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Weihnachtsgeld versteuern: So viel bleibt für Geschenke

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 02.12.2021

Ihr Arbeitgeber spielt Christkind und überweist Ihnen zum Fest ein halbes oder sogar ein ganzes Gehalt obendrauf? Tolle Sache. Ein bisschen Kling-Glöckchen-Klingelingeling auf dem Konto schadet nie. Aber ganz allein gehört Ihnen das Geld nicht. Wie beim normalen Gehalt auch zieht das Finanzamt gleich etwas davon ab. Also wie viel vom Weihnachtsgeld bleibt in Ihrem Stiefel, wie viel wandert ins Steuer-Säckchen? Die KlarMacher rechnen es vor.

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Wird das Weihnachtsgeld voll versteuert?

Das Weihnachtsgeld zählt offiziell zu den „sonstigen Bezügen“. So nennt der Staat alle Beträge, die Sie für Ihre Arbeit von Ihrer Firma bekommen – die aber nicht zum monatlichen Gehalt gehören. Sonstige Bezüge können Einmalzahlungen sein wie Urlaubsgeld oder ein Bonus zur Hochzeit. Auch eine Abfindung gehört dazu.

Steuerlich werden solche Sonderzahlungen wie das ganz normale Bruttogehalt behandelt. Das heißt, Sie zählen es einfach zu Ihrem Jahres-Bruttoeinkommen hinzu. Dadurch wird auf das gesamte Extrageld die volle Lohnsteuer fällig. Und zwar in dem Monat, in dem das Geld auf Ihrem Konto landet. In der Regel ist das der November, damit Sie das Geld schon für die Weihnachtseinkäufe nutzen können.

Um die Versteuerung brauchen Sie sich nicht zu kümmern. Wie beim normalen Gehalt auch bekommen Sie nur das Nettogehalt überwiesen. Die Steuer ist dann schon abgezogen. Nur wie viel ist das? Mehr oder weniger als gewöhnlich? Wer will, kann es selbst nachrechnen.

Mann betrachtet Papierdokument
© istock/Kerkez/2017  Gar nicht so einfach herauszulesen, welche Rolle das Weihnachtsgeld bei der Lohnsteuer spielt. Dabei kann man es ganz einfach berechnen.

Brutto und Netto: Wie wird die Steuer aufs Weihnachtsgeld berechnet?

Wenn Sie wissen wollen, wie viel Steuer Sie auf das Weihnachtsgeld bezahlen, können Sie es schnell und einfach herausfinden. Zum Beispiel mit einem kostenlosen Onlinerechner wie nettolohn.de oder steuerklassen.com.

Dort geben Sie erst Ihr Bruttojahresgehalt ohne Weihnachtsgeld an (also Ihr monatliches Bruttogehalt x 12) und ermitteln per Mausklick die Höhe der Lohnsteuer. Dann machen Sie das Gleiche noch einmal mit Ihrem Bruttojahresgehalt plus Weihnachtsgeld. Der Unterschied zwischen den beiden Ergebnissen ist der Anteil, den der Staat von Ihrem Weihnachtsgeld bekommt.

Weihnachtsgeld Steuer Berechnung Grafik

Steuer auf das Weihnachtsgeld: Höher als normal?

Ist Ihnen beim Nachrechnen etwas aufgefallen? Die Steuer auf das Weihnachtsgeld ist im Vergleich höher als die auf Ihr normales Bruttomonatsgehalt. Schlägt das Finanzamt beim Weihnachtsgeld etwa stärker zu als sonst?

Nein. Im Gegenteil. Bei seiner Steuer-Berechnung tut der Staat so, als bekämen Sie das Weihnachtsgeld nicht auf einen Schlag, sondern verteilt über zwölf Monate. Wie viel müssten Sie dann pro Monat mehr an Steuern bezahlen? Diese Beträge werden addiert und Ihnen dann in dem Monat abgezogen, in dem Sie das Weihnachtsgeld erhalten.

Diese Methode ist für Sie günstiger, als würde einfach Ihr November-Gehalt plus Weihnachtsgeld versteuert. Warum? Wegen der Steuerprogression. Je höher das Einkommen steigt, desto mehr Prozente werden an Steuer fällig. Also lieber rechnerisch zwölfmal ein kleines Einkommens-Plus als einmal ein ganz großes.

Wissenswertes zum Weihnachtsgeld

Wissenswertes zum Weihnachtsgeld

  • Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld.
  • Für gewöhnlich ist das Weihnachtsgeld per Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung geregelt.
  • Falls es keine vertragliche Vereinbarung gibt, kann Ihnen Ihr Arbeitgeber trotzdem Weihnachtsgeld geben – freiwillig. Aber tut er das drei Jahre in Folge, dann gilt der Bonus als üblich und damit als „betriebliche Übung“. Die Folge: Ihr*e Chef*in muss ihn auch künftig zahlen. 
  • Beim Weihnachtsgeld gilt das Gebot der Gleichbehandlung. Das heißt: Kolleg*innen in gleicher Position bekommen gleich viel Weihnachtsgeld.

Welche steuerfreien Alternativen zum Weihnachtsgeld gibt es?

Weihnachtsgeschenke statt Weihnachtsgeld? Das könnte für Sie steuerlich günstiger ausfallen. Es gibt steuerfreie Zuschüsse, die Ihr Arbeitgeber Ihnen statt des steuerpflichtigen Weihnachtsgelds geben kann.

Zum Beispiel die folgenden: 

Geschenkgutscheine

Der Arbeitgeber darf Ihnen jeden Monat Sachgeschenke in einem Wert von je 50 Euro machen, ohne dass Sie dafür Steuern zahlen müssen. „Sachgeschenke“ können Waren sein, aber auch Gutscheine. Wie wäre es also statt Weihnachtsgeld mit einem monatlichen Tankgutschein von 44 Euro? Oder einer Prepaid-Kreditkarte mit 44 Euro Guthaben?

Rabattfreibetrag

Die Produkte oder Dienstleistungen Ihres Unternehmens sind auch etwas für Sie? Dann bitte Sie Ihre*n Chef*in doch um einen Warengutschein. So ein Gratis-Einkauf im eigenen Haus ist bis zu 1.080 Euro im Jahr steuerfrei. Diese Steuerbefreiung nennt sich „Rabattfreibetrag“.

Kita- und Betreuungsbeiträge

Ihr Kind geht zur Kita oder in die Krippe? Dann kann Ihr Arbeitgeber die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung übernehmen. Und Sie zahlen keine Steuern für Zuschuss. Der Steuervorteil gilt aber nicht für Kinder, die zur Schule gehen.

Bahncard oder Jobticket

Sie fahren mit der Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit? Dann könnte sich die Bahncard oder das Jobticket statt Weihnachtsgeld für Sie lohnen. Ihr*e Chef*in kann Ihnen die Monats- oder Jahreskarte komplett steuerfrei zusätzlich zum Gehalt überlassen. Ebenso die Bahncard. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie die Tickets kostenlos oder vergünstigt von der Firma bekommen.

Von welchen weiteren Steuerfreibeträgen können Sie sonst noch profitieren? Das lesen Sie im Artikel „Steuerfreibeträge: Was ist das und welche gibt es?”

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