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Kautionsversicherung: Mietsicherheiten ganz ohne Eigenkapital hinterlegen

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 11.02.2026

Ob die Miete einer Wohnung, eines Wohnmobils oder das Chartern von Hausbooten und Jachten: Oft fordern Vermieter*innen eine Mietkaution. Diese hinterlegte Summe dient als Sicherheit. Wenn an dem Objekt etwas kaputtgeht, werden die Schäden mit der Kaution wiedergutgemacht. Für dich als Mieter*in ist das Geld dann erstmal weg. Aber was, wenn du flüssig bleiben und dir davon lieber etwas kaufen willst? Dann kann eine Kautionsversicherung infrage kommen. Wir erklären, wie das funktioniert und welche Vor- und Nachteile das hat.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Kautionsversicherung

  • Mit einer Kautionsversicherung übernimmt ein Versicherungsunternehmen im Schadensfall die Forderungen von Vermieter*innen. 
  • Statt eine Mietsicherheit zu hinterlegen, zahlen Mieter*innen lediglich eine überschaubare Rate und bewahren ihren finanziellen Spielraum. 
  • Die Beträge werden am Ende der Laufzeit nicht zurückgezahlt, auch wenn kein Schadensfall eingetreten ist.
  • Falls die Versicherung für einen Schaden aufkommen musste, holt sie sich das Geld von den Versicherten zurück.  
  • Eine klassische Mietkaution ist in der Regel günstiger als eine Kautionsversicherung. 

Was ist eine Mietkautionsversicherung?

Die Mietkautionsversicherung ist eine Alternative zur klassischen Kaution. Der Unterschied: Wenn etwas passiert, übernimmt eine Versicherungsgesellschaft die Entschädigung bis zur Höhe der üblichen Kaution. Dafür zahlst du der Versicherung regelmäßig einen überschaubaren Beitrag – so wie zum Beispiel bei einer Haftpflichtversicherung, die ebenfalls im Schadensfall einspringt.

Aber Achtung: Anders als bei der Haftpflichtversicherung zahlt die Kautionsversicherung zwar im Schadensfall, aber du musst das Geld hinterher zurückzahlen!

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So eine Mietkautionsversicherung kannst du vor allem für hochpreisige Objekte abschließen, also bei Wohnmobilen, Booten, Hausbooten oder großen Maschinen. Es gibt sie im privaten und im gewerblichen Bereich. 

Denn: Wenn du etwas Hochwertiges mieten willst, musst du häufig eine Kaution hinterlegen. Diese wird auch „Sicherheit“ genannt, denn genau das soll sie für die Vermieter*innen sein. Falls du nämlich etwas beschädigst oder die Miete nicht zahlst, ist die Kaution ein Ersatz dafür. Bleibt dagegen das Mietobjekt schadenfrei, erhältst du die Kaution am Ende der Mietzeit wieder zurück. Bei einer jahrelangen Mietzeit – etwa bei einer Wohnungsmiete – gibt es in der Regel noch Zinsen obendrauf.

Die Kaution kannst du auf vielerlei Weise hinterlegen. Am gängigsten sind:

  • Du zahlst die Kaution in bar oder überweist sie an die Vermieter*innen. 
  • Du richtest ein Konto ein, auf das du die Mietkaution einzahlst. Dieses „Mietkautionskonto“ oder auch „Mietkautionssparbuch“ darfst du während der Mietdauer nicht kündigen.

Übrigens: Eine Mietkautionsversicherung ist nicht nur etwas für neu abgeschlossene Verträge, du kannst auch eine bestehende Mietkaution damit ersetzen. 

Wofür darf die Mietkaution verwendet werden?

Vermietende dürfen die Mietkaution einbehalten, wenn die Mieter*innen die Miete oder Nebenkosten nicht bezahlt haben. Darüber hinaus können sie Mängel und Schäden, die durch die Mieter*innen verursacht wurden, damit beheben lassen. Und wenn sie die Wohnung wegen solcher Reparaturarbeiten nicht gleich wieder vermieten können, steht ihnen auch für den Mietausfall etwas von der Kaution zu. 

Um Streitigkeiten von vornherein zu vermeiden, solltest du im Mietvertrag genau festhalten: Welche Renovierungen und Schönheitsreparaturen sind Pflicht? Prüfe auch das Übergabeprotokoll über den Zustand der Wohnung gründlich. 

Wie funktioniert eine Kautionsversicherung?

Wenn du eine Kautionsversicherung abschließt, musst du wie gesagt keine Mietkaution hinterlegen. Stattdessen erhältst du von der Versicherung eine Bürgschaftsurkunde, die du deinen Vermieter*innen als Sicherheit übergibst.  

Wie viel du für die Versicherung bezahlst, hängt von der Höhe der Mietsicherheit ab. Die Versicherung berechnet einen Prozentsatz auf die Mietkautionssumme, dieser liegt je nach Anbieter zwischen 3,5 und 6 Prozent. Das heißt: Bei einer Mietkaution von 1.500 Euro und einem Satz von 5 Prozent würdest du beispielsweise jedes Jahr 75 Euro bezahlen. 

Eine Mietkautionsversicherung kannst du einfach online abschließen. Vor allem für die Wohnungsmiete gibt es viele Angebote, bei denen du den Antrag innerhalb weniger Minuten ausgefüllt hast. Die Versicherung bearbeitet den Antrag und überprüft dabei auch deine Kreditwürdigkeit, zum Beispiel bei der Schufa. Bei den meisten Versicherungen ist eine einwandfreie Bonität Pflicht, einige Anbieter übernehmen Mietbürgschaften aber auch trotz negativer Schufa-Einträge. Die Bürgschaftsurkunde bekommst du dann innerhalb weniger Tage per Post zugeschickt.

© istock/swissmediavision/2022  Die laufenden Kosten steigen, doch zunächst hast du dank einer Mietkaution das Geld für andere Zwecke über, wie zum Beispiel Reisen.

Im Schadensfall wenden sich Vermieter*innen dann direkt an die Versicherung. Um das Geld zu bekommen, müssen sie ein Schadensformular ausfüllen, in dem sie die Schäden und entstehende Kosten belegen. Wie schnell die Versicherung die Auslagen bezahlt, hängt von der Art der Versicherung ab.

Nur bei einer sogenannten Versicherung auf erstes Anfordern zahlt die Versicherung die Forderungen ohne vorherige Prüfung aus. So eine ungeprüfte Auszahlung ist aber selten. Üblicherweise haben die Mieter*innen vorher die Möglichkeit zur Stellungnahme. Die Versicherung zahlt dann erst, wenn der Sachverhalt endgültig geklärt ist. Im Anschluss verlangt sie die Summe von den Mieter*innen zurück – das ist die sogenannte Regressforderung.

Mindestvertragslaufzeiten gibt es bei Kautionsversicherungen oft nicht, du kannst deinen Vertrag jederzeit kündigen. Wenn dein Mietvertrag endet, sendest du einfach die Bürgschaftsurkunde mit einer Freigabeerklärung durch die Vermieter*innen an die Versicherung zurück. 

Mietsicherheiten: Das sagt das Gesetz

Wenn Privatleute eine Wohnung mieten, sind sie gesetzlich erst einmal nicht verpflichtet, eine Mietkaution zu stellen. Dennoch bestehen die meisten Vermieter*innen zu ihrer Sicherheit darauf. Das ist auch erlaubt – sofern diese Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zu Mietverträgen eingehalten werden: 

  • Die Mietkaution darf höchstens das Dreifache der Monatskaltmiete betragen.
  • Die Mietenden können die Kaution in maximal drei Teilzahlungen bezahlen. Die erste ist zu Beginn des Mietvertrages fällig und die restlichen mit den ersten beiden Mietzahlungen. 
  • Die Mietkaution muss getrennt vom Vermögen der Vermieter*innen angelegt werden. Die Parteien können sich auch auf eine andere Anlageform als das Mietkautionskonto einigen. Die Zinserträge stehen der Mietpartei zu. 

Was sind die Vor- und Nachteile?

Der große Vorteil einer Kautionsversicherung ist, dass du keine größere Summe auf den Tisch legen musst, wenn du etwas anmietest. Deine Ersparnisse kannst du also für etwas anderes nutzen. Das ist auch deshalb gut, weil dein Geld auf dem Mietkautionskonto in der Regel durch Inflation immer weniger wert wird – was die Zinsen oft nicht ausgleichen. Ebenfalls gut: Du brauchst für die Kaution keine Kredit aufzunehmen. Dein Kreditrahmen (also das, was die Bank dir maximal leiht) und deine Bonität bleiben, wie sie sind.

Langfristig ist aber eine Kautionsversicherung meist teurer als eine normale Kautionszahlung. Der Grund: Die Beiträge bekommst du nicht zurück. Selbst dann nicht, wenn am Ende des Mietverhältnisses keine Forderungen entstehen – also, wenn du alles bezahlt hast und keine Schäden verursacht wurden. Und auch bei einem Schadensfall sparst du kein Geld: Du musst der Versicherung die ausgezahlte Summe später erstatten. 

Je nachdem, wie lange du mietest, kann es sogar passieren, dass die Beiträge am Ende höher sind als die gesamte Kautionssumme. Grundsätzlicher ist es deutlich sinnvoller, die Kaution regulär zu hinterlegen und sie später inklusive Zinsen zurückzubekommen – Inflation hin oder her. In manchen Fällen kann sogar ein Privatkredit für die Kaution günstiger sein als eine Kautionsversicherung, wenn die Zinsen niedriger sind als die laufenden Beiträge der Versicherung.

Auch Mietervereine, Stiftung Warentest und ähnliche Stellen raten wegen der Kosten häufig von Kautionsversicherungen ab.  

Die Vor- und Nachteile der Kautionsversicherung auf einen Blick: 

VorteileNachteile
Keine Einmalzahlung nötigDie im Schadensfall geleisteten Zahlungen müssen an die Versicherung zurückerstattet werden 
Mehr Geld bleibt auf dem Konto zurück, dadurch höherer finanzieller SpielraumKeine Zinsen auf das eingezahlte Geld wie bei einer „normalen“ Kaution
BankenunabhängigGezahlte Beiträge werden nicht zurückerstattet –langfristig teurer als klassische Mietkaution 
Bonität bleibt unbeeinträchtigtOft nur bei positiver Schufa-Auskunft möglich
Geringerer Verwaltungsaufwand für Vermieter*innenVermieter*innen müssen diese Form der Sicherheit nicht akzeptieren
© istock/monkeybusinessimages/2018  Junge Unternehmerin steht lächelnd vor einem modernen Großraumbüro

Für wen ist eine Kautionsversicherung sinnvoll?

Eigentlich für niemanden, denn sie ist für die Versicherungsnehmenden auf lange Sicht teurer als die klassische Kautionszahlung. Sie eignet sich höchstens als kurzfristige Überbrückung eines finanziellen Engpasses für alle die, die (noch) nicht viel Kapital zur Verfügung haben – also zum Beispiel Studierende oder Auszubildene.  

Auch junge Unternehmen und Start-ups gehören dazu. Alle die haben ohnehin schon viele Kosten, wenn sie eine Immobilie anmieten: den Einzug, die Einrichtung, vielleicht Renovierungsarbeiten oder noch ein paar Mieten für die Altwohnung. Und bezahlen lieber die meist viertel-, halbjährlichen oder jährlichen Beiträge.

Im Gewerbe sind Kautionsversicherungen nicht nur bei Start-ups eine gängige Lösung, sondern ebenso für etablierte Unternehmen. Denn oft fordern Geschäftspartner*innen Sicherheiten. Auch für die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen muss häufig eine Kaution hinterlegt werden. Mit einer Kautionsversicherung können Unternehmen Sicherheiten hinterlegen, die sie für neue Geschäftsabschlüsse benötigen, und bleiben trotzdem flüssig.  

Was haben Vermieter*innen davon?

Vermieter*innen haben mit einer Kautionsversicherung weniger Verwaltungsaufwand als mit der klassischen Mietkaution. Denn eine Mietkaution müssen sie auf einem speziellen Mietkautionssparbuch verwahren, getrennt von ihrem eigenen Geld. Ein weiteres Plus: Die Versicherung prüft die Bonität der Antragstellenden, bevor sie die Bürgschaft gewährt. Oft stellen sie sogar vorab eine Bonitätsbestätigung aus, mit der die Vermieter*innen wissen, dass die Interessent*innen vertrauenswürdig sind. Trotzdem können Vermieter*innen frei entscheiden, in welcher Form sie die Mietkaution erhalten möchten, und müssen eine Kautionsversicherung nicht akzeptieren. 

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was ist eine Kautionsversicherung und wie funktioniert sie?

Eine Kautionsversicherung ersetzt die klassische Mietkaution. Statt Geld zu hinterlegen, übergibst du eine Bürgschaftsurkunde der Versicherung. Im Schadensfall zahlt die Versicherung den Betrag an die Vermieter*innen. Anschließend musst du diese Summe an die Versicherung zurückzahlen. 

Für wen lohnt sich eine Kautionsversicherung besonders?

Grundsätzlich lohnt sich eine Kautionsversicherung nicht, denn sie ist teurer als eine normale Mietkaution und oft auch als ein klassischer Kredit. Sie kann als kurzfristige finanzielle Überbrückung sinnvoll sein – etwa für Mieter*innen ohne viel Eigenkapital, etwa Studierende, Azubis oder junge Unternehmen. Auch Firmen nutzen sie häufig, um Geschäftsräume oder Maschinen anzumieten, ohne ihre Liquidität durch eine hohe Kaution zu belasten.  

Müssen Vermieter*innen eine Kautionsversicherung akzeptieren?

Nein, Vermieter*innen können frei entscheiden, ob sie eine Kautionsversicherung annehmen. Manche bevorzugen die klassische Kaution, da diese sofort verfügbar ist. Viele sehen jedoch Vorteile, weil die Versicherung die Bonität der Mieter*innen prüft und den Verwaltungsaufwand senkt.

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