Eine Frau steht alleine auf dem Laufband in einem sonst leeren Fitnessstudio und atmet durch
Sparen

Schon gewusst? Ihr unnützes Fitness-Abo kostet so viel wie ein Luxusurlaub

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 16.10.2019

Weiter bezahlen und trotzdem nicht hingehen: Die Betreiber von Fitnessstudios machen prächtige Geschäfte mit unserem inneren Schweinehund. Der meldet sich nämlich meistens schon direkt nach der Anmeldung in der Muckibude – und lässt manche von uns am Ende doch lieber auf dem Sofa als auf dem Laufband abhängen. Doch das Abo läuft weiter, oft über Jahre. Und das kann so richtig ins Geld gehen.

5,33 Milliarden Euro nahmen die deutschen Fitness- und Gesundheitscenter letztes Jahr von ihren 11,09 Millionen Mitgliedern ein. Das ergab eine Eckdaten-Studie der deutschen Fitness-Wirtschaft. Und die meisten Mitglieder nutzen ihr Fitness-Abo auch mehrmals in der Woche oder zumindest im Monat. Doch etwa vier Prozent gehen nur einmal im Monat oder seltener ins Fitnessstudio. Für sie ist das eigentlich verschwendetes Geld.

Vier Prozent klingt wenig? Auf den Gesamtumsatz gesehen macht das satte 213,2 Millionen Euro aus, die mehr oder weniger zum Fenster rausgeworfen werden. Und das jedes Jahr.

Mit diesem Batzen Geld ließe sich ein ganzer Fußballverein der 1. Bundesliga finanzieren. Zwar nicht Bayern München oder der BVB. Aber der Marktwert der Kader von Eintracht Frankfurt oder dem FC Schalke wäre damit geknackt, wie aktuelle Zahlen auf transfermarkt.de zeigen.

Drei Champagner-Flaschen im Kühler, die auf einem Tisch vor einem winterlichen Bergpanorama steht
© istock/ronstik/2019  Champagner statt Sportdrinks: Für das ungenutzte Fitnessabo ist nach einigen Jahren schon ein Luxusurlaub drin.

Vielleicht fahren Sie lieber in den Luxusurlaub

 

Einen Fußballverein mit vielen anderen zusammen kaufen ist natürlich Quatsch. Aber sehen wir doch mal, was Sie sich tatsächlich selbst kaufen könnten, wenn Sie nicht mehr sinnlos fürs Fitnessstudio zahlen würden:

Umgerechnet kostet jedes einzelne Mitglied das Abo im Fitnessstudio rund 480 Euro pro Jahr. Dazu kommt die Sportkleidung, die man natürlich für das fest vorgenommene Training haben muss. Dafür geben wir Deutschen laut Statista pro Kopf und Jahr 120 Euro (Stand: 2019) aus. Macht insgesamt 600 Euro. 

So lassen wir das Ganze einige Zeit weiterlaufen, sagen wir mal 10 Jahre lang. Das macht schon schlappe 6.000 Euro für fast nichts oder sogar gar nichts an sportlicher Betätigung. Was könnten Sie mit so viel Geld nicht alles anfangen: zum Beispiel eine Woche Luxus-Skiurlaub für zwei im österreichischen 5-Sterne-Resort. Oder eine Ausbildung im Paragliding inklusive eigenem Gleitschirm. 

Das hätte immerhin auch mit Sport zu tun, bringt Ihnen aber vielleicht mehr Spaß als auf dem Crosstrainer Kilometer zu machen oder Hanteln zu stemmen. Oder Ihnen fällt noch was Besseres ein. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und geben Sie dem Fitness-Abo dafür den Laufpass, wenn Sie es sowieso kaum nutzen.

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