Fehler in der Steuererklärung: Was nun?
Das war ein wilder Ritt mit der Steuererklärung: Was kommt wohin, was wird angegeben, was nicht? Aber nun ist sie endlich fertig. Ein letzter Klick oder das Ganze in den Briefkasten vom Finanzamt – fertig. Doch kaum hast du alles erledigt, da findest du noch eine Abrechnung? Eine Quittung? Einen Einkommensnachweis? Welche Konsequenzen drohen und was du jetzt noch tun kannst – die KlarMacher sagen es dir.
Themen in diesem Artikel
- Was kann ich tun, wenn ein Fehler passiert ist?
- Welche Konsequenzen haben Fehler in einer Steuererklärung?
- Was ist bei Fehlern in der Steuererklärung via ELSTER?
- Tipps: Wie kann ich Fehler vermeiden?
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Fehler in der Steuererklärung
- Fehler in der Steuererklärung kannst du nachträglich korrigieren.
- Wenn noch kein Steuerbescheid vorliegt, genügt meist eine kurze Mitteilung ans Finanzamt.
- Nach dem Bescheid hast du vier Wochen Zeit für einen Einspruch.
- Wenn dem Finanzamt durch den Fehler Geld entgangen ist, kannst du ihn noch länger korrigieren, nämlich vier Jahre, in bestimmten Fällen sogar bis zu zehn Jahre.
Was kann ich tun, wenn ein Fehler passiert ist?
Entscheidend für die Korrekturmöglichkeiten ist, wann du den Fehler bemerkst: vor oder nach dem Steuerbescheid.
Du hast noch keinen Steuerbescheid bekommen
Wenn du den Fehler sofort bemerkst, nachdem du die Steuererklärung abgeschickt hast, ist es einfach: Schreibe dem Finanzamt eine E-Mail oder ruf dort an. Vielleicht weißt du bereits, wer für dich zuständig ist (etwa vom letzten Steuerbescheid), dann kannst du diese Person direkt kontaktieren – sonst wende dich an die Zentrale.
Nach deiner Mitteilung kannst du den Fehler innerhalb der vom Finanzamt vorgegebenen Frist korrigieren. Dafür reichst du die ganze Steuererklärung neu ein. Meist genügt aber auch ein Anruf beim Finanzamt oder ein kurzes Schreiben darüber, welche falsche Angabe du berichtigen möchtest.
Du hast deinen Steuerbescheid bereits erhalten
Sobald du den Steuerbescheid erhalten hast, läuft eine Einspruchsfrist von vier Wochen. Innerhalb dieser Frist kannst du eine Änderung des Steuerbescheids beantragen oder Einspruch einlegen. Zum Beispiel, weil du mittlerweile eine Rechnung gefunden hast, die du von der Steuer absetzen kannst.
Schreibe dem Finanzamt den Sachverhalt, lege nötige Belege bei und begründe, wie es zu der falschen Angabe kam. Wichtig: Es darf kein „grobes Verschulden“ vorliegen. Ein grobes Verschulden wäre zum Beispiel, wenn du die Hinweise und Erläuterungen in der Steuererklärung nicht beachtet hast.
Bei unkomplizierten Änderungen ist es in der Praxis meist besser, statt eines Einspruchs einen „Antrag auf schlichte Änderung des Steuerbescheids nach § 172 der Abgabenordnung“ zu stellen. Der Unterschied: Der Änderungsantrag bezieht sich nur auf den konkreten Punkt, den du korrigieren möchtest. Bei einem Einspruch wird der Steuerbescheid dagegen umfassender geprüft.
Der Nachteil ist: Wenn der Änderungsantrag nach vier Wochen nicht geklärt ist, kannst du nicht stattdessen einen Einspruch stellen, denn die Frist dafür ist dann abgelaufen. Außerdem musst du trotzdem erst einmal deine festgesetzte Steuerschuld zur angegebenen Frist bezahlen. Wird dein Antrag angenommen, bekommst du zu viel gezahltes Geld zurück oder musst zu wenig gezahltes Geld nachzahlen.
Steuerbescheid falsch? So schreibst du einen Einspruch!
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Die Korrektur des Fehlers fällt zugunsten des Finanzamtes aus
Die Einspruchsfrist von vier Wochen gilt nur, wenn du durch die nachträgliche Änderung einen Vorteil hast. Sprich: Wenn du deshalb weniger Steuern zahlen müsstest beziehungsweise mehr Steuern zurückerhieltest. Wenn umgekehrt der Staat mehr Geld bekommt, gilt eine längere Frist. Dann hast du vier Jahre Zeit, um den Fehler zu melden. Bei einem besonders leichtfertigen Fehler (wenn du zum Beispiel eine Frage in der Steuererklärung übersehen hast) sind es fünf Jahre.
Und wenn der Verdacht bestehen könnte, dass du den Fehler absichtlich gemacht hast, um weniger Steuern zu zahlen, sind es sogar zehn Jahre. Das sind die sogenannten Festsetzungsfristen. Sind diese abgelaufen, ist dein Steuerbescheid rechtskräftig.
Für den Extra-Euro zwischendurch
Klar, Geld anlegen und Zinsen kassieren ist prima. Aber ans Festgeld kommt man im Notfall nicht heran. Ein Sparbuch bringt kaum Ertrag. Die Lösung: Das TagesGeld der Hanseatic Bank mit attraktiven Zinsen. Und trotzdem ist das Geld täglich verfügbar. Für einen Sonderwunsch – oder falls etwas mal nicht nach Wunsch läuft.
Die Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer beginnt jeweils nach Ablauf des Jahres, in dem du deine Steuererklärung abgegeben hast. Wenn du sie zum Beispiel am 12. August 2023 eingereicht hast, beginnt die normale Festsetzungsfrist am 1. Januar 2024. Es gibt keine Gründe für eine verlängerte Frist? Dann ist dieser Steuerbescheid am 1. Januar 2028 endgültig – bei einem leichtfertigen Fehler ein Jahr später am 1. Januar 2029.
Übrigens: Auch Steuerschulden können verfallen. Wann und unter welchen Umständen, liest du in unserem Ratgeber „So lange dauert es, bis Steuerschulden verjähren”.
Welche Konsequenzen haben Fehler in einer Steuererklärung?
Das hängt zunächst mal davon ab, wer durch den Fehler einen Schaden hat. Du oder das Finanzamt? Wenn du zum Beispiel absetzbare Kosten nicht eingetragen hast, dann hat das Finanzamt durch dein Versäumnis mehr Steuern eingenommen. Dafür wird es dich kaum bestrafen.
Anders sieht es aus, wenn du durch den Fehler geringere Steuern zahlst, als du eigentlich müsstest. Hier kommt es vor allem darauf an, ob das Finanzamt glaubt, dass du den Fehler absichtlich gemacht hast. Es war eindeutig ein Versehen? Zwar gilt auch hier die Regel „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ und ein versehentlicher Fehler muss korrigiert werden. Schließlich bestätigst du mit deiner Unterschrift auf der Steuererklärung, dass du die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hast. Doch, ob zusätzlich eine Sanktion droht, hängt von den konkreten Umständen ab.
Wer hingegen nachweislich mit Absicht die Steuererklärung zu eigenen Gunsten „frisiert“ hat, muss mit einem Strafverfahren rechnen: Bei vorsätzlicher Steuerhinterziehung können je nach Schwere des Falls Geld- oder Freiheitsstrafen drohen.
Was ist, wenn das Finanzamt einen Fehler gemacht hat?
Das Finanzamt hat sich verrechnet und dir mehr Steuern zurückgezahlt als nötig? Macht nichts. Du bist nicht dazu verpflichtet, diesen Fehler anzuzeigen. Und du kannst auch nicht bestraft werden, sofern du deine Steuererklärung korrekt und vollständig gemacht hast. Dann darf das Finanzamt laut einiger Gerichtsurteile das Geld auch nicht ohne Weiteres zurückfordern, wenn es seinen Fehler bemerkt.
Was ist bei Fehlern in der Steuererklärung via ELSTER?
Du hast deine Steuererklärung mit der ELSTER-Software auf der Plattform des Finanzamtes gemacht? Dann ist es besonders einfach, einen Fehler zu korrigieren: Mit ELSTER lässt sich eine bereits übermittelte Steuererklärung direkt im persönlichen Konto erneut aufrufen und korrigieren.
Fällt dir im Nachhinein ein Fehler auf (zum Beispiel, weil du eine noch Quittung findest, die du angeben wolltest), dann logge dich in deinem ELSTER-Konto ein. Ruf deine Steuererklärung auf, nimm die nötigen Änderungen vor – und sende die gesamte Steuererklärung abermals ab. Das geht auch noch innerhalb der Einspruchsfrist von vier Wochen, nachdem du deinen Steuerbescheid erhalten hast. Diesen findest du übrigens ebenfalls im ELSTER-Konto.
Tipps: Wie kann ich Fehler vermeiden?
Sogar kleine Unachtsamkeiten können Folgen haben. Zum Beispiel ein fehlendes Kürzel als Unterschrift: Dann wäre die Steuererklärung nicht vollständig und du könntest sie zurückbekommen – und die Abgabefrist dadurch versäumen. Das kostet Verspätungszuschlag. Noch teurer kann es natürlich werden, wenn das Finanzamt dir Absicht unterstellt und ein Bußgeld droht.
Denk bei der Steuererklärung deshalb an diese Hinweise:
- Kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren. Schon ein falsch gesetztes Komma oder ein verrutschter Punkt machen aus einer 3.000,00-Euro-Einnahme vielleicht 30.000,00. Ein Dreher bei der Bankverbindung – schon geht auf deinem Konto keine Rückzahlung ein. Geh deshalb alle Angaben noch einmal gewissenhaft durch, bevor du sie einreichst.
- Führen Sie sämtliche Einnahmen auf. . Nicht nur Nebenjobs, auch andere Einnahmen wie Mieteinnahmen werden häufig vergessen. Übrigens: Die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden wird in der Regel automatisch von deiner Bank abgeführt und muss nicht mit in die Steuerklärung. Mit einem Freistellungsauftrag kannst du hier außerdem Steuern sparen.
- Melde die Haushaltshilfe an. Wenn du eine Haushaltshilfe auf 538-Euro-Basis beschäftigst (oder auch eine Gartenhilfe), dann kannst du die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Aber Vorsicht: Du musst die Hilfe vorher bei der Minijob-Zentrale anmelden. Sonst darfst du das Geld nicht absetzen. Außerdem droht dir in dem Fall eine Anzeige wegen Schwarzarbeit.
- Vorsicht beim Arbeitszimmer. Wenn du dein Homeoffice von der Steuer absetzen willst, darfst du den Raum ausschließlich für deinen Job nutzen. Die Regeln sind streng: Steht eine Schlafcouch mit drin, dann ist es schon kein Arbeitszimmer mehr. Wer kein eigenes Arbeitszimmer hat, kann aber trotzdem von der Homeoffice-Pauschale Gebrauch machen. Dafür kannst du für bis zu 210 Arbeitstage je sechs Euro (insgesamt also maximal 1.260 Euro) als Werbungskosten in deiner Steuererklärung angeben. (Stand: Juli 2026)
- Nutze Steuersoftware: Es ist zwar praktisch, dass du deine Steuererklärung auf ELSTER elektronisch machen kannst, aber so wirklich gut verständlich sind die Erklärungen dort nicht? Keine Sorge: Es gibt hilfreiche Programme und Apps, die dich Schritt für Schritt durch deine Steuererklärung lotsen und beim Ausfüllen unterstützen. Eine Übersicht bietet dir unser Ratgeber „Steuersoftware im Vergleich: Welche kann was?“.
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FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Kann ich eine Steuererklärung nachträglich ändern?
Ja. Solange noch kein Steuerbescheid ergangen ist, genügt meist eine Mitteilung an das Finanzamt. Nach Erhalt des Bescheids kannst du innerhalb der Einspruchsfrist von vier Wochen eine Änderung beantragen oder Einspruch einlegen. Danach sind Korrekturen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Kann ich fehlende Belege nach dem Einreichen der Steuererklärung nachreichen?
Ja. Fehlende Rechnungen oder andere Nachweise kannst du häufig nachreichen. Informiere das Finanzamt möglichst früh darüber. Liegt der Steuerbescheid bereits vor, solltest du die Unterlagen innerhalb der Einspruchsfrist zusammen mit einem Änderungsantrag oder Einspruch einreichen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Einspruch und einem Änderungsantrag?
Ein Einspruch zieht eine umfassende Prüfung des gesamten Steuerbescheids nach sich. Ein Antrag auf schlichte Änderung bezieht sich dagegen nur auf den konkreten Fehler und ist oft schneller erledigt. Welche Möglichkeit sinnvoll ist, hängt also vor allem davon ab, wie umfassend du den Steuerbescheid ändern lassen möchtest.


