Eine Frau klettert gesichert an einem Seil einen Steilhang hinauf
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Sicher unterwegs: Warum Ihre Kreditkarten-PIN so wichtig ist

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 28.04.2020

Wenn Sie eine Kreditkarte zugeschickt bekommen, folgt in der Regel wenig später auch eine PIN mit einem weiteren Anschreiben. Dafür müssen Sie die Geheimnummer meist nicht einmal angefordert haben. Doch was sollen Sie mit der Kreditkarten-PIN überhaupt? Wann und wie nutzen Sie sie richtig? Die KlarMacher zeigen auf, was es rund um die vierstellige Nummer zu wissen gibt.

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Warum die Kreditkarte eine PIN hat

Der einfache Grund: Die Geheimnummer macht die Kreditkarte noch sicherer. Früher wurde beim Bezahlen mit Kreditkarte im Geschäft in der Regel nur die Unterschrift abgefragt. Das hatte jedoch Nachteile, denn die Unterschrift lässt sich einfach direkt von der Karte ablesen und dadurch relativ leicht fälschen. Mit verlorenen oder gestohlenen Karten konnten Betrüger somit häufig hemmungslos shoppen gehen.

Die persönliche Identifikationsnummer, kurz PIN, lässt sich dagegen nicht so leicht rauskriegen. Deshalb wird sie heute meist beim Bezahlen abgefragt, die Unterschrift verlangen Geschäfte nur noch selten. Das erschwert Kriminellen den Kartenmissbrauch, weil sie ohne die PIN nicht weit kommen. 

Doch die Geheimnummer hat noch einen weiteren Vorteil: Dadurch können Sie mit der Kreditkarte Geld am Automaten abheben. Dafür haben Sie doch bereits Ihre Girocard? Unter Umständen können Sie aber mit einer Kreditkarte von Ihrer Bank oder von einem anderen Anbieter günstiger Geld abheben. Checken Sie die Konditionen Ihrer Karten, um möglicherweise Gebühren einzusparen.

Mit den Kreditkarten der Hanseatic Bank gebührenfrei Geld abheben

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Sowohl mit der GenialCard als auch mit der GoldCard sparen Sie sich die Abhebungsgebühren komplett, wenn Sie Geld am Automaten holen – und das weltweit. Mehr zu den Kreditkarten der Hanseatic Bank lesen Sie hier.

Eine Frau tippt mit einer Hand auf die Laptop-Tastatur und hält eine Kreditkarte in der anderen Hand
© istock/martin-dm/2018  Beim Bezahlen im Internet brauchen Sie die PIN nicht, hier greifen andere Sicherheitsmaßnahmen.

Wann die PIN nötig ist – und wann nicht

Beim Geldabheben am Automaten brauchen Sie immer die PIN. Beim Einkaufen im Geschäft geht es unter bestimmten Bedingungen dagegen auch ohne PIN. Sie müssen beispielsweise keine Geheimnummer eingeben, wenn der zu zahlende Betrag unter einer festgelegten Grenze liegt. In der Regel sind das 25 Euro. Kleinere Beträge können Sie zudem meist ganz einfach kontaktlos bezahlen, indem Sie die Karte an das Bezahlterminal halten. Hier wird nur sehr selten stichprobenartig die PIN verlangt. Erst bei größeren Beträgen geben Sie immer die PIN ein. Außer in den wenigen Fällen, in denen statt der Geheimnummer die Unterschrift verlangt wird.

Gänzlich auf die Geheimnummer verzichten können Sie beim Shoppen im Internet. Dort benötigen Sie Ihre Kreditkartennummer und den dreistelligen Sicherheitscode, der auf der Rückseite der Karte aufgedruckt ist. Was es mit diesem Code auf sich hat, lesen Sie in dem Artikel Prüfnummer: Was bedeuten die Zahlen auf der Kreditkarte?. Zusätzlich müssen Sie in der Regel beweisen, dass Sie der Besitzer der Karte sind, bevor Sie den Kauf abschließen können. Meist geht das über Ihr Smartphone. Dieser weitere Schritt heißt 3D-Secure-Verfahren.

Die Geschichte der PIN: Darum hat sie vier Stellen

Die Geschichte der PIN: Darum hat sie vier Stellen

Die PIN geht auf den Erfinder des Geldautomaten zurück, ein Schotte namens John Shepherd-Barron. Sein Prototyp des heutigen Geldautomaten funktionierte zwar mit Schecks statt mit Geldkarte, eine Geheimnummer hatten diese aber auch bereits. Ihre vier Stellen verdankt diese erste PIN aber nicht dem Erfinder selbst, sondern seiner Frau. Shepherd-Barron wollte eigentlich, dass die Nummer sechsstellig wird. Als er seine Frau fragte, meinte diese jedoch, dass sie sich nicht mehr als vier Ziffern merken könne, wie er einst gegenüber der BBC erklärte. Also beließ er es bei den vier Ziffern, die auch für Kreditkarten bis heute üblich sind.

Auf einem Blatt Papier steht "Top Secret" in Schreibmaschinenschrift
© istock/pedrosala/2019  Ihre Kreditkarten-PIN sollten Sie unbedingt für sich behalten, um Kartenmissbrauch zu vermeiden.

Was Sie bei der PIN beachten sollten

Die Geheimnummer ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, um Sie vor Kriminellen zu schützen. Daher sollten Sie im Umgang mit der PIN einige Punkte beachten: 

  • Nie notieren: Schreiben Sie die Nummer auf keinen Fall auf die Karte oder auf ein Stück Papier, das Sie im Portemonnaie oder der Handtasche aufbewahren. Werden Ihre Wertsachen gestohlen, kann der Dieb sonst auf große Einkaufstour gehen.
  • Nie verschicken: Ob per E-Mail, Post oder Messenger, Ihre Geheimnummer sollten Sie niemals weitergeben. Ihre Bank und seriöse Händler werden niemals verlangen, dass Sie Ihre PIN an sie senden. Sollten Sie eine Nachricht bekommen, die das verlangt, ist es der Versuch, Sie hereinzulegen.
  • Nie unverdeckt eingeben: Wenn Sie die PIN im Geschäft oder am Geldautomaten eingeben, verdecken Sie die Eingabe immer mit der anderen Hand. Achten Sie zusätzlich darauf, dass niemand nahe hinter Ihnen steht, der ablesen könnte, welche Ziffern Sie eintippen.

Wie Sie sich Ihre PIN am besten merken können und was Sie tun, wenn Sie diese einmal nicht mehr wissen, erklärt der Artikel Kreditkarten-PIN vergessen: Was tun?. Passiert es dann doch und Sie geben die PIN zu oft falsch ein (meist haben Sie drei Versuche), wird die Karte automatisch gesperrt. Dann können Sie die Karte aber ganz einfach wieder freigeben lassen. Das geht auf mehrere Arten, zum Beispiel per Telefon, online oder persönlich. Wo und wie Sie das machen, zeigt der Artikel Falsche PIN: Wie entsperre ich meine Kreditkarte?

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