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Finanzieren

So oft Geld bekommen, wie Sie wollen: Der revolvierende Kredit macht’s möglich

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 24.07.2019

Ein revolvierender Kredit – was soll das denn bitte sein?! Auch wenn Ihnen der Begriff nichts sagt, haben Sie ziemlich sicher zumindest schon einmal eine Unterart dieses “wiederholenden” Kredits genutzt. Was das für eine Art der Finanzierung ist, wie sie funktioniert und wann ein solcher Kredit sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

Auf den Punkt

  • Prinzip: Grundsätzlich funktioniert er wie jede andere Finanzierung.
  • Größter Unterschied: Er kann während der Laufzeit mehrmals in Anspruch genommen bzw. getilgt werden.
  • Nachteil: Die Zinsen sind oft höher als bei anderen Finanzierungen.
  • Anwendung: Der revolvierende Kredit ist nur sinnvoll für kurzzeitige Geldnöte und niedrige Summen.

So funktioniert ein revolvierender Kredit

Sie schließen einen Kredit ab und bezahlen anschließend jeden Monat eine feste Rate an die Bank, bis Sie die gesamte geliehene Summe plus Zinsen und weitere Gebühren abgetragen haben. Diese herkömmliche Form des Kredits kennt wahrscheinlich jeder. Der revolvierende Kredit funktioniert ähnlich, unterscheidet sich jedoch in einigen wichtigen Punkten.

Bei einem revolvierenden Kredit können Sie mehrmals Geld erhalten und wieder zurückzahlen. Er lässt sich je nach Bedarf beliebig oft abrufen, bis zu einer vorab vereinbarten Höhe. Erst am Ende der Vertragslaufzeit müssen Sie das gesamte Geld inklusive Zinsen wieder zurückgezahlt haben.

Zwei Pfeile nebeneinander, der eine zeigt nach oben, der andere nach unten
© istock/DNY59/2014  Hin und her – ein revolvierender Kredit ermöglicht das flexible Aufnehmen und Tilgen benötigter Beträge.

Ein Beispiel: Sie schließen einen revolvierenden Kredit über 2.000 Euro ab. Über diesen Betrag können Sie dann während der Laufzeit frei verfügen. So könnten Sie 400 Euro aufnehmen und zwei Wochen später weitere 200 Euro. Dann zahlen Sie 300 Euro zurück und nehmen direkt zwei Tage später erneut 1.000 Euro auf. Ganz, wie es Ihnen beliebt. Wichtig ist dabei nur, dass Sie den Höchstbetrag nie überschreiten.

Die nötigen Voraussetzungen, um einen revolvierenden Kredit zu erhalten, gleichen denen anderer Finanzierungen. Sie müssen:

  • mindestens 18 Jahre alt sein, manchmal auch älter,
  • ein deutsches Bankkonto besitzen, das für Ein- und Rückzahlungen der Kreditsummen genutzt wird,
  • eine einwandfreie Kreditwürdigkeit nachweisen können, zum Beispiel durch Abfrage der Schufa-Einträge.

Diese Beispiele für revolvierende Kredite gibt es

Wetten, dass Sie schon mindestens einmal eine vergleichbare Finanzierung genutzt haben? Nach dem Prinzip des revolvierenden Kredits funktioniert nämlich der Dispo bei Ihrem Bankkonto. Der geliebte und wegen seiner hohen Kosten gleichzeitig gefürchtete Dispositionskredit ist zwar nur eine Unterart der wiederholenden Finanzierung, die Vorgehensweise spiegelt sich aber darin wider: eine feste Kredithöhe, die Sie ganz oder teilweise in Anspruch nehmen – oder auch nicht.

Der Klassiker unter den revolvierenden Krediten ist dagegen der sogenannte Rahmenkredit. Er hat meistens günstigere Zinsen als der Dispo. Und er funktioniert losgelöst vom Girokonto. Sie können also ebenso bei einer anderen als Ihrer Hausbank einen Rahmenkredit aufnehmen.

Auch bezogen auf Kreditkarten gibt es den revolvierenden Kredit. Dabei werden sämtliche mit Kreditkarte bezahlte Beträge nicht, wie sonst üblich, einmal im Monat fällig. Stattdessen zahlen Sie diese in Raten ab.

Eine Frau sitzt an einem Tisch und betrachtet besorgt ein Dokument
© istock/urbazon/2018  Behalten Sie die Zinsen im Blick – beim revolvierenden Kredit können die Gebühren sehr hoch sein.

Welche Vor- und Nachteile die Finanzierung hat

Größter Vorteil eines revolvierenden Kredits ist seine Flexibilität. Sie legen im Vertrag nur den Höchstbetrag und meistens die Laufzeit fest. Wie viel Sie von dem vereinbarten Rahmen ausschöpfen, wie oft Sie Geld aufnehmen oder zurückzahlen und für was Sie es verwenden, entscheiden Sie selbst.

So kommen Sie genau dann schnell an Geld, wenn es nötig ist. Und Sie können es zurückzahlen, sobald Sie wieder flüssig sind. Gebühren für die Finanzierung bezahlen Sie nur, während Sie in der Kreide stehen. Die restliche Zeit über kostet Sie der revolvierende Kredit in der Regel nichts.

Aber: So viel Flexibilität hat ihren Preis. Und das zeigt sich besonders an den Zinsen, die bei einem revolvierenden Kredit häufig im zweistelligen Bereich liegen. Deshalb lohnt sich diese Art der Finanzierung auch nicht unbedingt, um sie für hohe Beträge oder längerfristig zu verwenden. Nur, wer hin und wieder kleinere bis mittlere Summen über eine kurze Zeit hinweg benötigt, kann einen revolvierenden Kredit für sich vorteilhaft nutzen.

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