Beitragsbemessungsgrenze: Wer drüber kommt, zahlt weniger
| Beitragsbemessungsgrenzen der vergangenen Jahre: | |||
| Jahr | RV + AV: Alte Bundesländer | RV + AV: Neue Bundesländer | KV + PV (gilt für alte UND neue Bundesländer) |
| 2026 | 101.400,00 € | 101.400,00 € | 69.750,00 € |
| 2025 | 96.600,00 € | 96.600,00 € | 66.150,00 € |
| 2024 | 90.600,00 € | 89.400,00 € | 62.100,00 € |
| 2023 | 87.600,00 € | 85.200,00 € | 59.850,00 € |
| 2022 | 84.600,00 € | 81.000,00 € | 58.050,00 € |
| 2021 | 85.200,00 € | 80.400,00 € | 58.050,00 € |
| 2020 | 82.800,00 € | 77.400,00 € | 56.250,00 € |
| 2019 | 80.400,00 € | 73.800,00 € | 54.450,00 € |
| 2018 | 78.000,00 € | 69.600,00 € | 53.100,00 € |
Daneben gibt es noch Beschäftigte, die in einer knappschaftlichen Kranken- und Rentenversicherung sind. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung gilt für sie dieselbe Beitragsbemessungsgrenze. Bei der Rente aber gibt es für sie eigene BBG, nämlich 124.800 Euro (Stand: 2026).
Verwechslungsgefahr: Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze
Wer im Internet nach der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze sucht, stößt dabei oft auf die Versicherungspflichtgrenze. Hört sich ähnlich an – ist aber etwas ganz anderes: Wer oberhalb der Versicherungspflichtgrenze – auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt – verdient, darf in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Alle anderen müssen in einer gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Eine Ausnahme gibt es für Selbstständige und Freiberufler*innen. Die können meist unabhängig von der Versicherungspflichtgrenze wählen, ob sie sich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichern wollen.
Im Jahr 2026 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 Euro (entspricht einem Monatslohn von 6.450 Euro).
Die Beitragsbemessungsgrenze soll die Kosten deckeln
Warum eigentlich zahlen Besserverdienende nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze Sozialabgaben und nicht darüber hinaus? Der Grund: Die Kosten für die Krankenkassen sollen damit nicht aus dem Ruder laufen. Denn wer höhere Beiträge zahlen würde, bekäme im Fall der Fälle automatisch mehr Krankengeld. Durch die Beitragsbemessungsgrenze gibt es aber einen Maximalbetrag für das Krankengeld. Selbst wenn man Millionen verdient, die einem im Krankheitsfall durch die Lappen gehen – die Kasse springt nur bis zum Höchstbetrag ein.
Außerdem ist es dadurch leichter, allen gesetzlich Versicherten die gleichen Leistungen zu gewähren. Ob arm, ob reich, ob kerngesund oder häufig krank: Jede*r bekommt von der gesetzlichen Krankenkasse das gleiche Behandlungsangebot. Ein reicher Mensch kann also keinen Sonderstatus einfordern, sondern muss zusätzliche Behandlungen aus eigener Tasche bezahlen.
Dasselbe gilt für die Rente. Egal, wie viel man im Arbeitsleben verdient hat: Es gibt eine gesetzliche Maximalrente. Mehr bekommst du nur mit einer zusätzlichen, privaten Altersvorsorge.
Höhere Kosten für die Sozialversicherungen = höhere Beitragsbemessungsgrenze
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales legt jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenzen neu fest. Dafür prüft es, wie sich die allgemeinen Einkommen und die Lebenshaltungskosten in Deutschland entwickelt haben. Denn wenn die Einkommen steigen, erhalten auch die Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen mehr Lohn – umso mehr Geld brauchen die Krankenkassen. Und wenn die Lebenshaltungskosten steigen, werden auch die Renten angehoben – umso mehr Geld braucht die Rentenversicherung.
Also wird die Beitragsbemessungsgrenze entsprechend angehoben. Und es fließt mehr Geld in die Kassen der Sozialversicherungen.
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Spielt die BBG bei der privaten Krankenversicherung auch eine Rolle?
Ja, die Beitragsbemessungsgrenze wirkt sich auch bestimmte Tarife der privaten Krankenversicherung aus. Jede private Versicherung (PKV) muss laut Gesetz einen Tarif anbieten, der sich an den Leistungen und Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert. Das ist aktuell der „Basistarif“ (oder für Versicherte, die bereits vor 2009 privat krankenversichert waren, der „Standardtarif“). Dieser Tarif wird unter anderem anhand der Beitragsbemessungsgrenze berechnet.
Außerdem legt die BBG die Obergrenze für den Arbeitgeberzuschuss fest. Auch bei der privaten Krankenversicherung legt dein Arbeitgeber die zweite Hälfte deines Beitrags dazu. Aber nicht unbegrenzt, sondern maximal bis zur aktuell gültigen Beitragsbemessungsgrenze.
Mehr Details zum Thema PKV und den unterschiedlichen Beitragshöhen erfährst du in unserem Ratgeber „Private oder gesetzliche Krankenversicherung für Angestellte?“.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Was ist die Beitragsbemessungsgrenze einfach erklärt?
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Bruttoeinkommen Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei. Dadurch zahlen Gutverdienende prozentual weniger Sozialabgaben als Menschen mit Einkommen unterhalb der Grenze.
Warum zahlt man über der Beitragsbemessungsgrenze keine höheren Beiträge?
Weil Leistungen wie Krankengeld oder die gesetzliche Rente ebenfalls gedeckelt sind. Höhere Beiträge würden sonst automatisch zu höheren Leistungen führen. Die Beitragsbemessungsgrenze soll das Solidarprinzip wahren, indem sie Beiträge begrenzt und für gleiche gesetzliche Leistungen für alle Versicherten sorgt.
Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2026?
Es gibt zwei verschiedene Beitragsbemessungsgrenzen: Für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung liegt sie für das Jahr 2026 bei 69.750 Euro. Für die Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt aktuell eine Grenze von 101.400 Euro.
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