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Steuer-ID: Was ist das? Wofür brauch’ ich die?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 09.01.2023

Was ist denn das schon wieder für eine ellenlange Zahlenkolonne, und wozu soll die gut sein? Falls du dich das wegen deiner Steuer-ID fragst, können dir die KlarMacher helfen. Sie zeigen, wie du deine Steuer-ID herausfindest, woher du sie bekommst und was du sonst noch dazu wissen musst. Auf jeden Fall macht dir die Steuer-ID einige behördliche Angelegenheiten etwas einfacher – und das sogar dein Leben lang.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

Auf den Punkt

 

  • Die Steuer-ID ist unveränderlich und dauerhaft mit einer Person verbunden.
  • Mit der Steuer-ID (auch steuerliche Identifikationsnummer genannt), kann das Finanzamt Steuerpflichtige eindeutig voneinander unterscheiden. 
  • Die Steuer-ID ist nicht mit der Steuernummer zu verwechseln. Aber bald soll die Steuer-ID die Steuernummer ablösen.

Was ist die Steuer-ID?

Die Steuer-ID oder auch Steueridentifikationsnummer ist eine individuelle, elfstellige Ziffernkombination, die alle in Deutschland gemeldeten beziehungsweise steuerpflichtigen Menschen vom Staat erhalten. Das bedeutet, dass es jede Steuer-ID nur ein einziges Mal gibt. Und weil sie ein Unikat ist, lässt sich jede betreffende Person unverwechselbar identifizieren. Das Prinzip kennst du in ähnlicher Weise von Autos. Da hat auch jedes zugelassene Fahrzeug ein ganz eigenes Kennzeichen, durch das sich der*die Besitzer*in ermitteln lässt. 

Es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied: Ein Auto kann ein neues Kennzeichen bekommen. Deine Steuer-ID hingegen ist mit dir in allen Lebenslagen fest verbunden. Egal, ob du heiratest, deinen Namen oder Wohnort änderst – die Nummer bleibt immer gleich. Sie gilt dein Leben lang und sogar darüber hinaus, – falls es dann noch offene steuerliche Fragen gibt. Spätestens 20 Jahre nach deinem Tod wird sie gelöscht. 

Wozu brauche ich die Steuer-ID?

Der Sinn und Zweck der steuerlichen Identifikationsnummer ergibt sich aus der Bezeichnung: Die Steuer-ID wird für steuerliche Angelegenheiten gebraucht und soll die Kommunikation mit dem Finanzamt sowie bürokratische Abläufe vereinfachen. Die Steuer-ID ermöglicht beispielsweise die elektronische Lohnsteuerkarte und Lohnsteuererklärung. Sie wird bereits für mehrere Vorgänge verwendet, ist aber nicht immer zwingend vorausgesetzt. Nicht unbedingt nötig ist sie für die: 

Es gibt allerdings Angelegenheiten, in denen ohne Steuer-ID nichts mehr geht. Das sind zum Beispiel:

In diesen und ähnlichen Fällen kann das Finanzamt mit der Steuer-ID Steuererklärungen oder Anfragen und Anträge ohne Verwechslungsgefahr bearbeiten. Falsche Zuordnungen und zeitraubende Richtigstellungen sind damit ausgeschlossen. Daneben bringt die Steuer-ID die Datenverarbeitung zwischen unterschiedlichen Behörden in Einklang, bei Bedarf auch von Bundesland zu Bundesland.

 

Eine junge Verkäuferin steht in einer Bäckerei und präsentiert lächelnd einen Laib Brot
© istock/kzenon/2017  Arbeitgeber müssen die Steuer-ID ihrer Minijobber*innen dem Finanzamt mitteilen.

Außerdem muss seit 2022 die Steuer-ID für Minijobs angegeben werden. Die Arbeitgeber müssen sie an die Minijob-Zentrale leiten. Dazu ist es erforderlich, dass die Minijobber*innen die Steuer-ID ihrem Betrieb mitteilen. 

Übrigens: Die Steuer-ID gibt es hier seit 2007. Im Amtsdeutsch heißt sie persönliche Identifikationsnummer oder steuerliche Identifikationsnummer oder abgekürzt IdNr. Andere Staaten in der Europäischen Union (EU) nutzen ebenfalls dieses Modell für steuerliche Zwecke – auch für den internationalen Austausch. Sie richten sich dabei nach Empfehlungen der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die nennt das System Taxpayer Identification Number (TIN). Hier ist landläufig meist von der Steueridentifikationsnummer oder eben von der Steuer-ID die Rede. 

Wer erhält eine Steuer-ID?

Jede in Deutschland steuerpflichtige Person erhält eine eigene, dauerhaft gültige Steuer-ID. Und das unter Umständen sehr früh. Denn nach dem Einkommensteuergesetz sind sogenannte natürliche Personen mit einem hiesigen Wohnsitz oder üblichen Aufenthalt in Deutschland bereits mit der Geburt steuerpflichtig. Weniger bürokratisch gesagt: Der Staat teilt bereits Babys eine Steuer-ID zu. 

Die brauchen zwar in der Regel noch keine Einkommensteuer zu zahlen; trotzdem kann die Kennziffer für Neugeborene (beziehungsweise für ihre Eltern oder andere Erziehungsberechtigte) sinnvoll sein. Das gilt beispielsweise, falls sie etwas erben, Waisengeld oder Kindergeld erhalten. 

Woher bekomme ich meine Steuer-ID?

Das Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt, vergibt und verwaltet automatisch deine Steuer-ID. Die teilt sie dir brieflich mit – oder hat dies bereits getan. In dem Schreiben wird die Personenkennziffer meist als persönliche Identifikationsnummer bezeichnet. Neugeborene und Menschen, die erstmalig in Deutschland wohnen, erhalten ihre Steuer-ID mit der Anmeldung beziehungsweise Eintragung ins Melderegister. 

Solltest du in diesen Fällen nach drei Monaten noch keine Steuer-ID erhalten haben, wende dich an das BZSt. Kontaktmöglichkeiten stehen weiter unten

Wo finde ich meine Steuer-ID?

Deine Steuer-ID findest du in:

  • dem Brief des BZSt, den es dir zur Zuteilung deiner Steuer-ID schickt oder geschickt hat
  • deinem Einkommensteuerbescheid
  • deiner Lohnsteuerbescheinigung

Filme mit Fin: Was ist die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID)?

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Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.

© Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen 

Wie kann ich meine Steuer-ID beantragen?

Gar nicht, denn sie wird dir vom BZSt automatisch zugeteilt. Das heißt, dass du normalerweise eine Steuer-ID besitzt, – obwohl du dir dessen vielleicht nicht bewusst bist. Du kannst deine Steuer-ID also nicht beantragen, weder schriftlich noch online. Aber keine Sorge: Wenn du sie vergessen oder das Schreiben vom BZSt verloren hast, kannst du ganz einfach deine Steuer-ID herausfinden. Möglich ist das mittels:

Die schriftliche Bitte um eine erneute Mitteilung deiner Steuer-ID richtest du an: 

Bundeszentralamt für Steuern 
Referat St II 3 
DGZ-Ring 12 
53221 Bonn 

Dafür sind folgende Informationen erforderlich:

  • Name
  • Wohnadresse
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort

Die Antwort kann einige Wochen dauern und erfolgt in jedem Fall schriftlich. Telefonisch kannst du deine Steuer-ID nicht erfragen.

Was ist der Unterschied zwischen Steuernummer und Steuer-ID?

Mit beiden Codes kann das Finanzamt Steuererklärungen ganz bestimmten Personen zuordnen. Ein wesentlicher Unterschied: Die Steuernummer ändert sich beispielsweise nach einem Umzug. Die Steuer-ID aber bleibt immer gleich und macht damit die Bearbeitung steuerlicher Angelegenheiten deutlich einfacher und sicherer. Das gilt auch für den Datenschutz. Aus der Steuernummer lassen sich persönliche Informationen ableiten. Mit der Steuer-ID geht das nicht. Unter anderem deshalb soll die Steuer-ID die Steuernummer nach und nach ablösen. Außerdem wird darüber nachgedacht, die Steuer-ID auch über rein steuerliche Belange hinaus als eine Art Bürger-ID für andere behördliche Zwecke zu verwenden. 

Hier eine Tabelle mit den Unterschieden zwischen den beiden Personenkennziffern.

Steuer-IDSteuernummer
Vergabe durch Bundeszentralamt für Steuern bei Geburt beziehungsweise Wohnsitz in DeutschlandVergabe durch zuständiges Finanzamt nach Antrag oder bei Bedarf
nur für Personenfür Personen und Unternehmen
besteht aus 11 Ziffernbesteht aus 13 Ziffern
zufällig erstelltaus persönlichen Informationen gebildet
lässt keine Rückschlüsse auf persönliche Daten zu (nichtsprechend)lässt Rückschlüsse auf persönliche Daten zu (sprechend)
lebenslang unveränderlichändert sich mit Wohnsitzwechsel
Verwendung als Bürger-ID möglichnur für steuerliche Belange 
bei Fragen ist das BZSt zuständigbei Fragen ist das Finanzamt zuständig
bundeseinheitlich aufgebautvon Bundesland zu Bundesland unterschiedlich

 

Bei der Gelegenheit noch ein Fall, der manchmal im Zusammenhang mit der Steuer-ID für Unsicherheiten und Verwechslungen sorgt: Die Sozialversicherungsnummer hat nichts mit der Steuer-ID zu tun. Zwar sind beide dauerhaft und unveränderlich mit dir verbunden, aber sie haben unterschiedliche Funktionen. 

Die Sozialversicherungsnummer ist eine individuelle Kennung für die Rentenversicherung und wird deshalb umgangssprachlich oft Rentenversicherungsnummer genannt. Du bekommst sie automatisch von der Deutschen Rentenversicherung zugewiesen, sobald du deinen ersten sozialversicherungspflichtigen Job aufnimmst. Die Kennung steht in deinem Sozialversicherungsausweis. 

Sozialversicherungsnummer und Steuer-ID unterscheiden sich auch optisch voneinander. Während die Steuer-ID aus elf Ziffern besteht, setzt sich die Sozialversicherungsnummer aus einer zwölfstelligen Ziffern- und Buchstabenkombination zusammen. Außerdem lässt sie Rückschlüsse auf deine Identität zu. 

 

Eine junge Frau sitzt an ihrem Büroarbeitsplatz
© istock/alvarez/2017  Die Steuer-ID soll den Austausch mit dem Finanzamt einfacher machen.

Ebenfalls nicht zu verwechseln ist die Steuer-ID mit der eTIN. Die eTIN besteht aus 14 Ziffern und Buchstaben, die sich aus deinem Namen und Geburtsdatum ergeben. Eingeführt wurde die eTIN mit der elektronischen Steuererklärung ELSTER. Arbeitgeber können damit deine Lohndaten an das Finanzamt übermitteln. Du findest die eTIN auf deiner jährlichen Lohnsteuerbescheinigung. Steht da keine, ist das nicht schlimm, denn du brauchst sie nicht unbedingt.

Wie ist die Steuer-ID aufgebaut?

Die Steuer-ID besteht aus elf Ziffern. Die sind nicht zufällig zusammengewürfelt, sondern folgen Regeln.

  • Innerhalb der ersten zehn Ziffern darf nur eine doppelt vorkommen.
  • Innerhalb der ersten zehn Ziffern darf eine nicht vorhanden sein.
  • Innerhalb der ersten zehn Ziffern dürfen die restlichen acht jeweils nur einmal stehen.
  • Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer, die nach einem nicht öffentlichen mathematischen Verfahren ermittelt wird.

Verbunden ist die Steuer-ID mit mehreren persönlichen Daten. Dazu gehören:

  • Vorname
  • Nachname
  • Ordensname/Künstlername
  • frühere Namen
  • Geschlecht
  • Geburtsort
  • Sterbetag
  • akademische Grade
  • aktuelle Adresse
  • vorherige Adresse
  • zuständige Finanzbehörden

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