen nicht, wie viel Geld im Sparschwein steckt. Wie nah Sie Ihrem Ziel bereits gekommen sind, erfahren Sie erst, wenn Sie es in regelmäßigen Abständen zählen. Das macht es spannend.
  • Mit einem Haufen Kleingeld können Sie schwierig bezahlen. Das verringert die Gefahr, das Gesparte vor dem Erreichen Ihres Ziels auszugeben.
  • Das Sparen macht praktisch keine Mühe.

Dabei kann sich das Sparen auf mehrere Arten lohnen. Werfen Sie beispielsweise immer am Ende des Tages das Kleingeld aus Ihrem Portemonnaie in das Sparschwein. Oder Sie werfen jeweils Ein-Euro-Stücke hinein, sobald Sie welche haben. Das bringt doch nicht viel, denken Sie? Kommen so pro Tag rund zwei Euro zusammen, sind das in einem Jahr schon 730 Euro. 

Für die Traumreise auf die Seychellen dürften Sie damit schon den Flug zusammen bekommen, fehlt nur noch das nötige Kleingeld für Hotel und Freizeit. Aber die Euros dafür lassen sich leicht mit einigen weiteren Finanz-Vorsätzen zurücklegen.

Eine Frau steckt eine Münze in den Schlitz eines Sparschweins
© istock/Nattakorn Maneerat/2018  Jeden Tag zwei Euro ins Sparschwein zu stecken kann am Ende auch eine ordentliche Summe einbringen.

2. Feste Budgets vergeben

Wie viel Geld brauchen Sie für flexible Ausgaben wie Essen, Kleidung und Kosmetik? Und wie viel mehr als Sie eigentlich müssten oder wollen geben Sie im Monat dafür aus? Können Sie diesen „Überschuss” nicht einsparen? Dieser gute Vorsatz eignet sich besonders gut für alle, die gern planen.

Hierbei setzen Sie sich ein festes Budget pro Tag, Woche oder Monat für verschiedene Bereiche. Die Einteilung der Budgets kann sehr detailliert sein, zum Beispiel bei Lebensmitteln gesondert für Grundnahrungsmittel, Süßigkeiten und auswärts essen oder trinken. Bei Kosmetik könnten es Toilettenartikel, Schminke und Haarpflege sein. Und so weiter. 

Die Ausgaben müssen Sie dann zwar jeweils einzeln notieren, um die Einhaltung Ihrer Budgets zu überwachen. Aber so verschaffen Sie sich natürlich den besten Überblick über Ihre Ausgaben und Sparmöglichkeiten. Helfen kann hierbei ein Haushaltsbuch in Papier- oder digitaler Form.

Mit einem digitalen Haushaltsbuch einfacher sparen

Mit einem digitalen Haushaltsbuch einfacher sparen

Wenn Sie in der Regel mit Karte zahlen, können Sie das Überwachen Ihrer Ausgaben fast selbstständig von einer App übernehmen lassen. Die sagt Ihnen nicht nur, wie viel Budget Sie in welchem Bereich noch haben, sondern auch, wo Sie noch mehr sparen könnten. Aber welche sind die besten Apps dafür? Hier erfahren Sie es: „Die KlarMacher testen Finanz-Apps: Was können digitale Haushaltsbücher?

Nicht ganz so genau, aber auch sehr hilfreich, ist eine gröbere Aufteilung der Budgets beispielsweise in: Lebensmittel, Haushalt, Kleidung, Kosmetik und Freizeit. Damit holen Sie zwar nicht alles was geht aus dem guten Vorsatz heraus. Dafür sparen Sie Zeit, weil Sie viel weniger Kategorien und damit Budgets planen und überwachen müssen.

Legen Sie zusätzlich immer ein Budget für Sonderposten mit fest. Das Geld können Sie für kleinere Anschaffungen oder andere unregelmäßige Ausgaben verwenden. Zum Beispiel für Geburtstagsgeschenke, neue Scheibenwischer oder auch Friseurbesuche. Die Budgets kommen dabei gerade in den ersten Monaten immer wieder auf den Prüfstand. Denn nur, wenn sie realistisch sind, nützt Ihnen die Einteilung auf lange Sicht, um mehr Geld zu sparen.

Extratipp: Ziehen Sie von Ihrem Einkommen die festgelegten Budgets und Ihre Fixkosten ab. Den Rest legen Sie gleich am Anfang des Monats zur Seite, zum Beispiel auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto. Das macht es Ihnen einfacher, das festgelegte Budget einzuhalten. Die schwarze Null ist hier oft eher eine Hürde, als wenn noch Geld frei verfügbar auf dem Girokonto liegen würde.

Eine Frau sitzt mit Computer auf dem Schoß und Notizheft in der Hand auf einem Sofa
© istock/simonapilolla/2018  Vergeben Sie Budgets und notieren Sie sich Ihre Einkäufe auf einem Zettel oder in einer Haushaltsbuch-App, um zu sparen.

3. Geldfresser aufspüren und loswerden

Wer weniger ausgibt, hat am Ende des Monats mehr Geld übrig – soweit, so logisch. Aber sich selbst beim Einkaufen zu überwachen ist nichts für Sie? Trotzdem können Sie unter Umständen im neuen Jahr viel mehr sparen als bisher, und das nur mit einmaligem Einsatz. Und zwar, indem Sie Ihre monatlichen Abbuchungen verringern. Das geht beispielsweise bei:

  • Wohnkosten: In eine kleinere Wohnung ziehen wäre ein großer Schritt fürs Sparen, aber auch sehr drastisch. Vielleicht fangen Sie erstmal damit an, sich nach einem günstigeren Stromanbieter umzusehen. Oder Sie drehen die Heizung überall um ein Grad runter und kaufen für alle Wasserhähne Spardüsen.
  • Multimedia: Der alte Handyvertrag, das überteuerte Fernsehpaket oder die ganze Bandbreite an Streamingdiensten – vielleicht geht das günstiger. Nehmen Sie sich die Zeit und vergleichen Sie einmal die Angebote.
  • Versicherungen: Zu viele oder die falschen: Die meisten von uns beschäftigen sich nicht viel mit ihren Versicherungen und verlieren dadurch jedes Jahr viel Geld. Wie Sie das vermeiden, lesen Sie hier: „Nachgeprüft: Diese Versicherungen brauchen Sie wirklich
  • Freizeit: Die schwarzen Löcher für Ihr Geld tauchen hier meist als Abos oder Jahreskarten auf. Sie bezahlen vorab oder dauerhaft, nutzen aber vielleicht nur einen kleinen Teil des Angebots. Ein Beispiel: das unnütze Fitnessabo, das über die Jahre so viel kostet wie ein Luxusurlaub.

Haben Sie auch ein Auto? Dann könnten Sie durch die richtige Fahrweise, Fahrgemeinschaften für Pendelstrecken oder das zeitweise Verleihen Ihres Autos übers Jahr hinweg viel Geld sparen. Oder Sie stellen sogar fest, dass Ihr Auto sich gar nicht mehr rechnet. Häufig geht Mobilität nämlich günstiger. Erfahren Sie mehr dazu im Artikel „Carsharing vs. eigenes Auto: Wer gewinnt den Preis-Leistungs-Grand-Prix?

Mit diesen weiteren guten Vorsätzen können Sie bestimmt auch das Hotel auf den Seychellen finanzieren. Aber vielleicht darf es noch ein Stern mehr sein. Und das Kleingeld für die Freizeit fehlt auch noch. Also auf zu weiteren Finanz-Vorsätzen.

An einer Lampe hängt ein Zettel mit der Aufschrift Licht aus
© istock/Ralf Geithe/2018  Manchmal können Sie schon mit einem Wechsel zu einem neuen Stromanbieter viel Geld sparen. Das Licht ausstellen, wenn Sie es nicht brauchen, hilft natürlich auch.

4. Verzichten, ohne viel zu vermissen

Oft geben wir Geld nicht aus, weil wir unbedingt etwas brauchen oder wollen. Sondern, weil wir auf andere hören, ein Schnäppchen wittern oder einfach impulsiv handeln. Hier kommt es beim Sparen darauf an, was Ihnen wirklich wichtig oder unwichtig ist. Einige Beispiele:

Die Geschenke-Grenze: Beim Schenken heißt es oft: Mehr ist besser. Um diese Konkurrenz zu vermeiden, setzen Sie für Geschenke mit Familie und Freunden einen Höchstwert fest. So sparen am Ende im besten Fall alle über das Jahr hinweg einiges an Geld.

Super-Spar-Liste fürs Shoppen: Machen Sie vor dem Einkaufen eine Liste, egal ob vor dem Besuch im Supermarkt oder für die Jagd nach Klamotten. Das hilft häufig dabei, viel Geld zu sparen. Aber natürlich nur, wenn Sie die Liste mitnehmen. Und sich daran halten. So müssen Sie auf nichts verzichten und vermeiden Impulskäufe, die Sie hinterher nur ärgern.

Einmal ohne großes Tamtam: Sind Ihnen die Böller an Silvester, die Konfettikanonen am Geburtstag und die blinkenden Partyhüte zu Karneval wirklich wichtig? Wenn nicht, lassen Sie sie doch einfach weg – und sparen Sie so schon schnell mehrere hundert Euro pro Jahr.

Trick 17: Überlisten Sie sich beim Sparen selbst

Trick 17: Überlisten Sie sich beim Sparen selbst

Ihre Vorsätze sind gut und Ihr Wille groß? Aber der innere Schweinehund ist noch größer? Zeigen Sie es dem Schurken. Das geht zum Beispiel, indem Sie: 

  • freiwillig Ihre Nebenkostenabrechnung erhöhen lassen. Kommt die Abrechnung, erhalten Sie eine fette Rückzahlung.
  • den gewünschten Sparbetrag direkt am Anfang des Monats vom Konto holen.
  • sich jedes Mal belohnen, wenn Sie etwas in die Spardose werfen (beispielsweise indem Sie die bisher gesparten Beträge wöchentlich oder monatlich notieren).

5. Vertrauen – und trotzdem kontrollieren

Sie haben Ihre Finanzen bereits gut im Blick und alle regelmäßigen Ausgaben auf den neuesten Stand gebracht? Das ist großartig und spart Ihnen bestimmt schon viel Geld. Trotzdem sollten Sie die Kontrolle Ihrer Abbuchungen als Vorsatz beibehalten.

Es kann schließlich auch innerhalb des Jahres passieren, dass Sie ein Handy-Abo nicht mehr richtig nutzen und es in Vergessenheit gerät. Oder bestellte Tageszeitungen und Illustrierte wandern immer häufiger vom Briefkasten direkt ins Altpapier. Je nachdem, wie eifrig Sie Abos nutzen, kann es sich lohnen, öfter als einmal im Jahr bestimmte Laufzeitverträge auf die Probe zu stellen. Vor allem, wenn sie keine jährlichen Kündigungsfristen haben, sondern monatliche oder dreimonatliche.

Zusätzlich ist es vorteilhaft, in gewissen Abständen die Kontoauszüge zu prüfen. Zum Beispiel alle halbe Jahre oder einmal pro Quartal. Vielleicht fällt dabei etwas auf, das ein unnötiger Geldfresser ist.

Wenn Sie alle bisherigen Vorsätze für ein Jahr durchhalten, dürften Sie eigentlich schon die gesamte Seychellen-Reise zusammenbekommen. Aber vielleicht möchten Sie sich ja auch noch ein paar Besonderheiten gönnen, wenn Sie schon mal dort sind. Für das nötige Kleingeld könnten zwei weitere Finanz-Vorsätze sorgen. 

6. Noch mehr einnehmen als ausgeben

Eine Gehaltserhöhung ist natürlich die komfortabelste Möglichkeit, um künftig Ihre Finanzen aufzubessern. Und der Jahreswechsel ist meist ein guter Zeitpunkt dafür. Zum Beispiel, wenn bei Ihnen im Januar sowieso ein jährliches Feedbackgespräch ansteht. Um Ihren Chef zu überzeugen, hilft es dabei, auf Ihre Verdienste aus dem vergangenen Jahr hinzuweisen. Wobei haben Sie besonders viel Einsatz gezeigt? Wie haben Sie die Firma weitergebracht? Reicht das nicht aus, können Sie auch Ziele vereinbaren, die an eine Bonuszahlung geknüpft werden.

Ist eine Gehaltserhöhung keine Möglichkeit, könnten Sie stattdessen in Ihrer Freizeit noch etwas dazuverdienen. Relativ mühelos geht das zum Beispiel mit diesen 6 ungewöhnlichen Nebenjobs.

7. Aus wenig Geld viel machen

Selbst wer schon einen recht vollen Sparstrumpf hat, möchte sein Geld am liebsten noch weiter vermehren. Es waren goldene Zeiten für Sparer, als dafür das Sparbuch noch satte Zinsen einbrachte. Heute ist damit nichts mehr zu holen. Im schlimmsten Fall verliert Ihr Geld dank der Inflation auf dem Sparbuch über die Jahre sogar an Wert.

Doch es gibt Alternativen, die weiterhin zumindest etwas an Zinsen liefern. Eine davon ist der Sparbrief. Nachteil: Sie legen damit Ihr Geld über mehrere Monate oder Jahre fest an. Vorteil: Das Geld ist genauso sicher wie auf dem Sparbuch. Wer mutiger ist, kann sein Geld auch an der Börse anlegen und damit eine noch bessere Rendite herausholen. Dafür besteht hierbei allerdings auch immer das Risiko, das gesamte Ersparte zu verlieren.

Ein ordentlicher Gewinn aber könnte etwa Ihrer Freizeitplanung auf der Seychellen-Reise noch das gewisse Extra geben. Zum Beispiel mit einem Tauchkurs zwischen Korallen oder der wilden Fahrt auf einem Jetski.

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