Eine junge Frau schraubt mit einem Akkuschrauber ein Regal in ihrer Wohnung zusammen
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Trend Sharing Economy: Mieten statt kaufen

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 05.02.2026

Du brauchst einen Trekkingrucksack für eine Wanderreise mit Freund*innen? Einen Akkuschrauber oder eine Handkreissäge für ein DIY-Projekt in deiner Wohnung? Ein Auto, weil du zu Omas Geburtstag aufs Land musst und keine Lust hast, 27 Stunden mit Bus und Bahn durch die Gegend zu karjuckeln? Wenn du Dinge womöglich nur einmal im Leben benötigst, wäre es doch wirklich teuer, sie dir jedes Mal selbst anzuschaffen. Die Lösung: Vieles kannst du dir heutzutage leihen oder mieten. Wir sagen dir, worauf es dabei ankommt.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Mieten oder leihen statt kaufen

  • Von Werkzeug über Kleidung bis hin zum Auto: Fast alles lässt sich heute mieten oder leihen.
  • Mit der so genannten Sharing Economy kannst du Geld und Platz sparen, Dinge kostengünstig ausprobieren und auch noch die Umwelt schonen. 
  • Die Möglichkeiten reichen von privaten Angeboten wie Nachbarschaftsorganisationen über Sharing Communitys bis hin zu rein kommerziellen Anbietern.  

Was du dir alles mieten und leihen kannst

Egal, was du gerade brauchst oder gerne hättest: Nicht alles musst du dir immer gleich kaufen. Auf Sharing-Plattformen im Internet, in Verleih-Apps, bei spezialisierten Mietunternehmen und im Einzelhandel, aber auch im privaten Bereich: Es gibt viele Orte, wo du dir vorübergehend etwas besorgen kannst. Hier eine kleine Auswahl, was du alles leihen oder mieten kannst:

  • Werkzeug: Bohrmaschine, Stich- oder Handkreissäge, Akkuschrauber, Tapeziertisch, Gartengeräte wie ein Vertikutierer und vieles mehr.  
  • Outdoor-Equipment: Wanderrucksack, Zelt, Stand-Up-Paddle Board, Camping-Kocher, Schlafsack, Fahrradtasche und so weiter. 
  • Technik und Elektronik: Smartphones, Laptops, Musikinstrumente, Kameras, Spielekonsolen, DJ- und Studio-Equipment, Drohnen und viele andere Elektrogeräte. Sogar eine Waschmaschine kannst du auf Zeit mieten. 
  • Mode: Abendkleider, Smoking, Trachten oder einfach ein angesagtes Outfit für die nächste Party. Natürlich lässt sich auch der entsprechende Schmuck dazu mieten, bis hin zur Luxusuhr. 
  • Mobilität: Auto, Motorrad, E-Bike und E-Scooter.  
  • Information: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Tipp: Hierfür sind übrigens die knapp 9.000 Bibliotheken in Deutschland eine prima Anlaufstelle. Wusstest du zum Beispiel, dass du aktuelle Zeitungen und Zeitschriften hier auch digital ausleihen und zu Hause auf deinem Handy oder Tablet lesen kannst?
  • Möbel: Egal, ob du eine Bierbank für die Gartenparty brauchst, Büromöbel für ein vorübergehendes Projekt oder eine ganze Wohnzimmereinrichtung auf Zeit – alles ist möglich.
  • Spiele und Spielzeug: Vom neuesten Brettspiel für den Spieleabend mit Freund*innen (gibt es übrigens auch in Bibliotheken) bis hin zu Spielsachen für Kids.

Die Liste ist natürlich nicht vollständig, sogar echte eierlegende Hühner samt Stall – kein Scherz – oder eine komplette Solaranlage für das Eigenheim lassen sich mittlerweile mieten. Suche einfach im App Store nach Verleih-Apps, auf Kleinanzeigen-Plattformen oder gib im Web-Browser den entsprechenden Begriff sowie „leihen“ oder „mieten“ ein, um solche Angebote zu finden.  

Wichtig: „Leihen“ und „Mieten“ klingen ähnlich, sind aber nicht dasselbe: Beim Leihen zahlst du meist nichts, beim Mieten fallen Kosten an (siehe Infobox). 

Sharing-Glossar: Leihen, Mieten, Teilen und Leasen

  • Leihen bedeutet, etwas kurzfristig zu nutzen, in der Regel kostenlos, und danach zurückzugeben.
  • Mieten heißt, einen Gegenstand gegen Bezahlung für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen – das Eigentum bleibt beim Anbieter.  
  • Teilen oder „Sharing“ beschreibt die gemeinsame Nutzung von Dingen oder Dienstleistungen, privat oder über Plattformen, zum Beispiel Carsharing oder Co-Working-Spaces
  • Leasing schließlich ist eine langfristige Nutzung von teuren Gegenständen wie Autos, Fahrrädern oder Maschinen gegen feste Zahlungen, oft mit Kaufoption am Ende der Laufzeit.

Welche Vorteile dir das Mieten oder Leihen bringt

Die Vorzüge der „Sharing Economy“, also Güter mit vielen anderen zu nutzen beziehungsweise zu teilen, liegen auf der Hand:

Du kannst Geld sparen

Warum solltest du Hunderte Euro oder sogar noch viel mehr für etwas ausgeben, was du nur selten oder mitunter sogar nur einmal brauchst? Vielleicht ist Wandern gar nichts für dich, dann musst du den extra erworbenen Trekkingrucksack hinterher wieder aufwendig verkaufen – meist mit einem hohen Abschlag. Und Spezialwerkzeug, wie eine Kreissäge oder einen Fliesenschneider, brauchst du in der Regel auch nicht alle Tage – es sei denn, du bist Hobby-Handwerker*in. 

Du hast mehr Platz

Nicht jede*r hat einen großen Keller oder Dachboden, wo sich alles Mögliche lagern lässt, ohne dass es weiter stört. Hast du zum Beispiel nur eine kleine Abstellkammer, verstopfst du den Raum nicht mit allerlei Zeugs, das du fast nie brauchst und dort nutzlos vor sich hinstaubt.  

Teilen ist nachhaltig – aber nicht immer

Wenn mehrere Personen dieselben Gegenstände nutzen, müssen davon logischerweise weniger produziert werden. Das spart Ressourcen und oft auch Verpackungsmüll. Mieten und Leihen schont somit unsere Umwelt. Dieser Ursprungsgedanke der Sharing Economy ist jedoch nicht immer gegeben. Besonders technische Produkte – etwa Handys oder Laptops – werden von kommerziellen Verleihern meist schnell ausgetauscht, sobald sie nicht mehr auf dem neuesten Stand oder nur leicht beschädigt sind. Der Nachhaltigkeitsgedanke tritt dann häufig in den Hintergrund. 

Du kannst Dinge ausprobieren

Mieten ist auch eine gute Möglichkeit, vor einer größeren Investition etwas auszuprobieren, ohne dich gleich festzulegen. Beispiel E-Bike: Vielleicht erweist sich ein Gravelbike doch als alltagstauglicher für dich als das E-Mountainbike. Fehlkäufe lassen sich so vermeiden. 

Du hast immer hochwertiges Equipment

Mietgegenstände – ob das E-Bike oder eine Unterwasserkamera für den Urlaub – sind meist hochwertig und technisch auf dem neuesten Stand. So musst du dich weder mit Billigprodukten noch mit veralteten Modellen herumärgern, die ihren Zweck vielleicht gar nicht (mehr) erfüllen. 

Tipp: Auf manchen Plattformen kannst du auch deine eigenen Sachen zum Verleihen oder Vermieten anbieten und damit den einen oder anderen Euro extra verdienen! Weitere Ideen, wie du nebenbei Geld verdienen kannst, findest du hier.

Ein schnorchelnder Mann hält eine Unterwasserkamera
© istock/Christopher Ames/2009  Unterwasserfotografie testen, ohne gleich viel Geld auszugeben? Eine gemietete Kamera ist ideal für den Einstieg.

Wie funktioniert das überhaupt?

Sharing Economy gibt es auf verschiedenen Ebenen. Die einfachste Variante ist das private Teilen, beispielsweise über Nachbarschaftsorganisationen, in Studierendenwohnheimen, über Vereine oder auch über Kleinanzeigen. Häufig fallen hier nur geringe oder sogar keinerlei Gebühren an. Mitunter musst du eine Kaution hinterlegen, die du aber in der Regel zurückerhältst, wenn du das Ausgeliehene wieder unbeschädigt zurückgibst.

Skill-Sharing – Talente tauschen

Du spielst virtuos Gitarre, hast aber keinen Schimmer, wie man ein Computernetzwerk einrichtet? Auch Talente und Fähigkeiten lassen sich sozusagen „leihen“ oder tauschen, etwa über Talenttausch-Portale im Internet oder Tauschringe, die es in vielen Städten und Regionen gibt. Hier kann jeder anbieten, was er besonders gut kann. Schöner Nebeneffekt: Man lernt dabei auch noch neue Leute kennen. Du solltest dabei allerdings aufpassen, dass du nicht in den Verdacht der Schwarzarbeit gerätst, etwa weil du die Tätigkeit regelmäßig ausübst und einen Gewinn erzielst. 

Die nächste Stufe sind Community-Plattformen beziehungsweise Sharing-Portale. Hier hast du häufig eine größere Auswahl und findest Dinge aus verschiedenen Kategorien, etwa Haushalts- oder Sportgeräte, Werkzeug, Elektronik etc. Um dir etwas zu leihen, musst du dich meist auf den Plattformen registrieren und dann die entsprechenden Dinge für die geplante Nutzungszeit anfragen.  

Die Portale erheben oft eine kleine Provision und bieten mitunter auch einen Kund*innenservice oder sogar Versicherungsschutz. Lies dir die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ (AGB) aber genau durch. Wichtig: Bei Problemen wende dich immer zuerst an die Person, die dir etwas ausgeliehen hat.

Schließlich gibt es den herkömmlichen Einzelhandel – zum Beispiel Baumärkte, Outdoor-Geschäfte, Autohändler – sowie rein spezialisierte Vermietungsanbieter. Hier kannst du dir zum Beispiel vorübergehend ein Smartphone oder Schmuck für einen besonderen Anlass mieten. Mitunter besteht auch die Möglichkeit, das Produkt bei Gefallen nach der Mietzeit zu erwerben, was sich allerdings selten lohnt. 

Zwei junge Frauen sitzen lachend im Auto
© istock/ferrantraite/2020  Auch Autos können heute im Carsharing oder Abo gemietet werden.

Lohnt sich das Leihen oder Mieten wirklich?

Ob sich Ausleihen oder Mieten lohnt, hängt vom Anbieter ab und wie du ein Produkt nutzt. Beim privaten Leihen oder auf Community-Plattformen, wo meist keine oder nur eine geringe Gebühr erhoben wird, lohnt sich das Ausleihen so gut wie immer. 

Bei kommerziellen Anbietern wird die Rechnung schon schwieriger. Beispiel Baumarkt: Die Miete einer Schlagbohrmaschine kostet 15 Euro für vier Stunden. Ein passables Modell, das du meist viele Jahre nutzen kannst, bekommst du neu ab circa 100 Euro. Heißt: Brauchst du das Gerät häufiger als sechs oder siebenmal, lohnt sich eher ein Neukauf. Und die Wahrscheinlichkeit ist doch recht hoch, dass du in deinem Leben noch das ein oder andere Loch in die Wand bohren wirst. Als Faustregel kann gelten: Je seltener du ein Produkt nutzt, desto sinnvoller ist in der Regel die Miete. 

Komplizierter wird es bei teuren Anschaffungen. Hier sind nicht nur die Mieten höher, sondern auch die Risiken, falls etwas nicht so läuft wie geplant. Beispiel Auto: Hier kannst du neben der klassischen Miete, dem Carsharing und dem Leasing auch ein so genanntes Auto-Abo abschließen. Hierbei fällt meist keine Sonderzahlung an und alle Nebenkosten wie Inspektionen und Versicherung sind inklusive.  

Auf den ersten Blick erscheint das attraktiv: Du musst erst mal nicht viel Geld investieren, hast Planungssicherheit und flexible Laufzeiten. Es kann sich jedoch als Kostenfalle entpuppen. Etwa wenn die Selbstbeteiligung bei Unfällen sehr hoch ist oder du die enthaltenen Freikilometer überschreitest. Hier solltest du die Vertragsbedingungen genau unter die Lupe nehmen, bevor du dich entscheidest.  

Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber „Immer entspannt unterwegs mit Auto-Leasing?”. 

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet Sharing Economy einfach erklärt?

Die Sharing Economy beschreibt Modelle, bei denen Produkte oder Dienstleistungen geteilt, geliehen oder gemietet werden, statt sie zu besitzen. Ziel ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen, Kosten zu sparen und Dinge nur dann zu verwenden, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Was lässt sich alles mieten oder leihen?

Fast alles: von Werkzeug, Outdoor-Equipment und Elektronik über Kleidung und Möbel bis hin zu Autos oder E-Bikes. Auch Bücher, Spiele und sogar komplette Solaranlagen fürs Eigenheim lassen sich heute leihen oder mieten.

Wann lohnt sich das Mieten mehr als ein Kauf?

Mieten lohnt sich vor allem, wenn du ein Produkt selten oder nur einmal brauchst. Als Faustregel gilt: Je niedriger die Nutzungszahl, desto sinnvoller ist das Mieten. Bei häufiger Nutzung kann ein Kauf langfristig günstiger sein.

Welche Risiken gibt es beim Mieten?

Mögliche Risiken sind hohe Kosten bei längerer Nutzung, Kautionen, Selbstbeteiligungen bei Schäden oder ungünstige Vertragsbedingungen. Wichtig ist es, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau zu lesen und Preise sowie Nutzungsdauer realistisch zu vergleichen.

Wie finde ich passende Angebote zum Mieten oder Leihen?

Geeignete Angebote findest du unter anderem über Verleih-Apps, Sharing-Plattformen, Kleinanzeigen, Bibliotheken oder den stationären Handel. Eine gezielte Suche mit Begriffen wie „leihen“ oder „mieten“ in Verbindung mit dem gewünschten Produkt liefert meist schnell passende Optionen. 

 

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