Vorsorgen

Renteninformation anfordern: Online oder per Musteranschreiben

von Thorsten Schierhorn, 28.03.2024

… und täglich grüßt die Deutsche Rentenversicherung. Na ja, nicht täglich. Aber einmal im Jahr. Dann erhalten die meisten von uns per Post ihre Renteninformation. Die bekommen nämlich Rentenversicherte zugeschickt, sobald sie das 27. Lebensjahr vollendet und mindestens fünf Jahre lang Versicherungsbeiträge gezahlt haben. Das Dokument zeigt dir, wie viel Rente du später erwarten darfst. Es ist übrigens kein Problem, wenn du das Schreiben mal nicht ordentlich abgeheftet hast: Du kannst deine Renteninformation auch jederzeit selbst anfordern.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

 

  • Die Renteninformation zeigt unter anderem die zu erwartende Höhe der Rente.
  • Menschen ab 27 Jahren erhalten das Dokument jährlich.
  • Die ausführlichere Rentenauskunft gibt es ab 55 Jahren alle drei Jahre.
  • Sind sie in den eigenen Unterlagen nicht mehr auffindbar, lassen sich Rentenauskunft und Renteninformation jederzeit anfordern.

Renteninformation und Rentenauskunft: Was ist der Unterschied?

Die jährliche Renteninformation bekommst du ganz automatisch, wenn du mindestens 27 Jahre alt bist und fünf Jahre lang Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hast. Die Auskunft soll dir helfen, deine Altersvorsorge rechtzeitig zu planen.

Ab dem 55. Lebensjahr erhältst du statt der Renteninformation eine sogenannte Rentenauskunft. Die gibt es nur alle drei Jahre. Dafür ist sie aber deutlich umfangreicher als die Renteninformation. Denn darin steht unter anderem dein vollständiger Versicherungsverlauf, wie er bei der Rentenkasse gespeichert ist. Mehr zum Inhalt der beiden Dokumente findest du weiter unten in den Kapiteln „Renteninformation: Das steht drin“ und „Rentenauskunft: Genau prüfen“.

Aber warum bekommst du sie überhaupt? Weil die Erfahrung zeigt, dass in vielen Fällen die gesetzliche Rente allein im Alter nicht ausreicht. Womöglich sieht die auf deiner Renteninformation ausgewiesene spätere Rente auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Aber vergiss nicht: Das wird nicht die Summe sein, die dir tatsächlich zur Verfügung steht! Die Angabe in deiner Renteninformation ist nämlich brutto und nicht netto. Von dem Betrag gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung und auch Steuern ab – und das können etliche hundert Euro im Monat sein.

Zudem kommt noch, dass in der Regel durch die Inflation die Preise kontinuierlich steigen. Das heißt: Wenn du in die Rente gehst, brauchst du mehr Geld als heute, weil alles teurer sein wird.  

Wenn du also zum täglichen Leben mehr brauchst, als du über die Rente bekommst, ist oft von Versorgungs- oder Rentenlücke die Rede. Damit du im Ruhestand auf nichts verzichten musst, solltest du diese Lücke durch private Vorsorge und/oder einer Betriebsrente füllen. Am besten fängst du damit so früh wie möglich an – trotz einiger Tücken, über die du in diesem Artikel mehr erfährst.

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist der größte Träger der deutschen Rentenversicherung. Sie wurde 2005 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. Ihr Hauptquartier ist in Berlin; Außenstellen gibt es in Brandenburg, Gera, Stralsund und Würzburg. Dort betreuen insgesamt 25.000 Mitarbeitende rund 23 Millionen Versicherte und fast 10 Millionen Rentner*innen im Inland und Ausland.
 

Hausanschrift:

Deutsche Rentenversicherung Bund
Ruhrstraße 2, 10709 Berlin

Postanschrift:

Deutsche Rentenversicherung Bund
10704 Berlin

Telefon: 030/865-0

Fax: 030/865-27240

E-Mail: drv@drv-bund.de

Homepage:
 
www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

Wo kannst du deine Renteninformation anfordern?

Die Schreiben geben dir also wichtige Hinweise zu deiner finanziellen Situation nach dem Berufsleben. Deshalb solltest du stets deine Renteninformation aufbewahren und deine Rentenauskunft ebenso. Die jährliche Renteninformation kommt nicht, du hast sie verloren oder verlegt?

Ist nicht so schlimm: Du kannst sie und auch deine Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern. Dafür brauchst du deine Versichertennummer und du musst deinen zuständigen Versicherungsträger kennen.  

Die Versichertennummer findest du auf deinem Sozialversicherungsausweis und auch auf jeder alten Renteninformation. Oder du erfragst sie bei der Datenstelle der Rentenversicherung. Als Berufsanfänger*in ohne Sozialversicherungsausweis beantragst du die Nummer bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

Und wer ist dein Versicherungsträger? Das hängt davon ab, wann du zum ersten Mal Rentenbeiträge gezahlt hast. War es schon vor 2005? Dann gilt für:

  • Angestellte: Deutsche Versicherung Bund (ehemals BfA)
  • Arbeitnehmer*innen einer bestimmten Region: der entsprechende regionale Träger, ehemals die Landesversicherungsanstalten
  • Beschäftigte der Bahn sowie Berg- und Seeleute: Knappschaft-Bahn-See

Bist du erst seit 2005 rentenversichert, dann ist für dich einer der 16 eigenständigen Träger zuständig, die im Bundesgebiet verteilt sind.

Bei welchem dieser 16 Träger du an der richtigen Adresse bist, steht zum Beispiel in einer alten Renteninformation. Oder du schaust auf der Internetseite „Meinen Rentenversicherungsträger finden“ der Deutschen Rentenversicherung nach.

Video: Was von der Rente bleibt

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© ARD Mittagsmagazin 

Musteranschreiben: Ausdrucken, ausfüllen, abschicken

Du hast deine Versichertennummer und weißt, wer für dich zuständig ist? Dann kannst du deine Renteninformation oder Rentenauskunft schriftlich anfordern. Folgende Angaben sind dafür erforderlich:

  • deine Adresse
  • die Adresse des zuständigen Rentenversicherungsträgers
  • Betreff je nach Anfrage, etwa „Anforderung der Renteninformation“ oder „Anforderung der Rentenauskunft“ mit deiner Rentenversicherungsnummer
  • ein kurzer, formloser Text, zum Beispiel: „Hiermit bitte ich um Zusendung einer Renteninformation (oder Rentenauskunft) an meine Adresse.“

Im Internet findest du dazu fertig formulierte Musteranschreiben.

Renteninformation online anfordern: Der schnelle Weg

Noch einfacher geht es online auf dieser Service-Seite der Deutschen Rentenversicherung.

Dort klickst du zunächst an, zu welchem der angegebenen Themen du Informationen haben möchtest. Das sind in diesem Zusammenhang Renteninformation oder Rentenauskunft beziehungsweise Versicherungsverlauf. Dann füllst du die Angaben zu deiner Person aus und trägst deine Versicherungsnummer ein. Auf „Absenden“ klicken … erledigt. Die angeforderten Auskünfte kommen per Post zu dir nach Hause.

Junge erwachsene Frau, die von zu Hause aus an ihrem Laptop arbeitet
© istock/vorDa/2023  Besonders praktisch ist es, die Renteninformation online anzufordern.

Renteninformation: Das steht drin

Diese Angaben kannst du deiner Renteninformation entnehmen:

  • Den aktuellen Stand deines Versicherungskontos bei der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Die Grundlagen der Rentenberechnung.
  • Die Höhe des bisher erworbenen Rentenanspruchs und der voraussichtlichen Rente, wenn du weiter Beiträge zahlst wie zuletzt. Du siehst also deine sogenannte Regelaltersrente, aber auch, wie viel Geld du bei voller Erwerbsminderung bekommen würdest – allerdings brutto. Das bedeutet, dass bei der Summe weder Abzüge von Kranken- und Pflegeversicherung noch Steuern berücksichtigt sind.
  • Informationen über die Auswirkungen künftiger Rentenanpassungen, also wenn sich an der Gesetzeslage etwas ändert.
  • Eine Übersicht über die Höhe der bereits gezahlten Beiträge.

SparBrief statt Riester?

Es muss nicht zwingend eine komplizierte private Rentenversicherung wie die Riester-Rente sein. Auch mit einer gut verzinsten Geldanlage wie dem SparBrief der Hanseatic Bank lässt sich für das Alter vorsorgen.

Rentenauskunft genau prüfen

Wenn die Rente näher rückt, werden die Auskünfte der Rentenversicherung umfassender. Ab 55 Jahren bekommst du statt der Renteninformation alle drei Jahre die erheblich umfangreichere Rentenauskunft. Auf Antrag wird sie auch früher verschickt. Sie informiert unter anderem über …

  • Höhe deiner zu erwartenden Regelaltersrente
  • Höhe deiner zu erwartenden Rente, wenn du weiterarbeitest
  • Höhe deiner zu erwartenden Erwerbsminderungsrente
  • Zeitpunkt, ab wann du frühestmöglich eine vorzeitige Altersrente bekommen kannst (inklusive Hinweis zu den damit verbundenen Abschlägen)
  • Zeitpunkt, ab wann deine reguläre Altersrente beginnt
  • Höhe der Witwen- oder Witwerrente, die die hinterbliebene Person nach deinem Tod bekommt
  • Summe deiner bisher eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge
  • Übersicht deiner bei der Rentenversicherung erfassten Rentenversicherungszeiten
  • Übersicht möglicher, offener Zeiten, die noch der Klärung bedürfen

Deine Rentenauskunft solltest du stets genau prüfen, denn auf diesen Angaben beruht deine spätere Rente. Deshalb ist es wichtig, dass deine Daten bei der Rentenversicherung vollständig und richtig erfasst werden. Fehlende oder falsch gespeicherte Versicherungszeiten solltest du schnellstmöglich melden.

Vielleicht musst du für einige Zeiten noch Nachweise vorlegen, die du nicht mehr in deinen Unterlagen hast. Je mehr Zeit verstrichen ist, umso schwieriger wird es, diese Nachweise zu besorgen. Zum Beispiel, wenn eine Firma, für die du einmal gearbeitet haben, nicht mehr existiert. Doch der Aufwand ist bares Geld wert.

Junger Mann, der an einem Tisch Unterlagen durchgeht und besorgt aussieht
© istock/Luka Jankovic/2022  Wer Renteninformation oder Rentenauskunft nicht richtig versteht, kann sich Hilfe suchen.

Renteninformation richtig lesen: Hier gibt es Hilfe

Die Schreiben der Rentenversicherung sind nicht unbedingt leicht verständlich – typisches Behördendeutsch eben. Trotzdem solltest du dich diesem wichtigen Thema stellen. Zum Glück gibt es zahlreiche Stellen, an die du dich bei Fragen rund um die Rente wenden kannst – kostenlos und oft ganz in der Nähe:

  • Das Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung erreichst du unter der Telefonnummer 0800 1000 4800. Hier kannst du Fragen stellen oder passende Ansprechpartner*innen in deiner Nähe finden.
  • Auskunfts- und Beratungsstellen, ehrenamtliche Versichertenberater*innen oder Versichertenälteste vor Ort. Kontaktdaten kannst du am Servicetelefon erfragen oder auf der entsprechenden Internetseite der Deutschen Rentenversicherung herausfinden.
  • Außerdem hat die Rentenversicherung die Broschüre „Die Renteninformation – mehr wissen“ online gestellt. Darin findest du Begriffserklärungen sowie Beispielberechnungen und Vorsorgetipps.

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