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Rentenpunkte kaufen: Wann lohnt sich die Sonderzahlung? Was kostet es?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 09.03.2026

Der Blick in deine Renteninformation ist eher unerfreulich? Damit bist du nicht allein. Für viele sind die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung nicht genug, um sich im Alter mit ihrer Rente noch alle liebgewonnenen Dinge leisten zu können. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese „Rentenlücke“ zu schließen. Eine davon ist, mit einer Sonderzahlung an die Rentenversicherung zusätzliche Rentenpunkte zu kaufen. Was das bedeutet, wann du das darfst und wann nicht, ob es sich lohnt und wie das geht, erfährst du hier. 

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Rentenpunkte kaufen

  • In deinem Erwerbsleben sammelst du Rentenpunkte, wenn du angestellt bist, beziehungsweise wenn du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. 
  • Wenn du das Durchschnittsgehalt verdienst, bekommst du jedes Jahr einen Rentenpunkt. Verdienst du mehr oder weniger, sammelst du entsprechend mehr oder weniger Punkte. 
  • Die Höhe deiner Rente richtet sich danach, wie viele Punkte du insgesamt angesammelt hast. 
  • Pro Rentenpunkt bekommst du aktuell 40,79 Euro brutto Rente im Monat (Stand: Februar 2026). Dieser Betrag wird regelmäßig angepasst. 
  • Du kannst Rentenpunkte kaufen, indem du Sonderzahlungen an die Rentenkasse leistest. Sie sollen die Abschläge ausgleichen, wenn du früher in Rente gehst. 
  • Um Rentenpunkte zu kaufen, musst du mindestens 50 Jahre alt sein, die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und bis zum 63. Lebensjahr mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen können. 
  • Du bist nicht verpflichtet, wirklich frühzeitig in Rente zu gehen. In dem Fall bekommst du einfach mehr Rente als im Normalfall. 
  • 2026 kostet ein Rentenpunkt voraussichtlich rund 9.670 Euro. Die genaue Summe hängt immer davon ab, wie hoch die Rentenbeiträge für das Durchschnittsgehalt sind. 

Was ist ein Rentenpunkt?

Rentenpunkte heißen offiziell Entgeltpunkte. Nach ihnen berechnet die gesetzliche Rentenversicherung (DRV), wie viel Rente du im Alter bekommst. Dabei gilt: Je mehr Rentenpunkte du ansammelst, desto höher fällt deine Rente aus.

KlarMacher Erläuterung und Beispiel:

Wer in Deutschland rentenversicherungspflichtig beschäftigt ist – also die meisten Angestellten – sammelt Rentenpunkte. Die schreibt dir die (DRV) ganz automatisch gut:  

  • Bei einem Durchschnittsgehalt bekommst du pro Jahr genau einen Rentenpunkt.  
  • Wenn du weniger verdienst, bekommst du anteilig entsprechend weniger Rentenpunkte angerechnet.  
  • Wenn du mehr verdienst, sammelst du entsprechend mehr Punkte. Das gilt allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze – verdienst du noch mehr, erhöht sich die Anzahl deiner Rentenpunkte trotzdem nicht weiter.

Für das Jahr 2025 gab die DRV ein Durchschnittsgehalt von 50.493 Euro (brutto) an, für 2026 geht die Rentenversicherung von 51.944 Euro aus. 

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Was ist ein Rentenpunkt wert?

Wenn du in Rente gehst, hängt die Höhe deiner Rente davon ab, wie viele Rentenpunkte du gesammelt hast. Denn ein Rentenpunkt entspricht einer festgelegten Geldsumme – diese nennt man Rentenwert, eben das, was ein Rentenpunkt „wert“ ist. Die Höhe des Rentenwerts wird regelmäßig angepasst. In dem Moment steigt dann auch deine Rente.

Aktuell entspricht ein Rentenpunkt einem Rentenwert von 40,79 Euro im Monat brutto (Stand: Februar 2026). Die nächste Anpassung wird voraussichtlich im Juli 2026 bekannt gegeben und gilt dann bis Juni 2027.

Wie viele Rentenpunkte du bereits gesammelt hast, musst du zum Glück nicht selbst aus deinem Gehalt berechnen: Du entnimmst die Zahl deiner Renteninformation. Dort wird dir auch deine voraussichtliche Rentenhöhe angegeben. Sie nach dieser einfachen Formel berechnet:  

Gesammelte Rentenpunkte × aktueller Rentenwert = monatliche Rente  

Zusätzlich fließen noch zwei Faktoren in die Berechnung ein: der Zugangsfaktor und der Rentenartfaktor. Wer die reguläre Altersgrenze erreicht und eine normale Altersrente bezieht, hat bei beiden Faktoren den Wert 1. Sie verändern das Ergebnis in unserer Beispielrechnung also nicht:

Du hast 40 Jahre lang gearbeitet und dabei immer den deutschen Durchschnittslohn verdient. Das heißt, du hast 40 Rentenpunkte angesammelt. Das würde aktuell bedeuten: 40 (Rentenpunkte) x 40,79 Euro (Rentenwert) = 1.631,60 Euro monatliche Bruttorente für dich. 

Tabelle: Wie viel ist ein Rentenpunkt wert? 

Jahr ab 1. JuliRentenwert West in EuroRentenwert Ost in Euro
201832,0330,69
201933,0531,89
202034,1933,23
202134,1933,47
202236,0235,52
202337,6037,60
202439,3239,32
202540,7940,79

Was heißt „Rentenpunkte kaufen“?

„Rentenpunkte kaufen“ heißt umgangssprachlich: Du zahlst zusätzlich Geld in die gesetzliche Rentenversicherung ein, um zusätzliche Entgeltpunkte (Rentenpunkte) gutgeschrieben zu bekommen. Durch so eine Sonderzahlung steigt später deine monatliche Rente.

KlarMacher Erläuterung und Beispiel:

Rentenpunkte zu kaufen, kann für zwei Gruppen interessant sein:

  • Angestellte, die nur eine geringe gesetzliche Rente zu erwarten haben.
  • Selbstständige, die freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen.

Warum bietet die DRV diese Möglichkeit an? Die Sonderzahlungen sind eigentlich als Ausgleich gedacht. Gehen wir dazu kurz einen Schritt zurück: In Deutschland ist es möglich, bereits vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente zu gehen – auch bekannt als „Rente ab 63“. Allerdings wird für diese vorgezogene Rente ein Abschlag fällig. Konkret bekommst du 0,3 Prozent von deiner Rente abgezogen für jeden Monat, den du früher in Rente gehst. Die Sonderzahlungen für zusätzliche Rentenpunkte sind als Ausgleich für genau diese Abschläge gedacht – damit du früher in Rente gehen kannst, ohne dass deine Rente sinkt.

Diese Begründung für die Sonderzahlung als Ausgleich hat eine wichtige Konsequenz: Du kannst nicht unendlich viele Rentenpunkte kaufen! Wenn du einen Antrag stellst (dazu unten mehr), berechnet die DRV:  

  • wie viel Rente dir verloren gehen würde, solltest du zum früheren Zeitpunkt in Rente gehen,  
  • und wie viele Rentenpunkte notwendig wären, um das auszugleichen.  

Das ist dann die Höchstsumme, die du kaufen kannst. Wie viele das genau sind, ist unterschiedlich, weil ja jede*r unterschiedlich viel verdient.

Wichtig: Du musst nicht früher in Rente gehen, wenn du Rentenpunkte gekauft hast. Du kannst auch bis zu deiner Regelaltersgrenze weiterarbeiten und dann eine höhere Rente genießen. 

Ein Mann mit grauen Haaren sitzt auf einer Hängematte im Garten mit einem Tablet in der Hand
© istock/izusek/2024  Rentenpunkte sind nur eine der vielen Möglichkeiten, deine Rentenlücke zu schließen – Vergleiche lohnen sich.

Wann darf ich Rentenpunkte kaufen?

Rentenpunkte darf jede*r gesetzlich Rentenversicherte kaufen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Du musst mindestens 50 Jahre alt sein.  
  • Du darfst deine Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben (wann das der Fall sein wird, hängt von deinem Geburtsjahr ab und steht auch in deiner Renteninformation).
  • Du solltest mindestens 35 Beitragsjahre ansammeln können, bevor du deine vorgezogene Rente antreten willst. 

KlarMacher Erläuterung:

Wie gesagt ist die „vorgezogene Altersrente“ (oder „Rente mit 63“) der Grund, warum du überhaupt Rentenpunkte kaufen darfst. So eine vorgezogene Altersrente gibt es aber nur, wenn du mindestens 35 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hast. Sonderzahlungen zählen dabei nicht mit! Wenn absehbar ist, dass du bis zum geplanten früheren Rentenbeginn keine 35 Jahre durch „normale“ Beitragszahlungen zusammenbekommst, lohnt es sich aus Sicht der Rentenkasse auch nicht, die vorgezogene Altersrente aufzustocken – du bekämst ja sowieso keine. Sonderzahlungen sind dann nicht möglich.

Wenn du also mit 50 Jahren erklärst, dass du mit 63 in Rente gehen und zum Ausgleich der Abschläge Rentenpunkte kaufen willst, solltest du zu diesem Zeitpunkt mindestens 22 Beitragsjahre hinter dir haben. Warum? Weil du dann noch 13 Jahre lang arbeiten und Beitragsjahre sammeln kannst. Das wären dann am Ende die erforderlichen 35 Beitragsjahre. 

Das deutsche Rentensystem

Neben der gesetzlichen Rente gibt es in Deutschland noch zwei weitere Säulen für die Altersvorsorge: die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV, und die private Altersvorsorge, zum Beispiel durch einen ETF-Sparplan. Mehr erfährst du in unserem Ratgeber „Die Rente ist sicher! Wie Altersvorsorge in Deutschland (noch) funktioniert“. 

Was kostet ein Rentenpunkt?

Die Kosten für einen Rentenpunkt berechnen sich nach der Formel: Durchschnittsentgelt x Rentenbeitragssatz (derzeit 18,6 Prozent).

KlarMacher Erläuterung und Beispielrechnung:

Wie oben erwähnt, gibt es exakt einen Rentenpunkt, wenn du im jeweiligen Jahr als Angestellte*r das Durchschnittsgehalt verdient hast. Von diesem Gehalt gehen 18,6 Prozent an die Rentenversicherung. Allerdings übernimmt dein Arbeitgeber die Hälfte davon. Dir selbst werden also nur 9,3 Prozent vom Bruttoeinkommen abgezogen. Aber: Wenn du einen zusätzlichen Rentenpunkt kaufen möchtest, musst du den gesamten Beitrag selbst zahlen.  

Beispielrechnung: Im Jahr 2025 betrug der Durchschnittslohn 50.493 Euro (brutto). Davon 18,6 Prozent sind 9.391,70 Euro. So viel hätte es gekostet, exakt einen Rentenpunkt zu kaufen. Je nach Gehaltsentwicklung dürfte ein Rentenpunkt im Jahr 2026 rund 9.670 Euro kosten. Natürlich kannst du auch mehr oder weniger zahlen. Dir würden dann entsprechend mehr oder weniger Rentenpunkte angerechnet.

Wie viel die Entgeltpunkte in Zukunft kosten werden, hängt davon ab, wie sich die Löhne und das Durchschnittsentgelt entwickeln.

Übrigens: In manchen Unternehmen gibt es die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber einige Rentenpunkte für dich kauft – zum Beispiel im Zuge einer Abfindung. In dem Fall ist die Steuerfrage aber recht komplex, und du solltest dich dazu beraten lassen. Was der Normalfall – dass du selbst die Rentenpunkte kaufst – steuerlich bedeutet, schauen wir uns als Nächstes an. 

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© SWR Marktcheck 

Kann ich Rentenpunkte von der Steuer absetzen?

Ja, das geht. Sonderzahlungen zählen als „Sonderausgaben (Altersvorsorgeaufwendungen nach §10 EStG).“ Aufwendungen für die Altersvorsorge, die du absetzen kannst. Allerdings gibt es dafür einen Höchstbetrag. Weil dabei auch die „normalen“ Rentenbeiträge mitzählen, kann es sein, dass du den Höchstbetrag schon überschritten hast und für die Rentenpunkte keinen weiteren Steuervorteil mehr bekommst.

KlarMacher Erläuterung und Beispielrechnung:

Kosten von der Steuer absetzen bedeutet: Du ziehst den Betrag von deinem zu versteuernden Jahreseinkommen (kurz zvE) ab. Das wird dadurch geringer, und du zahlst entsprechend weniger Steuern. Das geht auch mit den Sonderzahlungen für Rentenpunkte.

Bei 10.000 Euro Sonderzahlung und einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sinkt die Steuer grob um bis zu 4.200 Euro (vereinfacht).

Einen Haken gibt es aber: Du kannst unter Umständen nicht die vollen Kosten für deine Rentenpunkte absetzen. Es gibt nämlich eine Höchstgrenze für die Altersvorsorgeaufwendungen. Diese liegt bei:

  • 30.826 Euro für Alleinstehende
  • 61.652 Euro für gemeinsam veranlagte Paare

(Stand: 2026)

Einen Teil dieser Höchstsumme hast du als Angestellte*r in der Regel schon genutzt, nämlich für deine Beiträge an die DRV, die ganz regulär aus deinem Bruttoeinkommen abgehen. Dadurch verringert sich entsprechend das Geld, das du für zusätzliche Rentenpunkte absetzen kannst.

Wichtig: Du musst nicht alle deine möglichen Rentenpunkte in einem Jahr kaufen. Du kannst auch dieses Jahr eine Teilzahlung tätigen und nächstes Jahr wieder Rentenpunkte kaufen, die dann erst nächstes Jahr steuerlich relevant werden. Das kann sich lohnen, wenn du dadurch den Höchstbetrag besser ausschöpfst. Allerdings: Es kann gut sein, dass Rentenpunkte nächstes Jahr teurer werden (siehe oben, es kommt auf die Lohnentwicklung an). In diesem Fall würde es sich nur bedingt lohnen, mit dem Kauf zu warten.

Mehr zu der Frage, welche Versicherungen und Vorsorgeaufwände du bis zu welcher Höchstgrenze absetzen kannst, erfährst du im Ratgeber „Geschützt und gespart: Diese Versicherungen kann man von der Steuer absetzen“.  

Alternativen: Auch so kannst du die Rentenlücke schließen

Der Kauf von Rentenpunkten ist nicht die einzige Möglichkeit, um deine Rentenlücke zu schließen – also dafür zu sorgen, dass du im Alter genug Geld zur Verfügung hast. Stattdessen – oder als Ergänzung – gibt es zum Beispiel folgende Wege, deine Rente aufzubessern:

Einen Überblick über diese und mehr Optionen und welche sich für wen lohnen könnte, findest du in unserem Ratgeber: „Private Altersvorsorge: Diese Möglichkeiten lassen dich entspannter Richtung Rente blicken“. 

Rentenpunkte kaufen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schauen wir uns nun an, wie du am besten vorgehst, wenn du Rentenpunkte kaufst – oder auch, wenn du erst einmal herausfinden möchtest, wie viele du überhaupt kaufen könntest und was das kosten würde. Diese Auskunft kannst du nämlich unverbindlich anfragen und dich erst dann entscheiden. Aber der Reihe nach.

1. Kontenklärung 

Zuerst solltest du dein Rentenkonto klären lassen. Das geht online mit diesem DRV-Antragsformular V0100. Die Kontenklärung bedeutet konkret: Die DRV prüft alle deine bisher gesammelten Rentenansprüche und listet deine Beitragsjahre auf.

Diese Angaben benötigst du für den eigentlichen Antrag (dazu gleich mehr). Es lohnt sich aber auch unabhängig von der Frage nach Sonderzahlungen, dein Rentenkonto einmal klären zu lassen. So kannst du nämlich sichergehen, dass in deinem Rentenverlauf keine Lücken sind, zum Beispiel, wenn die DRV Ausbildungs- oder Erziehungszeiten noch nicht verzeichnet hat. Fehlende Nachweise kannst du nachreichen (Zeugnisse, Bescheinigungen). 

2. Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung  

Nun kannst du den eigentlichen Antrag stellen, damit die DRV dir ausrechnet, wie viele Rentenpunkte du insgesamt kaufen kannst, um deine (theoretische) vorgezogene Rente auszugleichen. Der offizielle Name dieses Antrags lautet deswegen „Antrag auf Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“. Auch dieses Formular gibt es online als V0210

In diesem Antrag gibst du nun an, welche Rente du zu welchem Zeitpunkt in Anspruch nehmen möchtest. Wie oben erwähnt, verpflichtet dich dieser Antrag nicht dazu, auch tatsächlich zu diesem früheren Zeitpunkt in Rente zu gehen. Außerdem benötigst du eine Bescheinigung deines Arbeitgebers (DRV-Formular V0211) über dein Gehalt im letzten und im aktuellen Kalenderjahr. Wenn du selbstständig bist und keinen Arbeitgeber hast, klärt die DRV mit dir, was du stattdessen machst.

3. Rentenpunkte kaufen 

Nachdem die DRV deine maximalen Rentenpunkte und die dafür nötige Geldsumme berechnet und dir zugesendet hat, hast du drei Monate Zeit, alle oder einen Teil dieser Rentenpunkte zum angegebenen Preis zu kaufen. Solltest du im Ausland leben, verdoppelt sich die Frist auf sechs Monate. Lässt du dir mehr Zeit, berechnet die DRV die Kosten neu, und es ist gut möglich, dass die Rentenpunkte dann teurer werden (siehe oben). 

Ein Mann sitzt an seinem Wohnzimmertisch und beobachtet Börsenkurse auf dem Smartphone und auf dem Laptop
© istock/hobo_018/2021  Investitionen an der Börse können sich mehr lohnen als Rentenpunkte – bergen aber auch ein höheres Risiko.

Gibt es Nachteile beim Kauf von Rentenpunkten?

Ja. Die größten Nachteile sind:

  • Preis: Ein Rentenpunkt ist teuer. Je nachdem, wie stark die Rente erhöht wird (also wie viel Rente du pro Rentenpunkt am Ende tatsächlich bekommst), kann es 10, 15 oder sogar 20 Jahre dauern, bis du das eingezahlte Geld wieder herausbekommst. Beispiel mit den Zahlen von 2025: Ein Rentenpunkt für 9.391,70 Euro bringt monatlich 40,79 Euro = ohne Rentenerhöhung müsstest du knapp über 19 Jahre lang Rente bekommen, bis der Preis für den Rentenpunkt wieder in der Kasse ist.
  • Geld ist gebunden: Auch bei einem finanziellen Engpass kommst du an das Geld nicht mehr heran. Du bekommst es nur in Form einer monatlichen Rente wieder ausbezahlt. Auch eine Teilentnahme ist nicht möglich.
  • Vererbbarkeit: Angelegtes Geld (Aktien, Fondsanteile und so weiter) kannst du vererben – deine Rentenpunkte nicht (und auch nicht das Geld, mit dem du sie gekauft hast). Es gibt nur eine entsprechend höhere Hinterbliebenenrente.
  • Brutto ist nicht netto: Von der höheren Rente gehen noch (entsprechend höhere) Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung ab.

Außerdem hast du natürlich nichts von der höheren Rente, wenn du vor oder kurz nach dem Renteneintritt stirbst. Und nicht vergessen: Auf die Rente musst du Steuern zahlen (zumindest, wenn du den Grundfreibetrag überschreitest). Bei einer höheren Rente gibt es umso mehr Steuerabzug. Damit dauert es noch länger, bis du das eingezahlte Kapital wieder heraushast. 

Rentenbeiträge für Ausbildungszeiten

Es gibt noch eine weitere, nicht ganz so bekannte Möglichkeit, Rentenansprüche zu kaufen: als Ausgleich für deine Ausbildungszeiten (sofern du nicht zur gleichen Zeit gearbeitet und bereits Beiträge gesammelt hast). Das geht nachträglich, aber nur bis zum Alter von 45 Jahren. Eine Auskunft über ausgleichbare Zeiten erhältst du im Alter von 43 Jahren mit deiner sogenannten Rentenauskunft. Oder du bringst mögliche Lücken durch eine Kontenklärung vorher selbst in Erfahrung.  

Die Höhe deiner Einzahlung kannst du selbst festlegen. Sie muss zwischen dem Mindestbetrag für die freiwillige Rentenversicherung (im Jahr 2026: 112,16 Euro pro Monat) und dem Höchstbeitrag (1.571,70 Euro pro Monat) liegen. Je mehr du zahlst, desto mehr steigt deine spätere Rente. Für diesen Antrag stellt die DRV dir ein Formular, V0080, online zur Verfügung. Auch hier ist eine Teilzahlung möglich.

Was ist besser: Rentenpunkte kaufen oder ein ETF-Sparplan?

Das kommt auf deine Risikobereitschaft an. Die gesetzliche Rente ist sicher, sofern die Politik nichts grundlegend ändert. Investitionen am Finanzmarkt können aber mehr Rendite abwerfen. Dafür gibt es das Risiko, dass du mit manchen Investitionen Verluste machst.

KlarMacher Erläuterung:

Hintergrund der Frage ist: Lohnt es sich angesichts der Nachteile vom Rentenpunkte-Kauf, das Geld lieber am Kapitalmarkt anzulegen? Als Alternative wird dabei häufig ein ETF-Sparplan genannt, bei dem im Vergleich womöglich mehr für dich herausspringt.

Dahinter steckt folgende Überlegung: Wenn du in einen ETF-Sparplan investierst, kaufst du damit Anteile am ETF, deren Wert im Laufe der Zeit in den meisten Fällen (durchschnittlich) steigt. Im Alter kannst du diese Anteile nach und nach verkaufen und durch diese Gewinne deine Rente aufbessern. Wenn du hingegen einen Rentenpunkt kaufst, hast du dieses Geld sozusagen bei der DRV „investiert“ und bekommst im Alter „Rendite“ in Form von einer höheren monatlichen Rente ausgezahlt.

Bei der Rente hängt dein „Gewinn“ von zwei Fragen ab:

  • Wie alt wirst du? Die höhere Rente bekommst du für den Rest deines Lebens. Je länger du lebst, umso mehr hast du davon.
  • Wie hoch steigt der Rentenwert? Nach aktuellem Stand müsstest du rund 20 Jahre lang Rente beziehen, um deine Sonderzahlung pro Rentenpunkt wieder einzuspielen. Wie du aber an der Tabelle oben siehst, wird der Rentenwert ständig angepasst. Oder einfacher ausgedrückt: Die Rente pro Rentenpunkt wird erhöht. Entsprechend mehr Rente bekommst du und hast deine Sonderzahlung schneller wieder drin. Die Rentenanpassungen sind quasi deine „Zinsen“.

Bei ETFs hängt es davon ab, wie viel dein ETF tatsächlich im Wert steigt. Und ob du regelmäßig in den Sparplan einzahlst oder zwischenzeitig die Sparrate reduzierst oder aussetzt. Beide Fragen lassen sich nicht im Vorfeld beantworten.

Ein „Investment“ in Rentenpunkte gilt als sicherer, weil du die Rentenpunkte auf jeden Fall gutgeschrieben und im Rentenalter wieder ausgezahlt bekommst. Allerdings bekommst du das Geld auch erst im Rentenalter.

ETFs gelten hingegen zwar im Vergleich zu anderen Anlagen als relativ sicher, aber ein gewisses Verlustrisiko bleibt wie bei jedem Handel an der Börse. Dafür ist dein Geld in einem ETF flexibler verfügbar, falls du es früher benötigen solltest, zum Beispiel für einen Immobilienkauf.

Für die Entscheidung kannst du dir drei Fragen stellen:

  • Will ich früher in Rente?
  • Kann ich in der Zwischenzeit auf das Geld verzichten?
  • Nutze ich einen hohen Steuervorteil?

Bei zweimal oder sogar dreimal „Ja“ solltest du eine Sonderzahlung prüfen. Andernfalls dürfte sich eine andere Altersvorsorge mehr lohnen. Oder geht vielleicht sogar beides?

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet es, Rentenpunkte zu kaufen?

Rentenpunkte kaufen heißt, eine freiwillige Sonderzahlung an die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zu leisten. Dafür bekommst du zusätzliche Entgeltpunkte gutgeschrieben, als hättest du mehr Jahre rentenversicherungspflichtig verdient. Das kann deine spätere monatliche Rente erhöhen oder Abschläge bei einem früheren Rentenstart ausgleichen.

Wer darf Rentenpunkte per Sonderzahlung kaufen?

Rentenpunkte per Ausgleichszahlung kannst du in der Regel nur kaufen, wenn du mindestens 50 Jahre alt bist und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hast. Außerdem musst du voraussichtlich auf mindestens 35 Beitragsjahre bis zum 63. Geburtstag kommen, weil die Zahlung formal dem Ausgleich vorzeitiger Rentenabschläge dient.

Was kostet ein Rentenpunkt – und wie viel bringt er monatlich?

Die Kosten hängen vom jeweiligen Durchschnittsentgelt und Beitragssatz ab. Für 2026 liegt die Sonderzahlung pro Rentenpunkt voraussichtlich bei etwa 9.760 Euro.  

Ein Rentenpunkt ist aktuell rund 40,79 Euro brutto pro Monat wert (Stand: Februar 2026); der Rentenwert wird regelmäßig angepasst. Bei Rentenbeginn berechnet die Deutsche Rentenversicherung deine Rentenhöhe nach der Formel: Gesammelte Rentenpunkte × aktueller Rentenwert = monatliche Rente

Beispiel: Hast du 40 Rentenpunkte angesammelt, ergibt das derzeit eine monatliche Bruttorente von 1.631,60 Euro. Wenn der Rentenwert steigt, wird die Rente neu berechnet, und du bekommst entsprechend mehr.

Kann ich gekaufte Rentenpunkte von der Steuer absetzen?

Ja. Sonderzahlungen für zusätzliche Rentenpunkte gelten als Altersvorsorgeaufwendungen und können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden. Allerdings greift eine jährliche Höchstgrenze (z. B. 30.826 Euro für Alleinstehende, 61.652 Euro Euro für Paare; Stand 2026), die durch deine normalen Rentenbeiträge oft schon ausgeschöpft ist.

Wie läuft der Kauf von Rentenpunkten bei der DRV Schritt für Schritt ab?

Zuerst empfiehlt sich eine Kontenklärung, damit alle Beitragszeiten korrekt erfasst sind. Danach stellst du den DRV-Antrag auf Auskunft zur Ausgleichszahlung (Formular V0210); meist ist auch eine Arbeitgeberbescheinigung nötig. Die DRV berechnet deinen maximal möglichen Ausgleich. Danach kannst du innerhalb der Frist ganz oder teilweise zahlen.

Lohnt sich Rentenpunkte kaufen, oder ist ein ETF-Sparplan besser?

Rentenpunkte gelten als planbar, weil sie lebenslang Rente erhöhen und nicht vom Börsenrisiko abhängen. Dafür sind sie unflexibel. Ein ETF-Sparplan kann langfristig höhere Renditen bringen, ist aber schwankungsanfällig und bleibt dafür flexibler verfügbar. Häufig hängt die Entscheidung von Lebenserwartung, Steuervorteilen, Risikoneigung und Liquiditätsbedarf ab.

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