wei Radfahrerinnen auf E-Mountainbikes klatschen auf dem Berg ab
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Privates Fahrrad-Leasing: Lohnt sich das?

Anna Ostrowska
von Anna Ostrowska, 30.09.2022

Fahrradfahren ist gesund und schont die Umwelt. Oft ist der Drahtesel in der Stadt sogar das schnellste Fortbewegungsmittel. Wenn Sie nicht das nötige Kleingeld haben, um sich ein neues Fahrrad oder E-Bike zu kaufen, können Sie es auch leasen und gegen eine kleine monatliche Gebühr nach Herzenslust in die Pedale treten. Worauf Sie dabei achten müssen, wann es sich lohnt und welche Vor- und Nachteile es gibt, klären wir in diesem Beitrag. 

Themen in diesem Artikel

So funktioniert Fahrrad-Leasing

Der Kauf eines hochwertigen Fahrrads oder E-Bikes kann ganz schön ins Geld gehen. Wenn Sie den Kaufpreis nicht auf einen Schlag bezahlen möchten, können Sie das Rad auch leasen. Das funktioniert im Prinzip genauso wie beim Auto-Leasing

  • Sie zahlen eine feste monatliche Rate an einen Leasinganbieter.
  • Der Anbieter überlässt Ihnen im Gegenzug das Zweirad für einen bestimmten Zeitraum.
  • Meist sind Wartung, Verschleißteile und eine Haftpflicht- oder Diebstahlversicherung dabei inklusive.
  • Am Ende der vereinbarten Laufzeit haben Sie die Wahl: Sie können das Fahrrad zurückgeben und bei Bedarf ein neues leasen – oder es zum Restwert übernehmen. Im Vergleich zur klassischen Ratenzahlung ist dies jedoch oft teurer.

Sie können Fahrräder und E-Bikes über bestimmte Anbieter wie „Bikeleasing Service” oder „Eurobike” leasen. Diese arbeiten mit verschiedenen Fachhändlern und Onlineshops zusammen. Sie können sich Ihr Wunschrad entweder vor Ort aussuchen und direkt mitnehmen oder es im Internet bestellen und nach Hause liefern lassen.

Leasen kann (fast) jede*r

Leasen kann (fast) jede*r

Um einen Leasingvertrag abzuschließen, müssen Sie geschäftsfähig, sprich volljährig sein. Eltern können auch Fahrräder für ihre Kinder leasen. Aber es gelten trotzdem die Altersbeschränkungen für Elektrofahrräder: Sogenannte S-Pedelecs, die bis zu 45 km/h schnell werden, sind für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Und: Viele Leasinggesellschaften akzeptieren Leasingnehmer*innen nur bis zu einem bestimmten Höchstalter (meist 85 Jahre).

Was kostet es, ein Fahrrad oder E-Bike zu leasen?

Klar: Je teurer ein Rad, desto höher ist auch die monatliche Leasingrate. Ein einfaches E-Bike für Einsteiger*innen können Sie schon für einen Monatsbeitrag um 50 Euro leasen. Wenn es ein bisschen mehr Luxus sein darf, gibt es hochwertige City-E-Bikes für etwa 150 Euro. Für ein supermodernes Sport-Mountainbike ohne Elektroantrieb legen Sie bis zu 350 Euro monatlich auf den Tisch. 

Die Leasingpreise variieren je nach Anbieter und auch die Verträge können ganz unterschiedlich ausgestaltet sein. Deswegen lohnt es sich immer, verschiedene Angebote zu vergleichen. Dabei sollten Sie nicht nur auf die Kosten achten, sondern auch auf Zusatzleistungen wie regelmäßige Wartung und Reparaturen sowie mögliche Versicherungsleistungen mit Haftungsobergrenzen und Selbstbeteiligung. 

Junge Frau fährt auf einem Elektrofahrrad durch die Stadt zur Arbeit
© istock/amriphoto/2019  Ob mit dem E-Bike durch die City oder auf dem Mountainbike durch die Berge: Beim Leasing können Sie aus vielfältigen Fahrrad-Typen wählen.

Steuern sparen dank Leasingrad: Geht das?

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Wenn Sie als Privatperson ein Fahrrad oder Elektrobike leasen, haben Sie keine steuerlichen Vorteile. Sind Sie jedoch selbstständig oder freiberuflich tätig, können Sie die Leasingrate als Betriebsausgabe steuerlich absetzen und dadurch eine Menge Steuern sparen. 

Als Arbeitnehmer*in kommen Sie günstiger an Ihr Rad, wenn Ihr Arbeitgeber ein Dienstrad per Gehaltsumwandlung anbietet. Dieser behält dann die monatliche Leasingrate direkt vom Bruttolohn ein, und Sie müssen Sie weniger Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Dadurch bleibt netto mehr für Sie übrig. Je nach Lohnsteuerklasse sparen Sie bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Kauf. Durch diesen Kniff landet allerdings auch weniger in der Rentenkasse.  

Viele Arbeitgeber fördern das Dienstrad zusätzlich und übernehmen dann auch einen Teil der Leasingrate. Dann profitieren Sie doppelt von diesem Angebot und bekommen ihr Wunschrad möglicherweise ganz umsonst. 

Fördermöglichkeiten für Elektrofahrräder

Fördermöglichkeiten für Elektrofahrräder

E-Bikes sind ein wichtiger Teil der Verkehrswende. Damit künftig weniger Verbrennungsmotoren die Umwelt verpesten, unterstützt nicht nur die öffentliche Hand den Kauf elektrischer Fortbewegungsmittel. Je nachdem, wo Sie wohnen, können Sie Ihr E-Bike von

  • Bundesländern oder Städten oder
  • Stadtwerken und Stromanbietern

bezuschussen lassen. Die Zuschüsse gibt es jedoch nur, wenn Sie das Elektrofahrrad kaufen – wenn Sie es leasen, gehen Sie leer aus.

Vor- und Nachteile vom Fahrrad-Leasing

Der wichtigste Vorzug des Fahrrad-Leasings liegt auf der Hand: Sie bezahlen Ihr Traumrad in verträglichen Häppchen. Dadurch können Sie sich auch ein Rad leisten, das bei Sofortzahlung des Kaufpreises nicht drin wäre. Weitere Vorteile sind:

  • Wenn die Wartung und Versicherungsleistungen auch schon in der Leasingrate enthalten sind, bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen – zum Beispiel für abgenutzte Bremsen oder defekte Akkus.
  • Im Schadensfall bekommen Sie in der Regel schnell ein neuwertiges Ersatzrad.
  • Wenn Sie immer zum Laufzeitende ein neues Rad leasen, fahren Sie jederzeit ein modernes und sicheres Rad, das perfekt gewartet und auf dem neuesten technischen Stand ist.
Junge Frau hat eine Fahrradpanne, sitzt auf dem Bürgersteig und gibt etwas auf dem Smartphone ein
© istock/Kanawa_Studio/2021  Auch Wartung und Reparaturen sind oft mit der Leasingrate abgedeckt.

Mit einem Leasingvertrag gehen Sie jedoch auch eine langfristige Verpflichtung ein. Leasingverträge für Fahrräder und E-Bikes laufen meist über drei Jahre. Es gibt also auch Nachteile:

  • Eine Kündigung ist oft nicht ohne Weiteres möglich, Sie müssen bis zum Ende der Vertragslaufzeit regelmäßig die vereinbarten Raten zahlen.
  • Sie können Ihr Rad nicht einfach zurückgeben oder wechseln, wenn es Ihnen nicht mehr gefällt.
  • Außerdem ist Leasing vergleichsweise teuer – sofern Sie nicht von steuerlichen Vorteilen profitieren.

Ob sich Fahrrad-Leasing für Sie letztendlich lohnt, hängt von vielen Umständen und Ihren individuellen Bedürfnissen ab. 

Tipp: Wenn Sie vorhaben, Ihr Rad am Ende zu übernehmen, kann es finanziell vorteilhafter sein, es über einen Ratenkredit zu finanzieren und Wartungspaket sowie Fahrradversicherung separat abzuschließen. Zudem können Sie es dann von einem öffentlichen Förderprogramm bezuschussen lassen (siehe Infobox weiter oben). 

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