Nahaufnahme einer Frauenhand, die ein Bündel Euro-Banknoten übergibt.
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Mysterium Schufa-Score: So entsteht die Zahl über deine Kreditwürdigkeit

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 23.03.2026

Eine Unterschrift unter den Kaufvertrag, und schon liefert dir das Möbelhaus die neue Sofagarnitur ins Haus. Aber was macht die Händler eigentlich so sicher, dass du die versprochenen Raten auch wirklich bezahlst? Prüfen sie überhaupt nicht nach, mit wem sie es da zu tun haben? Die Antwort: doch. Wie vertrauenswürdig die Kund*innen sind, verrät der sogenannte Schufa-Score. Was es damit auf sich hat, liest du hier. 

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Schufa-Score

  • Der Schufa-Score zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass du finanzielle Verpflichtungen wie Kredite zuverlässig erfüllst. 
  • er Score wird aus den gesammelten Daten von Banken, Händlern und Telekommunikationsanbietern erstellt. 
  • Ein Score über 900 Punkte gilt als sehr gut, unter 700 Punkten wird es kritisch. 
  • Du kannst deinen Schufa-Score durch eine ausführliche Datenkopie oder über einen Online-Account bei der Schufa prüfen.  
  • Banken sollten für eine Kreditvergabe nicht ausschließlich den Schufa-Score berücksichtigen. 

Was ist der Schufa-Score?

Sie sieht so harmlos aus, aber sie ist mitentscheidend dafür, ob du einen Kredit bekommst oder nicht: eine Zahl zwischen 100 und 999, errechnet von der Schufa. Das ist der sogenannte Schufa-Score. Die Definition, was sich hinter der Zahl verbirgt, ist einfach. Der Schufa-Score zeigt die Wahrscheinlichkeit an, mit der du deine Kreditraten und Rechnungen bezahlst.

Ein Schufa-Score von 999 würde bedeuten, dass du absolut sicher alle deine Zahlungen leistest. Je niedriger der Score ist, umso höher das Risiko, dass deine Geldgebenden nicht den gesamten Betrag zurückbekommen.

Ob eine Bank dir nun aber einen Kredit gewährt oder nicht, hängt nicht allein vom Schufa-Score ab. Dein Einkommen, frühere Kredite und vieles mehr spielen bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle. Jede Bank, aber auch alle anderen Kreditgebende, haben ihre eigenen Kriterien.

Neue Schufa-Regeln erklärt  

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© Schufa Holding AG 

Wie wird der Schufa-Score berechnet?

Seit 2026 gibt es einen neuen Schufa-Score, der gleichermaßen für Verbraucher*innen und Unternehmen gilt. Künftig gibt es nur noch einen einheitlichen Wert, statt wie bisher sechs verschiedene Branchenscores für Verträge in verschiedenen Geschäftszweigen. Dadurch soll die Bonitätseinschätzung einfacher und besser nachvollziehbar sein. Und wie wird der neue Score berechnet?

Es gibt insgesamt zwölf Kriterien, die entscheiden, wie kreditwürdig du bist. Bisher waren es bis zu 250 Punkte. Relevant sind beispielsweise die Anzahl deiner Kreditkarten und Girokonten, aufgenommene Kredite, andere abgeschlossene Verträge und natürlich, ob du in der Vergangenheit deine Raten zuverlässig gezahlt hast. Wie es sich auswirken würde, wenn du einen neuen Kredit aufnimmst oder deine Girokonten zusammenlegst? Das kannst du in deinem Schufa-Account online testen und so deinen Score verbessern.

Das sind die zwölf neuen Schufa-Kriterien: 

  • Alter der aktuellen Wohnadresse
  • Erfolgte Identitätsprüfung 
  • Alter des ältesten Bankvertrags  
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten 
  • Alter der ältesten Kreditkarte 
  • Anzahl der Anfragen von Telekommunikations- und (Online)-Händlern in den vergangenen zwölf Monaten 
  • Bestehender Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Anzahl aufgenommener Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten  
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit  
  • Jüngster Rahmenkredit 
  • Allgemeiner Kreditstatus  
  • Zahlungsstörungen 
Bild von zwei Händen, die eine leere Geldbörse halten
© Aurelian Lupu/2019  Dauernde Ebbe im Portemonnaie muss nicht sofort einen schlechten Schufa-Score bedeuten – solange die Zahlungsmoral stimmt.

Wie kommt die Schufa an deine Daten?

Klar ist, dass die Auskunftei selbst keine Daten erhebt. Die Schufa erhält Informationen über das Zahlverhalten von Verbraucher*innen von ihren Vertragspartnern. Das sind vor allem:

  • Banken
  • (Online-)Versandhändler 
  • Telefon- und Internetanbieter
  • Leasingunternehmen

Wenn du zum Beispiel einen Handyvertrag abschließt, enthält dieser die sogenannte Schufa-Klausel. Mit deiner Unterschrift stimmst du der Übermittlung deiner Daten an die Auskunftei zu. Die Schufa weiß also jetzt über deinen Vertrag mit dem Telefonanbieter Bescheid. Gleiches gilt bei der Eröffnung eines Kontos oder dem Kauf auf Raten, wie er beispielsweise in Möbelhäusern oder Elektrofachmärkten angeboten wird.

Mit deiner Unterschrift unter den Vertrag erlaubst du dem jeweiligen Anbieter aber nicht nur, Informationen über den Vertragsabschluss an die Schufa zu übermitteln. Auch wenn es während der Vertragslaufzeit zu verspätet oder gar nicht bezahlten Rechnungen oder Raten kommt, dürfen die Anbieter die Schufa darüber informieren. Dann kommt es zu den berüchtigten Schufa-Einträgen, die solche Fälle festhalten. Gleichzeitig fragen die Händler vor dem Vertragsabschluss deinen Schufa-Score ab, um einzuschätzen, ob du die monatlichen Raten beziehungsweise die monatlichen Rechnungen bezahlen kannst.

Verstößt der Schufa-Score gegen Gesetze?

Der Schufa-Score stand lange in der Kritik, weil kaum nachvollziehbar ist, wie er genau entsteht. Offenlegen müsse die Schufa jedoch nicht, wie das Scoring zustande kommt, entschied 2014 der Bundesgerichtshof. Das automatisierte Scoring könnte jedoch ohne eine Möglichkeit zur Einflussnahme der Verbraucher*innen gegen die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen, stellte Ende 2023 der Europäische Gerichtshof (EuGH) fest. Er entschied: das Scoring dürfe nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage für Kreditentscheidungen sein. Zudem legte der EuGH im Februar 2025 fest, dass Auskunfteien wie die Schufa zumindest offenlegen müssen, welche Daten den jeweiligen Score beeinflussen. Das neue System soll nun für mehr Transparenz sorgen.

Urteil: Schufa-Score darf nicht maßgeblich für Kreditwürdigkeit sein 

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© Tagesschau 

Gute Schufa, schlechte Schufa: Was bedeutet das?

Wenn die Schufa dir eine positive Zahlungsmoral bescheinigt, wird das umgangssprachlich häufig einfach „gute Schufa“ genannt. Geplatzte Rechnungen, gehäufte Kreditanfragen innerhalb kurzer Zeit oder ständige Umzüge können den Schufa-Score jedoch beeinträchtigen und zu einer „schlechten Schufa“ führen.  

Die Schufa bewertet deine Kreditwürdigkeit mit einer Punktzahl zwischen 100 bis 999. Je höher die Punktzahl, desto leichter bekommst du einen Kredit. Aber ab wann genau gilt ein Schufa-Score als gut, wann als schlecht? Diese Tabelle zeigt es dir. 

Schufa Basis-Score
Score-WertWahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls
900 bis 999 Punktesehr geringes Risiko
800 bis 899 Punktegeringes Risiko
700 bis 799 Punkteerhöhtes Risiko
600 bis 699 Punktedeutlich erhöhtes Risiko
Unter 600 Punkte hohes Risiko

Übrigens: Ein Schufa-Score von 1.000 Punkten ist nicht möglich. Selbst, wenn du alle deine Rechnungen immer pünktlich zahlst. Der Grund ist ein ganz natürlicher und gleichzeitig etwas makaber. Es gibt nämlich einen Risikofaktor, den niemand ausschließen kann: den Tod. Die Möglichkeit, dass Schuldner*innen sterben, bevor sie ihren Kredit oder ihr Auto abbezahlt haben, wird immer eingerechnet.

Wenn dein Score unter 900 Punkten liegt, kannst du versuchen, ihn zu verbessern. Wie das geht, erklären wir im KlarMacher Beitrag „Schufa-Score verbessern“. Beispielsweise kannst du Kredite zusammenlegen oder alte Schufa-Einträge löschen lassen.

Den eigenen Schufa-Score ermitteln: Datenübersicht & Online-Account

Um herauszufinden, wie es um deine Schufa-Score steht, hast du verschiedene Möglichkeiten.

Einsicht persönlicher Daten bei der Schufa

Du hast ein gesetzlich verankertes Recht, zu erfahren, welche Informationen die Schufa von dir vorliegen hat. Deshalb muss dir die Auskunftei auf Anfrage einmal jährlich eine kostenlose Datenübersicht („Datenkopie nach Art. 15 DSGVO“) zukommen lassen. Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel bei einem falschen Eintrag, kannst du auch öfters eine kostenlose Auskunft einholen.  

Noch einfacher ist es, wenn du einen digitalen Schufa-Account beantragst. Seit dem 17. März 2026 können Privatpersonen ihren persönlichen Schufa-Score nämlich auch hierüber einsehen. Damit kannst du deine Daten und den Schufa-Score jederzeit online überprüfen. Hier kannst du ebenfalls nachvollziehen, wie sich dein Schufa-Score zusammensetzt und kannst das Ergebnis sogar mithilfe eines Erklär-Tools nachrechnen. 

Datenübersicht auf Fehler prüfen

Es lohnt sich, die kostenlose Datenübersicht jährlich anzufordern und alle Einträge gründlich zu prüfen. Denn es können sich Fehler einschleichen, die den Schufa-Score ungerechtfertigt verschlechtern. Zum Beispiel, wenn eine Bank das Einholen eines Angebots für einen Kredit fälschlicherweise als Kreditanfrage statt als Angebotsanfrage an die Schufa übermittelt hat.  

Solche falschen Einträge muss die Schufa umgehend korrigieren. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Ratgeber: „Schufa-Einträge löschen: So verschwinden sie Schritt für Schritt aus den Akten”. 

Schufa-Bonitätsauskunft zur Weitergabe an Dritte

Wenn andere von dir wissen möchten, wie es mit deiner Kreditwürdigkeit aussieht, kannst du eine sogenannte Bonitätsauskunft beantragen, besser bekannt als Schufa-Selbstauskunft. Dieses Dokument verlangen beispielsweise Vermieter*innen bei Wohnungsbesichtigungen von Interessent*innen.

Eine Schufa-Bonitätsauskunft kannst du für knapp 30 Euro (Stand: 2026) entweder direkt in den Filialen der Schufa abholen oder online bestellen. Daneben gibt es auch einige Banken und Kreditportale, die eine solche Bonitätsauskunft ausstellen.  

Du erhältst dabei diese Dokumente:  

  1. Eine Selbstauskunft zur Weitergabe an Dritte. Sie enthält nur deinen Schufa-Score und gibt so Aufschluss über deine Kreditwürdigkeit. Weitere Details sind nicht enthalten. Es ist also nicht erkennbar, aufgrund welcher Einträge der Score zustande gekommen ist. 
  2. Die persönliche Datenübersicht, wie oben beschrieben, die ausschließlich für deine Augen bestimmt ist. Hier findest du neben den Schufa-Scores auch alle Informationen aufgelistet, die die Schufa über dich zusammengetragen hat. Achtung: Diese Datenübersicht solltest du nie an Dritte weitergeben, da sie viele sensible Informationen zu dir beinhaltet. 

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Mit den Visa Kreditkarten der Hanseatic Bank kannst du überall auf der Welt flexibel bezahlen und Geld abheben, wo du das Visa-Logo siehst. Du musst für die Karte kein zusätzliches Girokonto eröffnen. Und die Ratenhöhe für die Rückzahlung bestimmst du selbst (mindestens 20 € monatlich beziehungsweise 3 % des offenen Betrags).

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was sagt der Schufa-Score über meine Kreditwürdigkeit aus?

Der Schufa-Score gibt in Punkten an, wie wahrscheinlich es ist, dass du deine Rechnungen oder Kreditraten pünktlich bezahlst. Banken, Vermietende oder (Online-)Händler nutzen diesen Wert, um das Risiko eines Zahlungsausfalls einzuschätzen. Ein hoher Score signalisiert eine zuverlässige Zahlungsmoral.

Ab wann gilt ein Schufa-Score als gut oder schlecht?

Ein Schufa-Score zwischen 900 und 999 Punkten gilt als sehr gut und steht für ein sehr geringes Ausfallrisiko. Werte zwischen 800 und 899 gelten als gut. Ab etwa 700 Punkten steigt das Risiko aus Sicht von Kreditgebern deutlich, während Werte unter 600 als hohes Risiko bewertet werden.

Wie wird der Schufa-Score berechnet?

Der Schufa-Score basiert auf verschiedenen Daten zu deinem Zahlungsverhalten und deinen Verträgen. Seit 2026 berücksichtigt das Schufa-Scoring zwölf klar definierte Kriterien zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. Dazu zählen etwa vorhandene Girokonten, die Anzahl an genutzten Kreditkarten, bestehende Kredite, Vertragsanfragen oder frühere Zahlungsstörungen.  

Wie kann ich meinen Schufa-Score einsehen?  

Du kannst alle bei der Schufa gespeicherten Daten und deinen Score über einen digitalen Schufa-Account online einsehen. Einmal pro Jahr kannst du zudem kostenlos eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO per Post bei der Schufa anfordern. Alternativ kannst du eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft bestellen, die speziell zur Weitergabe an Vermietende oder Banken gedacht ist. 

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