Geld in der Beziehung: So haben Paare ihre gemeinsamen Finanzen im Griff
„Über Geld redet man nicht”, sagt der Volksmund. Gilt das auch, wenn man sich liebt? Keine kluge Idee. Denn in einer Partnerschaft gibt es gemeinsame Kosten: Wohnung, Urlaub, Hochzeit und vieles mehr. Nicht darüber zu reden, kann zu Streit führen. Klärt besser gemeinsam, wie ihr eure Finanzen handhaben wollt. Wir machen klar, worauf Paare dabei achten sollten.
Themen in diesem Artikel
- Redet über Geld!
- Mit diesen Apps behaltet ihr den finanziellen Überblick
- Gemeinsames Haushaltskonto: Darauf solltet ihr achten
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Geld in der Beziehung
- In einer Beziehung ist es sinnvoll, früh und offen über Geld zu reden, um Erwartungen, Gewohnheiten und gemeinsame Ziele besser zu verstehen.
- Klärt gemeinsam, welche Ausgaben ihr teilen wollt und wofür ihr als Paar sparen möchtet.
- Wichtige finanzielle Entscheidungen solltet ihr immer zusammen treffen und euch gemeinsam über Angebote informieren.
- Ein gemeinsames Haushaltskonto kann den Umgang mit gemeinsamen Kosten erleichtern.
- Es gibt verschiedene Konten-Modelle, die zu eurem Einkommen, eurem Alltag und eurem Umgang mit Geld passen.
- Apps können bei der Kostenaufteilung helfen, damit ihr eure gemeinsamen Ausgaben einfach und transparent im Blick behaltet.
Redet über Geld!
Weißt du, was dein*e Partner*in über Geld denkt? Nein? Finde es heraus. Denn dann fällt es einfacher, über Geld zu reden. Das ist wichtig, um zu wissen, wer wann was bezahlt. Oder wenn ihr einmal zusammen ein Konto führen wollt. Überfalle deine*n Partner*in aber nicht gleich mit den Fragen zu den gemeinsamen Finanzen. Stelle zuerst lieber allgemeinere Fragen wie zum Beispiel:
- Hat er*sie Taschengeld bekommen? Und wie viel?
- Wofür hat er*sie Geld ausgegeben oder gespart?
- Mag er*sie Geldgeschenke?
- Was ist für ihn*sie günstig oder teuer?
So findest du heraus, ob er oder sie eher sparsam mit Geld umgeht. Oder ob das Haushalten mit Geld eher schwerfällt. Erst im zweiten Schritt redest du über die aktuellen und zukünftigen Kosten. Dann kannst du Fragen klären wie:
- Wofür wollen wir sparen? Für die Hochzeit, ein Eigenheim, ein Auto oder einen Pärchenurlaub?
- Brauchen wir ein Haushaltskonto?
- Benötigen wir einen Kredit?
- Wie wollen wir für die Zukunft unserer Kinder sparen?
Sind diese Fragen geklärt, könnt ihr viel gezielter nach passenden Angeboten und Lösungen schauen. Teilt euch die Aufgaben auf. So kann sich zum Beispiel eine Person beim Autohändler und die andere bei der Bank nach den Konditionen erkundigen. Und verabredet euch anschließend, um darüber zu reden: Welches Angebot spricht euch an und welches nicht? Warum? Entscheidet immer zusammen und nicht getrennt über größere Anschaffungen.
„Mein*e Partner*in will nicht über Geld reden“
Versuch nicht, dein*e Partner*in zu überzeugen. Er*sie kann sich davon bedrängt fühlen. Und geht womöglich nicht auf dich ein. Besser ist: Verbinde das Thema Geld mit angenehmen Gesprächsinhalten. Unterhalte dich zum Beispiel bei einem gemütlichen Kaffee über den nächsten Urlaub. Nach und nach und nach kannst du dann klären, von welchem Geld die Reise bezahlt werden soll. Ja, vielleicht sogar, wer wie viel beiträgt und ob ihr dafür nicht ein gemeinsames Konto einrichten wollt.
Gemeinsames Haushaltskonto: Darauf solltet ihr achten
Richtet euch nicht nur die gemeinsame Wohnung, sondern auch ein Haushaltskonto ein. Der klare Vorteil von einem Gemeinschaftskonto ist: Man spart sich das ständige Hin- und Herrechnen der gemeinsamen Kosten.
Eure Beziehung ist noch nicht gefestigt genug für ein gemeinsames Konto? Trotzdem könnt ihr schon zusammen für eine Anschaffung sparen: mit einer digitalen Gruppenkasse. Was das ist und wie das funktioniert, liest du im Artikel „Alternativen zu Moneypool: Geld sammeln mit Paypal & Co.”.
Für welche Ausgaben soll das Konto sein?
Bevor ihr ein Gemeinschaftskonto eröffnet: Klärt unbedingt, was zu den gemeinsamen Ausgaben zählt und was nicht. Ist es die Miete, die Kreditabzahlung, das Essen oder mehr?
Beispiel: Eine*r von euch putzt gerne die Wohnung und der*die andere nicht. Ihr einigt euch nun auf eine regelmäßige Reinigungskraft, damit die ganze Arbeit nicht an einer Person hängen bleibt. Bezahlt nun der putzfaule Mensch die Haushaltshilfe oder beide?
Übrigens: Um die Ausgaben im Blick zu behalten, helfen spezielle Haushalt-Apps. Dort könnt ihr alle eure Einnahmen und Ausgaben notieren.

Wie kann man das gemeinsame Konto verwalten?
Nach der Festlegung der gemeinsamen Ausgaben könnt ihr loslegen. Die meisten Banken bieten Girokonten für zwei Personen an. Voraussetzung dafür ist in der Regel eine gemeinsame Wohnadresse und nicht der Trauschein. Ob ihr verheiratet seid oder nicht, interessiert die Bank nicht. Es gibt viele Wege, das Haushaltskonto gemeinsam zu verwalten. Manche Paare teilen sich alles zur Hälfte auf, auch wenn eine*r von beiden mehr verdient. Andere rechnen die Beiträge zum Haushalt nach der Höhe der Einkommen aus. Und anderen wiederum ist es egal, wie viel jede*r bezahlt. Hauptsache, man muss sich nicht weiter darum kümmern.
Doch Vorsicht: Pärchen sollten keine größeren Geldsummen zusätzlich zu den normalen Einnahmen auf das gemeinsame Konto überweisen. Da beide Kontoinhaber*innen auf das Konto zugreifen können, kann das Finanzamt es als Geldgeschenk an die Partner*in werten. Unter Umständen verlangt das Finanzamt dann von euch Schenkungssteuer.
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Welches Konten-Modell passt am besten zu euch?
Ein-Konto-Modell: Alle Einnahmen gehen auf das gemeinsame Konto. Unabhängig davon, wer wie viel verdient oder überhaupt verdient.
- Vorteil: Dieses Modell ist besonders günstig für Paare, bei denen nur eine*r das Geld verdient.
- Nachteil: Bei sehr unterschiedlichem Einkaufsverhalten könnte es schwierig werden – weil auch alle Ausgaben von dem Konto abgehen und vielleicht die eine Person öfter mal gerne shoppen geht oder neue Dinge einkauft, ohne Absprache zu halten.
Zwei-Konten-Modell: Jede*r behält sein eigenes Girokonto. Beide überweisen getrennt ihren Anteil für die gemeinsamen Ausgaben. Zum Beispiel zahlt jede*r die Hälfte der Miete direkt an den Vermieter oder die Vermieterin. Bedenke dabei: Manche Rechnungen können nicht getrennt beglichen werden! Die Lösung: Eine*r übernimmt alle gemeinsamen Kosten. Und die andere Person überweist ihm*ihr ihren Anteil. Oder man teilt die verschiedenen Kosten untereinander auf: Eine Person ist zum Beispiel für Essen und Haushalt zuständig, die andere für Auto und Reisen.
- Vorteil: Man behält die volle Kontrolle über die eigenen Finanzen.
- Nachteil: Es kann zu mehr Rechenaufwand kommen.
Drei-Konten-Modell: Jede*r behält sein eigenes Girokonto. Zusätzlich eröffnet ihr zusammen ein drittes Konto für den Haushalt. Alle eure Einnahmen gehen auf das Gemeinschaftskonto ein. Jeder überweist sich danach seinen Anteil für die persönlichen Ausgaben auf sein privates Konto. Oder andersherum: Euer Einkommen wird jeweils auf euer privates Konto überwiesen. Jeder überweist dann seinen Anteil zum Haushalt und Weiteres auf das gemeinsame Konto.
- Vorteil: Im Fall einer Verschuldung eines*einer der Kontoinhaber*innen könnt ihr das Geld auf das private Konto überweisen. So schützt ihr es vor einer Pfändung. Mehr dazu liest du hier im Artikel „Privatinsolvenz: Wie hoch ist der Selbstbehalt?”.
- Nachteil: Eventuell fallen höhere Kontoführungsgebühren an.
Finanzen Beziehung – Warum dich der falsche Partner arm macht | 50k HR
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„Mein*e Partner*in kann nicht mit Geld umgehen“
Neigt eine*r von euch zum impulsiven Geldausgeben? Ein gemeinsames Konto benötigt ihr aber trotzdem? In dem Fall ist es vielleicht besser, ein „Und-Konto“ anzulegen.
Es gibt Gemeinschaftskonten als Oder-Konten und Und-Konten. Der wesentliche Unterschied ist, dass beim Oder-Konto beide Kontoinhaber*innen unabhängig voneinander auf das Geld zugreifen können. Beim Und-Konto können nur beide zusammen das Geld verwalten. Das heißt, du kannst nur mit der Unterschrift deiner Partnerin oder deines Partners Geld abheben oder überweisen. Das ist zwar aufwendiger, kann dich aber vor einer Verschuldung bewahren.
Mehr dazu liest du im Artikel „Gemeinschaftskonto: Das müssen WG’s, Paare, Vereine und Co. wissen”.

Mit diesen Apps behaltet ihr den finanziellen Überblick
Mal zahlt der*die eine, mal der*die andere? Wenn ihr die Kosten fair untereinander aufteilen wollt, notiert euch am besten alle gemeinsamen Ausgaben. Dabei helfen Apps wie Splid, Splitwise, Tricount und iLend4Friends (nur für Apple). Mit den Apps könnt ihr eure Rechnungen unkompliziert untereinander aufteilen. Ihr tragt ein, wer wie viel für was oder für wen bezahlt hat. Die App berechnet dann, wer wem noch Geld schuldet.
Beispiel: Ihr geht zusammen ins Kino. Du bezahlst 45 Euro für die Kinokarten, Popcorn und Getränke. Im Anschluss bezahlt dein*e Partner*in 20 Euro für das Taxi. Wenn du die Ausgaben ausrechnen lässt, siehst du, dass deine Begleitung an dem Abend 15 Euro weniger ausgegeben hat. Und dir sozusagen 7,50 Euro schuldet. Über ein paar Wochen kann sich da eine größere Differenz zusammensammeln.

Es hat sich großer Unterschied bei den gemeinsamen Ausgaben ergeben? In einer Beziehung kann es sich komisch anfühlen, seinen Geldanteil zurückzuverlangen. Besonders für gemeinsame Aktivitäten wie ins Kino oder Essen gehen. Geht es euch auch so? Überlegt euch doch eine andere Lösung für das Dilemma. Die Person, die sozusagen im Minus ist, lädt zum Beispiel zum Essen ein. Oder zu einem Wochenend-Kurztrip.
Weniger romantisch, aber durchaus wichtig: Den Differenzbetrag könntet ihr auch in eine gemeinsame Geldanlage investieren. Aber nur, wenn ihr in dasselbe investieren wollt. Legt ihr zum Beispiel beide Wert auf Nachhaltigkeit? Lies dazu unsere Tipps im Artikel „Nachhaltige Geldanlagen: Was macht grüne Investments aus?” So kann zusammen wirtschaften Spaß machen.
Für den Extra-Euro zwischendurch
Klar, Geld anlegen und Zinsen kassieren ist prima. Aber ans Festgeld kommt man im Notfall nicht heran. Ein Sparbuch bringt kaum Ertrag. Die Lösung: Das TagesGeld der Hanseatic Bank mit attraktiven Zinsen. Und trotzdem ist das Geld täglich verfügbar. Für einen Sonderwunsch – oder falls etwas mal nicht nach Wunsch läuft.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Brauchen Paare ein gemeinsames Haushaltskonto?
Ein gemeinsames Haushaltskonto ist nicht zwingend nötig, kann aber den Überblick über gemeinsame Ausgaben wie Miete, Lebensmittel oder Urlaub erleichtern. Häufig nutzen Paare das Drei-Konten-Modell: zwei private Konten plus ein gemeinsames Haushaltskonto. Alternativ können Paare ihre Kosten auch über separate Konten regeln oder Apps nutzen, die Ausgaben automatisch aufteilen.
Wie können Paare gemeinsame Ausgaben fair aufteilen?
Viele Paare teilen Kosten entweder zu gleichen Teilen oder entsprechend ihrem Einkommen auf. Wichtig ist, vorher festzulegen, welche Ausgaben gemeinsam bezahlt werden. Apps zur Kostenaufteilung können zusätzlich helfen, alle Zahlungen transparent zu dokumentieren und Differenzen auszugleichen.
Kann ein gemeinsames Konto steuerliche Folgen haben?
Ja, unter Umständen. Überweist eine Person größere Geldbeträge auf ein gemeinsames Konto, kann das Finanzamt dies als Schenkung an den*die Partner*in werten. Überschreiten die Beträge bestimmte Freibeträge, kann Schenkungssteuer anfallen. Deshalb sollten größere Überweisungen gut geplant werden.
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