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Virtuelle Kreditkarte: Kreditkarte ohne Plastik – wie geht das denn?

Tanja Viebrock
von Tanja Viebrock, 12.09.2019

Ein Deal des Tages nach Ihrem Geschmack! Den Fernseher, mit dem Sie schon so lange liebäugeln, gibt’s online zu einem sensationellen Preis. Solange der Vorrat reicht, versteht sich. Also schnell zugeschlagen, das Gerät in den virtuellen Einkaufswagen befördert und dann die Ernüchterung: Zum Bezahlen brauchen Sie bei diesem Deal eine Kreditkarte. Und die haben Sie nicht. Was nun? Eine virtuelle Kreditkarte kann in solchen Fällen eine Lösung sein, hilft aber nicht immer. Was hinter der Bezeichnung steckt und warum Sie bei Werbeversprechen wie „sofort einsatzbereit” genau hinschauen sollten, lesen Sie hier.

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Was ist eine virtuelle Kreditkarte?

Bei einer virtuellen Kreditkarte handelt es sich nicht um ein tatsächliches Plastikkärtchen. Der Inhaber einer solchen Kreditkarte verfügt lediglich über dieselben Daten, wie sie sonst auf der Karte zu finden sind, also

Diese Daten reichen für die Kreditkartenzahlung im Internet oder bei telefonischen Bestellungen meist aus. Das kleine Stückchen Plastik legen Sie dabei ja ohnehin nicht vor. Genau zu diesem Zweck wurden diese Kreditkarten eingeführt, die quasi nur digital existieren.

Bei manchen Anbietern erhalten Sie – oft gegen Aufpreis – noch ein Plastikkärtchen ohne eingeprägten Namen dazu. Mit dem können Sie dann ebenso in Geschäften bezahlen und bei manchen Anbietern auch Geld am Automaten abheben. Wichtig: Nicht überall werden diese anonymen Kreditkarten akzeptiert. Verwaltet wird eine virtuelle Kreditkarte über ein Benutzerkonto, das Sie auf der Website des Anbieters anlegen.

Freudig aufgeregte Frau mit Laptop auf dem Schoß schlägt die Hände vor ihrem Gesicht zusammen
© istock/DaniloAndjus/2016  Bei Superschnäppchen spontan zuschlagen – oder erstmal die Karte aufladen?

Kein Kredit mit dieser Karte: So funktioniert das kartenlose Bezahlen

Im Prinzip funktioniert eine virtuelle Kreditkarte wie eine Prepaid-Kreditkarte, nur eben ohne eigentliche Plastikkarte. Das heißt: Sie müssen erst einmal Guthaben auf Ihren Account beim Anbieter der virtuellen Kreditkarte laden, bevor Sie damit bezahlen können. Je nach Anbieter kommt das Guthaben auf unterschiedliche Weise aufs Konto:

  • ganz klassisch mit einer Überweisung
  • per Sofortüberweisung
  • per Baraufladung in ausgewählten Geschäften und Tankstellen

Bei einzelnen Anbietern kann die virtuelle Kreditkarte auch über die Handyrechnung oder mit Bitcoins aufgeladen werden. Bis vor einigen Jahren war es zudem möglich, Guthaben per PayPal auf das Kreditkartenkonto zu übertragen. Dies funktioniert aktuell allerdings bei keiner virtuellen Kreditkarte mehr (Stand: Juli 2019).

Erst wenn das Guthaben Ihrem Account gutgeschrieben wurde, können Sie mit den Kreditkartendaten online bezahlen. Dass eine virtuelle Kreditkarte sofort einsetzbar ist, wie es viele Anbieter versprechen, stimmt also nur bedingt. Wenn Sie Guthaben per Überweisung aufladen, kann es einen Tag oder länger dauern, bis Sie die virtuelle Kreditkarte nutzen können. 

Ist die Karte einsatzbereit, zahlen Sie damit wie sonst auch beim Onlineshopping. Allerdings werden virtuelle Kreditkarten nicht überall akzeptiert. Hotelzimmer und Mietwagen lassen sich zum Beispiel meist nicht mit einer virtuellen Kreditkarte buchen.

Einen Kredit wie bei einer „echten” Kreditkarte, wo die Zahlungen erst mit der nächsten Abrechnung abgebucht werden, gibt es bei der Online-Variante oft nicht. Es gibt aber Ausnahmen: die virtuellen Kreditkarten mit Kreditrahmen. Hierfür ist in jedem Fall ein Identitätsnachweis erforderlich, zum Beispiel per Postident- oder Videoident-Verfahren. Je nach Anbieter wird unter Umständen zusätzlich eine Bonitätsabfrage durchgeführt, zum Beispiel bei der Schufa.

Anonym bezahlen? Ja, aber nur bedingt!

Anonym bezahlen? Ja, aber nur bedingt!

Anbieter von virtuellen Kreditkarten werben teilweise damit, dass sie anonyme Zahlungen ermöglichen. Denn oftmals benötigen Sie nichts weiter als eine E-Mail-Adresse, um eine virtuelle Kreditkarte zu erstellen.

Aber: Aus Sicherheitsgründen können Sie bei virtuellen Kreditkarten ohne Postident oder andere Legitimationsverfahren maximal 100 Euro Guthaben aufladen. Wer höhere Beträge mit einer solchen Online-Kreditkarte bezahlen will, muss seine Identität nachweisen. Das schreibt das Geldwäschegesetz (GwG) vor.

Und wofür braucht man das? Vorteile virtueller Kreditkarten

Eine Kreditkarte, die nicht einmal überall akzeptiert wird, mit der man mangels handfester Plastikkarte nicht in Geschäften bezahlen kann und die in den meisten Fällen noch nicht mal einen Kredit bietet? Wozu soll das denn überhaupt gut sein? Berechtigte Frage! Tatsächlich sind die Vorteile überschaubar.

  • Geringes Missbrauchsrisiko: Ein Vorteil liegt auf der Hand – beziehungsweise eben gerade nicht: Wenn es keine Karte gibt, kann sie auch nicht verloren gehen oder in falsche Hände geraten. Einen absoluten Schutz vor Missbrauch bietet das allerdings nicht, denn der Account für die Online-Kreditkarte kann natürlich trotzdem gehackt werden.
  • Schutz der eigentlichen Kreditkarte: Wenn Sie Bedenken haben, Ihre eigentlichen Kreditkartendaten bei einem unbekannten Händler anzugeben, kann eine virtuelle Kreditkarte eine Alternative sein.
  • Kreditkartenzahlung trotz schlechter Bonität: Wenn Sie aufgrund schlechter Bonität keine reguläre Kreditkarte erhalten, bietet Ihnen die virtuelle Variante die Möglichkeit zur Kreditkartenzahlung in Onlineshops. Wer aber auch in der realen Welt mit Kreditkarte zahlen möchte, ist mit einer Prepaid-Kreditkarte, die es bei manchen Anbietern ebenfalls ohne Bonitätsprüfung gibt, besser bedient.
  • Schnelle Verfügbarkeit: Wenn Sie keine Kreditkarte besitzen, aber kurzfristig eine benötigen, steht Ihnen eine virtuelle Kreditkarte schneller zur Verfügung als eine herkömmliche Kreditkarte. Aber auch hier sind Prepaid-Kreditkarten, die Sie beispielsweise in Supermärkten und an Tankstellen kaufen können, die vielseitigere Alternative.
iPad, auf dem im Browser der H&M-Onlineshop angezeigt wird
© istock/deepblue4you/2012  Online only! In Geschäften vor Ort kommen Sie mit einer virtuellen Kreditkarte nicht weiter.

Reale Kosten für die virtuelle Karte: Nachteile von Online-Kreditkarten

Wie schon erwähnt, ist mit einer Online-Kreditkarte in der Offline-Welt, also in Geschäften, Restaurants etc., wenig anzufangen. Es sei denn, es gibt eine Plastikkarte dazu – die meist extra kostet. Generell sollten Sie einen genauen Blick auf die Gebühren haben und auch das Kleingedruckte lesen, wenn Sie sich eine virtuelle Kreditkarte erstellen möchten. Die Einrichtung der Online-Kreditkarte kostet bei vielen Anbietern zwar nichts, dafür fallen aber an anderer Stelle Gebühren an. Wo Kostenfallen lauern und weitere Nachteile virtueller Kreditkarten im Überblick:

  • Kosten für das Aufladen von Guthaben:  Abhängig vom Anbieter und der Art der Aufladung fallen vergleichsweise hohe Gebühren an. Insbesondere Bareinzahlungen können richtig teuer sein.
  • Fremdwährungsgebühr: Beim Einkauf in ausländischen Onlineshops, in denen nicht in Euro bezahlt wird, fallen zusätzliche Gebühren an.
  • Freischaltungsgebühr: Wenn eine virtuelle Kreditkarte für längere Zeit (je nach Anbieter zwischen 6 und 14 Monaten) nicht genutzt wird, wird sie automatisch gesperrt – auch wenn noch Guthaben vorhanden ist. Wer die Karte wieder aktivieren will, muss eine Gebühr zahlen.Guthabenaufladung
  • Limitierter Umsatz: Oft kann nur ein bestimmter Betrag pro Jahr mit einer Online-Kreditkarte bezahlt werden. In der Regel gilt: Wer seine Identität per Video- oder Postident bestätigt hat, bekommt einen größeren Verfügungsrahmen und kann auch Beträge über 100 Euro aufladen.

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