Eine Teenagerin bezahlt in einem Bistro ihren Kaffee mit einer Kreditkarte
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Bezahlen wie die Großen: Wie Kreditkarten für Kinder funktionieren

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 16.09.2019

Geld für ein T-Shirt, die Klassenreise oder eine Pizza mit dem neuesten Schwarm – für irgendetwas braucht der Nachwuchs immer Geld. Doch anstatt jedes Mal einen Schein zu zücken, können es sich Eltern einfacher machen. Mit einem monatlichen Taschengeld in bar oder über eine Kreditkarte für ihre Kinder. Die ist nicht nur praktisch, sondern bietet noch weitere Vorteile. Allerdings sollten die Eltern immer genau das Kleingedruckte lesen. Worauf es dabei ankommt, zeigen die KlarMacher.

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Kreditkarte für Kinder: Die Vorteile

Eine eigene Karte ist für Minderjährige im Alleingang nicht zu haben. Das verhindert der Jugendschutz, der die Kreditfähigkeit von Heranwachsenden einschränkt. “Volle Geschäftsfähigkeit”, wie der Gesetzgeber die komplette finanzielle Eigenständigkeit nennt, gibt es erst ab 18 Jahren.

Bis dahin sind Kinder in Sachen Kreditkarte auf den guten Willen und die Zustimmung ihrer Eltern angewiesen. Denn sie brauchen deren Unterschrift auf dem Vertrag. Dass ihr Nachwuchs anschließend das Geld mit vollen Händen ausgibt, müssen die Erziehungsberechtigten nicht befürchten. Die Kreditkarten, die für Kinder ausgegeben werden, verhindern das in den meisten Fällen zuverlässig. Und sie haben noch weitere Vorzüge für Eltern – und für den Nachwuchs.

Vorteile für Eltern

  • Volle Kostenkontrolle: Für Kinder gibt es strenggenommen keine klassischen Kreditkarten, sondern ausschließlich Prepaid-Karten. Die laden Mutter oder Vater über ihr Girokonto mit einem Guthaben auf, das meist zwischen 10 und 500 Euro groß sein darf. Wo das Geld geblieben ist, erfahren die Eltern über die Kontoauszüge. Manchmal auch möglich: Eine Abfrage des aktuell vorhandenen Guthabens per SMS.
  • Überziehung ausgeschlossen: Ist das eingezahlte Guthaben verbraucht, sind mit der Kreditkarte meist keine Einkäufe mehr möglich. Das geht erst wieder, wenn sie von den Eltern erneut aufgeladen wird. Deshalb können Kinder mit ihrer Kreditkarte in der Regel keine Schulden machen. Weil einige Anbieter dies in ihren Klauseln aber doch zulassen, sollten Eltern den Kreditkartenvertrag auf diesen Punkt hin genau abklopfen.
  • Gute Sicherheit: Kreditkarten für Jugendliche sind mit bewährten Schutzmechanismen ausgestattet, beispielsweise mit einer PIN. Und geht die Karte verloren, lässt sie sich sperren. Hebt trotzdem ein Langfinger Geld damit ab, haften Mutter oder Vater dafür mit bis zu 50 Euro. Höherer Schaden geht auf die Kappe der Bank. Es sei denn, es waren grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz beim Verlust der Karte im Spiel.
  • Jugendschutzcodierung: Mit einer Kreditkarte können Kinder auch für sie ungeeignete Produkte oder Services kaufen. Deshalb haben manche Karten eine Jugendschutzcodierung, die das Bezahlen gewisser Angebote erst ab dem 18. Lebensjahr zulässt. Das betrifft beispielsweise den Einsatz an einem Zigarettenautomaten.

Vorteile für Kinder

  • Praktisch auf Reisen: Eine Kreditkarte kann für Schüler bei einer Klassenreise ins Ausland oder auch bei einem internationalen Austauschprogramm sinnvoll sein. Damit sind sie unterwegs weniger auf Bargeld angewiesen. Das Guthaben auf der Karte kann auch als Reserve für Notfälle dienen.
  • Lehrreich: Mit einer Kreditkarte lernen Kinder früh, dass auch digitales Geld nicht unerschöpflich ist. Dafür sorgt das eingebaute Limit, also das Guthaben. Manche Anbieter geben Kreditkarten für Kinder ab sieben Jahren heraus, andere erst ab zwölf oder 14.
  • Flexibel: Mit einer Kreditkarte haben Kinder eine alternative Bezahlmöglichkeit in der Tasche, falls das Bargeld mal nicht reicht. Mit der Karte können sie zudem genauso schnell und einfach bezahlen wie die Großen, zum Beispiel über NFC.

Kartengebühren genau prüfen

Kartengebühren genau prüfen

Für die Kreditkarten haben sich die Anbieter unterschiedliche Abrechnungsmodelle ausgedacht. So erheben einige für die Bereitstellung der Karte eine einmalige Gebühr von beispielsweise 15 Euro, andere verlangen 10 Euro pro Jahr oder 1 Euro für jede Aufladung. Es gibt auch Banken und Sparkassen, die mit einer kostenlosen Prepaid-Kreditkarte für Kinder werben. Trotzdem können auch bei ihnen Gebühren anfallen, beispielsweise in Form von Zinsen für im Ausland abgebuchte Beträge. In jedem Fall sollten Eltern genau prüfen, ob und welche Kosten anfallen.

Kreditkarte für Kinder: Der Antrag

Wer eine Prepaid-Kreditkarte für Kinder beantragen möchte, muss in der Regel einen ähnlichen Prozess wie für Erwachsene durchlaufen. Dafür nimmt er Kontakt zu seiner Bank auf und reicht dort seine Anfrage ein. Das kann auch das Kind selbst machen. Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Weil Minderjährige nur beschränkt geschäftsfähig sind, ist für den Abschluss immer die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten erforderlich.

Übrigens: Da die Kreditkarte für Kinder auf dem Prepaid-Prinzip beruht, ist bei der Beantragung keine Bonitätsprüfung über die Schufa notwendig. Schließlich ist die Karte nur mit dem eingezahlten Guthaben nutzbar. Es fallen bei ihrer Nutzung also weder Schulden an noch wird ein Kredit aufgenommen. Eine Schufa-Auskunft ist daher überflüssig.

Beachten Sie bitte: Die Hanseatic Bank bietet keine Prepaid-Karten an.     

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