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Kreditkarten: Wann werden Zinsen fällig, wann nicht?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 08.07.2026

Das schicke Kleid ist gerade im Angebot? Der große Fernseher wäre der richtige Kick für den nächsten Netflix-Abend? Mit der Kreditkarte ist beides sofort gekauft – aber erst später bezahlt. Und wer es richtig anstellt, zahlt keinen Cent Zinsen dafür. Da hält kein Dispo mit. Wann es doch einen Aufschlag gibt und was du sonst zu Kreditkartenzinsen wissen solltest – die KlarMacher zeigen es dir.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Kreditkartenzinsen

  • Wenn du deine Kreditkartenrechnung pünktlich in voller Höhe begleichst, zahlst du grundsätzlich keine Zinsen.
  • Bei einer Ratenzahlung kommen in der Regel Zinsen dazu – je länger du für die Rückzahlung brauchst, desto mehr.
  • Bei einigen Kreditkarten fallen auch für Bargeldabhebungen und Geldtransfers Zinsen an.
  • Mit der Kreditkarte kannst du Dispozinsen vermeiden, wenn du dir rechtzeitig Geld aufs Girokonto überweist. 

Wann fallen Zinsen bei der Kreditkarte an?

Bei einer Kreditkarte nutzt du einen kurzfristigen Kreditrahmen. Das bedeutet: Der Kreditkartenanbieter begleicht zunächst deine Einkäufe oder Buchungen, und du zahlst den Betrag später zurück. Dafür erhältst du regelmäßig – meist einmal im Monat – eine Abrechnung mit allen angefallenen Umsätzen.

Meist wird dir der offene Rechnungsbetrag automatisch vom Girokonto abgezogen, das als Referenzkonto mit der Kreditkarte verknüpft ist. Bei manchen Kreditkarten musst du das Geld innerhalb einer bestimmten Frist überweisen, zum Beispiel innerhalb von vier Wochen.

Der große Vorteil einer Kreditkarte im Vergleich zu einem klassischen Kredit: Wenn du das vorgestreckte Geld vollständig und innerhalb einer bestimmten Frist zurückzahlst, kostet dich das in der Regel keine Zinsen.  

Zinsen entstehen vor allem dann, wenn du die Kreditkartenabrechnung nicht komplett begleichst und stattdessen eine Ratenzahlung nutzt – also deinen Kredit Stück für Stück zurückzahlst. Wie hoch die Zinsen ausfallen, hängt von der Anzahl der Raten und Vertragsbedingungen ab (mehr dazu im nächsten Kapitel). Je nach Kartenmodell können außerdem für Bargeldabhebungen oder bestimmte Transaktionen bereits ab dem Buchungstag Zinsen anfallen.

Übrigens: Bei einigen Kreditkarten kommen bei Bargeldabhebungen nicht nur zusätzlich Zinsen obendrauf, sondern auch Gebühren, vor allem, wenn du dich außerhalb Europas am Automaten bedienst

Mann am Schreibtisch hält in einer Hand eine Karte und tippt mit der anderen auf einem Taschenrechner
© istock/izzetugutmen/2020  Bei einer Ratenzahlung wird ein Teil der Rate für die Zinsen benötigt, nur der Rest fließt in die Rückzahlung des Kredits.

Rechenbeispiel Ratenzahlung: Wie hoch sind die Zinsen tatsächlich?

Wie viel Geld die Kreditkartenzinsen bei einer Ratenrückzahlung unterm Strich ausmachen, hängt wie bei jedem Kredit von der Laufzeit ab. Rechnen wir an dem folgenden Beispiel nach: 

  • Du hast 600 Euro mit deiner Kreditkarte ausgegeben.
  • Du willst den Betrag in Raten à 50 Euro zurückzahlen.
  • Der Sollzins beträgt für das Rechenbeispiel 12 Prozent pro Jahr. Das heißt, pro Monat bezahlst du also 1 Prozent Monatszins auf den noch offenen Betrag.
  • Es wird immer am letzten Tag des Monats berechnet, was du dem Kreditkartenanbieter schuldest (Saldo-Berechnung).

Was bedeutet das in der Praxis?

Zu Beginn entspricht dein Saldo dem ausstehenden Betrag auf deiner Kreditkarte, also 600 Euro. Im ersten Monat der Ratenzahlung kommen 6 Euro Zinsen hinzu. Insgesamt beträgt dein Saldo nun also 606 Euro. Wie vereinbart werden dir 50 Euro abgebucht. 6 Euro davon sind für die Zinsen, die restlichen 44 fließen in die Kreditrückzahlung.

Im zweiten Monat beträgt dein Saldo 556 Euro (nämlich die ursprünglichen 600 Euro, von denen 44 abgetragen wurden). Hinzu kommen wieder 1 Prozent Zinsen, diesmal sind das 5,56 Euro. Die werden von deiner Rate abgezogen, dann bleiben 44,44 Euro für die Kreditrückzahlung.

Grafik Kreditkarte Zinsen

Das heißt: Nach zwei Raten mit je 50 Euro sind im Beispiel erst 88,44 Euro getilgt und keine 100 Euro, da ein Teil jeder Zahlung zuerst auf die Zinsen entfällt. Und so geht es weiter. Auch wenn der Zinsbetrag von Monat zu Monat geringer wird, weil dein Saldo sinkt.

Tipp: Beim Dispositionskredit der Bank („Dispo“) zahlst du immer Zinsen, und zwar ab dem Zeitpunkt der Inanspruchnahme bis zur Rückzahlung – also auch dann, wenn der Dispo am Monatsende mit dem Gehaltseingang wieder ausgeglichen wird. 

Mehr zu den Unterschieden zwischen Ratenkredit, Dispo und Co. erfährst du in diesem Artikel

Auf einmal oder in Raten? Entscheide selbst!

Bei den Kreditkarten der Hanseatic Bank kannst du selbst entscheiden, ob du den fälligen Betrag auf einmal oder in Raten bezahlen möchtest. Sogar die Höhe der Raten legst du selbst fest (es müssen nur mindestens 3 Prozent des fälligen Betrags sein bzw. mindestens 20 Euro pro Monat). Wie? Ganz einfach über die App Hanseatic Bank Mobile

Wie kann ich Zinsen bei einer Kreditkarte vermeiden?

Wenn du keinen längerfristigen Kredit benötigst, kannst du dir die Extrakosten durch die Zinsen sparen. Auf Nummer sicher gehst du mit diesen drei Tipps:

Vorsicht bei Karten mit manueller Rückzahlung

Bei manchen Kreditkarten wird der fällige Betrag nicht automatisch abgebucht. Stattdessen musst du ihn selbst überweisen. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass du es vergessen hast und zu spät dran bist – und schon ist der Betrag plus Zinsen fällig. Am besten erstellst du dir eine monatliche Erinnerung im Smartphone, damit das nicht passiert.

Mann trinkt Kaffee am heimischen Schreibtisch und blickt auf sein Smartphone
© istock/Pra-chid/2020  Wer das Kreditkartenkonto per Überweisung ausgleicht, sollte sich vom Smartphone monatlich daran erinnern lassen.

 

Wähle eine Charge-Kreditkarte

Bei Charge-Kreditkarten ist keine Ratenzahlung möglich. Das bedeutet: Du bekommst nur einen Kredit bis zur nächsten Abbuchung. Meistens wird die aufgelaufene Summe einmal im Monat von deinem Konto abgebucht, das kann aber je nach Kreditkartenanbieter anders sein. Die Charge-Kreditkarte selbst bleibt meist zinsfrei, solange der Gesamtbetrag automatisch eingezogen wird. Aber Vorsicht: Ist das Girokonto dabei nicht gedeckt, entstehen Dispozinsen. 

Nutze eine Prepaid-Kreditkarte

Eine Prepaid-Kreditkarte ist keine Kreditkarte im klassischen Sinne. Denn: Bei einer Prepaid-Karte zahlst du aus vorhandenem Guthaben, mit dem du die Karte vorher aufgeladen hast, statt auf Kredit. Dadurch entstehen keinen Kreditzinsen. Wenn dieses allerdings Guthaben aufgebraucht ist, ist es auch sofort mit dem Bezahlen vorbei. 

Mehr zu den verschiedenen Kreditkartentypen erfährst du im Artikel „Charge, Revolving, Prepaid: Welche Kreditkarte passt zu dir?“.

Strahlende Aussichten fürs Konto

Beim TagesGeld der Hanseatic Bank kommst du täglich an deine Ersparnisse. Trotzdem gibt es attraktive Zinsen – sogar mehr als auf einem Sparbuch. Da freut sich dein Konto. Und du gleich mit.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Wann zahlt man bei einer Kreditkarte Zinsen?

Zinsen fallen bei einer Kreditkarte meist dann an, wenn du den offenen Betrag nicht vollständig zum Fälligkeitstermin begleichst, sondern in Raten zurückzahlst. Je länger die Rückzahlung dauert und je höher der offene Saldo ist, desto mehr Zinsen können entstehen. Außerdem berechnen manchen Kreditkartenanbieter für Bargeldabhebungen oder Geldtransfers Zinsen. 

Wie werden Zinsen bei einer Kreditkarten-Ratenzahlung berechnet?

Bei einer Ratenzahlung werden Zinsen meist auf den noch offenen Kreditkartenbetrag berechnet. Sinkt der Saldo durch monatliche Raten, sinkt auch der Zinsbetrag. Ein Teil jeder Rate fließt also in die Rückzahlung, ein anderer Teil in die Zinsen.

Ist eine Kreditkarte günstiger als ein Dispo?

Eine Kreditkarte kann günstiger sein als ein Dispo, wenn du den Kreditkartensaldo rechtzeitig vollständig ausgleichst. Beim Dispo fallen Zinsen ab dem ersten Tag der Nutzung an. Bei vielen Kreditkarten bleibt die Nutzung bis zum Abrechnungstermin zinsfrei. 

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